{"id":22334,"date":"2001-09-22T16:54:59","date_gmt":"2001-09-22T14:54:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22334"},"modified":"2025-03-23T08:47:29","modified_gmt":"2025-03-23T07:47:29","slug":"genesis-2810-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/genesis-2810-22\/","title":{"rendered":"Genesis 28,10-22"},"content":{"rendered":"<h3>14. Sonntag nach Trinitatis | 16. September 2001 | Genesis 28,10-22 | Ulrich Nembach |<\/h3>\n<p>eine Predigt nach den Terroranschl\u00e4gen in den USA<\/p>\n<p>Gebet: Ps 38 (EG 721)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>am Dienstag war das meist geh\u00f6rte Wort zu den Bildern des Grauens aus New York und Washington &#8222;Apokalypse&#8220;.<\/p>\n<p>In der Tat, solche Bilder des Grauens &#8211; gleich mehrere &#8211; kennt das letzte Buch der Bibel. Unser Alltag kennt solche Bilder nicht. Gott sei\u00b4s gedankt.<\/p>\n<p>Es ist schon unfassbar, dass ein Mensch auf den Gedanken kommt, unschuldige Menschen mit Messer zu bedrohen, um sie so gef\u00fcgig zu machen, um sie dann als Bombe benutzen zu k\u00f6nnen, um andere unschuldige Menschen zu t\u00f6ten. Nicht vorstellbar ist es, dass dieser Mensch seinen Gedanken zu einem Plan, einem teuflischen Plan, ausarbeitet, um diese Idee zu realisieren. V\u00f6llig unvorstellbar ist es, dass dieser Mensch andere Menschen gewinnt, \u00fcberredet, dabei mitzumachen und dabei ihr eigenes Leben zu vernichten.<\/p>\n<p>Dieses Unvorstellbare, Unvorstellbarere, Unvorstellbarste &#8211; unsere Sprache kennt nicht einmal diese Wortformen &#8211; ist Realit\u00e4t geworden. Wir wurden dessen Zeugen. Die Bilder kamen in unsere Wohnstuben, unsere Arbeitspl\u00e4tze. Apokalypse, in der Tat.<\/p>\n<p>Aber das letzte Buch der Bibel endet nicht mit solchen Schreckensbildern. Die Bibel ist nicht Hollywood. Die Bibel spielt nicht mit dem Grauen. Sie spielt auch nicht mit Menschen. Das letzte Wort hat Gott. Er greift ein. Er greift ein um der Menschen willen. Und es folgt ein wundervolles Bild. M.W. hat sich kein Maler daran getraut, dieses Bild nachzumalen: Gott wischt die Tr\u00e4nen von den Augen der Menschen (Apk. 21,4a).<\/p>\n<p>La\u00dft uns beten: Ps. 23 (EG 711)<\/p>\n<p>Gott handelt nicht nur in Zukunft. Dazu ein Blick zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im 1. Buch der Bibel wird von einer Begebenheit berichtet, an die ich jetzt denke. Sie erz\u00e4hlt, wie es oft in der Bibel geschieht, von zwei Br\u00fcdern. In diesem Fall hat ein Bruder seinen Bruder betrogen. Die eigene Mutter half dabei. Nun ist der Bruder auf der Flucht &#8211; aus gutem Grund, sehr gutem Grund. In dieser Situation passiert etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches, v\u00f6llig Au\u00dfergew\u00f6hnliches. Er wird m\u00fcde &#8211; soweit ist noch alles klar, verst\u00e4ndlich. Er kann nicht weiter. Er schl\u00e4ft ein auf freiem Feld.<\/p>\n<p>Da, da, wo er nun am Ende ist, greift Gott ein. Gott l\u00e4\u00dft ihn auch ihn nicht allein. Gott w\u00e4hlt einen ungew\u00f6hnlichen Weg. Gottes Klavier hat eben mehr Tasten als unsere. Gott w\u00e4hlt einen Traum. Seit Sigmund Freud wissen wir um die Bedeutung von Tr\u00e4umen. Allerdings beschr\u00e4nkt Freud seine Arbeit an Tr\u00e4umen auf die Welt, unseren Alltag, besonders den der Kindheit. Gott aber ist auch hier nicht an Grenzen gebunden. Sein Klavier hat eben mehr Tasten.<\/p>\n<p>Jakob, so hei\u00dft der Betr\u00fcger, darf den Himmel offen sehen, ja, er darf eine Leiter von seinem Schlafplatz zum Himmel schauen, und sogar Gott selbst darf er erblicken. Gott setzt dann noch eins drauf &#8211; ich habe keine andere sprachliche Steigerungsm\u00f6glichkeit; unsere Sprache kennt nur 3 Formen: sch\u00f6n, sch\u00f6ner, am sch\u00f6nsten. Aber Gott setzt noch eins drauf: Er verhei\u00dft Jakob Gutes. Er segnet Jakob und dessen Nachkommen, wenn auch Jakob zuvor noch harte Zeiten durchstehen mu\u00df. Auch wird er sich mit seinem Bruder vers\u00f6hnen. Der Text, er steht wie gesagt im 1. Buch der Bibel, Gen 28, 10-22. Es ist der f\u00fcr den n\u00e4chsten Sonntag vorgeschlagene Predigttext. Zufall?<\/p>\n<p>Verlesung von Gen. 28,10-22.<\/p>\n<p>Wir beten zu Gott, wie uns sein Sohn, unser Herr, selbst gelehrt hat: Vater-unser&#8230;<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>Lied: EG 303,1-3<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Dr. Ulrich Nembach<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"mailto:unembac@gwdg.de\"><strong>unembac@gwdg.de<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14. Sonntag nach Trinitatis | 16. September 2001 | Genesis 28,10-22 | Ulrich Nembach | eine Predigt nach den Terroranschl\u00e4gen in den USA Gebet: Ps 38 (EG 721) Liebe Gemeinde, am Dienstag war das meist geh\u00f6rte Wort zu den Bildern des Grauens aus New York und Washington &#8222;Apokalypse&#8220;. 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