{"id":21628,"date":"2002-03-15T14:56:57","date_gmt":"2002-03-15T13:56:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21628"},"modified":"2025-04-16T15:22:14","modified_gmt":"2025-04-16T13:22:14","slug":"hebraeer-13-12-14-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-13-12-14-6\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 13, 12-14"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">Judika (5. Sonntag der Passionszeit)<\/span><span style=\"color: #000099;\">, 17. M\u00e4rz 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber Hebr\u00e4er 13, 12-14, verfa\u00dft von J\u00f6rg Wegner<br \/>\n<\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>eingezogen ist er in Jerusalem noch unter Hosiannarufen.<br \/>\nMan hat ihm quasi den roten Teppich ausgebreitet, damit er und sein Reitesel sich nicht die F\u00fc\u00dfe staubig machen.<br \/>\nJesus &#8211; empfangen wie ein K\u00f6nig. Dann rausgeschmissen vor die Tore der Stadt, weil sich keiner an ihm die H\u00e4nde dreckig machen wollte.<\/p>\n<p>Tja, der hat halt unsere Erwartungen nicht erf\u00fcllt, sagen die einen.<br \/>\nDer ist unseren Interessen zuwider gewesen, bekennen die anderen.<br \/>\nIrgendwann war die Luft raus aus der Sensation, sagen die, die allem Neuen hinterherlaufen.<br \/>\nDer hat den Leuten religi\u00f6se Flausen in den Kopf gesetzt, sagen die H\u00fcter von Tempelwahrheit und Autorit\u00e4tsglauben.<\/p>\n<p>Jesus endet bei denen, mit denen er sich zeitlebens abgegeben hat: den S\u00fcndern, Huren, Dieben, Ehebrecherinnen, Betr\u00fcgern und Verkr\u00fcppelten.<\/p>\n<p>H\u00e4tte er sich doch ein bisschen mehr arrangiert. Er hat es halt \u00fcbertrieben mit seiner Rede von Gnade und Freiheit und Barmherzigkeit.<\/p>\n<p>Nun seht ihn euch an. Guckt hin und seht, in welcher Schmach er endet. Au\u00dferhalb der Gesellschaft, vor den Toren der Stadt endet seine Geschichte. Wir sind fertig mit ihm. Wer sollte dem noch nachlaufen. Wo werden seine Anh\u00e4nger bleiben, wenn sie merken, auf was sie sich da eingelassen haben. Wie die Hasen werden sie laufen und sich verkriechen.<\/p>\n<p>Jesu Geschichte scheint den Bach runter zu gehen.<br \/>\nUnd mit ihm die ersten Menschen, die auf ihn ihre Hoffnung gesetzt haben. Zweifel nagt in den Herzen der ersten Gemeinden. Ist es nicht besser zu den Fleischt\u00f6pfen des Glaubens zur\u00fcckzukehren als auch noch zu Kreuze zu kriechen da draussen vor der Stadt?<\/p>\n<p>Drei Verse nur des Hebr\u00e4erbriefes ringen darum zu verstehen, was hinter dem traurigen Ende des Jesus aus Nazareth steht:<\/p>\n<p>13:12 Deshalb hat auch Jesus, um durch sein eigenes Blut das Volk zu heiligen, au\u00dferhalb des Tores gelitten.<br \/>\n13:13 La\u00dft uns also zu ihm vor das Lager hinaus ziehen und seine Schmach auf uns nehmen.<br \/>\n13:14 Denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt, sondern wir suchen die k\u00fcnftige.<\/p>\n<p>Wenn ich es b\u00f6se meinte, k\u00f6nnte ich sagen, das hier sei ein selbstm\u00f6rderischer Aufruf einiger Unverbesserlicher. Die wollen nicht wahrhaben, dass das mit Jesus nichts war.<br \/>\nF\u00fcr den sollte man keinen Pfifferling mehr geben, sonst endet man genauso.<br \/>\nBleibt lieber wieder innerhalb eurer alten Mauern. Gesch\u00fctzt durch die alten Gewohnheiten und gesellschaftlichen Konventionen. Begebt euch lieber nicht auf das Glatteis der Botschaft Jesu. Ihr k\u00f6nntet hinschlagen und einbrechen wie er.<\/p>\n<p>Das sind die Worte des Briefs aber gerade nicht, eine Durchhalteparole.<br \/>\nDenn da wird nicht versucht das alles, was geschieht, sch\u00f6n zu reden, um die Leute bei der Stange zu halten.<br \/>\nDie Aussichten sind gerade nicht rosig: La\u00dft uns also zu ihm vor das Lager hinaus ziehen und seine Schmach auf uns nehmen.<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zu dem, was gemeint ist, liegt in den Worten &#8222;au\u00dferhalb des Tores&#8220; und &#8222;vor das Lager&#8220;.<\/p>\n<p>Wie sieht&#8217;s bei denen aus, die innerhalb bleiben? Damals waren die St\u00e4dte mit sch\u00fctzenden Mauern umgeben. Das strahlte Sicherheit aus. Alles war geregelt. Die Gesellschaft schied sich fein \u00fcberschaubar in Oben und Unten. Priester und weltliche Machthaber nahmen den Menschen das Denken ab. So kann man auch leben, zumindest solange man sich zufrieden gibt und nicht aneckt, wenn einem was nicht passt.<\/p>\n<p>Welcher Mensch sucht nicht nach einem angenehmen Leben? Wer hat schon Lust, alles immer zu hinterfragen?<br \/>\nWer findet die Kraft, die Probleme der Menschheit st\u00e4ndig l\u00f6sen zu wollen? Ich jedenfalls nicht!<\/p>\n<p>Jesus aber hat sein Leben darin verzehrt. Er hat immer neu Mauern niedergerissen, die Menschen zwischen Menschen hochgezogen haben. Er wollte immer wieder die Tore aufrei\u00dfen, hinter denen die Menschen sich und ihre Gewohnheiten verbarrikadiert haben.<\/p>\n<p>Und wenn wir seine Botschaft heute noch ernst nehmen, sp\u00fcren wir, wie er immer noch an all dem r\u00fcttelt.<br \/>\nDann kommt auch uns der Gedanke, diesen Mann am besten au\u00dferhalb unserer Mauern und Tore zu verweisen.<\/p>\n<p>Drei Verse Bibel muten uns das andere zu. Verweist Jesus nicht aus eurem Leben, nur weil er eben unbequem ist. Verlasst die Mauern. Macht hoch die T\u00fcr, das Tor &#8230; nicht um Jesus einzulassen, sondern um ihm vor die Tore zu folgen. Haltet dem schmachvollen Anblick stand. Da erkennt ihr etwas vom Zustand der Menschen.<\/p>\n<p>Aber ihr lernt auch etwas von Freiheit und Hoffnung, von neuem Atem und neuem Licht, wie ihr es innerhalb des Gewohnten nie finden werdet.<\/p>\n<p>Das ist das Baumaterial zu der zuk\u00fcnftigen Stadt, die euch Heimat geben wird, doch ohne Mauern und Tore auskommt, weil dort die Menschen ohne Angst sich begegnen, sich Freiheit gew\u00e4hren, sich der Gerechtigkeit verpflichten und die Liebe zum Ma\u00df erhoben haben.<\/p>\n<p>Auf den letzten Seite der Bibel wird die Stadt uns als gro\u00dfe Vision vor die Augen gestellt. Sie kann Architektur unseres Lebens bestimmen, und selbst die Schmach findet darin ihr Ziel und ihr Ende:<\/p>\n<p>21:2 Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich f\u00fcr ihren Mann geschm\u00fcckt hat.<br \/>\n21:3 Da h\u00f6rte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.<br \/>\n21:4 Er wird alle Tr\u00e4nen von ihren Augen abwischen : Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine M\u00fchsal. Denn was fr\u00fcher war, ist vergangen.<br \/>\n21:5 Er, der auf dem Thron sa\u00df, sprach: Seht, ich mache alles neu.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b>Pfr. J\u00f6rg Wegner<br \/>\n<a href=\"mailto:Ev.Andreasgemeinde@t-online.de\">E-Mail: Ev.Andreasgemeinde@t-online.de<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/020317-3.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=020317-3.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Judika (5. Sonntag der Passionszeit), 17. M\u00e4rz 2002 Predigt \u00fcber Hebr\u00e4er 13, 12-14, verfa\u00dft von J\u00f6rg Wegner Liebe Gemeinde, eingezogen ist er in Jerusalem noch unter Hosiannarufen. 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