{"id":21617,"date":"2002-03-15T14:51:17","date_gmt":"2002-03-15T13:51:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21617"},"modified":"2025-04-16T15:26:08","modified_gmt":"2025-04-16T13:26:08","slug":"jesaja-54-7-10-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-54-7-10-6\/","title":{"rendered":"Jesaja 54, 7-10"},"content":{"rendered":"<table style=\"font-weight: 400;\" width=\"550\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>L\u00e4tare, 10. M\u00e4rz 2002<br \/>\nJesaja 54, 7-10, Silja Forsberg, Finnland<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Haben Sie schon mal ein Klassentreffen mitgemacht? Wenn man nach Jahren oder Jahrzehnten die trifft, mit denen man jemals viele Stunden t\u00e4glich zusammen verbrachte, versp\u00fcrt man vielerlei Gef\u00fchle. Wenn man dann \u00fcber die eingetretenen Ereignisse zu erz\u00e4hlen beginnt, st\u00f6sst man auf unglaubliche Geschichten. Wie verschieden hat das Leben die Freunde und Freundinnen desselben Klassenraums mitgebracht! Die Eine hat viel Gl\u00fcck und Erfolg in ihrem Leben gehabt, der Andere hat dagegen mit schweren und ersch\u00fctternden Sachen ringen m\u00fcssen. Obgleich die privaten Lebensgeschichten sehr verschieden sind, sind die Zeit und deren Wechsel gemeinsam. Damals war das und das Jahrzehnt, die Braucht\u00fcmer und der Geist der Zeit von solcher Art. Jetzt durchlebt man Eurozeit, vieles ist in der Welt besser geworden, aber auch manche Sachen sind schlimmer als damals. Diejenigen, die die Kriegszeit durchgelebt haben, nehmen die gemeinsamen Schrecken und Sorgen wieder auf.<\/p>\n<p>Wie kann der Mensch schwere Zeiten \u00fcberleben? Wie kann man die dunklen Stunden des eigenen Lebens aushalten?<\/p>\n<p>Man lehrt uns ja heutzutage, wie man sein Leben in Besitz nimmt. Es gibt verschiedene Kurse, in denen man die geistigen Kraftreserven anzuwenden lernt. Aber keine Lebensk\u00fcnste helfen der innersten Furcht und Angst. Die tiefste Unsicherheit w\u00e4chst aus der Furcht, dass Gott selbst uns seinen R\u00fccken gewendet und uns verlassen hat. Die schweren Sachen, Krankheiten und Unannehmlichkeiten versteht man oft als Gottes Strafe.<\/p>\n<p>Es kann sein, dass unser Gewissen uns im Blick auf eine bestimmte Sache f\u00fcr schuldig erkl\u00e4rt, die jetzt plagt und Unsicherheit verursacht.<\/p>\n<p>Im Alten Testament spricht man oft dar\u00fcber, wie das israelitische Volk schwere Zeiten durchlebte und sie als Gottes Z\u00fcchtigung f\u00fcr ein bestimmtes Vergehen verstand. Der Verk\u00fcndigung der Profeten gem\u00e4ss kam die Babylonische Gefangenschaft des ganzen Volkes daher, dass das Volk sich von Gott entfernt hatte. Die gottwidrige Lebensweise hatte sich unter den Menschen weit verbreitet.<\/p>\n<p>Als das Volk sein eigenes Land verlassen sollte, als die heilige Stadt verloren war, verstand man es so, dass der Herr sein eigenes Volk strafte. Wenn dann das Volk h\u00f6rte, dass die Gefangenschaft enden w\u00fcrde, erlebten alle eine m\u00e4chtige Wende in ihrem Leben. Es galt nicht nur die \u00e4ussere Ver\u00e4nderung der Verh\u00e4ltnisse, sondern auch die geistige und geistliche Verheissung.<\/p>\n<p>Die prophetische Verk\u00fcndigung \u00fcber die g\u00f6ttliche Heiswirksamkeit wollte das Volk ermutigen, das schuldbewusst war und sich gegen Gott vers\u00fcndigt verstand.<\/p>\n<p>Wenn der Mensch die Gnade Gottes erleben darf, wenn die Schuld weggenommen wird, dann trauert man nicht mehr \u00fcber die Vergangenheit. Dann f\u00fchlt man die bedr\u00fcckte Zeit als kurz gegen\u00fcber der ewigen Barmherzigkeit Gottes. Gott hat die Macht, das menschliche Leben umzuwandeln. Wir k\u00f6nnen uns auf Gottes Kraft verlassen und f\u00fcr die Vergebung und f\u00fcr den Wandel der schweren Sachen beten. Die Besitznahme des Lebens ist im Grunde genommen nicht in unseren, sondern in den H\u00e4nden Gottes. Unsere Tadellosigkeit oder unser Verbrechen \u00e4ndern nicht Gottes Gedanken. Gottes Wesen und sein Handeln sind nicht von uns her bestimmt.<\/p>\n<p>Gott verspricht durch den Propheten, dass die Zeit der Bedr\u00e4ngnis nur eine Weile dauert. Nur eine kurze Zeit kann es so aussehen, als ob Gott sein Angesicht abgewendet h\u00e4tte, als ob er er nicht im Leben anwesend ist.<\/p>\n<p>Die ganze Botschaft der Heiligen Schrift erz\u00e4hlt uns kraftvoll, dass die Treue Gottes ewig ist. Vielleicht \u00e4ngstigen wir uns \u00fcber die dunklen Stunden unseres Lebens wie ein kleines Kind, das das Angesicht seines Pflegers eine Weile lang verliert. Gott kennt ja uns. Er \u00fcberwacht uns die ganze Zeit. Der Schatten der Hand Gottes hat die Sonne seiner G\u00fcte im Moment der Angst und des Ungl\u00fccks verfinstert. Gott hat ja einen neuen Bund geschlossen. Schon nach der Sintflut erz\u00e4hlte der Regenbogen von der Obhut, die Gott versprach. Danach vergab Gott immer aufs neue und erneuerte sein Gel\u00fcbde mit seinem Volk. Als Garantie der Liebe Gottes steht f\u00fcr uns das Opfer Jesu. Die Vergebung der S\u00fcnden und das festeste Siegel der Liebe Gottes kamen ans Licht im Ostern des Kreuzes.<\/p>\n<p>Nach den Tagen Noahs hat die Sinflut nicht in gleicher Weise das Land verheert, aber der Kampf zwischen Gott und dem B\u00f6sen hat sich fortgesetzt. Erst die vollst\u00e4ndige Vers\u00f6hnung des Heilands brach das \u00dcbergewicht der lebenszerst\u00f6renden M\u00e4chte.<\/p>\n<p>Die Gnade Gottes ist st\u00e4rker als das Grundgestein. Gott hat in Christus Frieden geschlossen, der die ganze Lebensf\u00fclle umfasst. Wer auf das S\u00fchnewerk und auf die Liebe des Heilands traut, kann innerliche Gewissensberuhigung und Verbindung mit Gott f\u00fchlen. Gott selbst holt uns, wo wir sind. Er wendet sein Angesicht in Christus zu uns. Er erbarmt sich unser.<\/p>\n<p>Wir sind nicht abh\u00e4ngig von den W\u00fcnschen oder von den Bedrohungen, sondern wir leben inmitten der Verheissungen Gottes. Das Wort Gottes tr\u00e4gt uns sowohl in den Tagen der Freude als der Betr\u00fcbnis, des Erfolgs und des Ungl\u00fccks, innerlicher Friede und der Bedr\u00e4ngnis. Die Gnadenversicherung gibt die Hoffnung, die sich bew\u00e4hrt:&#8220;Meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Hauptpastorin (i.R.), Probst Silja Forsberg, Finnland<br \/>\n<a href=\"mailto:juhani.forsberg@evl.fi\">E-Mail: juhani.forsberg@evl.fi<\/a><\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a href=\"#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch L\u00e4tare, 10. M\u00e4rz 2002 Jesaja 54, 7-10, Silja Forsberg, Finnland Haben Sie schon mal ein Klassentreffen mitgemacht? 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