{"id":21831,"date":"1998-12-17T10:27:25","date_gmt":"1998-12-17T09:27:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21831"},"modified":"2025-03-17T10:30:10","modified_gmt":"2025-03-17T09:30:10","slug":"predigt-zum-krippenspiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zum-krippenspiel\/","title":{"rendered":"Predigt zum Krippenspiel"},"content":{"rendered":"<h3>Predigt zum Krippenspiel | Heiligabend | 24.12.1998 | Christiane Neukirch |<\/h3>\n<p>Krippenspiel: &#8222;Uns ist ein Kind gegeben. Eine Ratssitzung der himmlischen Heerscharen&#8220; in: Gerhard Vicktor, Lucia Hitscherich (Hg.): Da erschrak Herodes. Verlag Ernst Kaufmann, Lahr, 1989, S. 54 ff. &#8211; gespielt wird die 1. Szene.<\/p>\n<p>Predigt zum Krippenspiel<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>&#8222;Ein Kind! Ein Kind! Er gibt ihnen ein Kind. Das ist seine Antwort auf die Entfremdung der Menschen!&#8220; verk\u00fcndet der Erzengel Gabriel den himmlischen Heerscharen.<\/p>\n<p>Direkt von Gott kommt er mit dieser Nachricht.<\/p>\n<p>Wer sonst k\u00f6nnte unserer Welt helfen, k\u00f6nnte uns Menschen friedlich, mutig und getrost machen?! So da\u00df ein St\u00fcck Himmel schon hier unter uns Wirklichkeit wird?<\/p>\n<p>Die himmlischen Heerscharen verstehen den Entschlu\u00df Gottes nicht. Sie haben den Eindruck: In unserer Welt z\u00e4hlt Macht und Einflu\u00df mehr als Zerbrechlichkeit und Hilflosigkeit. Diktatoren bestimmen, was geschieht; sie lenken Menschen in Richtung Frieden oder in Richtung Krieg. Die Macht der Waffen hat die Welt noch heute fest im Griff. Und die Macht der Angst und des Mi\u00dftrauens gegen\u00fcber dem, der anders ist, der uns in Frage stellt, auch.<\/p>\n<p>Deswegen wollten sie &#8211; die Engel &#8211; der Welt ja gerade ihre Macht demonstrieren. Doch &#8211; wie Gabriel sagt: Er, Gott, gibt ihnen &#8211; gibt uns ein Kind. Dem Einwand, die Menschen h\u00e4tten keinen Platz f\u00fcr Kinder und ihre Familien, nimmt Gabriel gerne auf: Gerade deshalb soll es ein Kind sein! unterstreicht er. Wie es den Zerbrechlichen, Hilflosen in dieser Welt geht, so wird es diesem Kind ergehen und sp\u00e4ter dem Mann Jesus aus Nazareth: Er wird ihr Schicksal teilen. Er wird der sein, von dem du sagen kannst: &#8222;Der versteht mich!&#8220; Nicht nur theoretisch, sondern mit Fleisch und Blut. So tief, so hautnah und herznah wie keiner sonst.<\/p>\n<p>Aber den &#8222;himmlischen Heerscharen&#8220; aus Geversdorf gen\u00fcgt das nicht. Sie sind der Ansicht: Wir Menschen m\u00fc\u00dften grundlegend anders werden. Verstanden sein allein &#8211; das \u00e4nderte uns Menschen nicht!? Wir w\u00fcrden doch die Alten bleiben! Einander nicht achten, geschweige denn Gott, nur auf uns selbst bezogen leben.<\/p>\n<p>&#8222;Warum soll es wieder einer von ihrer Art sein?&#8220; fragt deshalb ein Engel den Erzengel Gabriel. Doch Gabriel hat Gott besser verstanden. Er wei\u00df: Trotz allem Streit, allem Krieg, aller von Menschen gemachter Not setzt Gott noch immer viel Hoffnung in uns! Er gibt uns nicht auf &#8211; im Gegenteil: Er investiert alles in uns, was er hat: sein ganzes, eigenes Leben legt er in diesem Jesuskind in unsere Menschenh\u00e4nde. Er wird einer von unserer Art &#8211; aber eben nicht einer von unserer Unart. Er wird sogar sein Leben auf dieser Welt f\u00fcr uns lassen am Kreuz von Golgatha. Weil er nichts auf die Macht der St\u00e4rke, aber alles auf die Macht der Liebe setzt.<\/p>\n<p>Mitgehen und Verstehen ist nur die eine Seite davon. Bewegen und Ver\u00e4ndern ist die andere. Wo diese Macht, wo Liebe Menschen ergreift, das wissen wir, da wird alles grundlegend anders, da wird alles neu, da f\u00e4ngt ein neuer Sch\u00f6pfungstag an &#8211; wie Gabriel sich ausdr\u00fcckt. Ein Tag, der nie zuende geht. Der Zorn, der einen Menschen kalt macht, schmilzt wie Eis in der Sonne; die Bitterkeit, die Menschen hart macht, wird weich wie Wachs in einer warmen Hand; in der Einsamkeit, die uns wie das Dunkel umf\u00e4ngt, leuchtet das Licht: Der, der mich ganz versteht, der mir sein Leben schenkt, ist da!<\/p>\n<p>Wie berichtet Gabriel? &#8222;Wenn ihr das h\u00e4ttet sehen k\u00f6nnen! In Gottes Augen spiegelte sich die ganze Menschheit vor Freude als er beschlo\u00df, mit diesem Kind ans Werk zu gehen.&#8220;<\/p>\n<p>So la\u00dft uns nun Weihnachten feiern: die Lichter am Tannenbaum verstehen als Boten des Lichts, das Gott uns in Christus geschenkt hat. Mit den Geschenken, die wir empfangen, das gr\u00f6\u00dfte Geschenk verbinden, das uns je gemacht werden kann: Gottes ganze menschgewordene Hingabe und Liebe selbst.<\/p>\n<p>In den Menschen, an die wir heute denken und auch in uns selbst die finden, die Gott nicht aufgibt, in die er vielmehr alles investiert &#8211; damit der Himmel schon hier unter uns immer mehr Wirklichkeit werden kann!<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Christiane Neukirch, Geversdorf E-Mail: <a href=\"mailto:johannes.neukirch@t-online.de\">johannes.neukirch@t-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zum Krippenspiel | Heiligabend | 24.12.1998 | Christiane Neukirch | Krippenspiel: &#8222;Uns ist ein Kind gegeben. Eine Ratssitzung der himmlischen Heerscharen&#8220; in: Gerhard Vicktor, Lucia Hitscherich (Hg.): Da erschrak Herodes. Verlag Ernst Kaufmann, Lahr, 1989, S. 54 ff. &#8211; gespielt wird die 1. Szene. Predigt zum Krippenspiel Liebe Gemeinde! &#8222;Ein Kind! Ein Kind! Er [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15169,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[122,727,157,853,1221,545,114,349,931,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-21831","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-adv_weihn_neujahr","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-christiane-neukirch","category-christvesper","category-deut","category-kasus","category-predigt-zum-krippenspiel","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21831","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21831"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21831\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21832,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21831\/revisions\/21832"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15169"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21831"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=21831"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=21831"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=21831"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=21831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}