{"id":21649,"date":"2002-04-15T15:09:04","date_gmt":"2002-04-15T13:09:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21649"},"modified":"2025-04-15T17:13:59","modified_gmt":"2025-04-15T15:13:59","slug":"apostelgeschichte-10-33b-34a-36-43-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apostelgeschichte-10-33b-34a-36-43-2\/","title":{"rendered":"Apostelgeschichte 10, 33b.34a.36-43"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">Ostermontag, 1. April 2002<br \/>\nApostelgeschichte 10, 33b.34a.36-43, verfa\u00dft von Hartmut Jetter<br \/>\n<\/span><\/b><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Text:<\/b><br \/>\nDer r\u00f6mische Hauptmann Cornelius spricht, zu Petrus gewandt: Nun sind wir alle hier vor Gott versammelt, um das zu h\u00f6ren, was dir vom Herrn aufgetragen ist. Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: &#8230;. Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verk\u00fcndigt durch Jesus Christus &#8230;.. Ihr wisst, was in Jud\u00e4a geschehen ist, angefangen von Galil\u00e4a nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen f\u00fcr alles, was er getan hat im j\u00fcdischen Land und in Jerusalem. Den haben sie an das Holz geh\u00e4ngt und get\u00f6tet. Den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen, nicht dem ganzen Volk (Israel), sondern (nur) uns, den von Gott vorher erw\u00e4hlten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten. Von diesem bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der S\u00fcnden empfangen sollen.Liebe Gemeinde am Ostermontag!<\/p>\n<p>So, gerade so sollen sie gepredigt haben in der fr\u00fchen Christenheit. Mit diesen Worten, mit dieser klaren Gliederung und mit diesen einpr\u00e4gsamen S\u00e4tzen. Sie &#8211; d.h. nicht nur der eine Apostel Petrus, unmittelbarer Augen- und Ohrenzeuge Jesu, in der zuvor (Verse 25 bis 33) beschriebenen Situation, sondern auch die sp\u00e4ter Hinzugekommenen, die Nachfolger der ersten Zeugen, wie z.B. Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte. Diese Predigt ist das klassische Muster f\u00fcr ihre Rede vor Juden in Jerusalem, vor Samaritanern in Samaria und vor Heiden in C\u00e4sarea, wie hier in Apg. 10.<\/p>\n<p>Nun wird niemand von uns mutma\u00dfen, es handle sich hier um eine Art stenographische Mitschrift oder eine Tonbandaufzeichnung. Gewiss haben die Zeugen damals in ihrer Rede immer wieder einmal hier und da weiter ausgeholt, je nachdem, was und wie sie &#8222;es&#8220; erlebt haben und was ihnen im Blick auf ihre jeweiligen Zuh\u00f6rer wesentlich war. Diese Aufz\u00e4hlung &#8222;Jesus von Nazareth &#8230; ist umhergezogen, hat Gutes getan, hat gesund gemacht alle, die in der Gewalt des Teufels waren &#8230;.&#8220; &#8211; diese komprimierte Aneinanderreihung haben sie angereichert, einmal mit Beispielsgeschichten und Wunderberichten, dann wieder mit Gleichniserz\u00e4hlungen und wieder mit Ausspr\u00fcchen Jesu selbst. Doch stets nach diesem Schema: &#8222;H\u00f6rt, was der Herr uns aufgetragen hat, uns, den von Gott erw\u00e4hlten und berufenen Zeugen&#8220;. Zuerst nehmen sie die Situation ihrer &#8222;Gemeinde&#8220; auf. Dann bezeugen sie Leben und Werk und Wort ihres Herrn, bezeugen seinen Tod &#8222;am Holz&#8220; des Kreuzes und verk\u00fcndigen seine Auferstehung. Dazu verweisen sie auf die Schrift: Er ist der, auf den schon lange Zeit vor ihm &#8222;alle Propheten&#8220; (das soll wohl hei\u00dfen: die Gesamtheit der prophetischen Schriften) hingewiesen haben. Am Schluss aber rufen sie zur Umkehr, zum Glauben und zur Taufe &#8211; wie vor ihnen schon die Propheten und der T\u00e4ufer. &#8222;Euch, die ihr hier seid, Euch verk\u00fcndigen wir den Shalom (Frieden) Gottes, die Vergebung aller eurer S\u00fcnden. Gnade sei mit Euch und Friede!&#8220;<\/p>\n<p>Diese Kurzform der urchristlichen Missionspredigt ist uns bis heute erhalten geblieben in der Gestalt des Glaubensbekenntnisses. Das haben wir bei der Verlesung heraush\u00f6ren k\u00f6nnen. Schon so fr\u00fch, noch zu der Zeit, als das Evangelium nur m\u00fcndlich weitergegeben wurde, noch bevor es die schriftlichen Evangelien gab, hat sich das Glaubensbekenntnis herausgebildet, bis es dann im 4. Jahrhundert zum Abschluss gekommen ist.<\/p>\n<p><b>Ohne Ostern keine Predigt<\/b><\/p>\n<p>Doch nun soll der Prediger heute &#8222;\u00fcber&#8220; diese Predigt eine neue, eine <b>Oster<\/b>-Predigt zumal, halten. Wie soll das gehen? Etwa so, dass er den ganzen Text gleichm\u00e4\u00dfig St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck nacheinander abhandelt? Dann h\u00e4tten wir sicher den ganzen Vormittag damit zu tun, au\u00dferdem w\u00e4re das keine ausgesprochene Oster-Predigt. Oder: Soll er nur das Mittelst\u00fcck, wo direkt von Ostern gesprochen wird (V. 40 und 41 b); herausgreifen und alles andere \u00fcbergehen? Dann w\u00fcrden wir aber der Perikope als Ganzer nicht gerecht. Und genau um dieses Ganze soll es doch heute gehen.<\/p>\n<p>So bin ich denn beim Nachdenken \u00fcber meine Aufgabe dazu gekommen, es mit einigen grunds\u00e4tzlichen Aussagen \u00fcber Ostern zu versuchen. Es soll die Rede sein von der umfassenden Wichtigkeit von Ostern f\u00fcr unseren Glauben, f\u00fcr unsere sonnt\u00e4gliche Predigt, ja f\u00fcr unsere Kirche. So, wie es sich aus dem uns vorgelegten Textabschnitt ergibt:<b> Ohne Ostern keine Predigt! <\/b>Das gilt auf zweierlei Weise:<\/p>\n<p>Zum Einen: Wenn es das alles nicht gegeben h\u00e4tte &#8211; die Auferstehung Jesu &#8211; seine Auferweckung durch Gott &#8211; die Erscheinungen des Auferstandenen &#8211; die Begegnungen der J\u00fcnger und der Frauen mit dem &#8222;ganz Anderen&#8220; und doch dem Gleichen &#8211; wenn es das alles nicht gegeben h\u00e4tte, dann g\u00e4be es auch keine Apostel, keine Kirche, kein Neues Testament. Alles w\u00e4re so geblieben, wie es am Ende der Matth\u00e4us-Passion hei\u00dft: &#8222;Und sie versiegelten den Stein&#8220; (Mt 27,66). Das endg\u00fcltige Aus. Finito! H\u00f6chstens noch ein Nachruf. Und ein paar qu\u00e4lende Fragen: &#8222;Wer w\u00e4lzt uns den Stein von des Grabes T\u00fcr?&#8220; (Mk 16,3) Wer sollte das Siegel des r\u00f6mischen Statthalters brechen? Wer wollte noch weiter Notiz nehmen von dem seltsamen Mann aus Nazareth &#8211; aus Galil\u00e4a?<\/p>\n<p><b>Ein neuer Mensch ist da<\/b><\/p>\n<p>Aber seine Geschichte ist nun einmal nicht zu Ende mit dem Requiem &#8222;Ruhet wohl, ihr heiligen Gebeine!&#8220; Ein ganz neues Wort macht die Runde: &#8222;Auferstanden&#8220;. Schon einmal vorher geh\u00f6rt? Oder &#8211; in der anderen Version: &#8222;Gott hat ihn auferweckt&#8220;. Damit ist zwar das Gleiche ausgesagt, es wird aber st\u00e4rker auf das Handeln Gottes am Gekreuzigten verwiesen. In den Worten eines Theologen aus unserer Zeit ausgedr\u00fcckt: &#8222;Ein neuer Mensch ist da, geheimnisvoll uns allen voraus, aber doch eben da&#8220; (Eberhard J\u00fcngel, T\u00fcbingen; im EG W\u00fcrttemberg S. 239 als Zwischentext). Oder im Lied von Otto Riethm\u00fcller (+ 1938): &#8222;Aufgesto\u00dfen sind die Riegel und zerbrochen alle Siegel, die im Tode ihn verwahrt&#8220;.<\/p>\n<p><b>Vivit &#8211; Er lebt!<\/b><\/p>\n<p>Das Geschehen am Ostermorgen selbst beschreiben und erz\u00e4hlen sie recht unterschiedlich. Ist auch kein Wunder. War doch keiner dabei gewesen. Und die H\u00fcter? Die haben &#8211; so wird berichtet &#8211; nichts gesehen vor lauter Lichtglanz, geblendet vom &#8222;Blitz von Ostern&#8220;. Geschehen aber ist: Er ist ihnen erschienen. Ihnen: den furchtsamen Frauen, dem Verleugner Petrus, den ratlosen J\u00fcngern von Emmaus, dem Zweifler Thomas. Und als letztem von allen dem Saul von Tarsus auf seiner Verfolgungsjagd vor Damaskus (1 Kor 15,8). Vivit &#8211; Er lebt! So lautet ihre Botschaft. Wir haben ihn gesehen. Wir haben seine Stimme geh\u00f6rt. Er hat uns gesandt, beauftragt und berufen (heute hei\u00dft das: ordiniert), um seine Botschaft in alle Welt zu tragen. Auch dann, wenn man ihnen keinen Glauben schenkt, wenn man sie der L\u00fcge zeiht und wenn man als offizielle Lesart in die Welt setzt: Sie haben ihn gestohlen, einfach gestohlen! Es hilft alles nichts: Der Osterbotschaft geh\u00f6rt die Zukunft. Sie ist nicht mehr zu stoppen, nicht mehr tot zu kriegen: &#8222;Er ist wahrhaftig auferstanden&#8220;.<\/p>\n<p><b>Jeden Sonntag Ostern feiern<\/b><\/p>\n<p>Damit hat alles angefangen: Dass sie den ersten Tag der Woche als den &#8222;Tag des Herrn&#8220; (Offb 1,10) feiern. Dass an jedem Sonntag dies das beherrschende Stichwort ist: Ostern! Einen <b>j\u00e4hrlichen<\/b> Gedenktag &#8222;Osterfest&#8220; &#8211; das gab es erst viel sp\u00e4ter, erst als sich die Gestalt unseres Kirchenjahres allm\u00e4hlich heraussch\u00e4lte. Die ersten Christen, die fr\u00fche Christenheit im 1. und 2. Jahrhundert, feiert Sonntag f\u00fcr Sonntag seinen Ostersieg. Was damals zur Zeit des Statthalters Pontius Pilatus geschehen war, hat der Welt ein v\u00f6llig neues Gesicht gegeben. Und mit dieser Botschaft verbunden ist &#8222;<b>das<\/b> Wort&#8220;, der gro\u00dfe Shalom Gottes f\u00fcr Juden und Heiden, f\u00fcr die in Jerusalem wie f\u00fcr die in C\u00e4sarea und Rom und in Gallien und Germanien. F\u00fcr alle, &#8222;die an ihn glauben&#8220;, gilt: Nicht S\u00fcnde und Schuld haben das letzte Wort, sondern Gnade und Vergebung. Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern &#8222;das Leben beh\u00e4lt den Sieg&#8220; (EG 101,4). Nicht liegenbleiben sollen Menschen in ihrer Malaise, sondern aufstehen und voller Zuversicht singen: &#8222;Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied &#8230;&#8220;(EG 112,6).<\/p>\n<p>Nochmals: Das alles g\u00e4be es nicht ohne Ostern; (oder einmal anders gesagt: Wenn das Matth\u00e4us-Evangelium mit Kap. 27, Vers 66 geschlossen h\u00e4tte).<\/p>\n<p><b>II. <\/b><\/p>\n<p>Doch es gilt auch die Umkehrung unserer These:<\/p>\n<p><b>Keine Predigt ohne Ostern!<\/b><\/p>\n<p>Will sagen: Kein christlicher Gottesdienst ohne einen R\u00fcckbezug auf das &#8222;am dritten Tag auferstanden &#8230;&#8220;! Keine Predigt, in der nicht Ostern anklingt! Ob in der Lesung oder in der Predigt oder im Lied der Gemeinde &#8211; irgendwo soll immer der Ton von Ostern durchklingen. &#8222;Jesus lebt, mit ihm auch ich&#8220;. Wann immer die Gemeinde versammelt ist, so wie es am Anfang unseres Predigttextes gehei\u00dfen hat: &#8222;Nun sind wir alle hier vor Gott versammelt, um zu h\u00f6ren, was dir vom Herrn aufgetragen ist&#8220; (ich habe V. 33b extra vorangestellt!) &#8211; Immer dann soll Ostern bezeugt werden als <b>das<\/b> Lebenselement der Christenheit<\/p>\n<p><b>&#8222;Ich lebe, und ihr sollt auch leben&#8220;<\/b><\/p>\n<p>Bis heute ergeht dieser Auftrag: Tragt diese Kunde weiter bis an das Ende der Erde! Wenn auch immer mit neuen Worten, so doch aber in der Sache immer gleich: &#8222;Das Leben beh\u00e4lt den Sieg&#8220;. Daran ist k\u00fcnftig jede Predigt zu messen, ob sie diesem Anspruch gerecht wird und sich auf diesen zentralen Punkt des Glaubens bezieht. Auferstehung &#8211; das ist die Hoffnung f\u00fcr uns Menschen zu allen Zeiten, ist das G\u00fctesiegel f\u00fcr all unser Predigen und Lehren. Wenn wir der Welt dieses Wort schuldig bleiben, bleiben wir den Menschen nicht nur ein St\u00fcck vom Glauben, sondern <b>alles<\/b> schuldig. Wir speisen sie dann ab mit Br\u00f6tchen, aber nicht mit dem Brot des Lebens. Sie werden weglaufen ohne Trost, ohne Mut, ohne Hoffnung, ohne Frieden, In diesem Sinne also gilt: keine Predigt ohne &#8222;einen Schuss Ostern&#8220;!<\/p>\n<p><b>Eine markante Ausnahme<\/b><\/p>\n<p>Soll das gelten ohne jede Ausnahme ? Wie ich meine: Mit einer einzigen. Und ich meine dies mehr aus seelsorgerlichen und weniger aus theologischen Gr\u00fcnden. An dem <b>einen<\/b> Tag, dem Karfreitag, da sollte es hei\u00dfen: Nicht vorzeitig Ausfl\u00fcchte machen in Richtung Ostern! An diesem Tag hei\u00dft es vielmehr: &#8222;Ich will hier bei dir <b>stehen<\/b> &#8230;.&#8220; (EG 85,6). Das Leiden durchstehen, voll und ganz, bis hin zu dem &#8222;Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?&#8220; und dem Bach&#8217;schen &#8222;Wir setzen uns mit Tr\u00e4nen nieder&#8230;&#8220; Karfreitag ist nicht Ostern, noch nicht. Liegt doch auch zwischen dem Nachmittag des Karfreitag und dem Ostermorgen des Karsamstag mit seinem dunklen Wort &#8222;&#8230; und begraben&#8220;. Tiefe Nacht und v\u00f6lliges Dunkel! Auch f\u00fcr evangelische Christen ist es eine beachtenswerte liturgische Ordnung, dass bei unseren katholischen Mitchristen am Karfreitag keine Eucharistie gefeiert wird. Ausnahmsweise nicht! Oder dass an vielen Orten am Karfreitag die Orgel schweigt und generell das trinitarische Gotteslob verstummt. Auf dass dann auch mit noch ganz anderer Wucht und Herrlichkeit am Ostermorgen das &#8222;Resurrexit &#8211; Er ist auferstanden!&#8220; erklingt (vgl. etwa die h-moll-Messe).<\/p>\n<p>Wie auch immer: Unsere Welt, auch die Menschen unserer Zeit, sie brauchen beides: Das Wort vom Kreuz <b>und<\/b> das Wort von Ostern! Und wenn dann auch noch dabeisteht, wie es im Johannes-Evangelium hei\u00dft: &#8222;Jesus aber mitteninne&#8220; (19,18), dann ist alles gut. Dem Leiden standhalten, tapfer und mutig, mit Jesus, und danach singen d\u00fcrfen: &#8222;Lasset uns mit Jesus leben. Weil er auferstanden ist&#8230;&#8220; (EG 384,4)! Das hei\u00dft Glauben.<\/p>\n<p><b>Abschluss: Ostern &#8211; heute neu gesagt<\/b><\/p>\n<p>Die Postkarte mit dem Bild von der Auferstehung auf der Vorderseite tr\u00e4gt das Datum des 1. Mai 2000, geschrieben von der Frau eines fr\u00fcheren PH-Kollegen. Er war innerhalb weniger Wochen von der schweren Krankheit dahingerafft worden und ich habe es erst l\u00e4ngere Zeit hinterher erfahren. Sie schrieb &#8211; mit etwas Abstand zu den schweren Wochen &#8211; ein innerlich ber\u00fchrendes Zeugnis daf\u00fcr, wie Karfreitag und Ostern ganz eng beieinander durchlitten und erlebt wurden. Auch wenn die wenigen S\u00e4tze sehr pers\u00f6nlich gehalten sind, wage ich es, sie hier an den Schluss meiner Predigt zu stellen:<\/p>\n<p>&#8222;Herzlichen Dank &#8230;. Peter ging mit gro\u00dfer innerer Kraft seinen Leidensweg dem auferstandenen Herrn entgegen. Die zwei Monate seiner Krankheit waren f\u00fcr die Familie eine gro\u00dfe Gnade. Nat\u00fcrlich vermissen wir ihn; aber er (!) gibt viele Zeichen der Verbundenheit aus der Ewigkeit. Jeden Tag bei der Eucharistiefeier (in der Kapelle unseres Krankenhauses) denke ich an ihn&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Ein Bekenntnis zu Ostern &#8211; heute &#8211; in unserer Zeit! Welch ein starker Glaube! Welch eine Tr\u00f6stung geht davon aus auch f\u00fcr andere, die noch nicht zu dieser inneren St\u00e4rke gekommen sind. Der Auferstandene hat auch in unseren Tagen seine Zeugen. Dank sei Gott daf\u00fcr!<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><b>Anmerkung<\/b>:<br \/>\nDie Perikope stellt den Prediger vor eine eigent\u00fcmliche Aufgabe: Einerseits ist sie selbst eine Predigt (genauer: das dem Petrus in den Mund gelegte Modell einer urchristlichen Missionspredigt; vgl. dazu die Arbeiten von M. Dibelius und U. Wilckens); andererseits zielt sie \u00fcberhaupt nicht speziell auf Ostern hin. Daf\u00fcr aber lassen sich von ihr her zwei Wesenselemente f\u00fcr die \u00f6sterliche Predigt und die Feier von Ostern ansprechen: Keine christliche Predigt, in der nicht auch die Botschaft vom auferstandenen Christus laut werden soll! Und: Wenn es Ostern nicht gegeben h\u00e4tte, g\u00e4be es auch keine Predigt des Evangeliums!<br \/>\nWenn nun der Gottesdienst am zweiten Osterfeiertag davon ausgehen kann, dass am Osterfest selbst mit 1 Kor 15, 19ff die &#8222;Sache&#8220; von Ostern gepredigt worden ist, k\u00f6nnen am Ostermontag in Erg\u00e4nzung dazu diese mehr grunds\u00e4tzlichen Inhalte herausgestellt werden. Den Abschluss soll ein pers\u00f6nlich gehaltenes Osterzeugnis aus unseren Tagen bilden. Sie feiern &#8211; mit Goethe gesprochen &#8211; nicht nur die Auferstehung des Herrn, sondern &#8222;sie sind selbst auferstanden&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>OKR i. R. Prof. Dr.Hartmut Jetter<br \/>\nBernsteinstr. 143<br \/>\n70619 Stuttgart<br \/>\nTel. 0711 44 30 03 <\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/020401-1.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=020401-1.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Ostermontag, 1. April 2002 Apostelgeschichte 10, 33b.34a.36-43, verfa\u00dft von Hartmut Jetter Text: Der r\u00f6mische Hauptmann Cornelius spricht, zu Petrus gewandt: Nun sind wir alle hier vor Gott versammelt, um das zu h\u00f6ren, was dir vom Herrn aufgetragen ist. 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