{"id":21734,"date":"1999-08-15T15:48:59","date_gmt":"1999-08-15T13:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21734"},"modified":"2025-03-15T15:51:17","modified_gmt":"2025-03-15T14:51:17","slug":"jesaja-2917-24-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-2917-24-4\/","title":{"rendered":"Jesaja 29,17-24"},"content":{"rendered":"<h3>12. Sonntag nach Trinitatis | 22. August 1999 | Jesaja 29,17-24 | Hans-Gottlieb Wesenick |<\/h3>\n<p><em>17 Wohlan, es ist noch eine kleine Weile, so soll der Libanon fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll wie ein Wald werden.18 Zu der Zeit werden die Tauben h\u00f6ren die Worte des Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen; 19 und die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und die \u00c4rmsten unter den Menschen werden fr\u00f6hlich sein in dem Heiligen Israels.20 Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Sp\u00f6ttern aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die darauf aus sind, Unheil anzurichten, 21 welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht und stellen dem nach, der sie zurechtweist im Tor, und beugen durch L\u00fcgen das Recht des Unschuldigen.22 Darum spricht der HERR, der Abraham erl\u00f6st hat, zum Hause Jakob: Jakob soll nicht mehr besch\u00e4mt dastehen, und sein Antlitz soll nicht mehr erblassen. 23 Denn wenn sie sehen werden die Werke meiner H\u00e4nde &#8211; seine Kinder &#8211; in ihrer Mitte, werden sie meinen Namen heiligen; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels f\u00fcrchten. 24 Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>manchmal mag ich einfach nicht mehr hinsehen und nicht mehr zuh\u00f6ren, wenn die Tagesschau l\u00e4uft. Dann mag ich auch nicht mehr reden \u00fcber die deprimierenden Nachrichten, die es da so oft zu sehen und zu h\u00f6ren gibt. Diese Unbeugsamkeit von einzelnen Menschen, von Gruppen, von Parteien! Diese Unmenschlichkeit, mit der Menschen einander bek\u00e4mpfen! Es ist doch zum Verzweifeln, mit ansehen zu m\u00fcssen, wie die Bev\u00f6lkerungsgruppen im Kosovo einander nachstellen und ihrem Ha\u00df freie Bahn zu schaffen suchen. Monatelang hatten die Albaner zu Hunderttausenden zu leiden; zur\u00fcckgekehrt in das geschundene Land, wenden sie sich nun voller Rachedurst gegen Serben und Roma, egal, ob die einzelnen ihnen etwas getan haben oder nicht. Und nicht minder grausam, nur unter etwas anderen Vorzeichen und aus etwas anderen Gr\u00fcnden, geht es neuerdings wieder in Tschetschenien und Dagestan zu. Und daneben gibt es wieder das \u00fcbliche &#8222;Sommertheater&#8220; in Bonn und die verstopften Autobahnen zur Ferienzeit mit den schlimmen Unf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Dann denke ich an das bekannte Symbol mit den drei Affen, das es als Andenken \u00fcberall zu kaufen gibt: der Erste h\u00e4lt sich die Augen zu &#8211; er will nichts sehen; der Zweite h\u00e4lt sich die Ohren zu &#8211; er will nichts h\u00f6ren; und der Dritte h\u00e4lt seine H\u00e4nde vor den Mund &#8211; er will nichts sagen.<\/p>\n<p>Es hei\u00dft, die drei Affen mit ihren eindeutigen Gesten verk\u00f6rperten die Haltung eines weisen Menschen. Manchmal, wenn ich nichts mehr sehen und h\u00f6ren und sagen will, scheinen mir die drei Affen tats\u00e4chlich ein sinnvolles Vorbild zu sein. Aber restlos \u00fcberzeugt haben sie mich nicht. Und dann sehe ich doch wieder hin bei der Tagesschau und lese die Zeitung und rede \u00fcber das Gesehene und Geh\u00f6rte mit meiner Frau und mit anderen. Und dann habe ich den starken Verdacht, da\u00df die drei Affen in Wahrheit gar nicht weise sind, sondern blind und taub und stumm. So m\u00f6chte ich nun doch nicht sein.<\/p>\n<p>Jedoch, liebe Gemeinde, zuviel kriegen von dem allen um uns herum, das kann ich manchmal durchaus. Und verstehen kann ich, wenn es Ihnen zuweilen auch so geht. Das Leben ist wirklich sehr kompliziert. Oft f\u00fchlen wir uns \u00fcberfordert und sind es wohl auch, weil wir per Radio und Fernsehen und Zeitung \u00fcberm\u00e4\u00dfig viele Nachrichten und Meinungen mitgeteilt bekommen, viel mehr als unsere Eltern oder Gro\u00dfeltern vor 40 und 50 Jahren. Was sollen wir nur mit all den Ereignissen anfangen? Fast immer reichen sie weit \u00fcber die Lebensbereiche hinaus, die wir \u00fcberschauen k\u00f6nnen, und meistens k\u00f6nnen wir sie auch gar nicht richtig einordnen und beurteilen. Vielleicht lebten wir leichter, wenn wir das alles nicht s\u00e4hen oder h\u00f6rten! Niemand kann doch die Schicksale der ganzen Welt allein auf seine schwachen Schultern heben, auch ein Christ nicht! Da gibt es wirklich genug Anla\u00df, einfach nichts mehr sehen und h\u00f6ren und sagen zu wollen und die Dinge eben einfach laufen zu lassen, wie sie nun einmal laufen.<\/p>\n<p>Aber, liebe Gemeinde, bei allem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den \u00dcberdru\u00df an schlimmen und schwierigen Nachrichten: die drei Affen d\u00fcrfen nicht unser Vorbild sein! Die Welt und die Menschen, die oft so bedr\u00fcckt und ohne Vertrauen in ihre Zukunft leben, weil es hier oft so schlimm zugeht, sie haben eine Zukunft! Gott gibt sie ihnen.<\/p>\n<p>Das meint jedenfalls der Prophet Jesaja in dem Abschnitt, den wir geh\u00f6rt haben. Er redet zu Menschen, die auch nichts mehr sehen und h\u00f6ren wollen, die keine Freude mehr am Leben haben. Sie werden verachtet werden und m\u00fcssen schlimme Dem\u00fctigungen ertragen, weil sie bisher treu an ihrem Gottesglauben festgehalten haben. Aber allm\u00e4hlich sind sie nahe daran, zu resignieren und doch nichts mehr von der Zukunft zu erwarten. Die schwierige Gegenwart k\u00f6nnen sie kaum noch aushalten, und eine Wende zum Besseren l\u00e4\u00dft auf sich warten.<\/p>\n<p>Diese Leute erinnert der Prophet an die Erfahrungen, die ihre Vorfahren mit Gott gemacht haben. Er verweist auf ihren Urvater Abraham: der ist auf Gottes Zusage hin aufgebrochen in eine v\u00f6llig ungewisse Zukunft. Der gehorchte einfach Gott &#8211; nicht mehr, nicht weniger, und machte sich auf den Weg. Mit seinem Glaubensgehorsam begann jene Geschichte, die zur Geschichte des Volkes Israel wurde, des Hauses Jakob, wie es hier hei\u00dft. Daran erinnert der Prophet seine verzagten Landsleute. Indem er Abrahams Namen nennt, erinnert er sie an den Gott, der Abraham gleichsam bei der Hand nahm und ihn zum Segen werden lie\u00df f\u00fcr alle Nachkommen. Gott blieb nicht irgendwo in erhabener Ferne, sondern machte die Sache seines erw\u00e4hlten Volkes zu seiner eigenen Sache. Und welch \u00fcberw\u00e4ltigende Erfahrungen es da zu berichten gibt, die Isaak und Jakob, die Mose und das ganze Volk Israel gemacht haben, das wissen sie ja. Das ist ihnen von Generation zu Generation immer wieder neu erz\u00e4hlt worden.<\/p>\n<p>Und Sie, liebe Gemeinde, kennen diese Erfahrungen auch: Gott f\u00fchrte das geknechtete Volk aus \u00c4gypten heraus. Er bewahrte es in der Trostlosigkeit w\u00e4hrend der Zeit der Wanderung durch die W\u00fcste. Er gab dem Volk in David einen K\u00f6nig, der die zw\u00f6lf St\u00e4mme zu einem machtvollen Reiche vereinigte. Gott hielt schlie\u00dflich auch zu seinem Volk in Zeiten des Niedergangs und der Katastrophen.<\/p>\n<p>Solch gute Erfahrungen mit Gott haben bei den Menschen durch die Zeiten hin stets wieder neue Hoffnungen bei den Menschen begr\u00fcndet und haben ihnen neue Zuversicht gegeben, haben ihre Zweifel und Resignation \u00fcberwunden. Sollte das jetzt etwa anders sein? &#8222;Nein, ihr werdet nicht mehr bla\u00df werden vor Schrecken. Es wird alles anders werden. Gott wird das tun. Und Ihr werdet es merken, wie er am Werke ist!&#8220; So hat der Prophet gesprochen.<\/p>\n<p>Und so, liebe Gemeinde, sind auch wir jetzt gefragt. Wie sehen wir in solch einem Zusammenhang unsere Erfahrungen? K\u00f6nnen wir auch davon sprechen, da\u00df Gott unsere Sache zu seiner eigenen gemacht hat? Haben wir so etwas erlebt?<\/p>\n<p>Es ist ja f\u00fcr uns heutzutage immer ein wenig schwierig, die eigenen Lebenserfahrungen so unmittelbar mit Gott in Zusammenhang zu bringen, und nicht jeder vermag das so ohne weiteres. Manchmal haben wir den Eindruck, da\u00df unsere Gebete \u00fcberhaupt nicht erh\u00f6rt werden. Allerdings k\u00f6nnen wir auch nicht begreifen und wollen es schon gar nicht akzeptieren, da\u00df Gottes Antwort darauf &#8222;Nein!&#8220; lautete. Aber dann f\u00e4llt es auch schwer, zu anderer Zeit, in anderem Zusammenhang das &#8222;Ja!&#8220; wahrzunehmen, das uns zugerufen wurde.<\/p>\n<p>Wie gesagt, hier ist Eindeutigkeit eigener Erfahrungen nicht selbstverst\u00e4ndlich. Die \u00c4lteren unter uns haben das Kriegsende 1945 miterlebt &#8211; die einen als katastrophales Ende von Hoffnungen und Illusionen, die anderen als hoffnungsvolle Befreiung. Fast alle haben aber auch immense Schwierigkeiten durchstehen m\u00fcssen, und das zum Teil jahrelang. Und dann gab es auch das Bewu\u00dftsein: wir werden gebraucht, wir m\u00fcssen zupacken, damit es anders wird, damit sich unsere Lage noch einmal zum Guten wenden kann. Die gro\u00dfen Schwierigkeiten \u00fcberall haben sie als Chancen wahrgenommen, einen Neuanfang zu wagen. Und wenn wir auf die 54 Jahre seither zur\u00fcckblicken, dann k\u00f6nnen wir nur staunend ausrufen: &#8222;Was alles hat sich inzwischen ver\u00e4ndert!&#8220; War das Gottes Werk? Waren das \u00fcberw\u00e4ltigende Erfahrungen mit ihm?<\/p>\n<p>J\u00fcngere Menschen werden unsere Gegenwart oft genug anders sehen und erleben und auf Entwicklungen der j\u00fcngsten Vergangenheit hinweisen, die sie nur als h\u00f6chst problematisch, zum Teil sogar als verh\u00e4ngnisvoll beurteilen. Nicht wenige sind direkt davon betroffen. Sie w\u00fcrden gern zupacken und lernen und wichtige Aufgaben \u00fcbernehmen, aber sie k\u00f6nnen es nicht: wer einen Beruf anstrebt, in dem er etwas leisten k\u00f6nnte, findet keinen Ausbildungsplatz. Wer sein Neigungsfach studieren m\u00f6chte, bekommt keinen Studienplatz. Werden sich diese Hindernisse \u00fcberwinden lassen? Wenn Ausbildung und Studium dann schlie\u00dflich doch abgeschlossen sind, erheben sich neue Hindernisse. Wieder hei\u00dft es: suchen, warten, k\u00e4mpfen. Und wer einen Gedanken, einen neuen Weg erproben will, der wird von einem Gespinst b\u00fcrokratisierter Bedenken ger\u00e4uschlos, aber wirksam aufgefangen.<\/p>\n<p>So erscheint vielen jungen Menschen die Zukunft weitgehend verbaut, kanalisiert, zu einem Feld der Unfreiheit geworden. Was f\u00fcr einen Sinn hat das alles noch f\u00fcr mich? Warum soll ich mich interessieren und engagieren, warum \u00fcberhaupt ein Ziel anstreben? So fragen viele. Und einige begehren auf und wenden sich blindlings gegen alles, was ihre, was unsere Welt ausmacht.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, da sind also zwiesp\u00e4ltige Erfahrungen zu registrieren und nicht selten ein Nebeneinander von Hoffnung und Verzweiflung. Resignation liegt nahe.<\/p>\n<p>&#8222;Nein!&#8220; sagt der Prophet. Und &#8222;Nein!&#8220; sage ich auch. Ich wage das, weil ich glaube, da\u00df es keine billige Vertr\u00f6stung ist.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Sie an eine Geschichte aus dem Neuen Testament erinnern. Jesus kam zum Gottesdienst in die Synagoge seiner Heimatstadt Nazareth und wollte, wie andere M\u00e4nner auch und wie es Brauch war, aus der Schrift vorlesen. Man reichte ihm das Buch des Propheten Jesaja, und er las daraus einen Abschnitt, der unserem Predigttext stark \u00e4hnelt. Und dann f\u00fcgte er noch einen Satz hinzu: &#8222;Heute ist dies Wort der Schrift erf\u00fcllt vor euren Ohren!&#8220; (Luk. 4, 21)<\/p>\n<p>&#8222;Heute&#8220; sagte er, nicht &#8222;eines sch\u00f6nen Tages&#8220;. Heute sollen die Armen und die Blinden, die Stummen und die Tauben froh werden, heute sollen die Elenden wieder Freude haben am HERRN, heute sollen die \u00c4rmsten unter den Menschen wieder fr\u00f6hlich sein.<\/p>\n<p>Die Leute in der Synagoge wunderten sich. Einige lachten, einige \u00e4rgerten sich und wollten handgreiflich werden. Ein paar Realos brachten die Sache rasch wieder in Ordnung: &#8222;Regt euch nicht auf! Den kennen wir doch. Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Hei\u00dft nicht seine Mutter Maria, sind nicht Jakob und Joses und Simon und Judas seine Br\u00fcder? Also, warum regt ihr euch auf?&#8220; Da gingen die Leute wieder zur Tagesordnung \u00fcber und lie\u00dfen den Verr\u00fcckten stehen. Es ist nichts weiter passiert.<\/p>\n<p>Und ist bis heute etwas passiert? Haben wir nicht heute wie damals Blinde und Lahme, Stumme und Taube, Entrechtete und \u00c4rmste unter uns? Werden nicht auch heute Herzen zerschlagen? Und kennen wir Jesus nicht inzwischen recht gut? Sagen wir nicht auch: &#8222;Den kennen wir doch! Seine Prediger sind unter uns und seine Anh\u00e4nger, aber passiert ist nichts und passieren wird nichts.&#8220; So haben sich viele Menschen entschlossen, doch lieber alles selber in die Hand zu nehmen. Den meisten will das nur nicht recht gelingen, die Hoffnung z.B. dieses alten Propheten, die Zusage Jesu in die Tat umzusetzen und durchzuhalten.<\/p>\n<p>&#8222;Es wird ein Ende haben mit den Tyrannen&#8220;, sagt der Prophet, &#8222;mit den Sp\u00f6ttern wird es aus sein. Es werden vertilgt alles, die darauf aus sind, Unheil anzurichten.&#8220; Das also haben die Menschen selbst in die Hand genommen. Ergebnis: die Tyrannen, das sind immer die anderen. Die Sp\u00f6tter, das sind immer die anderen. Unheil, das richten immer die anderen an. So sind durch die Jahrhunderte und Jahrtausende der Geschichte immer wieder Menschen gegen Menschen aufgestanden und haben ihre Sache selbst in die Hand genommen. Wohin das f\u00fchrt, das k\u00f6nnen wir nicht nur im Kosovo und \u00fcberhaupt auf dem Balkan sehen, sondern \u00fcberall, wo Menschen die Waffen gegen ihresgleichen ergreifen. Nur: ihre Hoffnung hat sich dadurch nicht erf\u00fcllt, und viele haben den Glauben verloren, den Glauben an Gott und den Glauben an sich selbst.<\/p>\n<p>Ist es also nichts mit der Verhei\u00dfung des Propheten &#8222;Zu der Zeit werden die Tauben h\u00f6ren die Worte der Schrift, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen, und die Elenden werden wieder Freude haben am Herrn&#8220;? Und ist es auch nichts mit dem Ausspruch Jesu &#8222;Heute ist dieses Wort erf\u00fcllt vor euren Ohren&#8220;?<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, wenn wir die Hoffnung in unserem Leben nicht ganz verlieren wollen, wenn wir diese Welt nicht ganz und gar dem Menschen und seiner Willk\u00fcr und Gewalt, der Angst und der Verzweiflung \u00fcberlassen wollen, dann m\u00fcssen wir auf Jesu Wort h\u00f6ren. Dann m\u00fcssen wir zu ergr\u00fcnden suchen, was er mit dem &#8222;Heute&#8220; meint. Dann m\u00fcssen wir auf ihn schauen.<\/p>\n<p>In Jesus erkennen wir dann n\u00e4mlich den Gott Abrahams und Jakobs, erkennen den Gott, der ein Auge hat auf die, die ihn brauchen, der ein Ohr hat f\u00fcr die, deren Elend zum Himmel schreit, und der seinen Mund auftut f\u00fcr die, denen bittere Erfahrungen die Lippen geschlossen haben. F\u00fcr diesen Gott, f\u00fcr seine Liebe zu uns Menschen steht Jesus als B\u00fcrge ein. Er ist weder blind noch taub noch stumm. In Jesus hat Gott mit der Ver\u00e4nderung der Welt angefangen &#8211; wirklich, auch wenn wir es bisher nicht wahrgenommen haben und lieber nichts h\u00f6ren, nichts sehen, nichts sagen wollen von dem, was uns Not macht, und meinen, allenfalls wir selbst k\u00f6nnten unsere Sache in die Hand nehmen und zum Guten wenden.<\/p>\n<p>Davon sind doch unsere Evangelien voll, da\u00df Blinden die Augen aufgingen, da\u00df Stumme wieder reden konnten. Sie sind voll davon, da\u00df Menschen neue Hoffnung gewannen und fr\u00f6hlich wurden in Gott. Seitdem gibt es den heimlichen Jubel, da\u00df unsere Welt gegen allen Augenschein Grund und Anla\u00df zur Hoffnung hat.<\/p>\n<p>Unsere Hoffnung gr\u00fcndet sich auf Jesus Christus, liebe Gemeinde. Dazu sind wir z. B. hier im Gottesdienst beieinander, da\u00df wir nicht nur jammern und st\u00f6hnen, sondern auch &#8211; fast m\u00f6chte ich sagen: ausnahmsweise &#8211; einmal Gott loben und &#8222;Freude haben am Herrn&#8220;. Und leben uns das nicht auch immer wieder Menschen vor? Entsteht nicht Vertrauen in Gottes Sache immer wieder \u00fcber das Vertrauen zu Menschen, die mit uns glauben? K\u00f6nnen wir nicht an ihnen lernen, auch selber zu glauben? Gegenseitig k\u00f6nnen wir unsere Hoffnung anfachen und uns ermutigen zu mehr Ausdauer, zu geduldiger Liebe, zu Humor und auch dazu, das Murren der Unverst\u00e4ndigen zu ertragen.<\/p>\n<p>&#8222;Zu der Zeit&#8220; sagte der Prophet. &#8222;Heute ist diese Zeit&#8220;, sagte Jesus &#8211; weil er der Herr jeder Zeit ist. Heute ist diese Zeit f\u00fcr jeden, der Christus glaubt. Wir haben allen Grund, Gott daf\u00fcr zu loben und zu danken. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Pastor i. R. Hans-Gottlieb Wesenick, Stauffenbergring 33, 37075 G\u00f6ttingen<\/p>\n<p>Tel. 05 51 \/ 2 09 97 05, Fax 05 51 \/ 2 09 97 08, e-mail: <a href=\"mailto:H.-G.Wesenick@t-online.de\">H.-G.Wesenick@t-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12. 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