{"id":22144,"date":"2001-02-20T11:08:39","date_gmt":"2001-02-20T10:08:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22144"},"modified":"2025-03-20T11:11:04","modified_gmt":"2025-03-20T10:11:04","slug":"johannes-1234-36-37-41-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-1234-36-37-41-2\/","title":{"rendered":"Johannes 12,34-36 (37-41)"},"content":{"rendered":"<h3>Letzter Sonntag nach Epiphanias | 4. Februar 2001 | Johannes 12,34-36 (37-41) | Christoph Ernst |<\/h3>\n<p>Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen<\/p>\n<p><strong>I<\/strong><\/p>\n<p>Der Predigttext f\u00fcr diesen Sonntag steht bei Johannes im 12. Kapitel. Ich stelle mir die Szene\u00a0<em>so<\/em>\u00a0vor:<\/p>\n<p>An einem sonnigen Fr\u00fchlingsmorgen stand Jesus auf dem Marktplatz von Jerusalem und diskutierte mit den Menschen, die dort Handel trieben, \u00fcber das Himmelreich.<\/p>\n<p>Er sprach davon, da\u00df er bald von der Erde erh\u00f6ht werde und dann alle zu sich ziehen wolle.<\/p>\n<p>Unruhe entstand, und eine hagere Gestalt, die die ganze Zeit an seinen Lippen gehangen hatte, schrie in die Menge hinein:\u00a0<em>\u00bbH\u00f6rt diesem Menschensohn zu, er ist der Christus, der Messias!\u00ab<\/em><\/p>\n<p><em>Verlesen des Predigttextes Joh 12, 34-36<\/em><\/p>\n<p>Da antwortete ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetz geh\u00f6rt, da\u00df der Christus in Ewigkeit bleibt; wieso sagst du dann: Der Menschensohn mu\u00df erh\u00f6ht werden? Wer ist dieser Menschensohn? 35 Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht \u00fcberfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der wei\u00df nicht, wo er hingeht. 36 Glaubt an das Licht, solange ihr&#8217;s habt, damit ihr Kinder des Lichtes werdet. Das redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, der kleine Manuel, gerade f\u00fcnf Jahre alt, dr\u00fcckt seinen Schlafteddy fest an sich. Sein Vater singt mit ihm das Gute-Nacht-Lied, in dem sein Name, Manuel, erkl\u00e4rt wird. \u00bb<em>Wo ich bin, h\u00e4lt Gott die Wacht, f\u00fchrt und schirmt mich Tag und Nacht&#8230;\u00ab<\/em>\u00a0Das ist Manuels Lieblingsstrophe. Noch ein kurzes:\u00a0<em>\u00bbGute Nacht, und schlaf sch\u00f6n!\u00ab<\/em>, und dann macht der Vater die T\u00fcr zu.<\/p>\n<p>Da ist sie wieder, diese Stille. Wie an jedem Abend. Manuel liegt allein in seinem dunklen Zimmer. \u2013 Von der Stra\u00dfenlaterne f\u00e4llt ein blasser Schimmer durch die Jalousie, und langsam kann er etwas erkennen.<\/p>\n<p>Da! Manuel sieht kleine Schatten an der Wand, direkt \u00fcber seinem Bett. Nein, vorhin, da waren die noch nicht dort! Manuel sieht noch einmal genau hin: tats\u00e4chlich, die Schatten bewegen sich! Er zieht seinen Teddy noch fester an sich heran. Was kann das an der Wand nur sein? Er bekommt Angst und ruft, so laut er kann: \u00bbPapa, kannst Du bitte die T\u00fcr offen lassen, ich kann sonst nicht einschlafen!\u00ab<\/p>\n<p>Der Vater kommt ins Kinderzimmer, und Manuel erz\u00e4hlt ihm, was er gesehen hat. Der Vater erkl\u00e4rt ihm, wie die Schatten von seinem Mobile an die Wand \u00fcber seinem Bett gelangen. Und als er wieder aus dem Zimmer geht, l\u00e4\u00dft er die T\u00fcr einen Spalt breit offen, so da\u00df ein\u00a0<em>Lichtstrahl<\/em>\u00a0in das Kinderzimmer hineinblickt. Jetzt ist Manuel zufrieden, denn wenn er wei\u00df, da\u00df dieser vertraute helle Streifen da ist, kann er beruhigt schlafen.\u00a0<em>Ein<\/em>\u00a0<em>Lichtstrahl<\/em>, und die Dunkelheit wird ertr\u00e4glich.<\/p>\n<p><strong>II<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, Manuel hat ganz recht: wenn man nichts sieht, dann spielen sich in unserer Umgebung die merkw\u00fcrdigsten Dinge ab. Im Dunkeln nimmt unsere Phantasie freien Lauf. Da hilft es auch nichts, wenn der Vater genau erkl\u00e4ren kann, wie ein Schatten entsteht.<\/p>\n<p>Oder: was\u00a0<em>hilft<\/em>\u00a0es uns, wenn wir genau wissen: die Nacht ist im Grunde doch\u00a0<em>auch<\/em>\u00a0nichts anderes als der Tag, nur da\u00df die Sonne auf der anderen Seite der Erde scheint. Nein, wenn es um uns herum\u00a0<em>dunkel<\/em>\u00a0wird, dann wachen die \u00c4ngste auf.<\/p>\n<p>Alte Menschen trauen sich bei Dunkelheit nicht aus dem Haus, und das nicht nur, weil sie schlecht sehen. Sie wissen, da\u00df sie dann eher als am hellichten Tag zu Opfern von finsteren Gesellen werden k\u00f6nnen, die nur im \u203aSchutze der Dunkelheit\u2039 ihr Unwesen treiben. Ein nur allzu berechtigte Angst!<\/p>\n<p>Und die meisten von uns schlie\u00dfen, wenn es Nacht wird, die Haust\u00fcr zu; zweimal \u2013 man kann ja nie wissen&#8230;! Und wir tun das nicht zu unrecht, denn man h\u00f6rt es ja immer wieder, da\u00df Menschen in ihren Wohnungen \u00fcberfallen werden.<\/p>\n<p>Oder ich denke an euch Konfirmandinnen: k\u00f6nntet ihr euch etwa vorstellen, sp\u00e4tabends nach dem Kino allein mit Bus und U-Bahn von Dortmund nach Sch\u00fcren zu fahren?\u00a0<em>\u00bbDas ist doch viel zu gef\u00e4hrlich!\u00ab<\/em>, werdet ihr wahrscheinlich sagen. Und die Erfahrung gibt euch recht.<\/p>\n<p>\u00c4ngste sind uns bestens bekannt, auch wenn wir es nicht immer zugeben. Und wenn ich es mir richtig \u00fcberlege, dann k\u00f6nnte wohl jede und jeder von uns \u2013 zumindest im \u00fcbertragenen Sinne \u2013 dieser kleine Manuel sein. Dabei hat es Manuel noch recht gut, denn wir wissen doch\u00a0<em>auch<\/em>, da\u00df\u00a0<em>nicht<\/em>\u00a0immer sofort jemand kommt und uns in\u00a0<em>unserer<\/em>\u00a0Nacht leuchtet.<\/p>\n<p><strong>III<\/strong><\/p>\n<p>In unserem Predigtwort aus dem Johannesevangelium ist es ganz \u00e4hnlich: die J\u00fcnger ahnen schon etwas von der Dunkelheit, die\u00a0<em>sie<\/em>\u00a0befallen k\u00f6nnte, wenn Jesus nicht mehr bei ihnen sein wird. Nur noch eine kleine Zeit w\u00fcrde er bleiben k\u00f6nnen, so hatte er gesagt. Die J\u00fcnger sind traurig, und sie f\u00fcrchten sich davor, Abschied nehmen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das ist, als wenn die Ferien zu Ende gehen, oder als wenn man die verbleibenden Tage seines Urlaubs r\u00fcckw\u00e4rts z\u00e4hlt: noch zehn, noch acht, noch drei&#8230; \u2013 Wir\u00a0<em>wissen<\/em>\u00a0es ja: diese Sonnenunterg\u00e4nge im warmen Sand am Meer, oder auch dieses erhebende Gef\u00fchl, auf dem Gipfel eines Berges zu stehen \u2013 diese wunderbaren Momente, in denen man meint, da\u00df das Gl\u00fcck zum Greifen nahe ist \u2013 sie w\u00e4hren nicht bis in die Ewigkeit. Immer schwingt eine Ahnung von Abschied schon mit \u2013 und beim Gedanken daran versp\u00fcrt man dieses flaue Gef\u00fchl in der Magengegend.<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger sind traurig, weil sie sich schon vorstellen k\u00f6nnen, wie es bei ihnen ohne Jesus weitergeht: auf den einen wartet wieder ein Fischerboot, auf einen anderen die Zimmermannswerkstatt&#8230;<\/p>\n<p>Und\u00a0&#8211;\u00a0<em>wie<\/em>\u00a0<em>viele<\/em>\u00a0<em>begl\u00fcckende<\/em>\u00a0und\u00a0<em>lichte<\/em>\u00a0<em>Momente<\/em>\u00a0hatten sie doch mit Jesus erleben d\u00fcrfen!\u00a0<em>Wie<\/em>\u00a0<em>hell<\/em>\u00a0war es in ihrem Leben geworden, als\u00a0<em>er<\/em>\u00a0ihnen mit seiner unnachahmlichen Heiterkeit erz\u00e4hlte, was es mit dem Himmelreich auf sich hat! In seiner N\u00e4he, da war ihnen doch ein\u00a0<em>Licht<\/em>\u00a0aufgegangen, da wu\u00dften sie auf einmal, was\u00a0<em>wirklich<\/em>\u00a0das Leben ist. \u2013 Und jetzt? Jetzt sahen sie wieder ihren Alltagstrott vor sich.<\/p>\n<p>Dieser Schmerz, diese Traurigkeit \u00fcberf\u00e4llt auch Petrus, Jakobus und Johannes, als sie mit Jesus auf dem Berg sind, wie wir es vorhin im Evangelium geh\u00f6rt haben. Da steht ihnen\u00a0<em>einmal<\/em>\u00a0<em>im Leben<\/em>\u00a0der Himmel offen \u2013 und Petrus, er w\u00fcrde\u00a0<em>alles<\/em>\u00a0daf\u00fcr hergeben, wenn er\u00a0<em>diesen einen Augenblick<\/em>\u00a0festhalten k\u00f6nnte:\u00a0<em>\u00bbHerr,\u00a0<strong>hier<\/strong>\u00a0ist gut sein!\u00ab<\/em>\u00a0Aus tiefster Seele sagt er das \u2013 doch als er es sagt, ist es schon wieder vorbei. Das Gl\u00fcck w\u00e4hrt eben nur f\u00fcr einen winzigen Moment. Wie gewonnen, so zerronnen&#8230;<\/p>\n<p><em>\u00bbEs ist das Licht noch\u00a0<strong>eine kleine Zeit<\/strong>\u00a0bei euch&#8230; Wandelt, zieht eure Stra\u00dfe,\u00a0<strong>solange<\/strong>\u00a0ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht \u00fcberfalle.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Eine Frau, mit der ich mich vor kurzem \u00fcber diese Verse unterhielt, sagte mir:\u00a0<em>\u00bbDas ist ein trauriger Text. Er verlangt, da\u00df Menschen verzichten, sobald sie etwas Sch\u00f6nes erleben. Ein Text wie aus dem\u00a0<strong>wirklichen Leben<\/strong>, wo alle sch\u00f6nen Dinge so schnell vorbeigehen! Kann es denn nicht\u00a0<strong>wenigstens bei Gott<\/strong>\u00a0mal anders sein?\u00ab<\/em><\/p>\n<p><strong>IV<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,\u00a0<em>ich glaube<\/em>, bei Gott\u00a0<em>ist<\/em>\u00a0es wie im wirklichen Leben:\u00a0<em>\u00bbGeht auf eurem Weg, zieht eure Stra\u00dfe, solange ihr das Licht\u00a0<strong>habt<\/strong>, damit euch die Finsternis nicht \u00fcberfalle.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Johannes schreibt diese Worte auf, als Jesus schon l\u00e4ngst nicht mehr leibhaftig \u00fcber diese Erde geht. Und diejenigen, die das Evangelium zuerst gelesen haben, sind Jesus\u00a0<em>auch<\/em>\u00a0nicht von Angesicht zu Angesicht begegnet. Und trotzdem haben\u00a0<em>sie<\/em>\u00a0gelesen, trotzdem lesen\u00a0<em>wir:<\/em>\u00a0<em>\u00bbgeht auf eurem Weg, solange ihr das Licht\u00a0<strong>habt<\/strong>.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Wenn man es\u00a0<em>so<\/em>\u00a0betont, klingt es gleich viel verhei\u00dfungsvoller:\u00a0<em>Ihr\u00a0<strong>habt<\/strong>\u00a0doch das Licht!<\/em><\/p>\n<p>Und das hei\u00dft doch auch: erst dann, wenn wir das Licht, das in unser Leben hineinstrahlt,\u00a0<em>nicht<\/em>\u00a0mehr h\u00e4tten, erst\u00a0<em>dann<\/em>\u00a0w\u00e4re es f\u00fcr uns gef\u00e4hrlich, erst\u00a0<em>dann<\/em>\u00a0kann\u00a0<em>\u00bbdie Finsternis uns \u00fcberfallen\u00ab<\/em>, wie Johannes schreibt.<\/p>\n<p>Erst\u00a0<em>dann<\/em>\u00a0liefen wir Gefahr, uns wie Manuel mit den be\u00e4ngstigenden Schatten an der Wand\u00a0<em>ernsthaft<\/em>\u00a0zu besch\u00e4ftigen. Gef\u00e4hrlich wird es\u00a0<em>erst dann<\/em>, wenn\u00a0<em>kein<\/em>\u00a0Lichtstrahl mehr in unser Leben f\u00e4llt, der die n\u00e4chtlichen Schatten vertreibt, und wir in unserer Angst nicht mehr glauben k\u00f6nnen, da\u00df Gott\u00a0<em>mit<\/em>\u00a0uns ist, wie es der Name Manuel so sch\u00f6n sagt.<\/p>\n<p>Aber \u2013 Gott sei Dank! Es gibt sie, diese lichten Momente, und auch wir kennen erhebende Augenblicke, in denen wir mit einem Mal innehalten m\u00fcssen und denken:\u00a0<em>Hier ist gut sein!<\/em>\u00a0Gott\u00a0<em>ist<\/em>\u00a0mit uns. Momente, die unser Leben\u00a0<em>wirklich<\/em>\u00a0erleuchten &#8211;\u00a0so wie das des Petrus, als er auf dem Berg erkannte,\u00a0<em>wer<\/em>\u00a0dieser Jesus\u00a0<em>tats\u00e4chlich<\/em>\u00a0f\u00fcr ihn ist.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns diese Momente vorstellen und haben sie auch selbst schon erlebt &#8211; wenn etwa deine Nachbarin v\u00f6llig \u00fcberraschend klingelt und f\u00fcr die Sorgen in deiner Einsamkeit ein Ohr hat. Oder wenn du eine Pr\u00fcfung gemeistert hast und danach pl\u00f6tzlich alles wie ein Stein von dir\u00a0<em>abf\u00e4llt<\/em>. Oder wenn du im Gottesdienst oder bei der Feier des Abendmahls das Gef\u00fchl hast, da\u00df dir Christus wirklich\u00a0<em>nahe<\/em>\u00a0ist.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnen Momente sein, in denen wir unsere Sehnsucht nach der Unverg\u00e4nglichkeit des Gl\u00fccks vielleicht ganz \u00e4hnlich ausdr\u00fccken w\u00fcrden wie der Petrus. Wir k\u00f6nnten dann rufen:\u00a0<em>\u00bbzum Augenblicke d\u00fcrft ich sagen, verweile doch, du bist so sch\u00f6n&#8230;!\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Aber zugleich wissen wir \u2013 es geht nicht.\u00a0<em>Diese<\/em>\u00a0Augenblicke kann man nicht f\u00fcr die Ewigkeit festhalten. Unser Alltag ruft uns zur\u00fcck, wie auch Petrus, Jakobus und Johannes wieder in das Tal ihres Alltags hinabsteigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Offenbar kann es, wie die Frau zu unserem Predigtwort schon richtig vermutet hat, offenbar kann es\u00a0<em>selbst bei Gott<\/em>\u00a0nicht anders sein. Menschen m\u00fcssen verzichten, sobald sie etwas Sch\u00f6nes erleben. Also:\u00a0<em>\u00bbGeht auf eurem Weg, wandelt im Licht, solange ihr das Licht\u00a0<strong>habt<\/strong>.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Und:\u00a0**Seien wir froh, da\u00df wir uns\u00a0<em>dieses<\/em>\u00a0Lichtes f\u00fcr unser Leben gewi\u00df sein d\u00fcrfen, denn\u00a0<em>dieses<\/em>\u00a0Licht geht mit auf unserem Weg.<\/p>\n<p><strong>V<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, bei uns in Sch\u00fcren wird oft das Lied\u00a0<em>Von guten M\u00e4chten treu und still umgeben<\/em>\u00a0gesungen. Dieses Lied war ja urspr\u00fcnglich ein sehr pers\u00f6nliches Gedicht. Dietrich Bonhoeffer sa\u00df am Jahresende 1944 im Gef\u00e4ngnis der Gestapo, als er es seiner Mutter zum 70. Geburtstag sandte.<\/p>\n<p>Bonhoeffer, der heute vor 95 Jahren geboren wurde, befand sich damals\u00a0<em>selbst<\/em>\u00a0in tiefster Finsternis. Und man kann wohl davon ausgehen, da\u00df\u00a0<em>nicht<\/em>\u00a0allzu viel Licht bis in die Gestapo-Zelle hineingelangte.<\/p>\n<p>Dennoch sp\u00fcrte Bonhoeffer das verhei\u00dfene Licht. Ja \u2013 er\u00a0<em>wu\u00dfte<\/em>\u00a0sich selbst als ein Kind des Lichts und konnte dieses Licht sogar\u00a0<em>ausstrahlen<\/em>. Z.B. als er seiner Mutter diese Zeilen schrieb und versuchte, sie \u00fcber die schweren Tage hinwegzutr\u00f6sten.<\/p>\n<p>Eine Strophe dr\u00fcckt dies sehr sch\u00f6n aus; es ist ein Gebet, das von Trennungsschmerz, Hoffnung und Zuversicht spricht:<\/p>\n<p>La\u00df warm und hell die Kerzen heute flammen,<\/p>\n<p>die\u00a0<em>du<\/em>\u00a0in\u00a0<em>unsre Dunkelheit<\/em>\u00a0gebracht,<\/p>\n<p>f\u00fchr, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.<\/p>\n<p>Wir\u00a0<em>wissen<\/em>\u00a0es,\u00a0<em>dein Licht scheint<\/em>\u00a0in der Nacht.<\/p>\n<p>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserm Herrn.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Christoph Ernst<\/strong><\/p>\n<p><strong>Niergartenstr. 7D-44269 Dortmund<\/strong><\/p>\n<p><strong>Tel.: 0231-772928<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"mailto:christoph.ernst@surfeu.de\"><strong>christoph.ernst@surfeu.de<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzter Sonntag nach Epiphanias | 4. Februar 2001 | Johannes 12,34-36 (37-41) | Christoph Ernst | Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen I Der Predigttext f\u00fcr diesen Sonntag steht bei Johannes im 12. Kapitel. Ich stelle mir die Szene\u00a0so\u00a0vor: An einem sonnigen Fr\u00fchlingsmorgen stand Jesus [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":16798,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,727,157,853,1321,114,693,349,669,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-22144","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-johannes","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-christoph-ernst","category-deut","category-kapitel-12-chapter-12-johannes","category-kasus","category-letzter-so-n-epiphanias","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22144"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22144\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22145,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22144\/revisions\/22145"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16798"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22144"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=22144"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=22144"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=22144"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=22144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}