{"id":22271,"date":"2001-08-21T12:12:19","date_gmt":"2001-08-21T10:12:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22271"},"modified":"2025-03-21T12:14:25","modified_gmt":"2025-03-21T11:14:25","slug":"matthaeus-1344-46-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-1344-46-7\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 13,44- 46"},"content":{"rendered":"<h3>9. Sonntag nach Trinitatis | 12. August 2001 | Matth\u00e4us 13,44- 46 | J\u00fcrgen Berghaus |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde !<\/p>\n<p>Zu den Besonderheiten der Verk\u00fcndigung Jesu geh\u00f6rte es, da\u00df er viele Gleichnisse erz\u00e4hlte &#8211; zwei ganz kurze davon bilden heute die Grundlage meiner Predigt : die Gleichnisse vom Schatz im Acker und von der kostbaren Perle.<\/p>\n<p>Gleichnisse &#8211; sie rufen nach einer Deutung, sie wollen \u00fcber sich selbst hinaus auf etwas anderes hin-weisen, sie sprechen in Worten unserer Welt von der Wirklichkeit Gottes. Aber wie sonst k\u00f6nnten wir von Gott sprechen, wenn nicht in Worten unserer erfahrbaren Wirklichkeit ? Freilich darf auf diese Wei-se nicht der Unterschied zwischen Gott und uns Menschen eingeebnet werden. Auch wenn wir in menschlichen Bildern von Gott reden, wird ER doch niemals zu unsrem Eigentum, \u00fcber das wir frei verf\u00fcgen k\u00f6nnten. Aber etwas Anderes als unsere menschlichen Begriffe und Bilder haben wir ja nicht; und wo immer das Reden von Gott in einer Sprache erfolgt, die von den H\u00f6rerinnen und H\u00f6rern nicht mehr verstanden werden kann, da ist es nichts als unn\u00fctzes Wortgeklingel.<\/p>\n<p>Gleichnisse sind konkret und anschaulich. Das im Gleichnis Erz\u00e4hlte l\u00e4\u00dft sich leicht nachvollziehen, eben weil es so dicht an unserer eigenen Erfahrung liegt. Offen bleibt freilich, ob mir beim Predigen die \u00dcbertragung auf Gott gelingt &#8211; und wenn sie gelungen scheint : ob ich auch wirklich den entscheidenden Punkt getroffen habe.<\/p>\n<p>So ist eine Predigt \u00fcber Gleichnisse ein auf den ersten Blick einfaches, aber doch riskantes Unternehmen. Und wie auch sonst, gilt hier f\u00fcr Sie als H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer die Einladung : &#8222;Pr\u00fcfet alles, und das Beste behaltet !&#8220; Ich m\u00f6chte im folgenden zun\u00e4chst die beiden Personen beschreiben, die uns im P.T. begegnet sind; danach schauen wir uns ihren gro\u00dfen Fund genauer an; und schlie\u00dflich sollen uns auch noch die Folgen dieses Fundes interessieren.<\/p>\n<ol>\n<li>ZWEI GL\u00dcCKSPILZE<\/li>\n<\/ol>\n<p>Liebe Gemeinde, die beiden Gleichnisse Jesu vom Schatz im Acker und von der kostbaren Perle erz\u00e4hlen von zwei unterschiedlichen Menschen, die eine Entdeckung machen, durch die ihr Leben von Grund auf ver\u00e4ndert wird.<\/p>\n<p>Der erste arbeitet auf einem Acker, der ihm gar nicht selber geh\u00f6rt. Vielleicht ein Tagel\u00f6hner : jemand, der &#8211; f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse durchaus normal &#8211; jeden Morgen neu seine Arbeitskraft auf dem Markt anbietet und von irgendeinem Grundbesitzer gemietet wird, solange die Arbeit reicht. Ein Mensch, der von Tag zu Tag lebt, ja leben mu\u00df &#8211; und dessen wirtschaftliche Existenz auf \u00fcberaus wackeligen F\u00fc\u00dfen steht. Solch einem Menschen g\u00f6nnen wir seine wunderbare Entdeckung gern : ein Schatz, der alle materielle Sorgen auf einen Schlag beseitigt und der auf diese Weise eine gl\u00fcckliche Zukunft verspricht.<\/p>\n<p>Der andere : ein wohlhabender Kaufmann. Jemand, der mit Schmuck und Wertgegenst\u00e4nden handelt und der wohl auch selbst schon lange sein Sch\u00e4fchen ins Trockene gebracht hat. Doch auch dieser k\u00fchl kal-kulierende Kapitalist ist ganz aus dem H\u00e4uschen, als er jene einzigartige Perle findet. All sein Verm\u00f6gen setzt er ein, um sie in seinen Besitz zu bringen.<\/p>\n<p>Zwei Gl\u00fcckspilze : der eine arm, der andere reich. Ob Jesus uns damit f\u00fcr das Folgende aufschlie\u00dfen m\u00f6chte, da\u00df er so unterschiedliche Charaktere auf die B\u00fchne bringt ? &#8222;Egal, welche gesellschaftliche Stellung du hast oder wie es innerlich um dich bestellt ist&#8220;, so h\u00f6re ich Jesus reden, &#8222;auch und gerade f\u00fcr dich ist das bestimmt, was ich jetzt erz\u00e4hlen will.&#8220; Wir d\u00fcrfen gespannt sein, wie\u00b4s weitergeht.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>GOTTES REICH ALS FUNDSACHE<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der arme Tagel\u00f6hner und der reiche Kaufmann finden jeweils etwas f\u00fcr sie ganz Wichtiges: der eine einen Geldschatz, der andere ein wertvolles Schmuckst\u00fcck. &#8222;So etwas Besonderes, so etwas ungeheuer Wertvolles ist das Himmelreich&#8220;, sagt Jesus allen, die ihn damals h\u00f6rten und heute h\u00f6ren. &#8222;Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen !&#8220; Ja, liebe Gemeinde, es ist schon mitten unter uns &#8211; wir m\u00fcssen blo\u00df die Augen aufmachen und danach suchen.<\/p>\n<p>Gottes Reich als Fundsache &#8211; das scheint mir der entscheidende Inhalt unserer beiden Gleichnisse zu sein. Keine Fundsache aus menschlicher Verge\u00dflichkeit; sondern hier k\u00f6nnen wir etwas finden, was Gott versteckt hat &#8211; so, wie es an Ostern mit den Eiern f\u00fcr die Kinder geschieht. Seht nur, wie ganz anders Gottes Himmelreich ist als das, was unter uns Menschen hoch im Kurs steht ! Hier gilt nicht der Vor-rang des st\u00e4rkeren Ellenbogens, hier kommt es nicht auf dicke Bankkonten oder auf konzentrierte Wirtschaftsmacht an &#8211; nein : Im Dreck verbuddelt, unscheinbar, ohne gro\u00dfes Brimborium will Gottes Reich unter uns Gestalt gewinnen.<\/p>\n<p>Wie gesagt : Mitten unter uns. Keineswegs erst am Sankt Nimmerleinstag, keineswegs dort oben hinter Wolke 17. Der wahre Schatz Gottes, Seine herrlichste Perle &#8211; sie sind schon l\u00e4ngst gelandet auf unserer Erde. Jene Leute, die damals Jesus mit eigen Augen und Ohren erlebt hatten, die sp\u00fcrten das ganz deutlich. Und auch sp\u00e4ter wurden immer wieder neue Erfahrungen mit dem in unsere Welt herein-brechenden Gottesreiches gemacht.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend der Tagel\u00f6hner zuf\u00e4llig seinem Gl\u00fcck begegnete, hatte der Kaufmann schon lange danach gesucht. Dem einen f\u00e4llt es unerwartet vor die F\u00fc\u00dfe, der andere war ihm bereits engagiert auf den Ver-sen. So kann es einem gehen mit Gottes Reich, l.G. : Es lassen sich keine Regeln anf\u00fchren, wie man\u00b4s am besten finden kann. Doch wer es gefunden hat, wer pl\u00f6tzlich bemerkt : Hier ist Gott mir und den anderen ganz nahe gekommen &#8211; der wei\u00df schon, welchen Gewinn er gemacht hat. Ja, es ist wirklich ein Gl\u00fccksfall, unter all den vielf\u00e4ltigen Gesch\u00e4ftigkeiten unserer Welt Gottes Wirken entdecken zu k\u00f6nnen!<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>GOTTES REICH VERHILFT ZU NEUEN SCHRITTEN<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nachdem der Tagel\u00f6hner und der Kaufmann auf Schatz und Perle gesto\u00dfen sind, werden sie ungeheuer aktiv : Sie setzen ihr ganzes Verm\u00f6gen und alle ihre Kr\u00e4fte ein, um das Gefundene zu behalten und es blo\u00df nicht wieder zu verlieren. &#8222;So ist es auch mit dem Reich Gottes&#8220;, will Jesus uns sagen, &#8222;wer es ein-mal entdeckt hat, wird in Bewegung gesetzt; scheinbar unverr\u00fcckbare Grenzen werden durchl\u00e4ssig, denn Gottes Reich verhilft zu neuen Schritten.&#8220;<\/p>\n<p>Aber wollen wir das \u00fcberhaupt, liebe Gemeinde ? Haben wir uns nicht im gro\u00dfen und ganzen bequem eingerichtet in unserem Leben, so da\u00df uns eine Ver\u00e4nderung eher beunruhigen w\u00fcrde ? An dieser Stelle ist es wohl gut, auf Jesus, den Gleichniserz\u00e4hler, zu schauen : Er ersp\u00fcrte bei die Johannestaufe am Jordan die Gegen-wart Gottes und h\u00f6rte die Zusage des Ewigen : &#8222;Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefal-len&#8220;. Da ergab es sich f\u00fcr ihn wie von selbst, alles zu verlassen und durch die Lande zu ziehen, um von Gott zu erz\u00e4hlen und Seine heilsame Kraft weiterzugeben. Welche Wege m\u00f6gen es sein, die Gott uns f\u00fchren wird, wenn er uns in sein Reich einl\u00e4\u00dft ? Wir d\u00fcrfen uns \u00fcberraschen lassen !<\/p>\n<p>== nochmalige Verlesung des Predigttextes. == (&#8230; ) Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrer J\u00fcrgen Berghaus<\/strong><\/p>\n<p><strong>Leverkusen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"mailto:berghaus@ekir.de\"><strong>berghaus@ekir.de<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>9. Sonntag nach Trinitatis | 12. 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