{"id":21859,"date":"1999-01-17T11:20:53","date_gmt":"1999-01-17T10:20:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21859"},"modified":"2025-03-17T11:23:26","modified_gmt":"2025-03-17T10:23:26","slug":"matthaeus-412-17-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-412-17-2\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 4,12-17"},"content":{"rendered":"<h3>1. Sonntag nach Epiphanias | 10.1.1999 | Mt 4,12-17 | Werner Zager |<\/h3>\n<p>Wenn eine gro\u00dfe Sache beginnt, liebe Gemeinde, machen wir Menschen gerne ein Fest daraus. Soll ein Schiff vom Stapel laufen, wird eine Blaskapelle bestellt und ein Minister oder ein hochrangiger Politiker eingeladen, der die ber\u00fchmte Sektflasche gegen den Schiffsrumpf schleudert.<\/p>\n<p>Wenn ein Geb\u00e4ude eingeweiht wird, oder ein neues St\u00fcck Autobahn, wenn ein B\u00fcrgerhaus oder Gemeindezentrum seiner Bestimmung \u00fcbergeben wird oder man eine neue Orgel in Dienst nimmt \u2013 wie im vergangenen Jahr an unserer Universit\u00e4t \u2013, stets machen wir daraus ein festliches Ereignis. Wenn eine gro\u00dfe Sache beginnt, soll es auch gro\u00df begangen werden: an einem festlich geschm\u00fcckten Ort, zu einer g\u00fcnstigen Zeit, mit einem feierlichen Rahmen. Weil wir Hoffnungen an einen Neubeginn kn\u00fcpfen, Vorfreude und immer auch ein bi\u00dfchen Neugier mit im Spiel sind.<\/p>\n<p>Der Beginn von Jesu Wirksamkeit ging leiser vonstatten. Wenig Aufregendes wird da berichtet von dem Tag, an dem er zum ersten Mal \u00f6ffentlich unter den Menschen auftrat und zu ihnen sprach. Doch nur auf den ersten Blick erscheint uns diese Schilderung so still und unauff\u00e4llig.<\/p>\n<p>Ganz bewu\u00dft stellt der Evangelist Matth\u00e4us die Nachricht von der ersten Wirksamkeit Jesu zwischen die Versuchungsgeschichte Jesu und den Bericht \u00fcber die Berufung der ersten J\u00fcnger. Mit Sorgfalt benennt er den Ort des ersten Auftretens Jesu, mit Bedacht w\u00e4hlt er den Zeitpunkt f\u00fcr die erste Predigt. Und genauso bedeutungsvoll diese zeitgeschichtlichen und geographischen Notizen sind, genauso bewu\u00dft greift Matth\u00e4us eine Zitatkombination aus Jesaja 8 und 9 auf, deren Erf\u00fcllung in Jesus von Nazareth proklamiert wird:<\/p>\n<p>&#8222;Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galil\u00e4a, das Volk, das in Finsternis sa\u00df, hat ein gro\u00dfes Licht gesehen; und denen, die sa\u00dfen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.&#8220;<\/p>\n<p>Zu dieser Zeit fing Jesus an zu predigen. Was war besonders an diesem Zeitpunkt? \u00dcberaus gewagt war dieser Zeitpunkt, den Jesus hier f\u00fcr sein erstes \u00f6ffentliches Auftreten w\u00e4hlt. Gerade eben ist Johannes der T\u00e4ufer gefangen genommen worden. Mit seiner Botschaft und mit der Unruhe, die er durch seinen Bu\u00dfruf unter den Menschen ausl\u00f6ste, nicht zuletzt auch wegen seiner \u00f6ffentlichen Kritik des von Herodes Antipas praktizierten Ehebruchs hatte er den Zorn seines Landesherrn auf sich gezogen. Ob Johannes mit dem Leben davon k\u00e4me, je wieder frei sein w\u00fcrde \u2013 kaum einer wagte das zu hoffen unter dem machtbewu\u00dften Herrscher dieses Landstrichs. Eigentlich m\u00fc\u00dfte man denken, Jesus w\u00fcrde nun erst einmal abwarten, sich still verhalten, um nicht als Anh\u00e4nger dieses Johannes ebenfalls in Gefahr zu geraten. Eine solche Annahme steht offenbar auch hinter der seit der Alten Kirche \u00fcblichen Deutung der R\u00fcckkehr Jesu nach Galil\u00e4a als Flucht vor den Feinden des T\u00e4ufers. Und selbst unsere Lutherbibel \u00fcbersetzt\u00a0anacw\u00a0rew\u00a0mit &#8222;sich zur\u00fcckziehen&#8220;, was zwar sprachlich m\u00f6glich, der Sache nach aber irref\u00fchrend ist. Jedoch sollte Matth\u00e4us nicht gewu\u00dft haben, da\u00df Herodes auch \u00fcber Nazareth und Kapernaum herrschte? Das ist sehr unwahrscheinlich. Also: Jesus zieht sich nicht zur\u00fcck; er bringt sich nicht in Sicherheit. Nein: im Gegenteil. Gerade weil der Bu\u00dfruf des Johannes jetzt verstummen mu\u00df, gerade weil man ihn mundtot zu machen versucht, gerade deshalb mu\u00df Jesus jetzt reden, jetzt predigen, jetzt zu wirken beginnen.<\/p>\n<p>&#8222;Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen&#8220; \u2013 nur ein einziges Mal noch begegnen nun genau dieselben bewu\u00dft gew\u00e4hlten Worte im Matth\u00e4usevangelium: als Jesus aufbricht nach Jerusalem. In Mt 16, als zum zweiten Mal ein wichtiger und unumg\u00e4nglicher Weg f\u00fcr ihn beginnt: der Weg des Leidens, den er dann unbeirrt geht \u2013 selbst gegen den Widerstand seines besten Freundes Petrus. Da hei\u00dft es: &#8222;Seit der Zeit fing Jesus an, seinen J\u00fcngern zu zeigen, da\u00df er nach Jerusalem gehen und leiden m\u00fcsse.&#8220; (Mt 16,21)<\/p>\n<p>Es besteht kein Zweifel, da\u00df Matth\u00e4us diesen Zeitpunkt also ganz bewu\u00dft gew\u00e4hlt hat: Jesus nimmt die Stelle des Johannes ein, und an seiner Statt predigt auch er diese eine eindringliche Botschaft: &#8222;Tut Bu\u00dfe; denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!&#8220; Diese Zusammenfassung der Verk\u00fcndigung Jesu, die Matth\u00e4us bereits durch das Markusevangelium vorgegeben war, hat er mit Absicht auch dem T\u00e4ufer in den Mund gelegt, um dessen Geschick mit dem Jesu zu parallelisieren.<\/p>\n<p>Jedoch nicht nur der Zeitpunkt, sondern auch der Ort, an dem Jesus seine Wirksamkeit beginnt, ist nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt. &#8222;Galil\u00e4a \u2013 der Landstrich der Heiden&#8220; \u2013 weit ab von den j\u00fcdischen Frommen in Jud\u00e4a, weit ab von Jerusalem, dem religi\u00f6sen Mittelpunkt von Volk und Glaubensgemeinschaft. Galil\u00e4a, das Land, das allein schon durch seine Randlage immer benachteiligt war, zudem durch wechselnde Eroberer verschiedenste Volksgruppen beherbergte, Galil\u00e4a: hier verschmolzen Volksgruppen, hier mischten sich Religionen und Riten. W\u00e4hrend n\u00e4mlich in den D\u00f6rfern Galil\u00e4as und im Innern des Landes Juden wohnten, waren die hellenisierten St\u00e4dte im Westen st\u00e4rker heidnisch durchsetzt. F\u00fcr fromme Juden in Jerusalem und Jud\u00e4a ist Galil\u00e4a ein Gebiet, das es mit dem g\u00f6ttlichen Gesetz nicht so ernst nimmt. Von Rabbi Jochanan ben Zakkai ist sogar der Ausspruch \u00fcberliefert: &#8222;Galil\u00e4a, Galil\u00e4a, du hassest die Lehre; du wirst schlie\u00dflich den R\u00e4ubern geh\u00f6ren!&#8220;<\/p>\n<p>Genau dahin kehrt Jesus vom Jordan her kommend zur\u00fcck. Gerade jetzt, wo Johannes festgesetzt worden war, gerade hier in diesem Landstrich, dessen Herrscher dieser Herodes Antipas war, der Johannes zum Verh\u00e4ngnis wurde, gerade hierher kehrt Jesus zur\u00fcck, nach Galil\u00e4a, seiner eigenen Heimat \u2013 von der man landl\u00e4ufig sagte: &#8222;Was kann aus dem d\u00fcsteren Galil\u00e4a schon Vern\u00fcnftiges kommen!&#8220;<\/p>\n<p>Ja, gerade an den Rand geht Jesus mit seiner Botschaft, mit seinem helfenden Wort, mit seinem rettenden Handeln. Ja, nicht zuf\u00e4llig, sondern sehr bewu\u00dft f\u00e4ngt er da an, wo Bedr\u00fcckung und Unsicherheit, Freudlosigkeit und Perspektivlosigkeit vielleicht am gr\u00f6\u00dften waren. Der Vergleich zu den Hirten in der lukanischen Weihnachtsgeschichte dr\u00e4ngt sich mir auf: Waren nicht auch sie die ersten, die die frohe Kunde vom Kommen des Heilandes geh\u00f6rt hatten? Die am Rand Lebenden, die Schattenexistenzen der Gesellschaft:<\/p>\n<p>&#8222;Das Volk, das in Finsternis sa\u00df, hat ein gro\u00dfes Licht gesehen; und denen, die am Ort und im Schatten des Todes sa\u00dfen, ist ein Licht aufgegangen.&#8220;<\/p>\n<p>Und damit ist neben Zeit und Ort das dritte Wichtige zu sagen \u00fcber diesen Beginn der Wirksamkeit Jesu: Mit dem Bu\u00dfruf: &#8222;\u00c4ndert Euer Leben! Richtet Euer Leben neu aus nach Gottes Willen, nach Gottes Heil!&#8220; \u2013 mit diesem Bu\u00dfruf kommt das Heil selbst unter die Menschen: Jesus von Nazareth.<\/p>\n<p>Mit dem Auftreten Jesu wird das, was Johannes zuvor nur ank\u00fcndigen konnte, zur Gewi\u00dfheit, zur Freudenbotschaft, zur Wirklichkeit:<\/p>\n<p>Das Licht scheint jetzt. Es ist hell unter Euch. Denn Gott selbst ist in Jesus von Nazareth zu Euch gekommen. Blinden werden die Augen ge\u00f6ffnet, Taube h\u00f6ren, Lahme k\u00f6nnen wieder gehen \u2013 sei es im w\u00f6rtlichen oder eher im \u00fcbertragenen Sinne, was h\u00e4ufig ein gr\u00f6\u00dferes Wunder bedeutet \u2013, Traurige k\u00f6nnen wieder lachen, von Schuld Gebeugte verm\u00f6gen wieder durchzuatmen, Verurteilten wird ein neuer Anfang geschenkt, Ausgegrenzte sitzen wieder mit am Tisch.<\/p>\n<p>&#8222;Tut Bu\u00dfe, \u00e4ndert Euer Leben!&#8220; ruft Jesus erneut, mit den gleichen Worten wie Johannes: &#8222;Tut Bu\u00dfe; denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!&#8220; Jetzt zum Greifen nahe. Wenn ich rettend und helfend Euch zur Seite stehe, dann ist das Reich Gottes bereits mitten unter Euch. Etliche Kapitel sp\u00e4ter in Mt 12 wird Jesus dies tats\u00e4chlich so sagen: &#8222;Wenn ich die b\u00f6sen Geister \u2013 also alles, was Euch an Nichtiges binden will \u2013 durch den Geist Gottes austreibe, so ist das Reich Gottes zu Euch gekommen&#8220; (Mt 12,28), das Reich der Freiheit und der Liebe.<\/p>\n<p>So also begann diese gro\u00dfe Sache mit Jesus von Nazareth: zu gef\u00e4hrlicher, ung\u00fcnstiger Zeit, an entlegenem Ort \u2013 aber mit einer solchen Vollmacht und Dynamik, da\u00df diese Predigt vom Reich Gottes um die Welt ging und nie wieder endete! Es war der Anfang einer weltbewegenden Botschaft, eines Jahrhunderte w\u00e4hrenden Weitersagens, bis zu uns heute.<\/p>\n<p>Bis zu uns heute gelangte die Botschaft \u2013 und mit ihr die alte und trotzdem immer wieder neue Frage: Was damit anfangen? Gibt es aus dieser kleinen und \u2013 wie wir bedacht haben \u2013 doch tiefgr\u00fcndigen und wohl\u00fcberlegten Schilderung des Beginnes der Wirksamkeit Jesu f\u00fcr uns heute, f\u00fcr uns ganz pers\u00f6nlich einen Gewinn, eine Botschaft, die unser jetziges Leben bestimmen kann? Ich denke ja, liebe Gemeinde:<\/p>\n<p>F\u00fcr die Sache Gottes einzutreten \u2013 daf\u00fcr gibt es nie einen ungeeigneten oder schlechten Zeitpunkt.<\/p>\n<p>Wie oft kommt es uns in den Sinn, wie gut es jetzt w\u00e4re, ein klares und deutliches Wort zu sagen. Manchmal sp\u00fcren wir es ganz deutlich, wie wichtig es w\u00e4re, f\u00fcr die Rechte dessen einzutreten, \u00fcber den gerade hergezogen und gemeinschaftlich der Stab gebrochen wird.<\/p>\n<p>Es liegt uns auf der Zunge das Wort, um f\u00fcr unsere Kirche, den Sonntagsgottesdienst oder die Bibel einzutreten, wenn andere Sp\u00e4\u00dfe dar\u00fcber machen oder ungerechtfertigt urteilen.<\/p>\n<p>Es dr\u00e4ngt uns manchmal an einem Krankenbett oder auf einem Geburtstagsfest, einen Psalm zu sprechen oder eine Strophe aus dem Gesangbuch zu rezitieren. Und wir tun es nicht.<\/p>\n<p>Ungeeignet der Zeitpunkt, die Situation jetzt gerade nicht so g\u00fcnstig, die Zeit noch nicht reif &#8230; wie auch immer. Unser Mund bleibt oft geschlossen. Gute Worte werden nicht gesagt, zurechtbringende Mahnungen nicht weitergegeben. Zuspruch und Ermutigung behalten wir f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Mit seinem Auftreten ausgerechnet direkt nach der Gefangennahme des Johannes, ausgerechnet im Machtbereich des Herodes Antipas, zeigt Jesus deutlich: Es gibt keinen unpassenden Moment, um f\u00fcr die Sache Gottes einzutreten. Es mag eine Frage des Tones sein, wie wir in einem Gespr\u00e4ch oder in einer Geburtstagsrunde oder am Stammtisch oder beim Friseur reagieren, wenn man auf Fragen der christlichen \u00dcberzeugung st\u00f6\u00dft. Nicht immer sind das Anf\u00fchren von Bibelworten oder Gesangbuchversen dann das Mittel der Wahl. Ein deutliches, ehrliches und klares Wort, das uns aus dem Herzen spricht, kann oft viel mehr bei unserem Gegen\u00fcber bewirken: Nachdenklichkeit, Umdenken, Nachfragen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Sache Gottes unter den Menschen einzutreten \u2013 daf\u00fcr gibt es keine auserw\u00e4hlten, festen Orte. Nicht nur hier in der Kirche, nicht nur im Gemeindehaus, beim Treffen unserer kirchlichen Gruppen ist der Ort, an dem Menschen ihr Leben nach Gottes Willen ausrichten und sich von seiner Kraft ermutigen lassen. Jeder Ort \u2013 und sei es der dunkelste und unscheinbarste Ort \u2013 ja vielleicht gerade er, ist der richtige Ort, vom Licht der Welt zu zeugen, dieses Licht in Form von t\u00e4tiger Liebe und Herzensw\u00e4rme unter die Menschen zu tragen. Wir alle wissen um die dunklen Ecken unter den Br\u00fccken und Bahnhofsunterf\u00fchrungen unserer St\u00e4dte, wir alle wissen um die tristen Unterk\u00fcnfte von Asylsuchenden, wir alle wissen um die trostlosen Stuben so vieler \u00e4lterer und einsamer Menschen, wo schon seit so langer Zeit keiner mehr ein Licht der Mitmenschlichkeit und der Liebe hingetragen hat.<\/p>\n<p>Mit seinem Auftreten ausgerechnet in Sebulon und Naftali \u2013 einer Region Israels, aus dem keiner Gutes zu erwarten erhoffte, zeigt Jesus deutlich: Kommt heraus aus Euren vertrauten und wohlbekannten Kreisen, kommt heraus aus Euren hellen und frohen Verh\u00e4ltnissen und geht dahin, wo der Kummer wohnt, die Not und die Traurigkeit.<\/p>\n<p>&#8222;Das Volk, das im Finstern sa\u00df, hat ein gro\u00dfes Licht gesehen; und denen, die sa\u00dfen am Ort und im Schatten des Todes ist ein Licht aufgegangen.&#8220;<\/p>\n<p>Und das ist die letztlich entscheidende Botschaft, die uns aus diesen Versen bis in die Gegenwart hin\u00fcberleuchtet: Wo immer Ihr auch seid, wann immer Ihr Euren Mund \u00f6ffnet zum mutigen Wort oder Eure H\u00e4nde regt zur helfenden Tat, das Licht der Liebe Jesu begleitet Euch. Ihr seid \u2013 wie es dann in der Bergpredigt hei\u00dft \u2013 das Licht der Welt, das es nicht \u00e4ngstlich zu verbergen gilt, sondern das leuchten soll, damit es heller, freundlicher und w\u00e4rmer wird in unserer oft so dunklen Welt.<\/p>\n<p>Bu\u00dfe tun ist dann nichts anderes als dies: das Licht der Liebe Jesu ergreifen und sein Leben fortan von dieser Liebe und von nichts anderem mehr bestimmen zu lassen. Dann ist das Reich Gottes mitten unter uns.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich schlie\u00dfen mit Worten von Friedrich R\u00fcckert, die von Gottes Licht k\u00fcnden, das aus denen, die in Finsternis und Schatten des Todes sitzen, zu Menschen macht, deren Existenz erhellt wird und dann selbst zu Licht- und Hoffnungstr\u00e4gern werden:<\/p>\n<p>&#8222;Gekommen in die Nacht<\/p>\n<p>der Welt ist Gottes Licht;<\/p>\n<p>wir sind daran erwacht<\/p>\n<p>und schlummern f\u00fcrder nicht.<\/p>\n<p>Wir schlummern f\u00fcrder nicht<\/p>\n<p>den Weltbet\u00e4ubungsschlummer,<\/p>\n<p>wir blicken wach ins Licht,<\/p>\n<p>aufs Nachtgrau ohne Kummer.<\/p>\n<p>Wo ist der N\u00e4chte Graun?<\/p>\n<p>Es ist vom Licht bezwungen;<\/p>\n<p>wir blicken mit Vertraun<\/p>\n<p>ins Licht, vom Licht durchdrungen.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Erl\u00e4uterung<\/p>\n<p>Die vorliegende Predigt bedenkt in einem ersten Schritt die matth\u00e4ische Darstellung des Beginns von Jesu Wirksamkeit, die den Zeitpunkt und den Ort in charakteristischer Weise benennt und den zentralen Gehalt von Jesu Botschaft zur Sprache bringt.<\/p>\n<p>In einem zweiten Schritt werden diese drei Gesichtspunkte auf unser eigenes Eintreten f\u00fcr die Sache Gottes angewandt. Inhaltlich geht es mir darum, aufzuzeigen, wie das in Jesus in die Welt gekommene Licht Gottes uns Christen zu Lichttr\u00e4gern machen kann (vgl. Mt 5,14). Exegetisch von Bedeutung ist, da\u00df Jesu R\u00fcckkehr nach Galil\u00e4a kein R\u00fcckzug bedeutet (Mt 4,12), sondern ein Zeichen daf\u00fcr ist, da\u00df Gottes Licht gerade bei den Menschen aufgehen und scheinen will, die nicht im Zentrum des allgemeinen Interesses stehen, sondern am Rand leben, die verloren zu sein scheinen in einer f\u00fcr sie dunklen und bedrohlichen Welt.<\/p>\n<p>Die Predigt ist konzipiert f\u00fcr den Universit\u00e4tsgottesdienst in der Ev. Apostelkirche, Bochum-Querenburg.<\/p>\n<p>Verfasser: Doz. Dr. Werner Zager, Hauptstr. 22, D-67591 Wachenheim, Tel. 06243 &#8211; 905465.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Sonntag nach Epiphanias | 10.1.1999 | Mt 4,12-17 | Werner Zager | Wenn eine gro\u00dfe Sache beginnt, liebe Gemeinde, machen wir Menschen gerne ein Fest daraus. 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