{"id":22232,"date":"2001-04-21T11:01:02","date_gmt":"2001-04-21T09:01:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22232"},"modified":"2025-03-21T11:03:35","modified_gmt":"2025-03-21T10:03:35","slug":"johannes-171-8-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-171-8-3\/","title":{"rendered":"Johannes 17,1-8"},"content":{"rendered":"<h3>Palmsonntag | 8. April 2001 | Johannes 17,1-8 | Karin Klement |<\/h3>\n<p><strong>Predigttext:<\/strong><\/p>\n<p>Jesus blickte zum Himmel auf und sagte: \u201eVATER, meine Stunde ist gekommen! Enth\u00fclle die Herrlichkeit deines Sohnes, damit der Sohn deine Herrlichkeit enth\u00fcllen kann.<\/p>\n<p>Du hast ihm ja die Macht \u00fcber alle Menschen gegeben, damit er denen, die du ihm anvertraut hast, ewiges Leben schenkt. Und das\u00a0ewige Leben\u00a0besteht darin, dich zu erkennen, den einzig wahren GOTT, und den, den du gesandt hast, JESUS CHRISTUS. Ich habe deine Herrlichkeit auf der Erde sichtbar gemacht; denn ich habe die Aufgabe erf\u00fcllt, die du mir \u00fcbertragen hast.<\/p>\n<p>VATER, gib mir nun wieder die Herrlichkeit, die ich schon bei dir hatte, bevor die Welt geschaffen wurde!<\/p>\n<p>Ich habe dich den Menschen bekannt gemacht, die du mir in der Welt anvertraut hast. Sie geh\u00f6rten dir, und du hast sie mir gegeben. Sie haben\u00a0dein Wort\u00a0ernst genommen und wissen jetzt, dass alles, was du mir gegeben hast, wirklich von dir stammt.<\/p>\n<p>Ich habe ihnen die Worte mitgeteilt, die ich von dir erhalten hatte, und sie haben sie aufgenommen. Sie haben klar erkannt, dass ich wirklich von dir gekommen bin, und zweifeln nicht daran, dass du mich gesandt hast.\u201c<\/p>\n<p><em>(Die Gute Nachricht)<\/em><\/p>\n<p><strong>Predigt:<\/strong><\/p>\n<p>Liebe gro\u00dfe und kleine Menschenkinder!<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>\u201e<strong>Wie soll ich dich empfangen und wie begegn` ich dir<\/strong>\u201c \u2013 ein Adventslied haben wir eben gesungen. Es steht unter ADVENT in unserem Gesangbuch, weil die gleiche Geschichte Jesu von seinem \u201eEinzug in Jerusalem\u201c sowohl am Beginn der Adventszeit, als auch heute zum Auftakt der Karwoche gelesen wird. Advent ist zwar ebenso eine Bu\u00df- und Vorbereitungszeit wie die Zeit vor Ostern, doch gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig beginnt damit f\u00fcr uns eher die Zeit der Vorfreude auf den kommenden Gottessohn. Dann erwarten wir die Geburt eines neuen Lebens: Gott selber wird Mensch in einem hilflos-kleinen Kind! Palmsonntag dagegen ist der Anfang vom Ende; damit beginnen die letzten leidvollen Lebenstage Jesu hier auf der Erde. Was haben beide \u2013 Freude und Leiden im Angesicht Jesu \u2013 miteinander zu tun? Sind es nicht vielmehr ganz entschiedene, unvereinbare Gegens\u00e4tze, gerade auch wenn wir auf unser eigenes Leben blicken?<\/p>\n<p>Als Jesus nach Jerusalem kommt, rufen ihm die Menschen ihr begeistertes \u201eHosianna\u201c zu. \u201eGelobt sei, der da kommt im Namen Gottes!\u201c Es ist nicht nur der Glanz einer ber\u00fchmten Pers\u00f6nlichkeit, Publicity und Starglamour, der sie anzieht. Ich glaube, sie freuen sich wirklich auf die Begegnung mit Jesus, von dem sie schon soviel Gutes geh\u00f6rt haben. (Ihr Kinder habt uns das vorhin deutlich vor Augen und Ohren gef\u00fchrt.) Seine Predigten und Heilungswunder haben die Herzen der Menschen ber\u00fchrt. Seine Auferweckung des Lazarus \u2013 wenn sie denn trotz menschlicher Zweifel stimmt \u2013 erf\u00fcllt ihre k\u00fchnsten Tr\u00e4ume und Hoffnungen: Ewiges Leben! Ein Ende von Not, Leid und Elend. Stattdessen Gemeinschaft mit Gott, Anteilnahme an der Macht und prachtvollen Hoheit eines neuen, gewaltigen K\u00f6nigs, vergleichbar sogar mit dem einzigartigen K\u00f6nig David.\u00a0<em>Ist es denn verwerflich, sich und den Menschen, die man liebt, ein besseres Leben zu w\u00fcnschen? Tr\u00e4ume zu haben von einer Zukunft, die frei ist von Krankheit, Leiden und Tod?<\/em>\u00a0Doch der Hoffnungstr\u00e4ger unz\u00e4hliger Erwartungen pr\u00e4sentiert sich merkw\u00fcrdig ohnm\u00e4chtig und schwach: ein K\u00f6nig?? auf einem Esel? Ein Weiser auf einem Narrentier? Einer auf dem Gipfel seiner Macht \u2013 macht sich l\u00e4cherlich. Er gibt ein irritierendes Schauspiel vor den Augen der Menge.\u00a0Jetzt\u00a0laufen sie ihm nach;\u00a0jetzt\u00a0l\u00e4ge es in seiner Hand, die Massen zu bewegen, wohin er will. Seine Stunde ist da! Aber keine Stunde des Triumphs, vielmehr die Stunde der Entscheidung; die Stunde der Offenbarung: GOTT ist so ganz anders, als Menschen sich vorstellen. Gott leidet mit an den unleidlichen Zust\u00e4nden dieser Welt. Gott k\u00e4mpft und l\u00e4sst sich niederschlagen, weil ER nichts anderes repr\u00e4sentiert als die un-bedingte Liebe. Das Schwingen der Palmenzweige \u2013 einem K\u00f6nig zur Ehre und Verherrlichung erwiesen \u2013 ger\u00e4t zu abwinkendem Hohn und verlachenden Spott. In den Augen der Menschen gibt Jesus die Gunst der Stunde preis, die Chance zur \u201eMachtergreifung\u201c.<\/p>\n<p>Er geht einen anderen Weg, einen schweren Gang; er geht seinen Weg ans Kreuz. Heute am Palmsonntag jubelt man ihm noch zu. Doch in wenigen Tagen, an Karfreitag, wird er unbarmherzig get\u00f6tet. Ein Unschuldiger wird gefoltert und grausam hingerichtet. Und jedes Mal, wenn wir uns an dieses besondere Geschehen erinnern, stehen uns wohl auch noch viele andere\u00a0<strong>Kreuze<\/strong>\u00a0vor Augen: die Kreuze der Kriegsopfer unserer Gegenwart im ehemaligen Jugoslawien, die Kreuze voller unvers\u00f6hnlichem Hass in Israel und Pal\u00e4stina. Die Kreuze f\u00fcr das Leiden der Kinder, die aus unseren beh\u00fctenden Armen in einen gewaltsamen Tod gerissen werden.<\/p>\n<p>Kreuze des Leidens und der Anfechtung; Kreuze auf unseren Friedh\u00f6fen, die f\u00fcr Erfahrung von Verlust und Trauer stehen. Aber auch unsichtbare Kreuze pers\u00f6nlicher Schuld, eigenen Versagens, an denen wir zu tragen haben, die uns das Herz schwer machen. Angesichts des einen und unz\u00e4hliger weiterer Kreuze tun sich Abgr\u00fcnde auf: an Schmerz und Hilflosigkeit, an Auflehnung und Zorn. Warum kann es nicht ein Leben ohne Kreuze, ohne Leiden geben? Warum liegen Hoffnung und Verzweiflung immer so dicht beieinander?<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Jesus schl\u00e4gt die Stunde, in der sich Tod und Abschied wie \u00fcberm\u00e4chtig in sein Leben dr\u00e4ngen. W\u00e4hrend die Menge ihn noch mit jubelnden Hosiannarufen vor den Toren Jerusalems feiert und Palmenzweige als Siegessymbole vor ihm ausbreitet, ballen sich die dunklen Wolken t\u00f6dlicher Verschw\u00f6rung \u00fcber ihm zusammen. So eng verbunden liegt beides beieinander: der Gipfel der Begeisterung und der Sturz in tiefste Verlassenheit, helle Freude und d\u00fcsterer Schmerz bis in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Jesus ergeht es genau wie uns Menschen und zugleich doch ganz anders.<\/strong>\u00a0Er geht seinen Weg freiwillig und im vollen Bewusstsein dessen, was vor ihm liegt, und was sein Auftrag ist. Was ihm widerf\u00e4hrt, l\u00e4sst ihn nach au\u00dfen hin ohnm\u00e4chtig erscheinen. Doch an keiner Stelle seiner Leidensgeschichte l\u00e4sst er sich tats\u00e4chlich das Gesetz des Handelns aus der Hand nehmen: Weder im Garten Gethsemane, als Petrus durch Waffeneinsatz seine Verhaftung verhindern wollte, noch als die Ankl\u00e4ger ihn mit dem Schein des Rechts befragen und verurteilen. Kein Erstarren angesichts einsch\u00fcchternder Folter, kein Verstummen aus Angst um sein Leben. In seinem offenen Reden und souver\u00e4nen Handeln bleibt er Gottes Auftrag und sich selber treu. Sein K\u00f6rper wird gebrochen, doch sein Geist bleibt frei. Und gerade darin offenbart er die ohnm\u00e4chtige Erb\u00e4rmlichkeit der sogenannten M\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Nicht viele Menschen k\u00f6nnen sich solch eine innere Freiheit und Gelassenheit bewahren angesichts von Folter und Tod. Einer, der das \u00fcber mehrere Jahre durchhielt bis in seinen gewaltsamen Tod am 9. April 1945 war der Pfarrer, Dietrich Bonhoeffer. Von ihm sagte der Lagerarzt im KZ Flossenb\u00fcrg; er habe noch niemals einen Menschen einerseits so tr\u00f6stend gegen\u00fcber seinen Mitgefangenen erlebt und andererseits so aufrecht in den Tod am Galgen gehen sehen, wie ihn.<\/p>\n<p>Was aber hilft uns Menschen, den Schrecken des Todes auszuhalten, und der Grausamkeit menschlicher H\u00e4rte den eigenen Glauben, das Vertrauen in einen g\u00fctigen Gott entgegenzusetzen?<\/p>\n<p>Der\u00a0Evangelist Johannes\u00a0musste wohl zusammen mit der fr\u00fchen christlichen Gemeinde immer wieder die Erfahrung von Verfolgung und Verachtung machen. Immer wieder auch der Versuch, ihren Glauben an den auferstandenen HERRN mit dem oftmals beschwerlichen und gef\u00e4hrdeten Leben der kleinen Christengemeinde in Beziehung zu setzen. Das Einzige, was wirklich helfen kann, mit dem Lebensbedrohlichen zurechtzukommen, darin nicht unterzugehen, ihm stattdessen alle Macht abzusprechen, ist das Vertrauen in die Gegenwart Gottes, auch und gerade mitten im Leiden. So versucht es Johannes seinen Mitchristen zu vermitteln und in seinem Bericht \u00fcber die letzten Tage Jesu Christi h\u00e4lt er inne und l\u00e4sst uns teilhaben an einem einsamen Zwiegespr\u00e4ch. Jesus betet zu Gott \u2013 an der Schwelle zwischen Leben und Tod.<\/p>\n<p>H\u00f6ren wir aus dem 17. Kap. des Joh.Ev.: TEXT<\/p>\n<p>&#8222;Vater, die Stunde ist da!\u201c: Jesus geht in den Tod. Er hat Abschied genommen von seinen Freunden. Was jetzt noch zu sagen ist, sagt er Gott. Dankend blickt er zur\u00fcck auf seinen Lebensweg und zugleich bittend f\u00fcr jene, die ihm von Gott ans Herz gelegt wurden. Er zieht ein Res\u00fcmee seines Lebens, das er zum Schluss mit seinem letzten Wort am Kreuz best\u00e4tigt: \u201eEs ist vollbracht!\u201c Seine Aufgabe ist erf\u00fcllt. In seiner Person ist Gottes Herrlichkeit f\u00fcr alle Menschen erkennbar und anschaulich geworden. In seinem Reden und Handeln hat sich gezeigt, wie der lebendige Gott selber ist, und wie er uns Menschen begegnet. \u201eGottes Herrlichkeit\u201c meint wohl so etwas wie das Licht, der Glanz der Gegenwart Gottes mitten in seiner Sch\u00f6pfung und mitten unter den Menschen, sogar (oder erst recht) dann, wenn sie leiden.<\/p>\n<p>Wenn Jesus bittet \u201everherrliche deinen Sohn\u201c, dann bittet er um Gottes N\u00e4he in der Finsternis seines bevorstehenden Todes. Wenn Jesus betet: \u201eVater, bleibe dicht bei mir in aller Verzweiflung und Angst. Sei mir ein Lichtglanz, selbst in der dunkelsten Stunde.\u201c Dann ist das Ansporn f\u00fcr unser Gebet. Dann k\u00f6nnen wir glauben, dass immer dort, wo Menschen und andere Gesch\u00f6pfe Gottes leiden, Gott nicht fern ist. Er steht nicht \u201edar\u00fcber\u201c, sondern im Gegenteil: Gott steckt tief darinnen. Gott leidet mit.<\/p>\n<p>Ich denke an eine Geschichte, die Elli Wiesel aus dem KZ Auschwitz erz\u00e4hlt. Eine furchtbare Geschichte und dennoch nur ein Beispiel f\u00fcr menschliche Grausamkeit und menschliches Leiden: Die SS erh\u00e4ngte zwei j\u00fcdische M\u00e4nner und einen Jungen vor der versammelten Lagermannschaft. Die M\u00e4nner starben rasch, aber der Todeskampf des Jungen dauerte eine halbe Stunde.\u00a0<em>Wo ist hier Gott?<\/em>\u00a0Wurde Elli Wiesel von einem Menschen neben ihm gefragt. Er wagte nicht zu antworten. Als nach endlos langer Zeit, der Junge sich immer noch am Strick qu\u00e4lte, h\u00f6rte Elli Wiesel die Stimme wieder:\u00a0<em>Wo ist Gott jetzt?<\/em>\u00a0Und mit einem Mal wusste er die Antwort:\u00a0<em>Hier ist er! Gott selber h\u00e4ngt dort am Galgen&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Gott selbst h\u00e4ngt dort am Galgen! Nirgendwo anders kommt Gott den Menschen so nahe, wie in ihren tiefsten Ohnmachts- und Leidenserfahrungen. Nicht, weil er das Leiden will, sondern weil wir ihn dort am dringendsten brauchen. Auf den Gesichtern der Geschundenen liegt ein Glanz aus Gottes Herrlichkeit, der ihnen ihre W\u00fcrde wiedergibt.<\/p>\n<p>Erfahrungen von Leiden, Schuld, Anfechtung und Todesbedrohung bleiben niemanden in diesem Leben erspart. Aber erst die Erkenntnis, dass Gott auch darin mitten unter uns ist, weckt den Mut, die Augen vor der Realit\u00e4t nicht zu verschlie\u00dfen. Das Vertrauen in die Gegenwart Gottes schenkt uns jene innere Gelassenheit, die uns hilft, den schlimmen Erfahrungen standzuhalten.<\/p>\n<p>Nur so ist volles, ganzes, ja erf\u00fclltes Leben m\u00f6glich. Der Evangelist Johannes definiert es als\u00a0&#8222;ewiges Leben&#8220;: den wahren, die Welt liebenden Gott erkennen; Gott schauen mit den Augen eines Kindes voller Vertrauen und in der Gewissheit, dass uns nichts trennen kann von Gottes Liebe \u2013 nicht einmal der Tod! Jesus hat uns von Gott erz\u00e4hlt, beispielhaft gezeigt, wie Gott mit uns umgehen will: Als er die Kinder segnete, die andere von ihm fernhalten wollten. Als er Menschen von ihrer Schuld entlastete, ihre L\u00e4hmungen aufhob und ihnen die Augen \u00f6ffnete. Das ist ewiges Leben! Nicht abstrakt, unbegrenzt und fern von dieser Welt, sondern mitten drin. Ewiges Leben beginnt dort, wo wir uns von Christus an die Hand nehmen lassen; wo Anfang und Ende des Lebens zusammen kommen, wo wir unsere Mitte wiederfinden; wo wir uns vom Leid nicht \u00fcberw\u00e4ltigen, sondern hindurchhelfen lassen. Das ist der Auftrag Jesu; daf\u00fcr ist er gekommen \u2013 uns und der ganzen Welt zum Heil!<\/p>\n<p>AMEN<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Vorbemerkungen:<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Jahr feiern wir an Palmarum nur in Herberhausen einen Familien-Gottesdienst mit dem Kindergarten. Zwei Erzieherinnen haben mit mehreren Kindern ein kurzes Anspiel zur Evangeliumslesung \u201eEinzug Jesu in Jerusalem\u201c vorbereitet. Die Sprechertexte der Kinder fragen danach,\u00a0wer das ist, der da kommt: Einer, der Kranke heilt und Tote auferweckt. Einer, der 5000 Menschen satt bekommt mit 5 Broten und 2 Fischen. Einer, der sich um die armen Menschen k\u00fcmmert und ein ebenso gro\u00dfer K\u00f6nig wie K\u00f6nig David sein soll. Andererseits \u2013\u00a0<em>welcher K\u00f6nig reitet schon auf einem Esel?<\/em>\u00a0Er ist einer, der viele Freunde hat \u2013 und viele Neider! Egal, was die Leute \u00fcber ihn sagen: \u201eLasst uns gehen, ihn selber anzusehen!\u201c So endet das kurze Spiel und l\u00e4dt ein zu einer pers\u00f6nlichen Begegnung mit diesem ungew\u00f6hnlichen Menschen- und Gotteskind.<\/p>\n<p>Trotz der vielen Kinder m\u00f6chte ich diesmal keine \u201eKinderpredigt\u201c halten. Ich w\u00fcsste nicht, wie ich den vorgeschlagenen Predigttext aus Joh. 17 \u2013 Anfang eines hohepriesterlichen Gebets Jesu \u2013 in kindgerechte Worte und Bilder umsetzen sollte. Auch wenn die Gute Nachricht etwas verst\u00e4ndlicher formuliert, spricht mich nach einigem Lesen doch eher der Luthertext mit seiner geheimnisvoll-abgehobenen Rede an. Augenscheinlich geht es hier um eine h\u00f6chst vertrauliche Beziehung zwischen Vater und Sohn, zwischen Gott und Christus. Hier blicken wir quasi dem Gottessohn \u00fcber die Schulter und h\u00f6ren Worte, die anscheinend nicht f\u00fcr unsere Ohren gedacht sind. Wie in einem Film oder beim Lesen eines fremden Tagebuches l\u00e4sst uns der Evangelist Johannes in das Herz des Gottessohnes schauen und seine innersten Gedanken h\u00f6ren. Wir begegnen einer anderen Seite JESU; seinem Einssein mit dem himmlischen Vater. Wir d\u00fcrfen Anteil nehmen \u2013 wie Schl\u00fcssellochgucker \u2013 an der \u201everherrlichenden\u201c Liebe zwischen Gott und seinem Sohn.<\/p>\n<p>Das Thema seines Gebetes ist die Offenbarung von Gottes Herrlichkeit mitten in Leid und Tod. Auf der untersten Stufe des Seins, im Tod, zeigt sich Gottes Liebe. Gott stirbt, damit wir Menschen Vertrauen und Hoffnung in IHN haben, IHM folgen durch die Finsternis des Todes in das alles \u00fcberstrahlende Licht seiner Liebe.<\/p>\n<p>Diese Worte, Jesus in den Mund gelegt, wirken auf jene, die sie h\u00f6ren, wie ein st\u00e4rkender Appell zum Glauben; wie eine best\u00e4tigende Gewissheit, dass sie mit Jesus auf dem richtigen Wege sind, trotz und entgegen allen widersprechenden Erfahrungen.<\/p>\n<p><strong>Pastorin Karin Klement<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kirchengemeinden Roringen u. Herberhausen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lange Stra\u00dfe 42<\/strong><\/p>\n<p><strong>37077 G\u00f6ttingen OT Roringen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"mailto:karin.klement@evlka.de\"><strong>E-Mail: karin.klement@evlka.de<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Palmsonntag | 8. April 2001 | Johannes 17,1-8 | Karin Klement | Predigttext: Jesus blickte zum Himmel auf und sagte: \u201eVATER, meine Stunde ist gekommen! 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