{"id":21690,"date":"2002-05-15T15:29:56","date_gmt":"2002-05-15T13:29:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21690"},"modified":"2025-04-15T16:15:25","modified_gmt":"2025-04-15T14:15:25","slug":"epheser-1-20b-23-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/epheser-1-20b-23-2\/","title":{"rendered":"Epheser 1, 20b-23"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">Christi Himmelfahrt<\/span><span style=\"color: #000099;\">, 9. Mai 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber Epheser 1, 20b-23, verfa\u00dft von Anne T\u00f6pfer<\/span><\/b><\/p>\n<p><b><span style=\"color: #000099;\"><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/aktuell-index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(-&gt; zu den aktuellen Predigten \/ www.online-predigten.de)<\/a><\/span><\/b><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>wir sind nicht unterwegs zu einem Himmelfahrtskommando. Ganz gewiss nicht!<br \/>\nDenn ein Himmelfahrtskommando ist etwas anderes als der Spaziergang, den wir heute morgen hierher nach Deppoldshausen gemacht haben.<br \/>\nAber das Wort Himmelfahrtskommando ist das einzige mir bekannte Wort, in dem das Ereignis, das wir heute feiern, aufgenommen wird.<br \/>\nEin Himmelfahrtskommando ist ein Unternehmen, von dem es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine R\u00fcckkehr gibt.<br \/>\nVon einem Himmelfahrtskommando spricht man in einem Krieg. Ein Befehl, ein Kommando wird gegeben. Menschen gehorchen. Sie k\u00f6nnen nicht hoffen, lebend zur\u00fcckzukehren. Am Ende steht der Tod. Der Befehlshaber selbst bleibt zur\u00fcck.<br \/>\nAber nicht nur in den zur\u00fcckliegenden Kriegen gab es solche Befehle.<br \/>\nWenn es denn stimmt, dass islamische Fundamentalisten f\u00fcr den Anschlag auf das World Trade Center verantwortlich sind, dann war auch dies ein Himmelfahrtskommando. Befehle wurden befolgt. Das Ergebnis: Tod und Zerst\u00f6rung und auch Angst und Verunsicherung, ein neuer Krieg in Afghanistan und der weltweite Einsatz von Soldaten. Wie viele Himmelfahrtskommandos werden noch folgen?<br \/>\nEine Aktion, die Tote hinterl\u00e4sst war auch der Anschlag in der vorletzten Woche in Erfurt. Wenn auch dort der Befehlsgeber und der Ausf\u00fchrende identisch war.<br \/>\nWarum nennt man so etwas ein Himmelfahrtskommando? Verbirgt sich dahinter eine verballhornte Hoffnung durch die Teilnahme einen Platz im Himmel sicher zu haben &#8230;. wo auch immer dieser Himmel zu finden ist?<br \/>\nAuf den Koppeln in den Weltkriegen stand zu lesen: Gott mit uns &#8211; und zwar nicht nur auf denen der Deutschen.<\/p>\n<p>Die Botschaft der Himmelfahrt Jesu meint jedenfalls etwas anderes. Die Geschichte \u00fcber seine Himmelfahrt findet erst nach seinem Tod und seiner Auferstehung statt. Der zu erwartende Tod ist nicht die Himmelfahrt.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel wird uns eher in die richtige Richtung bringen.<br \/>\nAuf der Synode unserer Partnerkirche der URCSA (Uniting Reformed Church in Southern Africa) in S\u00fcdafrika im letzten Jahr, kurz nach dem Anschlag auf das WTC, nach diesem Himmelfahrtskommando, sagte es ein Vertreter der presbyterianischen Kirche folgenderma\u00dfen:<br \/>\n&#8222;Heaven is my home &#8230;. but I am not in a hurry to go there!&#8220;<br \/>\nD.h. Der Himmel ist mein Zuhause &#8230;. aber ich habe es nicht eilig dorthin zu kommen!<br \/>\nDamit kommen wir unserem heutigen Predigttext schon etwas n\u00e4her.<br \/>\nIch lese Epheser 1, 20b-23:<\/p>\n<p>&#8222;Durch die Kraft seiner St\u00e4rke hat Gott Christus von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel \u00fcber alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zuk\u00fcnftigen. Und alles hat er unter seine F\u00fc\u00dfe getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt \u00fcber alles, welche sein Leib ist, n\u00e4mlich die F\u00fclle dessen, der alles in allem erf\u00fcllt.&#8220;<\/p>\n<p>Wohlbemerkt hier ist nicht von dem sichtbaren Himmel die Rede; nicht von dem, was wir sehen k\u00f6nnen; nicht von der Atmosph\u00e4re, in der die Flugzeuge uns zu Urlaubszielen tragen oder Satelliten herumfliegen f\u00fcr friedliche und weniger friedliche Zwecke.<br \/>\nDa ist unser Weltbild heute ein anderes als zur Zeit der Verfasser dieser Zeilen.<br \/>\nWir unterscheiden zwischen Himmel und Himmel. Dies wird jedoch erst durch den Zusammenhang des Gesagten deutlich. Im Englischen ist das einfacher. Zwei Worte stehen f\u00fcr zwei verschiedene Dinge.<br \/>\nSky meint das Sichtbare, an dem wir die Wolken und die Flugzeuge sehen k\u00f6nnen.<br \/>\nHeaven meint das andere, das nicht Fassbare, den Raum der unserer Verf\u00fcgungsgewalt entzogen ist.<br \/>\nDeshalb sagte der Vertreter der Presbyterianer auch:<br \/>\nHeaven is my home &#8230;<br \/>\nVon diesem Himmel redet auch der heutige Predigttext.<br \/>\nIn diesem Himmel ist Jesus zu Hause. Dort hat er seinen Platz zur Rechten Gottes.<br \/>\nSo bekennen wir es in jeden Gottesdienst im Glaubensbekenntnis. Das ist kein Himmelfahrtskommando in unserem Sinne, dass ihn dahin gebracht h\u00e4tte. Das ist die Entscheidung Gottes, seines und unseres Vaters, der ihn zu sich holt. Dort ist sein Platz. Dort ist sein Zuhause. Von dort aus ist er wirksam in dieser und in der zuk\u00fcnftigen Welt.<br \/>\nWir sollten unsere diese Worte einmal auf der Zunge zergehen lassen &#8230;&#8230; &#8222;eingesetzt zu Gottes Rechten \u00fcber alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat &#8230;.&#8220;. Das klingt absurd auf dem Hintergrund unserer t\u00e4glichen Erfahrungen. Das kann man nicht begreifen. Erst recht nicht mit den allt\u00e4glichen Gewalterfahrungen, unseren irdischen Himmelfahrtskommandos, von denen wir gl\u00fccklicherweise h\u00e4ufiger h\u00f6ren, als dass wir sie erleben. Aber es gibt sie doch. Die Machtgel\u00fcste, die auf Menschenleben keine R\u00fccksicht nehmen. Da soll es Einen geben, der \u00fcber alle Reiche, Gewalt, Macht und Herrschaft gesetzt ist? Das entspricht nicht unserem Alltagserfahrungen, leider nicht. Und dennoch hat es Kraft. Da ist jemand, der will es anders. Der kann unsere Herzen anr\u00fchren, damit es anders wird. Lassen wir ihn doch! Orientieren wir uns doch an ihm, warum immer an den anderen, die sich als die M\u00e4chtigen hier auf Erden aufspielen. Wir kennen doch die Ergebnisse &#8230;. und wir haben es nicht eilig sie am eigenen Leib zu erfahren.<\/p>\n<p>&#8222;Heaven is my home &#8230;. but I am not in a hurry to go there!&#8220;<br \/>\nDer Himmel ist mein Zuhause &#8230; aber ich habe es nicht eilig dorthin zu kommen!<br \/>\nAuch wenn ein Platz bei Gott f\u00fcr jeden von uns reserviert ist, ist uns doch zuerst einmal das Leben hier auf der Erde geschenkt mit ihm an unserer Seite. Richten wir und doch in unserem Leben nach diesem Himmel aus. Was danach kommt, hat hoffentlich noch Zeit. Da ist keine Eile angesagt.<br \/>\nJesus hat in diesem Himmel seinen Platz schon eingenommen. Er ist der andere Herrscher, der niemanden auf ein Himmelfahrtskommando schickt.<br \/>\nSein Platz zur Rechten Gottes, so lesen wir es im Lobpreis unseres Predigttextes, ist zugleich unsere Orientierung als christliche Gemeinde. Hier wird die Gemeinde anders beschrieben als Paulus das im 1. Korintherbrief tut. Christus ist das Haupt der Gemeinde. Von ihm her haben wir Orientierung. Wir, als seine Gemeinde, leben hier auf der Erde, aber wir wissen um unser Haupt und auch um unser Zuhause. So sind wir seine Gemeinde.<br \/>\nDas behaupten zu k\u00f6nnen, wie es im Epheserbrief geschieht, basiert auf Erfahrung. Eine Erfahrung, die der Verfasser dieser Zeile gemacht hat, an die er die Adressaten erinnert, denn sie kennen sie.<br \/>\nEs ist eine Erfahrung, die nicht mit H\u00e4nden zu greifen ist. Sie ist Teil des Herzens. Daf\u00fcr kann ich niemandem eine Bedienungsanleitung liefern. Aber ich kann ermutigen, sich diesem Christus zu \u00f6ffnen. Von ihm k\u00f6nnen wir lernen, wie gut Gott es mit uns meint. Von ihm k\u00f6nnen wir lernen, dass wir, egal was auch geschieht, wir uns von Gott gehalten wissen. So wird das Schwere in unserem Leben zwar nicht ungeschehen gemacht, aber es hilft zu wissen, dass es jemand mit uns tr\u00e4gt. Von diesem Himmel kommen Wegweisungen und keine Himmelfahrtskommandos. Diese Wegweisungen sind Gegenentw\u00fcrfe f\u00fcr unsere Reiche, Gewalten, M\u00e4chte und Herrschaften. Schaffen wir doch Raum in unserem Herzen und in unserer Mitte f\u00fcr diesen Himmel auf Erden.<br \/>\nWenn diese Botschaft in unseren Herzen ankommt, dann k\u00f6nnen wir einstimmen in den Lobpreis:<br \/>\n&#8222;Durch die Kraft seiner St\u00e4rke hat Gott Christus von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel \u00fcber alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zuk\u00fcnftigen. Und alles hat er unter seine F\u00fc\u00dfe getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt \u00fcber alles, welche sein Leib ist, n\u00e4mlich die F\u00fclle dessen, der alles in allem erf\u00fcllt.&#8220;<br \/>\nAMEN<\/p>\n<p><b>Pastorin Anne T\u00f6pfer<br \/>\n<a href=\"mailto:annetoepfer@t-online.de%20\">E-mail: annetoepfer@t-online.de <\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/020509-1.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=020509-1.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Christi Himmelfahrt, 9. 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