{"id":21542,"date":"2001-12-15T14:08:07","date_gmt":"2001-12-15T13:08:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21542"},"modified":"2025-04-16T15:50:22","modified_gmt":"2025-04-16T13:50:22","slug":"galater-4-4-7-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/galater-4-4-7-6\/","title":{"rendered":"Galater 4, 4-7"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">1<\/span><span style=\"color: #000099;\">. Weihnachtstag, 25. Dezember 2001<br \/>\nPredigt \u00fcber Galater 4, 4-7, verfa\u00dft von Beate Bachmann<br \/>\n<\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Zum Gottesdienst: <\/i>Es ist ein Abendmahlsgottesdienst, in dem der Posaunenchor spielt. Die Predigth\u00f6rer sind Konfirmanden und Zuh\u00f6rer, die zum Teil Mitglieder der Br\u00fcdergemeinde sind.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>durften Sie gestern Abend auch in strahlende Kinderaugen sehen? Durften Sie Kinder beobachten, deren Augen vor Freude und Dankbarkeit gl\u00e4nzten? Kinder, denen das Gl\u00fcck nur so aus den Augen strahlte?<\/p>\n<p>Und: Hat Sie das selbst nicht auch mit gro\u00dfer Freude erf\u00fcllt?<br \/>\nMir tut es gut zu beobachten, wie Kinder beschenkt werden. Und Kinder lassen sich gerne beschenken. Viele Kinder konnten es gestern Abend w\u00e4hrend des Krippenspiel-Gottesdienstes gar nicht erwarten, nach Hause zu kommen, um die Geschenke auszupacken, die f\u00fcr sie unter dem Weihnachtsbaum lagen. Das haben Sie vielleicht auch bemerkt. Kinder freuen sich auf Geschenke und \u00fcber Geschenke. Kinder nehmen Geschenke gerne an. Sie denken nicht \u00fcber ein &#8222;Gegen-Geschenk&#8220; nach, Sie k\u00f6nnen sich noch einfach bedenkenlos beschenken lassen.<\/p>\n<p>Wir Erwachsenen haben damit jedoch oft Probleme. Of h\u00f6rt man ja auch: &#8222;Wie kann ich ihnen das nur wieder gutmachen?&#8220; Ja, es scheint, als geh\u00f6rt es zur Erwachsenenwelt dazu, dass alles, was wir empfangen auch wieder vergolten werden m\u00fcsste. Dieser Gedanke hat Kinder zum Gl\u00fcck noch nicht erfasst.<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr uns Erwachsenen ist es wie ein Zwang. Ein Zwang, von dem wir Erwachsenen auch manchmal gerne befreit w\u00e4ren. Und es ist nicht nur der Zwang bei Geschenken. Auch sonst w\u00fcrden wir uns oft gerne einmal von den Zw\u00e4ngen der Erwachsenenwelt befreien. Ich vermute, dass sich jeder von uns schon einmal gew\u00fcnscht hat, noch einmal ein Kind zu sein. Sich noch einmal so frei, ohne st\u00e4ndige Beachtung von bestimmten Regeln zu f\u00fchlen. Sich noch einmal so bedingungslos geliebt und ohne Vorbehalte angenommen zu f\u00fchlen. Sich noch einmal einfach nur beschenken zu lassen.<\/p>\n<p>Diesen Wunsch erf\u00fcllt uns Gott. H\u00f6ren wir dazu auf den Predigttext aus dem 4. Kapitel des Galaterbriefs &#8211; Lesung des Predigttextes.<\/p>\n<p>Der Predigttext hat es uns zugesprochen: Wir sind Gottes Kinder. Wir d\u00fcrfen Gott Abba, lieber Vater nennen. Wir sind zu Gottes Kindern durch die Erl\u00f6sung durch Jesus geworden. Daf\u00fcr ist Gott in einem hilflosen, kleinen Kind in aller Niedrigkeit in die Welt gekommen. Und daf\u00fcr ist er in dem Mann Jesus erniedrigt am Kreuz gestorben. In seinem Erdenleben sp\u00fcrte Jesus in allen H\u00f6hen und Tiefen das wahre Menschsein. Er kam als Mensch in diese Welt. Und er lebte in den Zw\u00e4ngen dieser Welt. Er lebte auch unter dem Gesetz. Er erlebte auch die Verbote der Gesellschaft und die Fesseln, die dadurch entstanden. Er war von Gesetzen eingeschr\u00e4nkt, er erlebte viele Verbote seiner Zeit. Er sp\u00fcrte die Grenzen durch viele Verbote.<\/p>\n<p>So wie ein Kind Verbote der Eltern erlebt. Denken wir nur an das Verbot, die Tapete mit Filzstiften zu beschmieren. Doch irgendwann versucht es das Kind vielleicht doch. Die Eltern sehen dieses, sind ver\u00e4rgert \u00fcber das Verhalten ihres Kindes und schimpfen mit ihm. Doch sie werden dem Kind auch verzeihen. Das hei\u00dft nicht, dass sie einfach dar\u00fcber hinwegsehen. Sondern es bedeutet, dass sie den Fehler deutlich erkennen und benennen, dass sie aber auf die Strafe f\u00fcr das Handeln verzichten.<\/p>\n<p>Oder wenn ich an Euch Konfirmanden denke. Ihr bekommt von Euren Eltern das Rauchen in der \u00d6ffentlichkeit verboten. Doch dann erwacht nat\u00fcrlich bei euch erst richtig die Neugier. Und ihr raucht trotzdem. Wenn die Eltern davon erfahren, gibt es regelm\u00e4\u00dfig Stress. Die Eltern nehmen euer Verhalten nicht einfach hin. Sie machen euch Vorhaltungen und oft hat es vielleicht auch eine Strafe zur Folge. Aber eure Eltern lieben euch dennoch weiterhin. Sie sehen nicht einfach \u00fcber euer Fehlverhalten hinweg, aber sie verzeihen es euch, wenn sie sp\u00fcren, dass es euch wirklich ernst ist.<\/p>\n<p>So ist es auch gegen\u00fcber Gott. So wie Kinder genau wissen, was sie d\u00fcrfen und was die Eltern von Ihnen erwarten, so wissen wir Menschen genau, was Gott von uns erwartet: Wir sollen Gottes Wort halten und Liebe \u00fcben und dem\u00fctig sein vor unserem Gott. (Micha 6,8) Doch so wie Kinder die Verbote der Eltern \u00fcbertreten, so halten auch wir Menschen uns nicht immer daran, was Gott von uns erwartet. Und so wie Eltern ihre Kinder zur Verantwortung rufen, so zeigt uns Gott auch unsere Grenzen auf. Doch so wie Eltern trotz allen \u00c4rgers ihre Kinder lieben und ihnen verzeihen, so liebt und verzeiht uns auch Gott. Er sieht nicht \u00fcber unser Verhalten hinweg, aber er gibt uns eine neue Chance. Er wendet sich nicht ab, sondern er wendet sich uns besonders liebvoll zu. Er ist eben wie ein liebevoller Vater zu uns. Deshalb d\u00fcrfen wir ihn auch Abba, lieber Vater nennen.<\/p>\n<p>Nachher im Abendmahl k\u00f6nnen wir das, womit wir Gottes Erwartung nicht erf\u00fcllt haben vor Gott, unseren lieben Vater bringen und ihn um Verzeihen, um sein Vergeben unserer Schuld bitten. Damit ist unser Verhalten vor Gott nicht vergessen, aber es bleibt ohne Folgen f\u00fcr uns. Es erwartet uns keine Strafe. Aus diesem Geschenk heraus k\u00f6nnen wir uns so freuen, dass wir diese Freude mit anderen Menschen teilen und so die Botschaft von Gottes Liebe weitersagen.<\/p>\n<p>Doch durch Jesu Leben und durch seinen Tod sind wir nicht nur zu Gottes Kindern geworden, nein, wir sind mehr: wir sind auch seine Erben. Wir sind Erben Gottes. Uns ist zugesagt, dass wir als Kinder Anteil an dem bekommen, was unserem himmlischen Vater geh\u00f6rt. Dabei geht es nicht um materielle Werte, sondern das, was wir ererben sollen, ist unendlich viel wertvoller: es ist das Reich Gottes. Wir sind Erben des Reiches Gottes. Wir sollen an Gottes, an unseres Vaters Leben in der Vollkommenheit. Anteil haben. An seinem Reich, in dem Gerechtigkeit, Friede und Liebe das Leben bestimmen.<\/p>\n<p>Und dieses alles wird uns zuteil, weil Gott in Jesus Christus zu uns gekommen ist. An seine Geburt haben wir uns gestern erinnert, und durch Jesus hat uns Gott zu seinen Kindern und Erben gemacht. Daf\u00fcr ist Jesus als kleines, hilfloses Kind an einem unbedeutenden Ort, in einem Viehstall in die Welt gekommen und daf\u00fcr ist er als erwachsener Mann in Niedrigkeit am Kreuz gestorben. Er hat dieses f\u00fcr uns getan. Dadurch sind wir Kinder und Erben Gottes.<\/p>\n<p>Dieses Geschenk kann wahre Weihnachtsfreude in uns ausl\u00f6sen. Dieses Geschenk k\u00f6nnen wir uns nur von Gott geben lassen. Wir k\u00f6nnen es nur dankbar annehmen, wie kleine Kinder. Unser Nachsinnen dar\u00fcber, wie wir dieses Geschenk wieder gutmachen k\u00f6nnen, kann uns zu keinem Ergebnis f\u00fchren, denn dieses Geschenk Gottes ist so gro\u00df, dass es daf\u00fcr kein &#8222;Gegen-Geschenk&#8220; gibt. Wenn wir es aber einfach so annehmen, wird unsere Freude von selbst dazu f\u00fchren, dass wir als gl\u00fcckliche Kinder unseres Vaters im Himmel mit unserer Freude andere Menschen anstecken und so die Weihnachtsbotschaft verk\u00fcndigen: F\u00fcr Euch ist heute der Retter geboren!<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><b>Beate Bachmann<br \/>\nKirchplatz 6<br \/>\n37242 Bad Soden-Allerdorf<br \/>\nTel.: 05652-2389<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/011225-4.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=011225-4.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 1. Weihnachtstag, 25. 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