{"id":21651,"date":"2002-04-15T15:10:38","date_gmt":"2002-04-15T13:10:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21651"},"modified":"2025-04-15T17:13:30","modified_gmt":"2025-04-15T15:13:30","slug":"apostelgeschichte-10-34a-36-43-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apostelgeschichte-10-34a-36-43-3\/","title":{"rendered":"Apostelgeschichte 10, 34a.36-43"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">Ostermontag, 1. April 2002<br \/>\nApostelgeschichte 10, 34a.36-43, verfa\u00dft von Christian Tegtmeier<br \/>\n<\/span><\/b><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Es gab jemanden, der sich Ostern ganz pers\u00f6nlich im Kreise seiner Familie ansagen lie\u00df, dabei ein Zeugnis des Predigers erwartete, das \u00fcber die Allgemeinpl\u00e4tze frommer Reden und religi\u00f6ser Einsichten hinausging. Was ihn interessierte, weshalb er die Predigt einer seiner Jesusfreunde suchte, war &#8211; schlicht genommen &#8211; dies: wir m\u00f6chten von dir, Petrus, h\u00f6ren, &#8222;was dir von Gott befohlen ist&#8220;. Und jener begann, ohne langes Zaudern und ohne umst\u00e4ndliche Auswege zu sagen, was er in Gottes Namen zu sagen hat. Er sagt: Eigentlich wi\u00dft auch ihr, was Gott seinem Volk und den Glaubenden verk\u00fcndigt hat, da\u00df Frieden sei unter einander durch Jesus Christus. Der ist jetzt Herr und Herrscher. Der war in eurer Heimat unterwegs, hat hier und dort gelehrt und gepredigt, von Galil\u00e4a angefangen, nach seiner Taufe durch Johannes. Von seinem Vater gesalbt und in der Vollmacht des Heiligen Geistes war er unterwegs, hat gelehrt und geheilt, Teufel ausgetrieben, den Leuten eine Perspektive zum Leben vermittelt, f\u00fcr die zu leben und zu arbeiten sich lohnt. In allem war Gott dabei und mit ihm. Ich kann, ja ich werde das auch \u00f6ffentlich bezeugen. Sp\u00e4ter, als er nach Jud\u00e4a kam, in die Hauptstadt nach Jerusalem, da haben sie mit ihm kurzen Proze\u00df gemacht. Er wurde angeklagt, gefoltert, am Kreuz ist er gestorben. F\u00fcr die Leute war damit die Sache Jesu erledigt, f\u00fcr seinen Vater noch lange nicht. Der setzte einen neuen und anderen Anfang, er lie\u00df den Gottessohn von den Toten auferstehen nach drei Tagen, dann war er &#8211; Jesus Christus &#8211; wieder unter uns, bei denen, die sein Vergrauen genossen und die ihn bezeugen. Erkannt haben sie ihn beim Brotbrechen, im Abendmahl. Er hat uns gesagt, da\u00df wir dies predigen sollen, da\u00df wir dem Volk bezeugen, da\u00df er jetzt zur Rechten Gottes sitzt, die Macht \u00fcber alle M\u00e4chte in den H\u00e4nden hat. Er ist der, von dem die Propheten einst sprachen; und er ist jener, der denen, die ihm vertrauen, die S\u00fcnden erl\u00e4\u00dft. Das ist mein Zeugnis, daran glaube ich, davon werde und will ich predigen.<\/p>\n<p>Die schlichte Predigt des Petrus hat den Zuh\u00f6rern gefallen. Cornelius und seine Hausgemeinde lie\u00dfen sich taufen und wurden Christen. Dies Beispiel hat viele bewegt und eingeladen, ihren Weg zum Christsein zu w\u00e4hlen; und viele andere haben sich im Zeugnis des Petrus gest\u00e4rkt gef\u00fchlt, da\u00df darin Mitte und Gewicht ihres Glaubens als Christen sich finden. In der Tat ist die Konsequenz und Treue des Petrus zu seinem Zeugnis beeindruckend, er spricht ohne Wenn und Aber, von vielen Versuchen des Verstehens und mancherlei Zweifeln l\u00e4\u00dft er sich nichts anmerken; im Gegenteil, unersch\u00fctterlich fest und klar kann er bekennen: da\u00df Jesus von den Toten auferstanden ist, da\u00df wir mit ihm danach Gemeinschaft haben und er zur Rechten Gottes die Macht in den H\u00e4nden h\u00e4lt &#8211; das ist f\u00fcr mich, den Apostel Petrus, Grund und Ziel des Glaubens. Daraus lebe ich, daraus sch\u00f6pfe ich meine Hoffnung, darin gr\u00fcndet sich f\u00fcr mich die Gemeinschaft, die Christen sein wollen.<\/p>\n<p>Gewi\u00df, zu Lebzeiten Jesu haben mich seine Predigten ber\u00fchrt und \u00fcberzeugt, dann waren es wieder seine Erfolge im Umgang mit kranken Menschen. Letztlich sein Charisma, das Herzen befl\u00fcgeln, begeistern, ansprechen konnte. Doch lange ging das nicht gut. Es gab anfangs verhaltenen Widerstand, doch sp\u00e4ter wurde es ernst und dem Druck mu\u00dfte er schlie\u00dflich weichen. Viele haben gedacht &#8211; ich nehme mich da nicht aus &#8211; viele haben gedacht, sch\u00f6n und gut, was Jesus da gesagt und getan hat, aber er ist nicht der, der alles im Griff hat. Jetzt, bei Ha\u00df und Leid, bei b\u00f6sen Worten und der Anklage, den Tod vor Augen, versagt sein Anspruch, scheitert sein Charisma, ist auch er am Ende. In seinen besten Tagen war er eine \u00fcberzeugende Pers\u00f6nlichkeit, aber nur da, jetzt ist er an dem Punkt, wo wir auch oft ankommen. Sollte das Gottes ehrliches Angebot sein, der verhei\u00dfene Messias, Gottesknecht, Retter und Heiland, der scheitert, wo er eigentlich h\u00e4tte m\u00e4chtig sein sollen?<\/p>\n<p>Wir haben uns get\u00e4uscht, und ich, Petrus, bewundere im Stillen den Cornelius, der eigentlich nicht viel vom j\u00fcdischen Glauben kannte oder wu\u00dfte, da\u00df er den Kern der Sache Jesu so rasch begriffen hat. Wenn er mich gefragt h\u00e4tte, wenn mich heute Leute fragen, was bedeutet dir Ostern? Weshalb ist dir die Auferstehung Jesu von den Toten so wichtig? Dann berichte ich ihnen wie eben auch euch, liebe Gemeinde, was ich mit Jesus erlebt habe und sage: Stellt euch vor, da wo er und wir Menschen am Ende sind, bei Sterben und Tod, wo wir unsere Ohnmacht und Schw\u00e4che sp\u00fcren, nichts mehr ausrichten, viele bereits an Gott und ihrem Glauben zweifeln, da f\u00e4ngt Gott erst an. Da setzt er seinen neuen Anfang; da setzt er Leben frei, f\u00fcr den Toten am Kreuz, f\u00fcr die Toten, die im Glauben an Jesus Christus durch die Welt gegangen sind. Ich habe das anfangs nicht glauben wollen, da\u00df Jesus lebt und nicht mehr im Grabe ist. Als er dann mitten unter uns war, das Brot brach, das Abendmahl mit uns feierte, gingen mir die Augen auf. Wir waren am Ende, er war im Vollbesitz seiner Kraft und nahm unser Leben wieder in seine H\u00e4nde. Aus dieser, seiner Kraft der Auferstehung haben auch wir wieder das Leben f\u00fcr uns gefunden; Mut und Zuversicht, die Hoffnung, da\u00df mit dem Tod noch nicht alles aus ist, sondern Gott einen neuen Anfang setzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Hoffnung haben wir einen guten F\u00fcrsprecher, diesen Jesus Christus, der, wenn er zur Rechten seines Vaters sitzt, im Regiment ist, die F\u00e4den aller Macht in den H\u00e4nden h\u00e4lt, eben auch die F\u00e4den an denen er den Tod vergeblich zappeln l\u00e4\u00dft. Der wird um Gottes Willen seinen Pyrrhussieg nicht auskosten. Ich wei\u00df aus eigener Erfahrung, da\u00df dies so ist. Auch ich bin oft an Grenzen gekommen, die un\u00fcberwindbar waren &#8211; wegen einer Erkrankung, weil andere mich hinderten beim Erfolg oder im Beruf. Manchmal mu\u00dfte ich weite Umwege gehen, um an das Ziel zu gelangen, das ich mir gesteckt habe. Ich bin dort hingelangt, wohin ich kommen wollte, dank seiner Kraft und seines Geleites. Mag sein, da\u00df ich nicht immer sehr mutig gewesen bin, da\u00df mir \u00f6fter die Zweifel st\u00e4rker zusetzten als der Schimmer Zuversicht und Glauben. Dennoch, ich habe es gewagt und habe ihm vertraut. Und wie es im Volksmund so sch\u00f6n hei\u00dft: &#8222;&#8230; hinterher ist man schlauer!&#8220; &#8211; nun, das stimmt auch hier. Frisch gewagt ist halb gewonnen. Deshalb predige ich davon, deshalb bin ich ein mutiger Zeuge f\u00fcr die Auferstehung. Deshalb ist mir Jesus Christus wichtig. Deshalb und darin ist er f\u00fcr mich Herr \u00fcber Leben und Tod, Heiland, Retter und Erl\u00f6ser.<\/p>\n<p>Und wenn andere fragen, dann sage ich: Auf deinen Versuch kommt es jetzt an. Versuch es, du kannst dich an mir oder an Cornelius oder an anderen orientieren. Wisse, da\u00df es dein pers\u00f6nlicher Weg ist, der dich mit dem Auferstandenen zusammenbringt, glauben l\u00e4\u00dft und Leben schenkt. Wie gesagt: Jetzt kommt es auf einen Versuch an.<br \/>\nAmen.<\/p>\n<p><b>Pfr. Chr. Tegtmeier<br \/>\nAlte Dorfstra\u00dfe 4<br \/>\n38723 Kirchberg<br \/>\nTel.: 05381 &#8211; 8602<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/020401-2.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=020401-2.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Ostermontag, 1. April 2002 Apostelgeschichte 10, 34a.36-43, verfa\u00dft von Christian Tegtmeier Liebe Gemeinde! 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