{"id":21782,"date":"2002-07-15T22:34:32","date_gmt":"2002-07-15T20:34:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21782"},"modified":"2025-04-21T15:46:46","modified_gmt":"2025-04-21T13:46:46","slug":"roemer-617-23-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-617-23-2\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 6,17-23"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">8. Sonntag nach Trinitatis | 21. Juli 2002 |\u00a0R\u00f6mer 6,17-23 | Ulrich Wiesjahn |<\/span><\/b><b><\/b><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&#8222;Ich danke Gott, da\u00df ihr, die ihr einstmals Sklaven der S\u00fcnde wart, nun der neuen Lehre folgt. Jetzt sucht ihr die Gerechtigkeit. Damals lebtet ihr unrein. Jetzt arbeitet ihr an der Heiligung. Damals war das Ende der Tod. Jetzt als Sklaven Gotte werdet ihr das ewige Leben erlangen. Denn der Lohn der S\u00fcnde ist der Tod, aber Gottes Gabe ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. Jesus, unserem Herrn.&#8220;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nDer Apostel Paulus mu\u00df ein sehr hartn\u00e4ckiger und grunds\u00e4tzlicher Mensch gewesen sein. Auf alle F\u00e4lle war er ein hartn\u00e4ckiger und tiefer Denker und Verk\u00fcndiger. Deshalb ist es auch nicht ganz leicht, ihn sofort zu verstehen. Er begn\u00fcgt sich nicht mit ein paar Gef\u00e4lligkeiten und Halbheiten, die niemandem weh tun. Er sagt nicht: Werdet nur ordentliche und anst\u00e4ndige B\u00fcrger, dann seid ihr schon gute Christen, wie man nicht selten so h\u00f6rt. Genau das h\u00e4lt er f\u00fcr Augenwischerei und Vernebelung der wirklichen Lage. Er sagt knallhart: Entweder wir sind Sklaven der S\u00fcnde oder Sklaven Gottes.<\/p>\n<p>So oder so: Wir sind Sklaven. Paulus lie\u00dfe sich von keiner Freiheitsideologie oder vom Emanzipationsgerede beirren. Wir sind gebunden &#8211; und es fragt sich nur, an wen und an was. Gebunden sind wir ganz gewi\u00df an unseren K\u00f6rper, an unseren Geist, an unsere Vergangenheit, an unsere Umwelt. Wir sind gebunden an unsere Sehns\u00fcchte und Triebe, an unser Ich. Wir sind doch Sklaven dieses Ich. Die freie Pers\u00f6nlichkeit, von der die Psychologie oder die P\u00e4dagogik oder die Poesie tr\u00e4umt, gibt es nicht.<\/p>\n<p>Aber nun spricht der Apostel ja von der S\u00fcnde. Das k\u00f6nnte sehr leicht missverstanden werden. Denn das hat erst einmal mit Unmoral und Unanst\u00e4ndigkeit nichts zu tun. Mit S\u00fcnde ist die Gottesfremdheit, die Verlorenheit, die Unruhe, die Angst, der Tod gemeint.<\/p>\n<p>Sklave der S\u00fcnde &#8211; das ist dieses tr\u00fcbsinnige, hoffnungslose und durch\u00e4ngstigte Leben. Es ist jenes Leben, von dem Christus gesagt hat: &#8222;In der Welt habt ihr Angst&#8220;. Diese Sklaverei ist gemeint, dieses Sich-zersorgen, Sich-selbst-sichern, Sich-selbst-tr\u00f6sten. Sklaverei der S\u00fcnde ist aber auch die Verf\u00fchrung zum l\u00e4ppischen Leben, das sich in Nichtigkeiten verliert.<\/p>\n<p>So radikal jedenfalls beschreibt Paulus das menschliche Leben Und nur der, der sich das eingesteht, der sich in diesem Spiegel erkennt, wird nun auch das andere verstehen. Denn nun heil die frohe Botschaft: &#8222;Aber jetzt seid ihr Sklaven Gottes&#8220;.<\/p>\n<p>Zuerst k\u00f6nnte uns diese Redeweise absto\u00dfen. Das Wort &#8222;Sklave&#8220; ist so unangenehm, da\u00df sich damit nichts Frohes zu verbinden scheint. Aber wir sollten es erst einmal als Wortspiel auffassen. Und dann hei\u00dft es: Ihr seid Gott ganz eng verbunden.. Euer Leben hat nun eine andere Richtung und Wertung bekommen. Ihr dient nun der Gerechtigkeit und der Heiligung.<\/p>\n<p>Und das m\u00f6chte ich einmal so umschreiben: Nun seid ihr sch\u00f6pferische Menschen. Ihr verhaltet euch nun so, da\u00df etwas Gutes dabei herauskommt. Es ist kein unn\u00fctzes Leben. Es ist kein sch\u00e4dliches leben. Es ist ein gutes Leben.<\/p>\n<p>Was ist ein gutes Leben?<\/p>\n<p>(Hier k\u00f6nnen ermutigende Beispiele folgen aus der Geschichte.)<\/p>\n<p>Das waren Leben in Gerechtigkeit und Heiligung. Bei uns wird das viel schlichter sein, aber genauso notwendig: Mit der einsamen Nachbarin sprechen, jemandem eine Gef\u00e4lligkeit erweisen, geduldig mit Kindern sein, gro\u00dfz\u00fcgig sein gegen\u00fcber der Not der Welt, nicht alles gleich voller Verbitterung kommentieren, was so in der Welt geschieht. Sich den Problemen des Lebens nicht verschlie\u00dfen, sondern sie sch\u00f6pferisch angehen.<\/p>\n<p>Wenn wir Sklaven Gottes sind, dann bedeutet das noch etwas anderes. Wir sollen uns auf unser Gutsein nicht so viel einbilden. Als Jesus Christus einmal von jemandem &#8222;guter Meister&#8220; angeredet wurde, da fuhr er ihn an: Warum nennst du mich gut? Wei\u00dft du nicht, da\u00df nur einer gut ist, n\u00e4mlich Gott?<\/p>\n<p>Im Spiegel Gottes sind noch unsere besten Taten dunkel und von unserem ehrgeizigen Ich gepr\u00e4gt. Wenn wir das alles erw\u00e4gen, was uns Paulus und die Bibel an Wahrheiten sagt, dann m\u00fc\u00dften wir an dieser Stelle verzagen. Aber nun sagt der Apostel, da\u00df wir die N\u00e4he und die Kraft Gottes &#8222;in Christus&#8220; haben.<\/p>\n<p>In demselben 6.Kapitel des R\u00f6merbriefes steht etwas \u00fcber die Taufe. Die Taufe ist das g\u00f6ttliche Versprechen, dass wir &#8222;in Christus sein&#8220; k\u00f6nnen, dass Christus nachfolgen k\u00f6nnen. &#8222;Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.&#8220;<\/p>\n<p>Wenn uns also unser Gewissen verklagt &#8211; und der Zustand unserer Welt ist ja immer wieder eine gro\u00dfe Anklage gegen uns -, dann haben wir in Christus einen F\u00fcrsprecher. Daran erkennen wir, da\u00df wir aus der Wahrheit sind&#8220;, schreibt Johannes, &#8222;da\u00df, wenn uns unser Herz verklagt, Gott gr\u00f6\u00dfer ist als unser Herz.&#8220; Wer in Christus ist, der ist jetzt schon im Glauben ganz bei Gott.<\/p>\n<p>So wollen wir den ganzen tiefen und erschreckenden Ernst, aber auch die ganze frohe Botschaft in diesem Satz des Apostels Paulus h\u00f6ren: &#8222;Der Tod ist der Lohn der S\u00fcnde, aber Gottes Gabe ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.&#8220;<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>.<b>Ulrich Wiesjahn<br \/>\nObere Kirchstr. 4<br \/>\n38640 Goslar<br \/>\nTel. 05321-22647<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/020721-1.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=020721-1.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 8. 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