{"id":22338,"date":"2001-09-23T08:51:17","date_gmt":"2001-09-23T06:51:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22338"},"modified":"2025-03-23T08:54:14","modified_gmt":"2025-03-23T07:54:14","slug":"lukas-175-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-175-6\/","title":{"rendered":"Lukas 17,5-6"},"content":{"rendered":"<h3>Glaube wie ein Senfkorn oder: Unscheinbare Anf\u00e4nge, gro\u00dfe Auswirkungen | 15. Sonntag nach Trinitatis | 23. September 2001 | Lukas 17,5-6 | Heinz Janssen |<\/h3>\n<p>Predigttext\u00a0Lukas 17,5-6 (\u00dcbersetzung nach Martin Luther, Rev. 1984)<\/p>\n<p>5 Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: St\u00e4rke uns den Glauben!<\/p>\n<p>6 Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben h\u00e4ttet so gro\u00df wie ein Senfkorn, dann k\u00f6nntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Rei\u00df dich aus und versetze dich ins Meer!, und er w\u00fcrde euch gehorchen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>St\u00e4rke uns den Glauben!\u00a0&#8211; Wer von uns m\u00f6chte nicht in diesen Bittruf der Apostel, der J\u00fcnger Jesu, miteinstimmen &#8211; gerade in diesen Tagen angesichts der unfassbaren Terroranschl\u00e4ge in New York und Washington. Die Bitte der J\u00fcnger Jesu mag uns zwar \u00fcberraschen, vielleicht auch ein wenig irritieren, m\u00f6chten wir doch den Aposteln von vornherein einen starken Glauben zutrauen.<\/p>\n<p>Warum sollten gerade sie im Glauben schwach sein, die so dicht &#8222;an der Quelle&#8220; und mehr als andere mit Jesus vertraut waren?<\/p>\n<p>Aber mit ihrer Bitte um St\u00e4rkung des Glaubens kommen uns die engsten Mitarbeiter Jesu menschlich ganz nah. In den biblischen Geschichten h\u00f6ren wir immer wieder, wie Menschen sich schwach im Glauben f\u00fchlten. Denken wir nur an die Durststrecken des Gottesvolkes in der W\u00fcste. Auf diesem Weg &#8211; das &#8222;Gelobte Land&#8220; vor Augen &#8211; wollten die Israeliten wieder umkehren, zur\u00fcck nach \u00c4gypten, in ihr gewohntes Leben, sie glaubten nicht mehr an ihre Vision.<\/p>\n<p>I. Wir kennen alle das Gef\u00fchl, schwach im Glauben zu sein. Wir sehnen uns nach St\u00e4rke im Glauben, die ausstrahlt und weiterhilft. Wieviele Menschen, besonders Jugendliche, sind heute von der Frage nach Lebenssinn, Orientierung und Glauben bewegt und erwarten Antworten!<\/p>\n<p>Sorgen und schlimme Erfahrungen k\u00f6nnen auf einmal \u00fcberm\u00e4chtig werden, uns den Lebensmut, sogar den Glauben nehmen. Unvorstellbar, was die Menschen am 11.September in den Flugzeugen, die pl\u00f6tzlich als Mordwaffen missbraucht wurden, und in den Geb\u00e4uden, die Ziel des Terrors waren, erlitten haben &#8211; und dann die Angeh\u00f6rigen&#8230;<\/p>\n<p>Es gibt auch die ganz pers\u00f6nlichen Lebenssituationen, in denen wir uns so hilflos vorkommen. Wir w\u00fcnschen uns dann Kraft, um durchzuhalten. Es ist als wollten wir nach dem Rettungsanker greifen, der unser Lebensschiff in den Sturmfluten bewahrt. Dies k\u00f6nnte ein starker, bewahrender Glaube sein. Da klagt ein Mensch, dem eine schwere Krankheit pl\u00f6tzlich alle Lebenspl\u00e4ne zu durchkreuzen droht: &#8222;Ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr glauben.&#8220; Dort verliert ein Mensch den Glauben an Gemeinschaftssinn und N\u00e4chstenliebe. Wendet er sich entt\u00e4uscht von der Kirche ab, scheint er denen Recht zu geben, die provozierend sagen: &#8222;Glaube &#8211; ja, Kirche &#8211; nein!&#8220; Hier ist tats\u00e4chlich eher das Gef\u00fchl der Schw\u00e4che, auch wenn wir manchmal in Hochstimmung geraten und &#8222;B\u00e4ume ausrei\u00dfen&#8220; k\u00f6nnten. Unserem menschlichen Empfinden entspricht mehr, was jener Vater eines kranken Kindes vor Jesus ehrlich aussprach:\u00a0&#8222;Herr, ich glaube; hilf meinem Unglauben!&#8220; (Markus 9,24) Dieses Eingest\u00e4ndnis l\u00e4sst uns sp\u00fcren: Es ist eben nicht damit getan, \u00fcber den Glauben einigerma\u00dfen Bescheid zu wissen und das Glaubensbekenntnis auswendig herzusagen. Glauben ist mehr als etwas wissen und f\u00fcrwahrhalten. Zwischen &#8222;glauben und glauben&#8220; gibt es einen Unterschied. Welche Erfahrungen mit Glauben in Kirche und Gemeinde haben mich weitergebracht, gest\u00fctzt und getragen, welche wirkten eher hemmend oder gar belastend auf mich? Welchem Glauben schlie\u00dfen wir uns an?<\/p>\n<p>(Dar\u00fcber m\u00f6chte ich mit der Gemeinde jetzt nachdenken. Ruhige Orgel-, Fl\u00f6ten- oder Gitarrenmusik kann dabei helfen.)<\/p>\n<p>Ein Bild f\u00fcr Glaube kann Martin Luthers Ausspruch sein: &#8222;Das christliche Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht ein Gesundsein, sondern Gesundwerden, \u00fcberhaupt nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht Ruhe, sondern \u00dcbung. Wir sinds noch nicht, wir werdens aber. Es ist noch nicht getan und geschehen, es ist aber auf dem Weg.&#8220; Dass das &#8222;Frommwerden&#8220; nach biblischer \u00dcberzeugung gleichbedeutend mit dem &#8222;Einander-gerecht-werden&#8220; ist, stellt unseren Glauben &#8211; gerade angesichts der derzeitigen globalen Gefahren &#8211; vor umfassende Herausforderungen. Jesus hat uns aber mit seinem Gleichnis vom kleinen Senfkorn zur Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden ermutigt und betont, dass Gott den Beitrag eines jeden einzelnen Menschen dazu braucht.<\/p>\n<p>Dietrich Bonhoeffer hat \u00e4hnlich wie Martin Luther von einem Lernen im Glauben gesprochen. Glauben bedeutete f\u00fcr ihn &#8222;umdenken&#8220;, und er betonte, &#8222;da\u00df man erst in der vollen Diesseitigkeit des Lebens glauben lernt&#8230;, n\u00e4mlich in der F\u00fclle der Aufgaben, Fragen, Erfolge und Mi\u00dferfolge, Erfahrungen und Ratlosigkeiten, &#8211; dann &#8211; so Bonhoeffer weiter &#8211; wirft man sich Gott ganz in die Arme&#8220;. (Widerstand und Ergebung, S.183) Unter diesem Aspekt des Lernens k\u00f6nnen wir die Apostel verstehen, wenn sie Jesus bitten, ihnen den Glauben zu st\u00e4rken. Was genau hat sie dazu veranlasst?<\/p>\n<p>II. Der Bitte der Apostel gehen im unmittelbaren Zusammenhang die Worte Jesus voraus:<\/p>\n<p>Es ist unm\u00f6glich, da\u00df keine Verf\u00fchrungen kommen; aber weh dem, durch den sie kommen! Es w\u00e4re besser, da\u00df man einen M\u00fchlstein an seinen Hals h\u00e4ngte und w\u00fcrfe ihn ins Meer, als da\u00df er einen dieser Kleinen zum Abfall verf\u00fchrt. &#8211; H\u00fctet euch!\u00a0(V.1-3a)<\/p>\n<p>Die Apostel m\u00fcssen auf einmal Zweifel empfunden haben, ob sie dem Anspruch Jesu noch gen\u00fcgen k\u00f6nnen. Vielleicht haben sie gesp\u00fcrt, wie schwer es ist, den Glauben im ganz gew\u00f6hnlichen Alltag zu leben. Hat sie die Warnung Jesu beunruhigt und sie selbstkritisch fragen lassen, ob sie der Gefahr, die &#8222;Kleinen&#8220;, die Schwachen in den Gemeinden, zum Abfall zu verf\u00fchren, gar selbst erliegen werden? Jesus hat sie auf das Zusammenleben mit ihren Schwestern und Br\u00fcdern in den Gemeinden angesprochen:\u00a0Wenn dein Bruder s\u00fcndigt, so weise ihn zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm. Und wenn er siebenmal am Tag an dir s\u00fcndigen w\u00fcrde und siebenmal wieder zu dir k\u00e4me und spr\u00e4che: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.\u00a0(V.3b-4)<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns die Bedenken der Apostel lebhaft vorstellen: Wie ist das zu schaffen, immer bereit zu sein, dem Bruder, der Schwester, zu vergeben, ihnen stets eine neue Chance einzur\u00e4umen! Sie f\u00fchlten sich damit \u00fcberfordert und meinten darum, zu schwache Gl\u00e4ubige zu sein. Ja, so m\u00f6gen sie sich gefragt haben: Wie kann man \u00fcberhaupt ein J\u00fcnger Jesu sein? In solchem inneren Zweifel, mit soviel Unsicherheit, wenden sie sich an Jesus und bitten ihn:\u00a0St\u00e4rke uns den Glauben! (V.5).<\/p>\n<p>(Hier kann ein Orgelchoral erklingen, der es den H\u00f6renden erm\u00f6glicht, diese Bitte auf sich wirken zu lassen. Die Orgelstrophe EG 406,1, kann zun\u00e4chst vorgelesen werden: Bei dir Jesu, will ich bleiben&#8230;)<\/p>\n<p>III. Jesus antwortete:\u00a0Wenn ihr Glauben h\u00e4ttet so gro\u00df wie ein Senfkorn, dann k\u00f6nntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Rei\u00df dich aus und versetze dich ins Meer!, und er w\u00fcrde euch gehorchen.<\/p>\n<p>Jesu Antwort kommt \u00fcberraschend: &#8222;Wenn ihr Glauben h\u00e4ttet wie ein Senfkorn&#8230;&#8220; Martin Luthers \u00dcbersetzung: &#8222;Wenn ihr Glauben\u00a0h\u00e4ttet&#8230;&#8220; erweckt den Eindruck, als habe Jesus bei seinen Aposteln keinen Glauben gefunden, nicht einmal einen Glauben, der so winzig wie ein Senfkorn ist. Vermisst Jesus bei ihnen tats\u00e4chlich den Glauben? Aber wer um St\u00e4rkung des Glaubens bittet, setzt Glaube bereits voraus. F\u00fcr die Apostel hat der Weg des Glaubens schon begonnen &#8211; wie auch viele von uns heute mit ihrem Glauben nicht am Nullpunkt stehen, sondern Erfahrungen mitbringen. In diesem Sinn bedeutet der griechische Urtext w\u00f6rtlich: &#8222;Wenn ihr Glauben\u00a0habt\u00a0wie ein Senfkorn&#8220;.<\/p>\n<p>Glaube haben wie ein Senfkorn! &#8211; Durch diesen Vergleich mit einem Senfkorn veranschaulicht Jesus: Es ist nicht entscheidend, wie gro\u00df und stark dein Glaube ist. Glaube, der so winzig und unscheinbar ist wie ein Senfkorn,\u00a0ist\u00a0bereits Glaube. Der kleine &#8222;Senfkornglaube&#8220;\u00a0ist\u00a0starker Glaube! Jesus sucht Menschen, die glauben, Gott in allem vertrauen.\u00a0Habt Glauben an Gott!, ruft Jesus seinen J\u00fcngern an einer anderen Stelle zu (Mk 11,22). Der kleinste Glaubensfunke ist st\u00e4rker als menschliche Vernunft es f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Wenn ihr Glauben habt so gro\u00df wie ein Senfkorn, dann k\u00f6nntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Rei\u00df dich aus und versetze dich ins Meer!, und er w\u00fcrde euch gehorchen.<\/p>\n<p>Mit dem Bild vom B\u00e4ume (oder Berge) versetzenden Glauben hebt Jesus die Kraft des Glaubens hervor: &#8222;alle Dinge sind m\u00f6glich dem, der glaubt&#8220;(Markus 9,23). Indem Jesus von einem Maulbeerbaum spricht, der als besonders wurzelfest bekannt war, gibt er dem Bild noch kr\u00e4ftigere Aussagen. So will Jesus seine Apostel gerade davor bewahren, ihr vermeintliches &#8222;Qu\u00e4ntchen&#8220; Glauben gering zu sch\u00e4tzen. Es kann in der Verbindung mit Gott kraftvoll wirken. Nicht dem Kleinglauben redet Jesus hier das Wort. Kleinglaube ist kein Glaube, ist vielmehr sein Gegenteil, n\u00e4mlich Misstrauen. Gott s\u00e4t kein Misstrauen, Gott sucht unseren Glauben, Gott will unser Vertrauen gewinnen.<\/p>\n<p>Glaube wie ein Senfkorn! &#8211; Die Gemeinde wurde heute vor dem Gottesdienst mit einer kleinen Besonderheit begr\u00fc\u00dft. Alle haben ein Senfkorn in die Hand gelegt bekommen. Schauen wir es an &#8211; wie winzig es ist! Geheimnis des Glaubens! Bedenken wir aber: auch Gewalt und Terror beginnen ganz winzig und unscheinbar, bevor sie \u00fcberm\u00e4chtig und zerst\u00f6rend werden. Es gibt f\u00fcr Jesus kein Ma\u00df von Glauben, auch keinen richtigen oder falschen, wenn wir uns nur an jenem Gott orientieren, dem Gott Jesu, der &#8222;Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Sch\u00f6pfung&#8220; will. Darum gibt es keinen Grund mehr, sich \u00fcber den Glauben des anderen zu erheben, guten Grund aber, miteinander ins Gespr\u00e4ch \u00fcber Glauben und Leben zu kommen. Fundamentalisten, Liberale und Progressive in Kirche (und Gesellschaft) k\u00f6nnen Platz an\u00a0einem\u00a0Tisch haben!<\/p>\n<p>IV. Jesus gibt uns den Hinweis, den wir brauchen. Trotzdem stellen wir an uns selbst h\u00f6here Erwartungen. Was unterscheidet uns denn heute von den Aposteln! &#8211; Da zweifeln wir pl\u00f6tzlich, ob wir den pers\u00f6nlichen oder beruflichen Aufgaben wirklich gerecht werden.Wir \u00fcberfordern uns, auch in religi\u00f6sen Dingen, meinen, nicht genug zu haben an Glaube und Liebe, wollen immer mehr und noch etwas dazubekommen. Wir sind mit uns selbst unzufrieden. Jesus \u00fcberfordert uns nicht. Ein winziger Glaube ist stark genug, um Berge oder B\u00e4ume zu versetzen. Nichts ist bei Gott unm\u00f6glich! &#8222;Nur aus dem Unm\u00f6glichen kann die Welt erneuert werden&#8220; (D.Bonhoeffer).<\/p>\n<p>Jesus wollte den Menschen Mut machen, ihren Glauben &#8211; erscheint er noch so winzig &#8211; nicht aufzugeben. Glauben hei\u00dft: mein Leben mit Gott in Beziehung bringen, sich Gott zuwenden. Es ist ein Geheimnis, dass Menschen glauben k\u00f6nnen, wir k\u00f6nnen es nicht fassen und nicht herbeif\u00fchren. Der Glaube, unser Vertrauen zu Gott, hat ver\u00e4ndernde Kraft, und er wirkt unterschiedlich in unserem Leben. Dem einen hilft er, die Sch\u00f6pfung zu bewahren und Leben zu gestalten, dem anderen, liebevoll mit Kindern umzugehen oder ein schweres Schicksal im Leben auszuhalten.<\/p>\n<p>Jesus mutet seinen Aposteln zu, den Gefahren und Herausforderungen in ihrem (Gemeinde-)Leben mit der Kraft des Glaubens zu begegnen. Er vermittelt ihnen damit, dass der Glaube im Alltag lebendig sein muss. Und was &#8222;bringt&#8220; uns der Glaube? &#8211; Jesus sagt im Zusammenhang seines anschlie\u00dfenden Gleichnisses \u00fcber den &#8222;Lohn&#8220; eines Lebens und T\u00e4tigseins im Glauben:\u00a0Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, dann sprecht: Wir haben keine besondere Leistung vorzuweisen. Wir haben nur getan, was wir ohnehin tun mussten.(V.10 nach der \u00dcbertragung von J.Zink) F\u00fcr meinen Glauben kann ich also keinen Dank erwarten, aber ich kann danken, dass ich glauben darf.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Kyrie-Gebet zum Gedenken an die Opfer des Terrors und ihre Angeh\u00f6rige<\/p>\n<p>Jesus Christus spricht: Selig sind, die Frieden stiften, denn sie sollen Gottes Kinder hei\u00dfen. \/ Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.\/ Lasst uns beten mit Worten aus Psalmen der Bibel (Psalm 61\/64\/67): H\u00f6re, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet! Ich rufe zu Dir, denn mein Herz ist in Angst.\/ Verbirg mich vor den Anschl\u00e4gen der B\u00f6sen, vor dem Toben der \u00dcbelt\u00e4ter. Sie verstehen sich auf ihre B\u00f6sen Anschl\u00e4ge und sprechen: Wer kann sie sehen? &#8211; Sie haben B\u00f6ses im Sinn und haltens geheim.\/ Gott sei uns gn\u00e4dig und segne uns, lass Dein Antlitz leuchten, dass man auf Erden erkenne Deinen Weg, unter allen V\u00f6lkern Dein Heil. &#8211; Jesus, Du hast gesagt: Selig sind, die Frieden stiften, denn sie sollen Gottes Kinder hei\u00dfen. In Deinem Namen rufen wir: Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. (Die Gemeinde nimmt das Kyrie singend auf.)<\/p>\n<p>Exegetisch-homiletische Beobachtungen:<\/p>\n<p>Da die Adressaten der Perikope die J\u00fcnger bzw. die Apostel Jesu sind, die bereits auf dem Weg des Glaubens waren, halte ich keine &#8222;Missionspredigt&#8220;. Ich spreche die versammelte Gemeinde auf ihren schon vorhandenen Glauben an und ermutige sie weiterhin zu einem Leben im Glauben. In diesem Sinn und aufgrund des griechischen Urtextes (V.6 &#8222;echete&#8220; scheint \u00e4lter als &#8222;eichete&#8220; zu sein), nach dem f\u00fcr Jesus der Glaube seiner Apostel nicht in Frage steht, ist statt &#8222;Wenn ihr Glauben h\u00e4ttet&#8230;&#8220; (so M. Luther) zu \u00fcbersetzen: &#8222;Wenn ihr Glauben habt&#8230;&#8220; (vgl. die Parallele zu unserer Perikope Mt 17,20; 21,21). Den n\u00e4heren Kontext (V.1-4 und 7-10), in den die Verse 5f. eingebettet sind, mitzubedenken, ist zu empfehlen, da darin anklingt, warum die Apostel Jesus um St\u00e4rkung des Glaubens bitten (V.1-4) und was zum Wesen des Glaubens geh\u00f6rt (V.7-10).<\/p>\n<p>Materialien: Die Gottesdienstteilnehmer\/-innen m\u00f6chte ich vor dem Gottesdienst an der Kirchent\u00fcr mit einem Senfkorn begr\u00fc\u00dfen. Ich klebe es mit Tesa auf ein K\u00e4rtchen mit der Aufschrift &#8222;Glaube wie ein Senfkorn&#8220;.<\/p>\n<p>Literatur: A.Schlatter, Das Evangelium des Lukas, Stuttgart 1931, S.384-388. &#8211; Joachim Jeremias, Die Sprache des Lukasevangeliums, KEK Sonderband, G\u00f6ttingen 1980, S.262f. &#8211; E.Schweizer, Das Evangelium nach Lukas, NTD 3, G\u00f6ttingen 1982, S.174f.<\/p>\n<p>Liedvorschl\u00e4ge:<\/p>\n<p>EG 432 Gott gab uns Atem &#8211; EG 181.6 Laudate omnes gentes &#8211;<\/p>\n<p>Kleines Senfkorn Hoffnung (aus: IMP 1008 &#8222;Unterwegs&#8220;) &#8211; EG 289,5 Sei Lob und Preis mit Ehren &#8211; EG 789.7 Bleib mit deiner Gnade bei uns (zwischen den F\u00fcrbitten) &#8211; EG 171 Bewahre uns Gott<\/p>\n<p>Heinz Janssen, Pfarrer an der Providenz-Kirche zu Heidelberg und Lehrbeauftragter f\u00fcr Altes Testament an der J.W.Goethe-Universit\u00e4t zu Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Evang. Pfarramt Providenz<\/p>\n<p>Karl-Ludwig-Str. 8a, 69117 Heidelberg<\/p>\n<p><a href=\"mailto:providenz@aol.com\">eMail: providenz@aol.com<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glaube wie ein Senfkorn oder: Unscheinbare Anf\u00e4nge, gro\u00dfe Auswirkungen | 15. Sonntag nach Trinitatis | 23. 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