{"id":22283,"date":"2001-08-21T12:28:37","date_gmt":"2001-08-21T10:28:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22283"},"modified":"2025-03-21T12:31:51","modified_gmt":"2025-03-21T11:31:51","slug":"1-mose-122","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-mose-122\/","title":{"rendered":"1.Mose 12,2"},"content":{"rendered":"<h3>Konfirmationspredigt zu einem Gottesdienst mit Erwachsenenkonfirmation | 1.Mose 12,2 | Almut Henze-Iber |<\/h3>\n<p><strong>Vorbemerkung:<\/strong>\u00a0In diesem Gottesdienst wurden 24 \u00e4ltere Jugendliche und Erwachsene aus der ehemaligen Sowjetunion konfirmiert, die zuvor an einem Kurs \u201cKonfirmandenunterricht f\u00fcr Erwachsene\u201d teilgenommen haben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der f\u00fcnfmonatigen Konfirmandenzeit hing in der Kirche ein Bild zu dem Bibelwort 1. Mose 12,2, in das Photos von allen Konfirmandinnen und Konfirmanden hineingeklebt waren.<\/p>\n<p><strong>Ablaufplan:<\/strong><\/p>\n<p>Vorspiel (Einzug)<\/p>\n<p>Begr\u00fc\u00dfung<\/p>\n<p>Lied: EG 447,1-3.7: Lobet den Herren<\/p>\n<p>Gebet<\/p>\n<p>Lesung: 1. Mose 12,1-4<\/p>\n<p>Instrumentalmusik<\/p>\n<p>Predigt \u00fcber 1. Mose 12,2<\/p>\n<p>Lied: EG 317: Lobe den Herren<\/p>\n<p>Worte an die KonfirmandInnen<\/p>\n<p>Credo<\/p>\n<p>Konfirmationsfrage<\/p>\n<p>Gebet<\/p>\n<p>Lied: EG 365,1 Von Gott will ich nicht lassen<\/p>\n<p>Einsegnung<\/p>\n<p>Lied: EG 171: Bewahre uns Gott<\/p>\n<p>Worte an die Neukonfirmierten\/Worte an die Gemeinde<\/p>\n<p>Lied: 331,1+5: Gro\u00dfer Gott, wir loben dich<\/p>\n<p>Abk\u00fcndigungen<\/p>\n<p>Lied: 324: Ich singe dir mit Herz und Mund<\/p>\n<p>F\u00fcrbittengebet<\/p>\n<p>Abendmahl<\/p>\n<p>Dankgebet<\/p>\n<p>Lied: EG 561 (3x): Herr, wir bitten, komm und segne uns<\/p>\n<p>Segen<\/p>\n<p>Nachspiel<\/p>\n<p><strong>Konfirmationspredigt \u00fcber 1. Mose 12,2: Gott spricht: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden! Liebe festliche Gemeinde!<\/p>\n<p>Wie es bei uns schon \u00fcblich ist, haben wir die Konfirmandenzeit mit einem Bild begonnen. Es h\u00e4ngt hier vorne im Altarraum.<\/p>\n<p>Dieses Bild stellt dar einen Abschnitt aus einer ganz bekannten Geschichte aus dem Alten Testament, n\u00e4mlich der Geschichte von Abraham. Wir haben diesen Abschnitt eben auch als Lesung geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>An Abraham ergeht die Stimme Gottes. Gott fordert Abraham auf, sein Land zu verlassen, sein Vaterhaus, seine Verwandtschaft, alles ihm Vertraute zur\u00fcckzulassen. Er soll in ein Land gehen, das Gott ihm zeigen will. Abrahams Nachkommen sollen, so verhei\u00dft Gott ihm, einmal so zahlreich sein wie die Sterne am Himmel. Und Gott verspricht Abraham:\u00a0<em>Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, wir haben \u00fcber diese Geschichte Abrahams im Konfirmandenunterricht geredet: \u00dcber den Mann, der eigentlich schon zu alt ist, sich noch einmal aufzumachen, der den gr\u00f6\u00dften Teil seines Lebens schon hinter sich hat, und der noch einmal &#8211; zusammen mit seiner Frau und seinen engsten Angeh\u00f6rigen &#8211; ganz von vorne anfangen wird. Was auf ihn zukommt, wei\u00df er dabei nicht.<\/p>\n<p>\u201cWie bei uns\u201d, hat eine Konfirmandin spontan gesagt. \u201cAuch wir haben doch alles zur\u00fcckgelassen: unseren Besitz, unsere H\u00e4user und G\u00e4rten, viele Erinnerungen, vertraute Menschen, Freunde, mit denen wir lange gelebt haben, dazu unsere Gr\u00e4ber, unsere Wurzeln, ja unser ganzes bisheriges Leben. Um uns aufzumachen in ein anderes Land. In eine ungewisse Zukunft.\u201d<\/p>\n<p>\u201cUnd so verschieden alt wir sind\u201d, so erz\u00e4hlten sie weiter: \u201cf\u00fcr alle, f\u00fcr jeden und jede von uns war das ein gro\u00dfer Schritt: f\u00fcr die Kleinen in der Familie genauso wie f\u00fcr die Gro\u00dfen, wie f\u00fcr die Alten.\u201d<\/p>\n<p>Was kommen w\u00fcrde, war f\u00fcr alle unklar. Da gab es zwar schon Berichte und Erz\u00e4hlungen von anderen: Aber es selber zu erleben, ist doch immer etwas anderes.<\/p>\n<p>Und doch haben Sie sich auf den Weg gemacht: vor f\u00fcnf sechs, sieben Jahren.<\/p>\n<p>Die Fahrt ging schnell: zwei\/drei Tage. Doch das Ankommen, das Heimischwerden das dauert l\u00e4nger, viel l\u00e4nger: Das Land, die Wohnung, die Nachbarn, die Schule, der Arbeitsplatz, die Br\u00e4uche und Gewohnheiten! So vieles war neu, musste kennen gelernt und organisiert werden. Und muss es f\u00fcr viele immer noch.<\/p>\n<p>Sechs, sieben Jahre hier, das ist f\u00fcr das Herz immer noch eine kurze Zeit.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Abraham war der Weg weit. Und alles andere als einfach. Viele Schwierigkeiten lagen da auf dem Weg. Bedrohungen und \u00c4ngste. Entt\u00e4uschungen und Irrwege.<\/p>\n<p>Ob er ankommen w\u00fcrde, da, wo Gott es ihm verhei\u00dfen hatte, war f\u00fcr ihn ungewiss. Vieles sprach eher dagegen.<\/p>\n<p>Aber Abraham vertraut darauf. Dieses Vertrauen gab ihm immer wieder Kraft. Doch Beweise, eine Garantie, dass es klappen w\u00fcrde, hatte er keine.<\/p>\n<p>Und so wird er so manche Nacht unter dem Sternenhimmel gestanden haben und sich und Gott gefragt haben, ob seine Entscheidung zum Aufbruch die Richtige gewesen ist.<\/p>\n<p><em>Gott spricht: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.<\/em><\/p>\n<p>Was ist denn nun Segen? Was hei\u00dft es, gesegnet zu sein? Diese Frage haben die Menschen Gott auch immer wieder gestellt, besonders dann, wenn es schwierig wurde, wenn man Zweifel an Gottes Segen bekam.<\/p>\n<p>Im Alten Testament gibt es eine wunderbare Erkl\u00e4rung, ganz kurz, ganz einfach, was Segen ist.<\/p>\n<p>Gott spricht:\u00a0<em>Ich bin mit dir!Ich bin mit dir!<\/em>\u00a0Das ist Gottes Segen. Er begleitet mich, wo immer ich auch hinziehe, wo immer mich auch mein Lebensweg hinverschl\u00e4gt.\u00a0<em>Ich bin mit dir,<\/em>\u00a0wo\u00a0<em>immer du auch hinziehst,<\/em>\u00a0sagt Gott. Er ist bei mir, was mir auch widerf\u00e4hrt. In guten und in schweren Zeiten gilt Gottes Versprechen.Darauf hat Abraham vertraut. Und darauf d\u00fcrfen wir vertrauen. Keiner von uns wei\u00df, wie unser Lebensweg weiter verl\u00e4uft, wohin er uns f\u00fchren wird. Wie wertvoll ist da Gottes Verhei\u00dfung:\u00a0<em>Ich bin mit dir!<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, an Abraham ist dieses Versprechen vor langer Zeit gegeben worden. Mit ihm wurden, so verhei\u00dft Gott, gesegnet alle seine Nachkommen, das ganze Volk Israel.<\/p>\n<p>Uns, uns Christen hat Gott diese Versprechen durch seinen Sohn Jesus Christus gegeben. In Jesus Christus hat Gott seinen Bund erneuert und uns durch die Taufe in diesen Bund mit hineingenommen. Daran werden wir heute bei der Konfirmation erinnert. Dazu wollen wir uns und besonders die Konfirmandinnen und Konfirmanden sich heute bekennen.<\/p>\n<p>Gott spricht:\u00a0<em>Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.<\/em><\/p>\n<p>Wenn wir nun diese Verhei\u00dfung genau betrachten, so enth\u00e4lt sie eigentlich zwei Teile.<\/p>\n<p>Wir, alle, die zu seinem Bund geh\u00f6ren, sind Gesegnete, und wir, die Gesegneten, sollen anderen zum Segen werden.\u00a0<em>Und du sollst ein Segen sein.<\/em><\/p>\n<p>Wir sollen Gottes Segen nicht nur f\u00fcr uns behalten, sondern er soll durch uns weitergetragen werden, er soll wirksam werden in unserem Umfeld und unserer Umgebung. Durch uns, jeden und jede einzelne von uns.<\/p>\n<p>Der Segen Gottes, der mit Str\u00f6men der Liebe regnet, wie wir gleich beim n\u00e4chsten Lied singen werden, braucht nicht gespart, nicht \u00e4ngstlich zur\u00fcckgehalten zu werden, sondern den k\u00f6nnen wir weitergeben: mit offenem Herzen und ohne die Sorge, dass er knapp wird.<\/p>\n<p>Wirksam werden kann Gottes Segen z.B. in unserem Zusammenleben. Auch und gerade zwischen Einheimischen und Neuzugezogenen:<\/p>\n<p>Da, wo wir einander wahrnehmen, aufeinander zugehen und uns zur Seite stehen.<\/p>\n<p>Wo wir uns mit Wohlwollen und Verst\u00e4ndnis begegnen, einander achten und nicht vorschnell \u00fcbereinander urteilen. Da kann sich Gottes Segen entfalten, f\u00e4llt er auf fruchtbaren Boden.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, dass wir Gesegnete sind, das soll auch das Bild hier vorne ausdr\u00fccken. Abgebildet sind hier neben Abraham erst mal die Konfirmandinnen und Konfirmanden. Doch eigentlich, w\u00e4re das Bild gro\u00df genug, m\u00fcssten Sie alle, die Sie hier im Gottesdienst sitzen, ebenfalls auf diesem Bild abgebildet sein.<\/p>\n<p>Denn so zahlreich wie die Sterne am Himmel sind, so gro\u00df ist die Gemeinschaft Gottes. Und wir geh\u00f6ren dazu. Mit unseren unterschiedlichen Lebenswegen, aber verbunden miteinander durch die Taufe, in der wir alle in Gottes Bund aufgenommen wurden und zu dem Menschen aus aller Welt geh\u00f6ren. Weit mehr als nur Stolzenauer, Loccumer, Liebenauer oder Steyerberger.<\/p>\n<p>Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde, dass wir den Segen Gottes in unserem Leben erfahren, dass er wirksam werde unter uns und unser Leben gestalte, das w\u00fcnsche ich uns allen. Amen<\/p>\n<p><strong>Lied: EG 317<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Almut Henze-Iber<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pastorin f\u00fcr Aussiedlerseelsorge im KK Stolzenau-Loccum<\/strong><\/p>\n<p><strong>Oldemeyerstra\u00dfe 4<\/strong><\/p>\n<p><strong>31592 Stolzenau<\/strong><\/p>\n<p><strong>Tel.: 05761\/3938<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fax: 05761\/2659<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"mailto:A.Iber@online.de\"><strong>E-Mail: A.Iber@online.de<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.andreas-iber.de\/\">http:\/\/www.andreas-iber.de<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konfirmationspredigt zu einem Gottesdienst mit Erwachsenenkonfirmation | 1.Mose 12,2 | Almut Henze-Iber | Vorbemerkung:\u00a0In diesem Gottesdienst wurden 24 \u00e4ltere Jugendliche und Erwachsene aus der ehemaligen Sowjetunion konfirmiert, die zuvor an einem Kurs \u201cKonfirmandenunterricht f\u00fcr Erwachsene\u201d teilgenommen haben. 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