{"id":21788,"date":"2002-07-15T22:36:49","date_gmt":"2002-07-15T20:36:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21788"},"modified":"2025-04-21T10:54:44","modified_gmt":"2025-04-21T08:54:44","slug":"1-petrus-4-7-11-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-petrus-4-7-11-3\/","title":{"rendered":"1. Petrus 4, 7-11"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">9. Sonntag nach Trinitatis<\/span><span style=\"color: #000099;\">, 28. Juli 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber 1. Petrus 4, 7-11, verfa\u00dft von Hartmut Jetter<br \/>\n<\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&#8222;Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und n\u00fcchtern zum Gebet. Vor allen Dingen habt untereinander Liebe; denn &#8222;die Liebe deckt auch der S\u00fcnden Menge (Spr\u00fcche 10,12). Seid gastfrei untereinander ohne Murren. Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes: wenn jemand predigt, da\u00df er&#8217;s rede als Gottes Wort; wenn jemand dient, da\u00df er&#8217;s tue aus der Kraft, die Gott gew\u00e4hrt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.&#8220;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Das W\u00f6rtlein &#8222;Amen&#8220; kommt &#8211; bemerkenswerterweise &#8211; heute einmal nicht vom Prediger, als Abschlu\u00dfzeichen der Text-Verlesung. Heute steht es im Text selbst. Der Schreiber der Epistel selbst setzt den Schlu\u00dfpunkt, zumindest einen vorl\u00e4ufigen, nachdem er zuvor zusammengefasst hat: &#8222;Was ich noch sagen wollte &#8211; was mir im Blick auf Euch noch besonders am Herzen liegt&#8220;. Was schlie\u00dflich doch f\u00fcr alle Getauften gilt (sofern es zutrifft, da\u00df im 1.Petrus-Brief noch eine Vorlage f\u00fcr eine urchristliche Taufpredigt durchschimmert). Und auch f\u00fcr Christen aller Zeiten &#8211; bis heute.<\/p>\n<p>Nein &#8211; wir wissen es nicht aus uns selbst heraus, was uns als Menschen dienlich ist und wie wir unser Leben hier auf Gottes Erdboden einrichten sollen. Gerade wir Christen wissen nur zu gut: Wir sind angewiesen auf Zusagen und Anweisungen von au\u00dfen, &#8222;von oben her&#8220;, \u00fcber alle geschichtlichen Irrungen und Wirrungen hinweg. Auch in unserem Zeitalter der &#8222;postmodernen Beliebigkeit&#8220;, in der sich Menschen viel zu sehr und viel zu leichtgl\u00e4ubig auf allerlei psychologische Weisheiten und &#8222;neue Werte&#8220; einlassen, sich nach ihnen richten.<\/p>\n<p>Oberste Maxime f\u00fcr ein gelingendes Leben ist nach dem Neuen Testament: Es geht auf ein &#8222;Ziel und Ende&#8220; zu (daf\u00fcr steht im Griechischen ein und dasselbe Wort &#8222;telos&#8220;). Ziel und Ende sind uns Christen vorgegeben; hier in unserem Textabschnitt: vorangestellt, wie das Vorzeichen vor einer Klammer. Innerhalb der Klammer stehen mancherlei Ratschl\u00e4ge f\u00fcr das Leben der christlichen Gemeinde. Eine Auswahl jedenfalls.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Ziel und Ende aller Dinge<\/b><\/p>\n<p>Der Anfangs-Satz vom &#8222;nahegekommenen Ende aller Dinge&#8220; hat es in sich. Wie soll man ihn heute verstehen? Steht er dem heutigen Denken und dem gegenw\u00e4rtigen Lebensgef\u00fchl nicht in der Quere? Der Exeget mu\u00df Farbe bekennen: Im 1.Petrus-Brief meint der Satz nichts anderes als die Wiederkunft Christi. Die fr\u00fche Kirche lebt in der Erwartung seines nahen Kommens.<\/p>\n<p>Doch sind dar\u00fcber bald zweitausend Jahre hingegangen. Die Kirche hat sich l\u00e4ngst von der neutestamentlichen Naherwartung verabschiedet. Viele wissen es nicht besser: Die damals haben sich dieser Erwartung get\u00e4uscht. Wesentlich besser gef\u00e4llt mir, wenn einer das so verstehen will: Leben ist begrenzt, ist nie unendlich, sondern endlich. &#8222;Das Ende&#8220; &#8211; das seien die letzten Worte des russischen Piloten gewesen vor dem Zusammensto\u00df \u00fcber dem Bodenseeufer (berichtete die &#8222;Stuttgarter Zeitung&#8220; am 11.Juli). Das erinnert an Franz Kafka mit seinem Statement: &#8222;Der j\u00fcngste Tag &#8211; der findet jeden Tag statt&#8220;.<\/p>\n<p>Wir theologischen Fachleute nehmen f\u00fcr diese Erwartung einen pr\u00e4gnanten Begriff und sprechen von Eschatologie. Wir sagen: Auf ihn, den gekreuzigten und auferstandenen Herrn, l\u00e4uft alle Welt und alle Zukunft hin. ER ist Ziel und Ende, auch der Kirche. Mit ihm soll die Gemeinde Jesu &#8222;rechnen&#8220;, t\u00e4glich, so wahr sie betet: &#8222;Dein Reich komme&#8220;. Also pr\u00e4gt es Petrus seinen Gemeinden ein. Mit Eurer Taufe &#8211; damals sicher ausschlie\u00dflich Erwachsene &#8211; hat euer Leben diese ganz und gar neue Zielrichtung, diese neuartige Qualit\u00e4t bekommen, mitten in einer Umwelt von total andersartigen religi\u00f6sen Zukunftsvorstellungen. Ihr sollt es nicht nur wissen; ihr sollt damit leben.<\/p>\n<p>M\u00f6ge doch niemand unter uns sagen: Heute fangen wir damit nichts mehr an. Oder noch schroffer: Das \u00fcberlassen wir gerne den &#8222;Fundis&#8220;, einigen christlichen Spinnern. Abf\u00e4llig zu denken steht niemand unter uns gut an. Es k\u00f6nnte n\u00e4mlich zur Folge haben, da\u00df wir z.B. viel zu unbesorgt ins Auto, zu unbek\u00fcmmert ins Flugzeug steigen; oder dass wir unsere Zeit leichthin verplempern mit lauter Oberfl\u00e4chlichkeiten; oder dass wir es vers\u00e4umen, unsere Zeit zu n\u00fctzen im Dienst eines guten Zusammenlebens mit anderen, in Liebe und nicht in Neid, in Gelassenheit und nicht in hysterischer Angst vor einem n\u00e4chsten 11.September. Es k\u00f6nnte auch sein, da\u00df wir es dauernd vor uns herschieben, bis zum St. Nimmerleinstag, uns mit unserem Bruder zu vers\u00f6hnen, mit dem wir uns verkracht haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das &#8222;eschatologische Vorzeichen&#8220; &#8211; wenn wir noch einmal auf den theologischen Begriff zur\u00fcckgreifen &#8211; will uns nicht im Geringsten Angst einfl\u00f6\u00dfen noch will es unseren Tatendrang l\u00e4hmen noch will es mutlos machen. Aber: Vorsichtig! Vorsichtig! Mit &#8222;eschatologischer Kompetenz&#8220;. Oder mit den n\u00e4chstfolgenden Eigenschaftsw\u00f6rtern: Besonnen und n\u00fcchtern!<\/p>\n<p><b>Besonnen und n\u00fcchtern zum Gebet<\/b><\/p>\n<p>Ja, gerade so steht es hier: &#8222;So seid nun (!) besonnen und n\u00fcchtern zum Gebet&#8220;. Im Angesicht des &#8222;lieben j\u00fcngsten Tages&#8220; sind sie gefragt: die besonnenen Beter. Menschen, die ihre Zukunft ganz in Gottes guten H\u00e4nden wissen und die ihm daher mehr vertrauen als Zukunftsforschern, Hochrechnern und esoterischen Schw\u00e4tzern. Besonnene Beter stehen n\u00fcchtern in ihrem Alltag. Unsere Vorfahren haben einst auf die Vorderseite ihrer Agenda, ihrer Buchf\u00fchrungen und Rechnungsfolianten handschriftlich gemalt: &#8222;In Gottes Namen&#8220;, oder &#8222;Helf mir Gott&#8220;.<\/p>\n<p>So ist das nun die erste Einzel-Mahnung in der kleinen Auswahl der Sonntags-Perikope. Mit dem Liedvers &#8222;Sing, bet und geh auf Gottes Wegen&#8220;(EG 369,7). Von Peter Hahne lese ich gerade in diesen Tagen den Satz: &#8222;Wer vor Gott kniet, der kann auch vor Menschen grad stehen; und wer wei\u00df, da\u00df er sich einmal vor Gott verantworten mu\u00df, der f\u00fcrchtet auch keine Menschen mehr&#8220;.<\/p>\n<p>Wir sind eingeladen zum besonnenen Gebet. Sicherlich nicht zum ersten Mal. Hoffentlich auch nicht zum letzten Mal! Die Mahnung kommt nie unn\u00f6tig, ist bei keinem \u00fcberfl\u00fcssig. Da findet sich nichts von Fr\u00f6mmelei oder &#8222;pietistischem Getue&#8220;. Vielmehr dies: Seid, was ihr seid! Kinder des Vaters im Himmel. La\u00dft euch von ihm beschenken, wie Kinder. Erbittet es von ihm: Das t\u00e4glich Brot (und alles, was dazu geh\u00f6rt) ebenso wie das reine Herz und die innere St\u00e4rke, zu seinem Willen ja sagen zu k\u00f6nnen. Und dann \u00fcberlasst es seinem Willen und seiner Weisheit, wie und wann auf dieser Erde die Tyrannei des B\u00f6sen ein Ende hat!<\/p>\n<p><b>Best\u00e4ndig in der Liebe <\/b><\/p>\n<p>Die zweite Mahnung gilt der Liebe. Nicht der urpl\u00f6tzlich einmal hier und dann wieder dort aufwallenden &#8211; was heutzutage nur zu oft passiert -, sondern die Liebe, die best\u00e4ndig ist, auf die sich einer verlassen kann, an der es heute &#8211; \u00f6fter als gut ist &#8211; so mangelt. Liebe, die auch Runzeln bekommen kann und die bereit ist, mit dem anderen zu leiden. Erst recht nicht die Liebe zum eigenen Ego, sondern &#8222;untereinander&#8220;. Also: Am Ort der Gemeinde und der Familie, im Zusammenleben mit vielleicht ganz anderen, die aber nun (!) durch die Taufe zu gemeinsamen Schwestern und Br\u00fcdern in Christus geworden sind.<\/p>\n<p>Wozu Liebe? Weil sie es ist, die &#8211; so steht es schon in den Weisheitsspr\u00fcchen des gro\u00dfen K\u00f6nigs Salomo &#8211; auch mit &#8222;der S\u00fcnden Menge&#8220; fertig wird. Nur mit ihr gelingt es, uns und anderen versperrte Wege frei zu machen. Nebenbei schont die Liebe mehr als alle anderen &#8222;Konflikt-Strategien&#8220; unsere Nerven. &#8222;Habt Liebe! Gegenseitig! Untereinander!&#8220; Auch dies ist heute nichts Neues von der Kanzel. Und doch wieder einmal ein leichter, freundschaftlicher Schubs, eine f\u00e4llige Erinnerung. Der Alltag lehrt es uns t\u00e4glich, wieviele &#8222;Beziehungen&#8220; vergiftet, hoffnungslos zerstritten sind und wie scheinbar festgef\u00fcgte Bindungen zerrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Es darf gefragt werden: Ist es denn o.k., in Ordnung, wenn die Zahl der zerbrochenen Ehen immer noch weiter zunimmt? Sollte das etwa ein &#8222;Beweis&#8220; sein f\u00fcr &#8222;unsere hochentwickelte moderne Gesellschaft&#8220; &#8211; wie das unl\u00e4ngst jemand formuliert hat im Blick auf das &#8211; &#8222;endlich!&#8220; &#8211; erlangte Lebenspartnerschaftsgesetz.<\/p>\n<p><b>Gef\u00e4llig in der Gastfreundschaft<\/b><\/p>\n<p>Die Reihe der Anleitungen f\u00fcr gelingendes Gemeinschaftsleben geht weiter mit: &#8222;Seid gastfrei &#8211; ohne Murren&#8220;. Konkret hie\u00df das damals: Die fr\u00fchen Christengemeinden waren Hausgemeinden. Also: La\u00dft euch bitten um ein offenes Haus, wenn die Gemeinde am Ort einen Raum ben\u00f6tigt f\u00fcr ihre Versammlung.Und: Wenn die Sendboten des Evangeliums unterwegs bei euch ankommen, dann nehmt sie bitte gastfrei bei Euch auf. Zu allen Zeiten haben Christen die Tugend der Gastfreundschaft hoch gehalten. Die Mahnung ist ja auch an anderen Stellen der neutestamentlichen Briefe zu finden. &#8211; Das w\u00e4re jetzt &#8222;ein weites Feld&#8220; mit eindr\u00fccklichen Beispielen aus der Kirchengeschichte. Die heutige Predigt m\u00f6chte mit Mahnung oder gar Klage sparsam umgehen (huch! wie ist unsere Gesellschaft so kinder- und fremdenfeindlich! Das geh\u00f6rt schon zum \u00fcblichen Kanzelton!?) Eher soll sie danken und loben: f\u00fcr viel pers\u00f6nlichen Einsatz, bei Christen und Nichtchristen; sie soll anerkennen, da\u00df in unserem Land enorme Geldmittel bereitstehen f\u00fcr &#8222;Fremdlinge und G\u00e4ste&#8220;, Geld, das zuerst einmal wo anders erarbeitet und danach wieder wo anders eingespart werden mu\u00df. Ist es etwa nicht so?<\/p>\n<p><b>Begnadet und begabt <\/b><\/p>\n<p>Doch nun (Vers 10) wendet sich unser Text einem neuartigen Stichwort zu: Gaben &#8211; genauer: Gnaden- und Geistesgaben. &#8211; Charismata. Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, seid mit einer besonderen Geistesgabe beschenkt. Welche ist gemeint? Die Gabe des Lebens &#8211; die verdanken wir dem Sch\u00f6pfer, mitsamt dem Mitmenschen neben uns, in unserer Ehe, mitsamt den Kindern in unserer Familie. Geschenkt! &#8222;&#8230;Kommt, o Gott, von Dir!&#8220; &#8222;Wohl dem, der sich diese Einfalt des Glaubens und die dazu passende Dankbarkeit bewahrt hat! Auch unsere Erde, das Land, auf dem wir wohnen: Gegeben, geliehen, zum Bebauen und Bewahren (1 Mose 2,15), nicht zum aggressiven Landschaftsverbrauch, zum Zubetonieren! (Das am Rande mal wieder).<\/p>\n<p>Nein! Hier in 1 Petrus 4 geht es beim Stichwort &#8222;Gaben&#8220; um ganz Spezielles: Um solche Begabungen, die f\u00fcr das Leben der Gemeinden unerl\u00e4\u00dflich sind; Gaben und Dienste, ohne die die Gemeinde Jesu ihren Auftrag in der Welt nie erf\u00fcllen kann. Zweierlei Dienste sind eigens angesprochen: Der Dienst am Wort und der Dienst der helfenden H\u00e4nde; Verk\u00fcndigung und Diakonie. Bis heute die beiden Hauptsachen kirchlicher Dienste in der \u00d6ffentlichkeit!<\/p>\n<p>Die Anweisung lautet: Wer predigt, tue, was dieses Amtes ist, getreu der Bitte im Liedvers: &#8222;Hilf, da\u00df ich rede stets&#8230; wozu mich dein Befehl in meinem Stande f\u00fchret&#8220; (EG 495, 2+3). Dienst Wort: Mit der Botschaft unterwegs. Und nicht Nein, auch jetzt nicht die Unarten und Abarten! Wir kennen sie nur zu gut und wissen auch sehr genau, da\u00df sie schon viele, nur zu viele, aus der Kirche vertrieben haben. Eine davon steht sogar im Text, indirekt: Das Predigen zur eigenen Ehre und nicht zu Gottes Ehre; Beifall erheischen, gern in der Zeitung stehen, Punkte sammeln bei denen, &#8222;denen die Ohren danach jucken&#8220; (2 Timotheus 4, 3).<\/p>\n<p>Doch in diesem &#8222;Spital&#8220; k\u00f6nnen auch andere angekr\u00e4nkelt sein: die Leute von &#8222;Gottes Bodenpersonal&#8220; auf der Kanzel und in der Diakonie. Zwar wird sich heute niemand mehr vornehmen, den Himmel mit Krankenpflege zu verdienen. Aber Wiederum: Nein! Nicht das falsch Gelaufene anprangern wollen wir. Hingegen loben, wo es zu wenig geschieht. Mit Dank und Respekt erw\u00e4hnen, was sonst so ganz ohne jedes Aufheben geschieht; uneigenn\u00fctzig, selbstlos, Ehrenhalber. Wenn es in unserer Epistel hei\u00dft: wer da dient, m\u00f6ge es tun &#8222;aus der Kraft, die Gott darreicht&#8220; steht mir z.B. die Schwester (etwa aus dem Gro\u00dfheppacher Mutterhaus) vor Augen, die uns einst im evangelischen Kindergarten betreut hat. Vermutlich &#8211; damals &#8211; mit &#8222;nur&#8220; einfacher Volksschulbildung. Aber mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Mit einer &#8211; an heutige Verh\u00e4ltnissen gemessen &#8211; bescheidenen Ausbildung hat man sie losgeschickt in eine gro\u00dfe Kinderschar. Aber: das hat sie uns beigebracht: &#8222;Bilde Herz und Sitte&#8220; (vgl.EG Wttbg. 561,2). Demgegen\u00fcber heute die Forderung nach akademischem Studium f\u00fcr die Betreuung in der KiTa. Wohlan! Auf dass es bald und endlich besser stehe mit &#8222;Pisa&#8220; u. \u00e4.!<\/p>\n<p><b>Verantwortliche Haushalterschaft<\/b><\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein hausbackener Begriff &#8211; heute?! Aber damals: Neu! \u00d6konomie &#8211; auch in der Gemeinde. Mit dem Pr\u00e4dikat: Gut! Weil sie verantwortlich wirtschaftet. Von Leuten, die das &#8222;in&#8220; haben: Zuerst war da die Gabe, danach das Amt; zuerst der Auftrag, danach der Dienst; zuerst der Ruf und danach der Weg; zuerst Gesegnet-Werden, danach das Segnen. Und noch etwas ist da &#8211; mit der Kirche vorgegeben, bis heute: Es darf nur das ausgegeben werden, was vorher eingenommen worden ist. Keine Mark mehr! Grundprinzip jeder kirchlichen Haushaltf\u00fchrung. Die Gemeinde lebt nicht &#8222;auf Pump&#8220;. Das soll etwa altmodisch sein? Welch ein Segen mitten in einer Zeit, in der die Schlagzeilen im Wirtschaftsteil hei\u00dfen: Verschobene Gewinne, total verschuldete St\u00e4dte, sinkende Zahlungsmoral, gef\u00e4lschte Bilanzen. &#8222;Raffkes in Nadelstreifen&#8220; &#8211; so hie\u00df unl\u00e4ngst ein Leitartikel in der &#8222;Stgt. Zeitung&#8220;. Und dabei sind es schon 10 Jahre her, dass Helmut Schmidt, die Gr\u00e4fin D\u00f6nhoff u.a. mit ihrem Manifest &#8222;Weil das Land sich \u00e4ndern mu\u00df&#8220; ihrem Zorn Ausdruck gegeben haben: &#8222;Wir haben es satt, in einer Raffgesellschaft zu leben, in der Korruption nicht mehr die Ausnahme ist.&#8220; Hatten wir nicht einst in unserem Land eine integre, unbestechliche Beamtenschaft? Waren die nicht doch irgendwie noch tangiert vom Ethos des Neuen Testaments, hatten noch das &#8211; vorhin verlesene &#8211; Sonntagsevangelium von den anvertrauten Pfunden im Ohr? Und wu\u00dften: &#8222;Am Ende&#8220; da stehen wir alle einmal vor unserem Richter? &#8211; In diesen Tagen fragen Leserbriefe &#8211; nicht nur im Evang. Gemeindeblatt, sondern auch in der Tagespresse -, ob und wie sich denn die Millionen Euro f\u00fcr den Umzug des Diakonischen Werks nach Berlin mit den Spenden von Gemeindegliedern und Opfersammlungen der Gemeinden vereinbaren lassen? Gute Frage!?<\/p>\n<p><b>Zu Gottes Lob und Ehre <\/b><\/p>\n<p>Doch nun das Finale: &#8222;Sein ist die Ehre&#8230;&#8220; Nach so handfesten praktischen Anweisungen ein so hymnischer Abgesang! Eben noch haben wir im n\u00fcchternen Studierzimmer des Predigers \u00fcber seiner Sonntagspredigt gestanden &#8211; jetzt stehen wir im Hohen Dom, in dem das &#8222;Allein Gott in der H\u00f6h sei Ehr&#8220; den Raum durchflutet. Eben waren wir noch bei der Obdachlosenhilfe<br \/>\nder Evang. Gesellschaft &#8211; jetzt beten wir zusammen mit den Schwestern im Chorgest\u00fchl das Stundengebet mit Psalm 100: &#8220; Dienet mit Freuden!&#8220;<\/p>\n<p>Ob die gr\u00f6\u00dfte aller Gnadengaben unseres Herrn ist, wenn wir einst &#8222;am Ende aller Dinge&#8220; vor Ihm stehen, vor dem, der uns heute wieder einmal eingewiesen hat in das &#8222;Handelt, bis dass ich wiederkomme!&#8220; (Luk 19,13). Am Morgen noch in aller Fr\u00fche die Bitte auf den Lippen: &#8222;&#8230; da\u00df unsre Arbeit, M\u00fch und Flei\u00df Gereich zu deinem Lob, Ehr und Preis&#8220; (EG 437-,.4) und am Abend die Strophe aus dem Lied dieser Woche: &#8222;Dein soll sein aller Ruhm und Ehr&#8220; (EG 497, 14). Und einst am Ende, ganz am Ende, Ihm gegen\u00fcber: &#8222;Nichts hab ich zu bringen, alles, Herr, bist Du!&#8220; (407,3).<\/p>\n<p>Es gibt viel zu tun &#8211; f\u00fcr Ihn, mit Ihm, bei Ihm. So viel. Und das ist gut so.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b>Dr. Hartmut Jetter, Oberkirchenrat i.R.<br \/>\nBernsteinstr. 143<br \/>\n70619 Stuttgart<br \/>\nTel. 0711 44 30 03 <\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/020728-1.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=020728-1.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 9. Sonntag nach Trinitatis, 28. Juli 2002 Predigt \u00fcber 1. Petrus 4, 7-11, verfa\u00dft von Hartmut Jetter &#8222;Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und n\u00fcchtern zum Gebet. 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