{"id":2207,"date":"2020-03-19T08:34:20","date_gmt":"2020-03-19T07:34:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=2207"},"modified":"2020-03-25T08:22:33","modified_gmt":"2020-03-25T07:22:33","slug":"das-brot-vom-himmel-und-unsere-not","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/das-brot-vom-himmel-und-unsere-not\/","title":{"rendered":"Das Brot vom Himmel&#8230;"},"content":{"rendered":"<h3>Das Brot vom Himmel \u2013 und unsere Not | Predigt zu <span lang=\"DA\">Johannes 6,24-35.37 (d\u00e4nische Perikopenordnung)<\/span>, verfasst<strong>\u00a0<\/strong>von <span lang=\"DA\">Propst Preben Kr\u00e6n Christensen<\/span>\u00a0| aus dem D\u00e4nischen \u00fcbersetzt von Eberhard Harbsmeier |<\/h3>\n<p>Wo w\u00e4ren wir eigentlich heute, wenn wir das Christentum nicht h\u00e4tten? Denn wir sind Christen \u2013 durch und durch, mit Haut und Haaren. Normalerwiese denkt man vielleicht nicht dar\u00fcber nach, dass wir so denken, handeln, f\u00fchlen, uns ausdr\u00fccken, wie wir das tun, allein weil wir Christen sind. Jeden Tag f\u00e4llt f\u00fcr uns \u201eBrot vom Himmel\u201c.<\/p>\n<p>Wie h\u00e4ngst das nun zusammen, denkt man dann? Oder man k\u00f6nnte fragen wie die Menge heute: \u201eWann bist du hergekommen?\u201c<\/p>\n<p>So fragen wir, wenn wir in unserem Leben in Not geraten, wenn das Dasein nicht so l\u00e4uft, wie wir es geplant haben. Oder wir k\u00f6nnten fragen: Wo ist Gott mitten in unserer Krise, wo die Epidemie Grenzen schlie\u00dft und \u00c4ngste unser Leben f\u00fcllen? Aber Er ist hier. Christus ist die Luft, die wir atmen, die Nahrung, von der wir leben \u2013 er ist das Brot des Lebens! Und das regnet Tag und Nacht vom Himmel.<\/p>\n<p>Das Gute ist bei Gott, und das Gute geh\u00f6rt Gott \u2013 es geht also nicht so sehr darum, was wir tun k\u00f6nnen, sondern was Gott getan hat und was er tut! Es geht um das Brot des Lebens! Und dies Brot ist nicht ein Brot, das sich an unsere Gaumen klebt und kleistert.<\/p>\n<p>Das Brot des Lebens ist Gottes Gabe an uns \u2013 das Brot des Lebens ist die G\u00fcte Gottes, wie sie mit Jesus beschrieben ist, mit dem, was er gesagt hat, mit dem, was er getan hat, mit dem, was er ertragen hat, mit seinem Tod und seiner Auferstehung. Dieses Brot d\u00fcrfen wir essen \u2013 an ihm d\u00fcrfen wir teilhaben. Und das ungeachtet deiner eigenen Verdienste oder deinem Mangel an Verdiensten. Das Brot Gottes ist hier und jetzt \u2013 und in alle Ewigkeit. Es ist f\u00fcr die Guten und die B\u00f6sen, Junge und Alte \u2013 da ist keine Kleinlichkeit, wenn er das Brot \u00fcber Gerechte und Ungerechte regnen l\u00e4sst. Das Brot und die Liebe sind die Antwort Gottes auf unsere Gebete.<\/p>\n<p>Der unsichtbare Gott ist \u00fcberall \u2013 mitten im Jahrmarkt des Lebens und unserer Uneinigkeit dar\u00fcber, was das Gute und die Liebe ist. Da ist das Reich Gottes \u2013 der wird und das Brot des Lebens gerecht.<\/p>\n<p>Im Verh\u00e4ltnis zur Umwelt k\u00f6nnen wir durchaus gro\u00dfe Br\u00f6tchen backen, aber wenn es um das Verh\u00e4ltnis zu Gott geht, dann er ist er es, der allein bestimmt und uns das Brot reicht und uns teilhaben l\u00e4sst an ihm und seinem Reich. Mit dem Empfang seines Brotes empfangen wir zugleich die Vergebung der S\u00fcnden, und die Vergebung sollen wir dann an unseren N\u00e4chsten weitergeben. Und das ist gerade in dieser Zeit n\u00f6tig, wo wir zusammenhalten m\u00fcssen, auch wenn wir aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden angemessenen Abstand zu einander halten sollen. Wir k\u00f6nnen etwas tun, und wir sollen etwas tun! Wie der d\u00e4nische Theologe K.E. L\u00f8gstrup in seiner Doktorarbeit seinerzeit schrieb: Der Mensch braucht nur drei Dinge hier in seinem Leben, und das sind Brot, Wasser und Liebe! Brot und Wasser verstehen sich in diesem Zusammenhang von selbst \u2013 der Tisch und das Bad des Herrn \u2013 und beides sind Ausdruck daf\u00fcr, dass Gott handelt. Ausdruck f\u00fcr die Liebe Gottes!<\/p>\n<p>Die Erz\u00e4hlung von dem Brot des Lebens will nicht unser menschlichen Tun und Lassen verwerfen, sondern uns sagen, dass wir eine best\u00e4ndige Einladung haben zu dem Ort, der Nahrung und Liebe schenkt. Das besagt, dass unser Leben einen Sinn hat, der gr\u00f6\u00dfer ist als der, den wir selbst konstruieren k\u00f6nnen. Das ist eine Gemeinschaft, die gr\u00f6\u00dfer ist als die Beziehungen, die wir selbst w\u00e4hlen und schaffen. Da ist ein Ort, wo wir mit leeren H\u00e4nden kommen d\u00fcrfen. Ein Ort, wo wir alles umsonst bekommen, wo wie weder d\u00fcrsten noch hungern m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im Lichte des Glanzes der Wirklichkeit Gottes \u2013 des Reiches Gottes \u2013 werden unsere Welt und unsere Herzen grau und farblos. Das Herz sehnt sich nach etwas anderem. Das gibt es auch, deshalb fragen wir immer wieder: Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Und immer wieder erhalten wir die Antwort: \u201eDas Werk Gottes ist dies, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat\u201c.<\/p>\n<p>Vertraut auf Gott und \u00fcberlasst ihm die Macht. Die Macht, in unser Leben einzugreifen mit Vergebung, Gnade und Liebe.<\/p>\n<p>Den Himmel k\u00f6nnen wir nicht beherrschen \u2013 der Himmel kann das Unm\u00f6gliche. Und wir sollen lernen, das zu lieben, denn das liegt im tiefsten Grunde au\u00dferhalb unserer Natur. Aber wir w\u00fcrden in K\u00e4lte und dem Nichts der Einsamkeit enden, wenn nicht der Sohn Gottes aus dem Grabe aufersteht, in das auch wir ihn legen, um uns das Brot des Lebens zu reichen. Da kann du nur eines tun: Empfangen! T\u00e4glich empfangen wir Brot vom Himmel. \u201eHerr gib uns immer dieses Brot!\u201c Amen.<\/p>\n<p>Propst Kr\u00e6n Christensen<br \/>\nDK-6710 Esbjerg V<\/p>\n<p>E-Mail: pkch(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Brot vom Himmel \u2013 und unsere Not | Predigt zu Johannes 6,24-35.37 (d\u00e4nische Perikopenordnung), verfasst\u00a0von Propst Preben Kr\u00e6n Christensen\u00a0| aus dem D\u00e4nischen \u00fcbersetzt von Eberhard Harbsmeier | Wo w\u00e4ren wir eigentlich heute, wenn wir das Christentum nicht h\u00e4tten? Denn wir sind Christen \u2013 durch und durch, mit Haut und Haaren. 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