{"id":22194,"date":"2001-05-20T15:04:22","date_gmt":"2001-05-20T13:04:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22194"},"modified":"2025-03-20T15:07:24","modified_gmt":"2025-03-20T14:07:24","slug":"1-mose-11-24a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-mose-11-24a\/","title":{"rendered":"1. Mose 1,1-2,4a"},"content":{"rendered":"<h3>Jubilate | 6. Mai 2001 | 1. Mose 1,1-2,4a | Christoph M\u00fcller |<\/h3>\n<p>(Ich gehe davon aus, dass der ganze Text als Predigttext gelesen wird (es ist ja kein schwer lesbarer und \u00fcberlanger Text &#8211; und dazu beeindruckend rhythmisch-poetisch), und dass keine Textverschnitt-Willk\u00fcr befolgt wird))<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Ein Kind erwacht \u2013<\/p>\n<p>von schweren Tr\u00e4umen aufgeschreckt.<\/p>\n<p>Es findet sich allein in seinem Zimmer,<\/p>\n<p>von n\u00e4chtlicher Finsternis umgeben, ungreifbarer Angst ausgeliefert.<\/p>\n<p>Die vertrauten Umrisse der Wirklichkeit sind verwischt,<\/p>\n<p>unsichtbar,<\/p>\n<p>im Dunkel.<\/p>\n<p>Chaos will hereinbrechen.<\/p>\n<p>Das Kind ruft nach seiner Mutter, seinem Vater.<\/p>\n<p>Wenn sie kommen,<\/p>\n<p>das Kind in die Arme nehmen und sagen:<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin bei Dir, hab keine Angst, alles wird wieder gut&#8220;.<\/p>\n<p>Was tut die Mutter da?<\/p>\n<p>Was tut der Vater?<\/p>\n<p>Wird wirklich alles wieder gut?<\/p>\n<p>Oder wird, so fragt P.L.Berger in seinem anr\u00fchrenden Buch &#8222;Auf den Spuren der Engel&#8220;,<\/p>\n<p>wird das Kind belogen?<\/p>\n<p>Wer schon ein erschrecktes Kind getr\u00f6stet hat,<\/p>\n<p>oder wer selber (und nicht nur als Kind) so getr\u00f6stet worden ist, sp\u00fcrt:<\/p>\n<p>gelogen ist es nicht.<\/p>\n<p>Wenn die N\u00e4he des anderen Menschen sp\u00fcrbar wird,<\/p>\n<p>wenn ich sein mir zugewandtes Gesicht sehe,<\/p>\n<p>wenn dieser Mensch mir sagt:<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin bei Dir, hab keine Angst, alles wird wieder gut&#8220;:<\/p>\n<p>es ist keine L\u00fcge,<\/p>\n<p>es ist eine Hoffnung, die jetzt, wenigstens f\u00fcr einen Augenblick, Wirklichkeit ist.<\/p>\n<p>Die Finsternis ist nicht mehr \u00fcberm\u00e4chtig,<\/p>\n<p>die Angst nicht mehr so erdr\u00fcckend.<\/p>\n<p>Allerdings:<\/p>\n<p>Das, was mich bedroht hat, ist nicht einfach nichts mehr.<\/p>\n<p>Die Angst ist nicht v\u00f6llig ausgel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Ich brauche die N\u00e4he,<\/p>\n<p>bin auf die tr\u00f6stende Zuwendung angewiesen, die mich sch\u00fctzt und wie ein warmer Mantel umf\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Es ist eine elementare Segensgeste,<\/p>\n<p>auch wenn sie nicht als solche bewusst wird.<\/p>\n<p>Der Trost, den der Vater oder die Mutter dem Kind geben,<\/p>\n<p>die Zuwendung, von der ich auch als Erwachsener immer wieder lebe,<\/p>\n<p>die Erfahrung, vom Bedrohlichen nicht v\u00f6llig \u00fcberw\u00e4ltigt<\/p>\n<p>und von der Angst nicht erdr\u00fcckt zu werden,<\/p>\n<p>weisen \u00fcber die Zuf\u00e4lligkeit der Situation hinaus.<\/p>\n<p>Es ist jetzt so:<\/p>\n<p>Jetzt kann die Finsternis nicht alles aul\u00f6schen \u2013<\/p>\n<p>Und wenn es jetzt so ist:<\/p>\n<p>weist dies nicht auf eine Hoffnung hin \u2013<\/p>\n<p>und gibt es nicht eine Realit\u00e4t zu sp\u00fcren,<\/p>\n<p>die umfasst und tr\u00e4gt,<\/p>\n<p>\u00fcber den Augenblick hinaus?<\/p>\n<p>Kann diese Erfahrung und diese Hoffnung nicht dazu verhelfen, die Finsternis einzugrenzen und durchzustehen?<\/p>\n<p>Die Finsternis ist ja nicht eine leere Einbildung.<\/p>\n<p>Das Kind, das aus schweren Tr\u00e4umen erwacht,<\/p>\n<p>hat sie nicht erfunden.<\/p>\n<p>Das Gespenst oder die Monster, die pl\u00f6tzlich im Zimmer herumzuschleichen scheinen,<\/p>\n<p>sind Figuren der Fantasie \u2013<\/p>\n<p>aber Hirngespinste sind es nicht.<\/p>\n<p>Das Kind lebt nicht blind,<\/p>\n<p>es beobachtet, sp\u00fcrt, nimmt wahr.<\/p>\n<p>Es weiss von Kriegen und Zerst\u00f6rung,<\/p>\n<p>es hat ein Kamer\u00e4dlein, das auf der Strasse lebensgef\u00e4hrlich verletzt worden ist.<\/p>\n<p>Es hat die Bilder von \u00f6lverklebten Wasserv\u00f6geln gesehen, die j\u00e4mmerlich umgekommen sind.<\/p>\n<p>Es hat Geschichten geh\u00f6rt, die es vielleicht nicht ganz verstanden,<\/p>\n<p>von denen es wohl aber sehr genau gesp\u00fcrt hat:<\/p>\n<p>es ist schlimm, be\u00e4ngstigend, bedrohlich.<\/p>\n<p>Erwachsene haben oft Techniken entwickelt, um nicht mehr wahrnehmen,<\/p>\n<p>nicht mehr sehen, nicht mehr sp\u00fcren<\/p>\n<p>und nicht mehr erschrecken zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Aber der Panzer solcher Empfindungslosigkeit bricht oft ein,<\/p>\n<p>wenn wir selber unmittelbar bedroht sind oder getroffen werden:<\/p>\n<p>durch Unfall, Krankheit, vergiftende Mobbing-Erfahrungen;<\/p>\n<p>oder auch durch eine schleichende Bedr\u00fcckung, das immer l\u00e4hmendere Gef\u00fchl,<\/p>\n<p>einer Aufgabe nicht mehr gewachsen zu sein.<\/p>\n<p>**<\/p>\n<p>Solche bedrohlichen Erfahrungen bekommen eine Gestalt in Bildern und Geschichten.<\/p>\n<p>Uralt sind die Bilder, wie sie zum Beispiel in Psalmen begegnen:<\/p>\n<p>Mich umgeben m\u00e4chtige Stiere,<\/p>\n<p>die Riesen von Basan umringen mich.<\/p>\n<p>Sie reissen ihre Rachen gegen mich auf,<\/p>\n<p>L\u00f6wen, reissend und br\u00fcllend (Ps 22,13f).<\/p>\n<p>Oder:<\/p>\n<p>Das Wasser geht mir bis an die Kehle,<\/p>\n<p>ich versinke im Schlamm, wo kein Grund ist (69,2f).<\/p>\n<p>Auch in der Erz\u00e4hlung der einen Sch\u00f6pfungsgeschichte<\/p>\n<p>(wie wir sie in dem verlesenen Text am Anfang der Bibel finden)<\/p>\n<p>ist diese Erfahrung in starken Bildern ausgedr\u00fcckt:<\/p>\n<p>in Bildern des bedrohlichen Chaos,<\/p>\n<p>der Urflut, des Tohuwabohu \u2013 des W\u00fcsten und Wirren,<\/p>\n<p>die Erfahrung der Finsternis.<\/p>\n<p>Ihr wird das Licht entgegengesetzt.<\/p>\n<p>Die Finsternis ist dadurch nicht verleugnet, nicht verdr\u00e4ngt,<\/p>\n<p>so wenig wie das Tohuwabohu ignoriert wird.<\/p>\n<p>Aber die Finsternis ist nicht mehr allm\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Es gibt nicht nur die Finsternis, es werden ihr Grenzen gesetzt:<\/p>\n<p>&#8222;Gott sprach&#8220;, so wird erz\u00e4hlt, &#8222;Gott sprach:<\/p>\n<p>Es werde Licht. Und es wurde Licht.<\/p>\n<p>Gott sah, dass das Licht gut war.<\/p>\n<p>Gott schied das Licht von der Finsternis,<\/p>\n<p>und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.&#8220;<\/p>\n<p>Entgegen der totalen Verunsicherung<\/p>\n<p>Gibt es die Erfahrung des Lichts,<\/p>\n<p>eine ordnende, die Finsternis einschr\u00e4nkende Kraft.<\/p>\n<p>Und es zeigt sich, dass das Licht gut ist,<\/p>\n<p>sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Und es wird weitererz\u00e4hlt,<\/p>\n<p>in elementaren Bildern des Lebens und des Lebendigen,<\/p>\n<p>von dem, was Leben w\u00e4rmt und ihm den Rhythmus schenkt,<\/p>\n<p>von Unterscheidungen, die Leben erm\u00f6glichen und sch\u00fctzen,<\/p>\n<p>von mannigfaltigen Pflanzen und Fr\u00fcchten,<\/p>\n<p>von Werden und Neuwerden und Vergehen.<\/p>\n<p>Und es wird auch von den vielerlei Tieren erz\u00e4hlt,<\/p>\n<p>von V\u00f6geln, von Wassertieren, von Landtieren.<\/p>\n<p>Schliesslich auch vom Menschen.<\/p>\n<p>Nicht vom Mann,<\/p>\n<p>sondern von der Menschheit, von Menschenwesen,<\/p>\n<p>Beziehungswesen von Anfang an,<\/p>\n<p>m\u00e4nnlich und weiblich,<\/p>\n<p>ohne dass diese Unterschiede an irgendwelchen Eigenschaften festgemacht w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Hier heisst es dann: &#8222;Es war sehr gut&#8220;.<\/p>\n<p>Die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse: \u00dcber- und Unterordnung, geh\u00f6ren nicht zu diesem &#8222;sehr gut&#8220;.<\/p>\n<p>Sie sind, so wird sp\u00e4ter erz\u00e4hlt,<\/p>\n<p>handgreifliche Anzeichen von Rissen in der Sch\u00f6pfung,<\/p>\n<p>gewaltt\u00e4tiger Ausdruck dessen, was biblische Texte als Fluch bezeichnen,<\/p>\n<p>Signal daf\u00fcr, dass &#8222;der Mensch die eigentliche Schwachstelle der Sch\u00f6pfung&#8220; ist (K.Marti)<\/p>\n<p>Das &#8222;Sehr gut&#8220;, die W\u00fcrde der Menschenwesen zeigt sich trotz dieser Risse und Gewaltt\u00e4tigkeit darin,<\/p>\n<p>dass diese Menschenwesen, Beziehungswesen von Anfang an,<\/p>\n<p>eine g\u00f6ttliche Aufgabe \u00fcbernehmen k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>irdische Repr\u00e4sentanten, Stellvertreter des G\u00f6ttlichen auf Erden zu sein:<\/p>\n<p>&#8222;Abbild Gottes, ihm \u00e4hnlich&#8220;.<\/p>\n<p>In \u00c4gypten war dies nur der K\u00f6nig.<\/p>\n<p>In der Geschichte am Anfang der Bibel eignet diese W\u00fcrde jedem Menschenwesen.<\/p>\n<p>Menschen sind Abbild Gottes darin, dass ihnen die W\u00fcrde und die Aufgabe zukommt, Leben zu erm\u00f6glichen und zu sch\u00fctzen,<\/p>\n<p>lebenswichtige Unterscheidungen nicht zu verwischen,<\/p>\n<p>das, was Leben bedroht, in seine Grenzen zu verweisen.<\/p>\n<p>**<\/p>\n<p>Biblische Texte (z.B. Psalmen, aus denen ich eben zitierte, wie auch der Predigttext) brauchen dabei Bilder einer Welt,<\/p>\n<p>in der die Natur f\u00fcr Menschen h\u00f6chst bedrohlich werden kann:<\/p>\n<p>tiefer Schlamm, wilde Tiere,die Finsternis, die Urflut &#8211;<\/p>\n<p>Naturgewalten, die \u00fcbem\u00e4chtig erscheinen.<\/p>\n<p>Und so beschreibt die Sch\u00f6pfungsgeschichte die Aufgaben des Menschen nicht nur als Hegen und Pflegen,<\/p>\n<p>sondern als oft auch gewaltsames Eingreifen, als Unterwerfen.<\/p>\n<p>Und Menschen k\u00f6nnen nur \u00fcberleben, wenn sie fruchtbar sind, sich mehren,<\/p>\n<p>wenn Kinder geboren werden, die solches \u00dcberleben sichern werden.<\/p>\n<p>Diese Erfahrung von Natur-Gewalt,<\/p>\n<p>die Erfahrung, von Naturgewalten bedroht zu werden,<\/p>\n<p>ist uns heutigen Westeurop\u00e4erInnen nicht v\u00f6llig fremd geworden.<\/p>\n<p>Aber die schlimmsten Bedrohungen sind nicht mehr die wilden Tiere und die Zerst\u00f6rungen durch Naturgewalten,<\/p>\n<p>sondern die Verw\u00fcstungen und Zerst\u00f6rungen, die von M e n s c h e n s e l be r angerichtet werden.<\/p>\n<p>Nicht mehr sind dunkle M\u00e4chte der Natur f\u00fcr den Menschen d e r Feind,<\/p>\n<p>vielmehr sind Menschen Feinde der Natur geworden \u2013<\/p>\n<p>und ihre Zerst\u00f6rung schl\u00e4gt auf die Menschheit zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Das ist nun freilich viel zu allgemein ausgedr\u00fcckt,<\/p>\n<p>klingt nach blindem Schicksal.<\/p>\n<p>Dieser Eindruck ist nicht zuf\u00e4llig, ist doch das Bedrohliche oft in der Tat gesichtslos geworden,<\/p>\n<p>anonym,<\/p>\n<p>wie eine v\u00f6llig ungreifbare Macht.<\/p>\n<p>Aber die \u00f6lverschmierten V\u00f6gel, von denen das Kind getr\u00e4umt hat, sind nicht von einem blinden Schicksal getroffen worden.<\/p>\n<p>Es war ein fahrl\u00e4ssig gewarteter Tanker, ungen\u00fcgend ausger\u00fcstet, konkurrenziert von anderen Tanker-Firmen, in denen es prim\u00e4r um den gr\u00f6sstm\u00f6glichen Profit geht.<\/p>\n<p>Und das Kamer\u00e4dlein ist nicht vom Schicksal angefahren worden,<\/p>\n<p>sondern von einem Fahrzeuglenker, der viel zu rasch fuhr.<\/p>\n<p>Wie steht es also um die Menschen als &#8222;Ebenbilder Gottes&#8220;, wenn sie die Sch\u00f6pfung zerst\u00f6ren und zur gef\u00e4hrlichsten Bedrohung geworden sind?<\/p>\n<p>Wie steht es um die Begrenzung der Finsternis, von der die Sch\u00f6pfungsgeschichte erz\u00e4hlt?<\/p>\n<p>**<\/p>\n<p>Im Predigttext, von der wir ausgegangen sind, wird am Schluss vom Ruhetag erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der Feiertag, der Ruhetag, der Tag Gottes ist nach dieser Erz\u00e4hlung K r o n e der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Und nun auch, angesichts der Risse und der Zerst\u00f6rungen in der Welt: H o f f n u n g s &#8211; Zeichen der Sch\u00f6pfung,<\/p>\n<p>Tag des Lichts gegen die Finsternis,<\/p>\n<p>Eingrenzung des W\u00fcsten und Wirren,<\/p>\n<p>Unterbrechung des Bedrohlichen.<\/p>\n<p>Diese Ruhe ist zun\u00e4chst bei Gott, erz\u00e4hlt die Geschichte.<\/p>\n<p>Aber ein St\u00fcck jener Ruhe Gottes wird f\u00fcr den Menschen erfahrbar im Sabbat, indem an diesem Tag jede menschliche Arbeit, und das heisst jeder menschliche Eingriff in die Natur, unterbleibt.<\/p>\n<p>Dass solche menschlichen Eingriffe in die Natur unterbleiben,<\/p>\n<p>ist eine der wichtigsten Funktionen der j\u00fcdischen Sabbatgebote.<\/p>\n<p>Zugleich ist der Sabbat Zeit der Erinnerung, das Eingedenken der Befreiung aus dem Sklavenhaus, wie es in der Einleitung zu den zehn Geboten heisst.<\/p>\n<p>So ist der Sabbat auch Protest gegen die Geschichte der Gewalt,<\/p>\n<p>der Gewalt gegen die Natur und gegen den Menschen,<\/p>\n<p>Protest vor allem dagegen, dass es &#8222;immer so weitergeht&#8220; (J.Ebach).<\/p>\n<p>Die Evangelisten erz\u00e4hlen, wie Jesus am Sabbat Menschen heilte.<\/p>\n<p>Lukas (13,10-17) berichtet von einer Frau, schwer krank seit achtzehn Jahren,<\/p>\n<p>verkr\u00fcmmt und nicht mehr f\u00e4hig, aufrecht zugehen.<\/p>\n<p>Jesus legt ihr die H\u00e4nde auf \u2013 und sie richtet sich auf und preist Gott.<\/p>\n<p>Sie ist nicht dazu verdammt, dass es immer so weitergeht,<\/p>\n<p>dass sie f\u00fcr immer krumm bleiben muss.<\/p>\n<p>Es ist eine Hoffnungs-Geschichte gegen die Finsternis,<\/p>\n<p>eine Sabbatgeschichte, wie sie auch f\u00fcr viele j\u00fcdische und nichtj\u00fcdische Zuh\u00f6rerInnen erhellend wurde:<\/p>\n<p>Ja, so ist der Sabbat gemeint:<\/p>\n<p>als Unterbrechung hoffnungsloser Abl\u00e4ufe:<\/p>\n<p>und es muss nicht immer so weitergehen \u2013<\/p>\n<p>auch wenn es Menschen gibt, die sich nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass das G\u00f6ttliche ihnen so begegnen k\u00f6nnte:<\/p>\n<p>als Licht gegen die Finsternis,<\/p>\n<p>als Unterbrechung hoffnungsloser Abl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>**<\/p>\n<p>Wird alles wieder gut?<\/p>\n<p>Wenn die Mutter, der Vater, das Kind in die Arme nehmen und es tr\u00f6sten,<\/p>\n<p>wenn sie den Schrecken unterbrechen,<\/p>\n<p>ist es wie ein Sabbat-Augenblick,<\/p>\n<p>ein Aufleuchten der guten Sch\u00f6pfung,<\/p>\n<p>des urspr\u00fcnglichen Segens,<\/p>\n<p>von dem die Bibel auf ihrer ersten Seite erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Menschen erfahren darin etwas von ihrer unverlierbaren W\u00fcrde,<\/p>\n<p>ihrer Gottebenbildlichkeit.<\/p>\n<p>Die Finsternis ist nicht verleugnet, auch nicht im Bereich des G\u00f6ttlichen.<\/p>\n<p>Auch nicht die von Menschen selber hervorgebrachte.<\/p>\n<p>Aber Menschen sind nicht dazu verdammt, das Wirre und W\u00fcste wuchern zu lassen.<\/p>\n<p>Sie sind nicht dazu verdammt, Handlanger der Finsternis zu sein.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen in Sabbat-Augenblicken entdecken,<\/p>\n<p>dass sie die W\u00fcrde nicht verloren haben, das, was Leben bedroht, in seine Grenzen zu verweisen.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen entdecken, dass diese Finsternis nicht allm\u00e4chtig ist,<\/p>\n<p>und dass sie an der Begrenzung der Finsternis mitwirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8222;Die Erde aber war w\u00fcst und wirr: tohuwabohu,<\/p>\n<p>Finsternis lag \u00fcber der Urflut &#8230;<\/p>\n<p>Gott sprach:<\/p>\n<p>Es werde Licht. Und es wurde Licht.<\/p>\n<p>Gott sah, dass das Licht gut war.<\/p>\n<p>Gott schied das Licht von der Finsternis&#8220;<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Christoph M\u00fcller<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dekan der Evang.-theol.Fakult\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><strong>Universit\u00e4t Bern<\/strong><\/p>\n<p><strong>L\u00e4nggassstrasse 51<\/strong><\/p>\n<p><strong>CH 3000 Bern 9<\/strong><\/p>\n<p><strong>Tel.: ++41 (0)31 631 80 45<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fax: ++41 (0)31 631 48 33<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"mailto:christoph.mueller@theol.unibe.ch\"><strong>E-mail: christoph.mueller@theol.unibe.ch<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.cx.unibe.ch\/theol\/evang\/dekan.htm\">**<\/a><a href=\"http:\/\/www.cx.unibe.ch\/theol\/evang\/dekan.htm**\">http:\/\/www.cx.unibe.ch\/theol\/evang\/dekan.htm**<\/a><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr meine Erarbeitung dieser Predigt wichtige Literatur<\/strong>:<\/p>\n<p>Berger, Peter L. (1970): Auf den Spuren der Engel. Die moderne Gesellschaft und die Wiederentdeckung der Transzendenz, Frankfurt.<\/p>\n<p>Cr\u00fcsemann, Frank (1978): &#8222;&#8230;er aber soll dein Herr sein&#8220; (Genesis 3, 16). Die Frau in der patriarchalischen Welt des Alten Testamentes, in: F.Cr\u00fcsemann\/ H.Thyen: Als Mann und Frau geschaffen. Exegetische Studien zur Rolle der Frau, Gelnhausen\/ Berlin\/ Stein, 13-106.<\/p>\n<p>Ebach, J\u00fcrgen (1986): Ursprung und Ziel. Erinnerte Zukunft und erhoffte Vergangenheit. Biblische Exegesen, Reflexionen, Geschichten, Neukirchen-Vluyn.<\/p>\n<p>Ebach, J\u00fcrgen (1996): Streiten mit Gott. Das Buch Hiob. Teil 2. Hiob 21-42, Neukirchen-Vluyn.<\/p>\n<p>G\u00f6rg, Manfred (1987): Das Menschenbild der Priesterschrift, in: Bibel und Kirche 42, 21-29.<\/p>\n<p>Marti, Kurt (2000): Aber der Mensch&#8230; Ein Gespr\u00e4ch, in: ZeitSchrift 49, 324-329.<\/p>\n<p>Weippert, Manfred (1998): Tier und Mensch in einer menschenarmen Welt. Zum sog. dominium terrae in Genesis 1, in: H.-P. Mathys, H.-P. (Hrsg., 1998): Ebenbild Gottes &#8211; Herrscher \u00fcber die Welt. Studien zu W\u00fcrde und Auftrag des Menschen (Biblisch-theologische Studien 33), Neukirchen-Vluyn, 35-55.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jubilate | 6. Mai 2001 | 1. Mose 1,1-2,4a | Christoph M\u00fcller | (Ich gehe davon aus, dass der ganze Text als Predigttext gelesen wird (es ist ja kein schwer lesbarer und \u00fcberlanger Text &#8211; und dazu beeindruckend rhythmisch-poetisch), und dass keine Textverschnitt-Willk\u00fcr befolgt wird)) Liebe Gemeinde, Ein Kind erwacht \u2013 von schweren Tr\u00e4umen aufgeschreckt. 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