{"id":21869,"date":"1999-01-17T11:40:38","date_gmt":"1999-01-17T10:40:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21869"},"modified":"2025-03-17T11:42:07","modified_gmt":"2025-03-17T10:42:07","slug":"lukas-177-10-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-177-10-2\/","title":{"rendered":"Lukas 17,7-10"},"content":{"rendered":"<h3>Septuagesimae | 31.1.1999 | Lukas 17,7-10 | Friedrich Malkemus |<\/h3>\n<p>EG: 156, 441 V.1-5, 495 V 1-5, 441 V 6+7, 494 V 1+4+5, PS. 43 (EG 724), PS. 31 (EG 716)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Von der Arbeit heimkommen! Das ist ein besonderer Augenblick im Tagesablauf. Da treffen unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen, Empfindungen und Gereiztheiten aufeinander. Das ist heute so &#8211; wie vor zweitausend Jahren. &#8211; Jesus konzentriert seine Beobachtung auf diesen spannungsvollen Augenblick. Er nimmt uns mit in seine Betrachtung hinein: Eine Szene von pr\u00e4gnanter K\u00fcrze! Und in ihr liegt eingebettet unsere Erfahrung, wenn auch historisch unter anderen Bedingungen. &#8211;<\/p>\n<p>Ein harter Arbeitstag ist zu Ende gegangen. Stellen Sie sich das vor unter den klimatischen und technischen Bedingungen des orientalischen Altertums! Die Zugtiere sind m\u00fcde vom Ackern auf trockenem Boden in der Gluthitze des Tages, die Herde ist m\u00fcde von den weiten Wanderungen bei wenig Wasser und trockenem Gras. Und m\u00fcde und sonnenverbrannt der Mensch &#8211; ausgelaugt. Endlich geht die Sonne mit einem feuerroten Glutball pl\u00f6tzlich unter. Heimkommen vom Feld. Endlich heimkommen! &#8211; Der Knecht freut sich, ist voller Hoffnung auf Entspannung und Ruhe. Da ist aber der Herr mit seiner Erwartung an den Knecht. Sch\u00fcrze dich! Bereite mir das Essen! &#8211; Das wirkt sehr hart auf unsere Seele ein. Im modernen Haushalt treffen die Feierabenderwartungen sehr oft auch ganz kontr\u00e4r aufeinander. Da kommt der Mann heim, da die Frau. Und jeder Partner ist in der Rolle Knecht und in der Rolle des Herrn! &#8211; &#8222;Du mu\u00dft noch ganz schnell jetzt vor dem Essen noch zur Apotheke und Medizin holen f\u00fcr die Kleine. Die hat Fieber!&#8220; oder &#8222;Du mu\u00dft heute das Abendessen selbst anrichten. Ich habe solche Kopfschmerzen. Ich kann einfach nicht!&#8220; &#8211;<\/p>\n<p>Jetzt mu\u00df der Knecht &#8211; Frau oder Mann &#8211; seine intimen W\u00fcnsche, seine Erwartungen an den Feierabend noch einmal ein ganzes St\u00fcck zur\u00fcckstellen, obwohl hundem\u00fcde, obwohl sonnen-verbrannt und kaputt. Ich m\u00f6chte mich am liebsten auf die Liege werfen und ruhen &#8211; endlich und endlich meine Beine langstrecken! Aber der Herr, der Fordernde! &#8211; Dabei soll uns nicht der Gedanke kommen, als w\u00e4re dieser Herr besonders herrisch und r\u00fccksichtslos. Der verh\u00e4lt sich so wie die anderen Herren! Er fordert den Dienst ganz, auch am Abend und in dieser Situation. Er l\u00e4\u00dft nicht zu, da\u00df der Knecht sich gehen l\u00e4\u00dft und schont: Sch\u00fcrze dich und diene mir! &#8211;<\/p>\n<p>Jesus kritisiert den Herrn in seinem Beispiel nicht als arrogant und kaltbl\u00fctig. Er stimmt kein wehleidiges Lied auf den armen ausgebeutelten Knecht an. Er entfaltet seine Klassenkampftheorie der Knechte gegen die Herren.<\/p>\n<p>Ihr seid Knechte! Ihr seid Diener des Herrn! Und zwar nicht eines l\u00e4ndlichen Grundbesitzers, ihr seid Diener des Herrn der Welt. Euer Leben ist ein Dienst vor Gott und f\u00fcr Gott! Euer Leben ist ein Einsatz und Dienst, im Stre\u00df und im Feierabend! Bischof Dibelius hat einmal das Wort gepr\u00e4gt: &#8222;Christen sind immer im Dienst&#8220;. So nannte er auch sein Buch. Viele f\u00fchlten sich dadurch best\u00e4tigt in ihrem Einsatz als Christen, noch mehr Christen wohl haben sich ge\u00e4rgert und diese Idee abgelehnt als \u00fcberholt und nicht anwendbar in der modernen Dienst- und Leistungsgesellschaft. So kann man den Menschen doch nicht beanspruchen! Das geht zu weit! Dem Menschen, auch dem willigen Christen gegen\u00fcber gilt doch auch, ihm seine Ruhe und Verschnaufpause zuzubilligen! Darf er wirklich nicht einmal vom Platz des Wettkampfes herunter und auf der Ausbank sich neue Kr\u00e4fte holen? &#8211; Nun im Betrachtungsfeld Jesu kommt der Dienst am Herrn zu seiner vollen Geltung. Der Knecht mu\u00df die letzten Reserven noch mobilisieren und sich ganz einsetzen. Dann aber folgt auch: &#8211; Das sollen wir h\u00f6ren! &#8211; Danach sollst du auch essen und trinken. Der Herr l\u00e4\u00dft die F\u00fcrsorge nicht au\u00dfer Acht. Alles hat seine Ordnung, eine vom Herrn vorgegebene Ordnung. Was wir daraus f\u00fcr uns ableiten k\u00f6nnen? Wir stehen bei dem Schaffen und Ruhen, beim Werken und bei dem Erholen im Dienste des Herrn. Gott gibt uns den Raum, die Sinnerf\u00fcllung f\u00fcr unsere T\u00e4tigkeiten am Pflug oder Hirtenstab, in B\u00fcro oder in der Fabrik, auf der Stra\u00dfe oder in der Wohnstube. Von ihm empfangen wir unsere Kr\u00e4fte und Gaben, unsere Freude und unsere M\u00fchsal. Dem Herrn dienen &#8211; das ist nie und nimmer nur ein Spalt eine Sparte unserer Lebenszeit. Da gibt es den Anteil an Zeit nicht, von dem es hei\u00dfen k\u00f6nnte, hier bin ich nicht im Dienste Gottes, hier bin ich fern von Gott und fern von seinem Auftrag. \u00dcberall ist Gottes Feld und Acker, Stra\u00dfe und Haus. Diener zu sein, ist mein Beruf, meine Erw\u00e4hltheit. \u00dcberall stehe oder sitze oder liege, arbeite oder ruhe ich als sein Diener.<\/p>\n<p>Das reicht &#8211; meint Jesus.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p>Entscheidungen f\u00fcr die Predigt:<\/p>\n<ol>\n<li>Eine h\u00f6chst komplexe Erz\u00e4hleinheit, miniaturhaft komprimiert und gestrafft. Das Herrsein und Knechtsein bieten zahlreiche wechselseitige Betrachtungsweisen: Meine Zeit steht in deinen H\u00e4nden! Die Gefahr in sozialgeschichtliche Er\u00f6rterung abzugleiten, mu\u00df vermieden werden. Der Beruf des Christen im Dienen und F\u00fchren sollte im Gedanken der Predigt das tragende und erf\u00fcllende Element werden.<\/li>\n<li>In den beiden Gemeinden Loshausen und Zella &#8211; typischen D\u00f6rfern der traditionsreichen Schwalmregion &#8211; besteht ein reges Vereinsleben. L\u00e4ndliche H\u00f6fe und Struktur herrschen vor. Der Anteil der arbeitenden Bev\u00f6lkerung hat erheblich zugenommen. Die von Jesus geschilderte Situation: &#8222;Nach der Arbeit des Tages heimkommen&#8220; ist auch hier allt\u00e4gliche Wahrnehmung und liegt dem Menschen nahe. Zumal viele Menschen weite Wege als Berufspendler zur\u00fccklegen &#8211; Tag f\u00fcr Tag. Den Segen und die Verhei\u00dfung in allen Teilen des Lebens und Tages gilt es darzulegen &#8211; auch die H\u00e4rte der Anforderungen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Friedrich Malkemus, Dekan i.R., Kirchenrat, Wolfgang-Zeller-Str. 13, 34613 Schwalmstadt-Ziegenhain, Tel.: 06691 \/ 71642<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Septuagesimae | 31.1.1999 | Lukas 17,7-10 | Friedrich Malkemus | EG: 156, 441 V.1-5, 495 V 1-5, 441 V 6+7, 494 V 1+4+5, PS. 43 (EG 724), PS. 31 (EG 716) Liebe Gemeinde! Von der Arbeit heimkommen! Das ist ein besonderer Augenblick im Tagesablauf. Da treffen unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen, Empfindungen und Gereiztheiten aufeinander. 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