{"id":22037,"date":"2001-08-18T13:36:43","date_gmt":"2001-08-18T11:36:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22037"},"modified":"2025-03-18T13:39:12","modified_gmt":"2025-03-18T12:39:12","slug":"begruessung-eines-neuen-konfirmandenjahrgangs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/begruessung-eines-neuen-konfirmandenjahrgangs\/","title":{"rendered":"Begr\u00fc\u00dfung eines neuen Konfirmandenjahrgangs"},"content":{"rendered":"<h3>Ansprache zur Begr\u00fc\u00dfung eines neuen Konfirmandenjahrgangs\u00a02001 | Christel Lucht |<\/h3>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong>:<\/p>\n<p>F\u00fcr die Konfirmandenbegr\u00fc\u00dfung hatte ich verschiedene Armb\u00e4nder mitgenommen:<\/p>\n<p>Die ersten aus einer Entbindungsklinik besorgt, andere hatte ich im eigenen Fundus, zum Schluss haben die Jugendlichen jeweils ein geflochtenes Band bekommen, das \u00fcber Werbekataloge zu beziehen ist oder von Hauptkonfirmanden f\u00fcr den neuen Jahrgang geflochten werden k\u00f6nnte. Denkbar sind inzwischen auch die modernen Perlenarmb\u00e4nder.<\/p>\n<p><strong>Ansprache:<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, ganz besonders: liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden.<\/p>\n<p>Armb\u00e4nder haben im Lauf des Lebens eine wichtige Bedeutung in unterschiedlichen Situationen. Manche solcher Armb\u00e4nder habe ich mitgebracht.<\/p>\n<p>Das erste Armband bekommen Kinder unmittelbar nach der Geburt im Krankenhaus. Ihr vermutlich auch. Der Name steht darauf, manchmal das Geburtsdatum und das Gewicht. Ein hellblaues Armband f\u00fcr Jungen, ein rosa Band f\u00fcr M\u00e4dchen. Bis zur Entlassung im Krankenhaus wird dieses Armband nicht abgenommen. Das Kind darf nicht verwechselt werden. Noch ist es neugeboren, so neu, dass es nach Aussehen, Stimme oder anderen Merkmalen trotz seiner Einzigartigkeit noch nicht unverwechselbar ist. Das Armband ist ein Erkennungsmerkmal, ein Schutz vor Verwechslung, ein kleines Zeichen mit gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter bekommen Kinder manchmal schon zur Taufe ein Armband aus Gold oder Silber, auf dem der Name eingraviert ist. Es kann eines der ersten Schmuckst\u00fccke sein &#8211; von der Patentante vielleicht. Manchmal schenken Jugendliche sich solche Armb\u00e4nder, tragen sichtbar den Namen des Freundes oder der Freundin als Zeichen ihrer Verbundenheit, als Erinnerungszeichen oder um aneinander zu denken.<\/p>\n<p>Das meistgetragene Armband von M\u00e4nnern und Frauen ist wohl die Armbanduhr. Ein Tag ohne ist eigenartig. Es geh\u00f6rt zur st\u00e4ndige Gewohnheit auf die Uhr zu sehen, nebenbei, oder ganz bewusst, manchmal heimlich verstohlen, zum Beispiel in der Schule &#8211; ob die Stunde nicht endlich zu Ende ist.<\/p>\n<p>Der Blick auf die Uhr gibt Sicherheit in der Tagesstruktur. Eine Armbanduhr ist sinnvoll und praktisch und au\u00dferdem noch ein Schmuckst\u00fcck.<\/p>\n<p>Gelegentlich werden Armb\u00e4nder ausgeliehen &#8211; mit einem Schl\u00fcssel daran, z.B. im Schwimmbad f\u00fcr den Schrank, in dem die Kleidung aufbewahrt werden kann. Wie einfach &#8211; mit Hilfe des Armbandes den Schl\u00fcssel zu verwahren und die Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher bei Sch\u00fctzenfesten gab es Armb\u00e4nder als Eintrittskarte.<\/p>\n<p>Sehr beliebt sind Armb\u00e4nder die erg\u00e4nzt werden, z.B. mit kleinen Anh\u00e4ngern von Orten, wo man schon mal war, oder mit Anh\u00e4ngern, die man geschenkt bekommt, mit Tierkreiszeichen Gl\u00fccksbringern, Kreuz, Herz und Anker als Zeichen f\u00fcr Glaube, Liebe und Hoffnung usw.<\/p>\n<p>Seit einiger Zeit sind unter Euch Jugendlichen Armb\u00e4nder anderer Art modern: Freundschaftsb\u00e4nder &#8211; handgekn\u00fcpft. Einige F\u00e4den werden in bestimmter Art und Weise miteinander fest verknotet. Das braucht Zeit, Geduld und Kraft. Mit ausgew\u00e4hlter Farbzusammenstellung und etwas Geschick entstehen tolle Muster und h\u00fcbsche Armb\u00e4nder nicht teuer trotzdem wertvoll. Kinderleicht &#8211; sagen die, die es k\u00f6nnen. Andere schaffen es nie.<\/p>\n<p>Solche B\u00e4nder werden oft verschenkt. Manche tragen eine ganze Sammlung am Handgelenk und k\u00f6nnen genau sagen, welches von wem ist. Ein Zeichen der Freundschaft und der Verbundenheit, einzigartig in Farbe, Form und Muster, einzigartig wie die Freundschaft, nicht zu bezahlen und trotzdem sehr wertwoll. Wer so ein Band f\u00fcr eine(n) anderen knotet, ist in Gedanken bei ihm (ihr), knotet sozusagen Zeit, W\u00fcnsche und gute Gedanken mit hinein. Wer es tr\u00e4gt, weiss es zu sch\u00e4tzen, wird an den Schenkenden erinnert, ein sichtbares Zeichen f\u00fcr die unsichtbare Verbundenheit.<\/p>\n<p>Die Konfirmandenzeit beginnt. Dieses angefangene gekn\u00fcpfte Band mag zeichenhaft daf\u00fcr stehen und uns begleiten, im Lauf des Jahres weitergekn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p>Vieles werden wir miteinander verkn\u00fcpfen &#8211; Freundschaften untereinander. Dabei ist jede\/r von Euch wie ein Faden mit ganz eigener Lebensgeschichte. Au\u00dferdem sind da die F\u00e4den der biblischen Geschichten aus l\u00e4ngst vergangener Zeit, die mit unserer augenblicklichen Situation verkn\u00fcpft werden wollen.<\/p>\n<p>Begegnungen werden stattfinden mit kirchlichen Mitarbeitern \/innen, auf Gemeindefesten vor allem auch im Gottesdienst so wie heute morgen. Gleich beim Kirchenkaffe k\u00f6nnen wir aufeinander zugehen, das Gespr\u00e4ch miteinander suchen, uns f\u00fcreinander interessieren.<\/p>\n<p>Ich bin sehr gespannt, was f\u00fcr ein Muster sich im Lauf der Zeit dabei entwickeln wird, wie gleichm\u00e4ssig oder fehlerhaft es sein wird, was alles hineingeknotet wird an Erlebnissen, Gedanken, Erkenntnissen.<\/p>\n<p>Wer zum ersten Mal ein Freundschaftsband knotet, macht dabei unterschiedliche Erfahrungen: es ist eine gro\u00dfe Freude, denn es ist eigentlich ganz einfach, wenig sp\u00e4ter ist es wieder zum Verzweifeln \u201aIch lerne das nie, schon wider ein Fehler.&#8216; Bis endlich ein Muster erkennbar wird, ein gutes St\u00fcck geschafft wurde. Auch solcher Erfahrungen werden uns in der Konfirmandenzeit bevorstehen.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten jeder und jedem von Euch so ein Freundschaftsband schenken &#8211; zur Erinnerung an diesen Gottesdienst, als Begleiter durch die bevorstehende Zeit, als Ermutigung, Freundschaften miteinander zu schliessen, als Anregung Ankn\u00fcpfungspunkte zu entdecken. Sie sind den ersten B\u00e4ndern vergleichbar, denn es geht darum, die namen zu lernen und miteinander vertraut zu werden, sie sind den Armb\u00e4ndern vergleichbar, an denen Geschenke und Andenken gesammelt werden, denn wir sammeln Stunden, Geschichten, Segensw\u00fcnsche.<\/p>\n<p>Ihr werdet regelm\u00e4\u00dfig und p\u00fcnktlich kommen &#8211; darum der Armbanduhr vergleichbar, und wie bei dem band mit dem Schl\u00fcssel, habt Ihr die M\u00f6glichkeit, wertvolles sorgf\u00e4ltig aufzubewahren und daf\u00fcr die Verantwortung zu tragen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es vor allen Dingen ein Freundschaftszeichen der Verbundenheit untereinander und der Verbindung Gottes zu uns.<\/p>\n<p>(Konfirmanden namentlich aufrufen, nach vorn bitten und die B\u00e4nder \u00fcberreichen)<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Christel Lucht, Pastorin<\/strong><\/p>\n<p><strong>Stettiner Weg 50<\/strong><\/p>\n<p><strong>30625 Hannover<\/strong><\/p>\n<p><strong>Tel.: 0511-557498<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ansprache zur Begr\u00fc\u00dfung eines neuen Konfirmandenjahrgangs\u00a02001 | Christel Lucht | Vorbereitung: F\u00fcr die Konfirmandenbegr\u00fc\u00dfung hatte ich verschiedene Armb\u00e4nder mitgenommen: Die ersten aus einer Entbindungsklinik besorgt, andere hatte ich im eigenen Fundus, zum Schluss haben die Jugendlichen jeweils ein geflochtenes Band bekommen, das \u00fcber Werbekataloge zu beziehen ist oder von Hauptkonfirmanden f\u00fcr den neuen Jahrgang geflochten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":14781,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[727,157,1556,114],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-22037","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archiv","category-beitragende","category-christel-lucht","category-deut"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22037"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22037\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22038,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22037\/revisions\/22038"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14781"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22037"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=22037"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=22037"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=22037"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=22037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}