{"id":21786,"date":"2002-07-15T22:35:49","date_gmt":"2002-07-15T20:35:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21786"},"modified":"2025-04-21T15:46:01","modified_gmt":"2025-04-21T13:46:01","slug":"roemer-619-23-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-619-23-4\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 6,19-23"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">8. Sonntag nach Trinitatis | 21. Juli 2002 | R\u00f6mer 6,19-23 | Katharina Coblenz-Arfken |<\/span><\/b><b><\/b><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>wo m\u00fcsste heute jemand ansetzen, wenn er den Menschen etwas von der christlichen Botschaft mitteilen wollte? Wie k\u00f6nnte er sie begeistern?<\/p>\n<p>Vielleicht sollten wir beim allgemeinen Sinnverlust beginnen, wo alles in die Beliebigkeit des einzelnen gestellt wird und dann der Einzelne allzu oft das Gef\u00fchl hat, \u201ees hat ja keinen Zweck sich f\u00fcr irgendetwas einzusetzen&#8220;, \u201eich kann nichts machen&#8220;, \u201ees geht auch ohne mich&#8220;, \u201eGl\u00fcck hat, wer nicht unter die R\u00e4der kommt&#8220;&#8230;<\/p>\n<p>Der Predigttext ist auch so ein St\u00fcck aus dem Brief eines Streiters f\u00fcr den Glauben. Der Apostel Paulus will die R\u00f6mer f\u00fcr seine \u00dcberzeugung gewinnen. Er versucht ihnen klar zu machen, da\u00df sie von sich aus \u00fcberhaupt keine Chance haben, vor Gott zu bestehen. Alle miteinander sind wir Menschen auf Gnade angewiesen. Aus ihr leben wir. Im 6.Kapitel seines Briefes setzt er sich damit auseinander:<\/p>\n<p>19. Ich mu\u00df nach menschlicher Weise davon reden wegen eurer Anf\u00e4lligkeit dem B\u00f6sen gegen\u00fcber. Wie ihr euch hingegeben hattet dem Dienst der Unreinheit zu immer neuem Unrecht, so gebt euch nun hin zum Tun, was recht ist, damit ihr heilig werdet. 20. Denn als ihr Sklaven der S\u00fcnde ward, lebtet ihr unabh\u00e4ngig von Recht und Gerechtigkeit. 21. Welchen Gewinn hattet ihr damals davon? Solchen, dessen ihr euch jetzt sch\u00e4mt. Denn das Ende dessen ist der Tod. 22. Jetzt aber, wo ihr von der S\u00fcnde frei und Gottes Sklaven geworden seid, habt ihr den Gewinn, da\u00df ihr heilig werdet, denn das Ziel ist das ewige Leben. 23. Doch der S\u00fcnde Lohn ist der Tod; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn.<\/p>\n<p>Paulus meint Klartext zu reden, wenn er betont nach \u201emenschlicher Weise&#8220; zu reden. Das ist also die Zusammenfassung, die wir alle m\u00fchelos verstehen sollten. Als ich diesen Text das erste Mal las, sagte ich \u201euff&#8220; und darin stieg in mir ein Unbehagen auf. Der Text macht es uns nicht bequem. Er ist schon schwer nachzubuchstabieren, zumal wir in einer Welt leben, wo immer alles glatt und schnell gehen soll. Wer h\u00f6rt schon gern etwas von S\u00fcnde? Von den S\u00fcnden anderer schon. Aber nicht von der eigenen. Zu oft ist das Wort benutzt, um Menschen klein zu halten und noch \u00f6fter einseitig unter der G\u00fcrtellinie missbraucht.<\/p>\n<p>Dabei geht es um eine Daseinsbeschreibung: S\u00fcnde ist dort, wo sich ein Mensch vom Ursprung seines Lebens trennt. Banal gesagt, er befindet sich auf dem \u201eEgotrip&#8220;. Die Folge benennt der Apostel Paulus klar: Unrecht. \u201eDienst der Unreinheit zu immer neuem Unrecht&#8220;.<\/p>\n<p>Wir sind als Gesellschaft in den folgenden Jahrhunderten da kaum weiter gekommen. Mir geht ein Spiegelartikel \u00fcber das Verhalten der Politiker nach. Man sucht einen Posten, um sein Ich aufzubauen. Da sind alle Mittel recht. Hauptsache, man kommt in die Schlagzeilen. Inhalte verschwimmen dahinter. Es z\u00e4hlt die Macht. Stimmenfang f\u00fcr die Wahl. Gemessen an der hohen Verantwortung, die Politiker haben, ist das S\u00fcnde. Diese Haltung ist nicht nur auf Politiker beschr\u00e4nkt. Da verabschiedet eine Frau ihren Mann, der zur Tagung f\u00e4hrt. \u201eWas immer geschieht, sei bedeutend&#8220;. Mu\u00df ich wirklich erst bedeutend werden? Bin ich es nicht schon l\u00e4ngst, indem ich da bin?<\/p>\n<p>Um bedeutend zu werden, k\u00f6nnen sich Menschen anstrengen und anstrengen &#8211; am Ende steht doch der Tod &#8211; die einzige Gerechtigkeit, wie mein Friedhofsg\u00e4rtner immer zu sagen pflegte.<\/p>\n<p>Alle Anstrengungen des Menschen, sich selbst aufzubauen, zerplatzen. Dieser auf das Versagen des Menschen programmierten Lebensweise stellt Paulus ein total anderes Lebensmotiv entgegen:<\/p>\n<p>Wir sind von Gott gewollt und geliebt. Aus dieser Gnade d\u00fcrfen wir leben. Paulus sagt das kurz und b\u00fcndig: \u201eIhr habt den Gewinn, da\u00df ihr heilig werdet.&#8220;<\/p>\n<p>Kein Mensch ist heilig, weil er so und soviel Gutes tut, sondern weil er von Gott geliebt wird.<\/p>\n<p>Und was ist mit Gottes Liebe?<\/p>\n<p>Ist nicht auch jeder Windhauch, der dein Gesicht ber\u00fchrt und dir den R\u00fccken st\u00e4rkt, jeder Sonnenstrahl, der durch das Fenster blitzt und die Welt zum Leuchten bringt, jeder Regentropfen, der die Erde netzt, auch eine liebende Umarmung Gottes? Ich darf sie aufnehmen und weitergeben.<\/p>\n<p>Jesus lebte uns das vor. Er wusste, wie schnell wir als einzelne in die Irre gehen, wenn wir meinen, wir m\u00fcssen alles selbst verantworten. Dann sind wir wie der verlorene Sohn, der sich sein Erbe schon vorzeitig auszahlen lie\u00df, um sein Leben so zu gestalten, wie er es wollte.<\/p>\n<p>Er kam dabei ab vom Ziel. Er ging nicht achtsam mit dem Erbe um. Er verkam.<\/p>\n<p>Menschen sind immer gescheitert oder haben entsetzliches Unheil angerichtet, wenn sie geglaubt haben, sie k\u00f6nnten tun und lassen, was sie wollten. Ob sie nun Nero, Stalin oder Hitler oder sonst wie hie\u00dfen.<\/p>\n<p>In der Geschichte vom verlorenen Sohn bleiben die liebevollen Arme des Vaters ausgebreitet. Deshalb kann der Sohn zur\u00fcckkehren. Er kann sich von dieser Liebe wieder ber\u00fchren lassen und zu neuem Leben erwachen.<\/p>\n<p>Denn wer sich von der Liebe Gottes ber\u00fchren l\u00e4\u00dft, wird nicht gleichg\u00fcltig bleiben, sondern empfindsam werden, wenn Leben neben uns r\u00fccksichtslos zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n<p>Heutzutage kann das hei\u00dfen, da\u00df ich beginne zu fragen, was die Bank mit dem Geld macht, das da gespart wird, da\u00df ich weiter frage, unter welchen Bedingungen die Sachen und Lebensmittel hergestellt werden, die wir billig konsumieren sollen, da\u00df ich frage, wie der Strom produziert wird, den ich aus der Steckdose beziehe&#8230;<\/p>\n<p>Lassen wir uns doch ermutigen, gegen den Tod aufzustehen, damit wir uns nicht unserer Taten sch\u00e4men m\u00fcssen, wie Paulus sagt, und die Erde f\u00fcr unsere Kinder und Enkel sch\u00f6n und bewohnbar bleibt.<\/p>\n<p>Christen werden dadurch keine bequemen Zeitgenossen, aber sie werden das ewige Leben erben.<\/p>\n<p>Durch das, was der Apostel Paulus hier schreibt, wurden heute zwei Wegweiser hier aufgestellt, die f\u00fcr unser Leben die Richtung bestimmen. Der eine zeigt uns ein Leben, das wir ganz allein nach unseren eigenen W\u00fcnschen einrichten Das aber am Ende ins Verderben f\u00fchrt, weil wir uns damit von Gott unserem Ursprung gel\u00f6st haben.<\/p>\n<p>Der andere zeigt uns ein Leben, das wir nach Gottes W\u00fcnschen einrichten und das ins ewige Leben f\u00fchrt. Wir haben die Wahl.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p>Liebvorschlag: EG: 400, 6 und 7<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b>Dr. Katharina Coblenz-Arfken<br \/>\nDragonerstr. 17<br \/>\n37154 Northeim-Hohnstedt<br \/>\nTel.: 05551-51107<br \/>\n<a href=\"mailto:arfkencoblenz@aol.com\">arfkencoblenz@aol.com <\/a><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/020721-3.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=020721-3.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 8. Sonntag nach Trinitatis | 21. 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