{"id":22356,"date":"2001-10-23T09:14:25","date_gmt":"2001-10-23T07:14:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22356"},"modified":"2025-03-23T09:17:16","modified_gmt":"2025-03-23T08:17:16","slug":"johannes-51-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-51-16\/","title":{"rendered":"Johannes 5,1-16"},"content":{"rendered":"<h3>19. Sonntag nach Trinitatis | 21. Oktober 2001 | Johannes 5,1-16 | Reinhard Weber |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>wer m\u00f6chte nicht gerne gesund sein, wenn er krank ist, und wer m\u00f6chte das nicht um so mehr, wenn er ein chronisches, ein konstitutionelles Leiden hat, vielleicht sogar eines, das ihn schon ein Leben lang begleitet hat, mit dem er geboren und\/oder aufgewachsen ist?!<\/p>\n<p>Es ist ja wohl mitnichten so, da\u00df man letzteres auf die Dauer nicht mehr sp\u00fcren, es gar nicht mehr wahrnehmen w\u00fcrde. Zumal dann, wenn man dauernd die Gesunden um sich herum hat und ihre mindestens \u00e4u\u00dferliche Intaktheit sieht, sp\u00fcrt, wie man auf deren Funktionst\u00fcchtigkeit angewiesen ist. Da ist ja die eigene Eingeschr\u00e4nktheit nicht zu \u00fcbersehen oder zu vergessen. Sie bleibt doch ein Stachel im Fleisch, auch wenn dieser nicht immer in der gleichen Sch\u00e4rfe wahrgenommen wird. Aber ganz los wird man ihn wohl nie.<\/p>\n<p>Bei unserem Kranken in der Geschichte bekommt das ganze noch dadurch eine besonders erschwerende Note, da\u00df er st\u00e4ndig mitansehen mu\u00df, wie andere von ihren Leiden befreit und in die Lage versetzt werden, wieder ein normales Leben zu f\u00fchren, er aber je und je hintendran bleibt. Er ist einfach mit seiner Behinderung nicht schnell genug, um einmal vor den anderen in das Heilwasser zu gelangen und in es erl\u00f6send einzutauchen. Aber es ist nicht nur seine Behinderung und die aus ihr folgende Tatsache, da\u00df er zu langsam und zu schwerf\u00e4llig ist, um rechtzeitig an die Quelle des Lebens zu gelangen und sie wohltuend und heilend zu erreichen, die ihm zu schaffen macht, nein, es ist auch der mindestens ebenso harte, vielleicht noch h\u00e4rtere, evtl. sogar entscheidende Umstand, da\u00df er mit dieser Ausweglosigkeit allein ist: &#8222;Herr, ich habe keinen Menschen&#8230;&#8220; Will hei\u00dfen, nun bin ich schon mit dieser massiven Krankheit geschlagen und vom normalen Leben der Menschen abgeschnitten, nun habe ich schon diese eklatanten Lebensminderungen zu ertragen, nun ist mir schon diese Schwere auferlegt, 38 Jahre lang, die mich \u00fcber alle Ma\u00dfen bedr\u00fcckt, aber damit nicht genug, es ist auch noch so, da\u00df ich mit dieser Last und allen ihren Folgen ganz auf mich selbst zur\u00fcckgeworfen bin, da\u00df ich einen doppelten Nachteil zu verkraften habe und damit chancenlos bin, diesen Zustand je zu \u00e4ndern, da\u00df sich mithin meine Lage als eine unab\u00e4nderliche darstellt. Meine Isolation vom Leben der Menschen ist eine nahezu vollkommene. Und das schmerzt insofern in einer unausdenkbaren Weise, weil sich diese Unab\u00e4nderlichkeit auf dem Grunde einer st\u00e4ndig theoretisch m\u00f6glichen Ver\u00e4nderung erhebt. Das Wasser der Heilung ist ja so nah! Greifbar nah, und doch so unendlich fern! Ich habe es st\u00e4ndig vor mir, es springt mir in die Augen, und doch entzieht es sich meinem Zugriff, ja demonstriert mir duch seine N\u00e4he mein unwiderrufliches Gebanntsein in eine Ferne vom Leben, in ein Abgeschnittensein, das sich jenseits der Hoffnung einzurichten gezwungen ist. Es ist wie eine permanente Folter! Ich bin meinem Schicksal scheinbar unumkehrbar ausgesetzt, zu sp\u00e4t und allein im Angesicht der Erl\u00f6sung der anderen. Gibt es Schlimmeres??? Erinnert uns das nicht an die Qualen des Tantalus, der -bis zum Hals im Wasser stehend- dennoch an ihm seinen unb\u00e4ndigen Durst nicht stillen kann, ebensowenig wie seinen Hunger an den je und je zur\u00fcckschnellenden und sich so seinem verlangenden Zugriff entziehenden Obstbaumzweigen \u00fcber ihm.<\/p>\n<p>Das ist die Lage, in der ihn Jesus antrifft und ihn hei\u00dft, aufzustehen, sein Bett zu nehmen und gesund hinwegzugehen.<\/p>\n<p>Nun ja, das l\u00e4\u00dft man sich nicht zweimal sagen!<\/p>\n<p>Da\u00df diese Geschichte daraufhin noch ein Nachspiel hat, ihr gleichsam in unserem Text noch eine zweite, nachgeschobene Geschichte folgt, mu\u00df uns hier nicht weiter besch\u00e4ftigen, denn diese Nachgeschichte erweitert unser eigentliches Thema in dem auch aus den ersten drei Evangelien bekannten Sinne, indem es die Wundergeschichte zu einem Streitgespr\u00e4ch, zu einer Apologie, einer Auseinandersetzung mit den j\u00fcdischen Autorit\u00e4ten, will hei\u00dfen zu einer Sabbatgeschichte umbiegt. Die Sabbatfrage ist aber nicht nur f\u00fcr uns heute in dem historischen Sinn nicht mehr akut, sie ist auch damals schon sekund\u00e4r eingetragen, um die Wundergeschichte anderen Interessen dienstbar zu machen. Sie soll die Feindschaft der Juden gegen Jesus verst\u00e4ndlich machen und sein sp\u00e4teres Geschick begr\u00fcnden, auch die urchristliche Freiheit gegen\u00fcber der strengen j\u00fcdischen Sabbatobservanz legitimieren. Das kann f\u00fcr uns hier au\u00dfen vor bleiben.<\/p>\n<p>Bleiben wir also bei unserem Kranken bzw. Geheilten. Was sagt uns diese Geschichte?<\/p>\n<p>Gewi\u00df wurde sie damals in erster Linie erz\u00e4hlt, um die Gr\u00f6\u00dfe und Besonderheit der Person Jesu, seine gottmenschliche Kraft und Macht zu demonstrieren. Allein auf der Grundlage seines kurzen Befehlswortes: &#8222;Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!&#8220; bewegen sich gleichsam Himmel und Erde, wird das Unm\u00f6gliche m\u00f6glich, wird ein Zustand der Unzutr\u00e4glichkeit und Ausweglosigkeit im Nu beeendet. So sehr also in dem Text auf den ersten Blick gesehen von dem Kranken geredet wird, so sehr dient das doch nur der Herausstellung der Person Jesu, ihrer herausragenden, ja \u00fcberragenden Stellung. Die Schilderung der Schwere der Krankheit und der verzweifelten Not des unbekannten Mannes sind also nur die vordergr\u00fcndige Folie f\u00fcr die Jesuszentrierung des Ganzen, f\u00fcr die Aufwertung des Mannes aus Nazareth als eines g\u00f6ttlichen Menschen, als eines \u00fcbermenschlichen Menschen sozusagen. Er, der Gottmensch, ist das geheime Zentrum und der eigentliche Held des Geschehens. So wird das gew\u00f6hnlich gesehen, und so scheint es ja auch auf den ersten Blick zu sein.<\/p>\n<p>Jesus als Wundert\u00e4ter, das ist ja nun ein breiter Zug der Darstellung der Evangelien \u00fcberhaupt, ja vielleicht sogar der \u00fcberragende, jedenfalls materiell. In diese Tendenz pa\u00dft mithin unsere Geschichte voll hinein. Und deshalb stellt sie uns auch eine generelle Frage.<\/p>\n<p>Denn seien wir ehrlich: ist das f\u00fcr uns heute nicht eher befremdlich? Jedenfalls dann, wenn wir vern\u00fcnftige, aufgekl\u00e4rte Westeurop\u00e4er sind und keine obskuren, magiegl\u00e4ubigen Hinterweltler oder gar Scharlatane oder besser noch: Schamanen, Esoteriker, Charismatiker. Und die gibt es ja \u00fcbrigens auch in Westeuropa wieder zuhauf, und auch im Raum des christlichen Glaubens und der Kirchen sind sie zunehmend h\u00e4ufiger zu finden. Ihnen gen\u00fcgt die vern\u00fcnftige Wahrnehmung von Gott, Mensch und Welt nicht mehr, sie brauchen wieder \u00fcbervern\u00fcnftig Irrationales, Geistheilertum und spiritistische Sitzungen und solche Dinge, sie leiden an der Moderne und meinen, diese r\u00fcckw\u00e4rts kollabierend au\u00dfer Kraft setzen zu k\u00f6nnen, ganz analog zu den Fundamentalisten der verschiedensten Couleur. Da ist dann nat\u00fcrlich auch die Wundergl\u00e4ubigkeit vergangener Zeiten wieder da, manchmal sogar ins Absurde gesteigert und emotional hochaufgeladen. Ich brauche das nicht n\u00e4her zu konkretisieren. Wir kennen es. Auch die gef\u00e4hrlichen Folgen, die das bisweilen annimmt.<\/p>\n<p>Ich meine, da gilt es, n\u00fcchtern zu bleiben und auf dem Boden der Tatsachen. Sicher mag es vieles geben, was wir nicht oder noch nicht rational erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, sondern einfach hinnehmen m\u00fcssen und auch so stehen lassen d\u00fcrfen. Vertrauen auf eine selbstkritische Vernunft, die um ihre Begrenzungen wei\u00df, und \u00fcbersteigerter Rationalismus sind etwas durchaus Verschiedenes. Aber auf keinen Fall sollten wir irgendwelche besonderen Ereignisse, und das k\u00f6nnen auch urpl\u00f6tzliche auftretende bzw. naturwissenschaftlich-medizinisch unerkl\u00e4rliche, nicht logisch ableitbare Heilungen sein, zu methodisieren versuchen oder sie zum Ma\u00dfstab f\u00fcr den Glauben machen, gar als Bedingung f\u00fcr diesen. Das ist im \u00fcbrigen auch nicht biblisch, denn dort wird ja stets der Glaube schon vorausgesetzt: &#8222;dein Glaube hat dir geholfen&#8220;.<\/p>\n<p>Daraus darf man aber umgekehrt auch nicht den Schlu\u00df ziehen, wenn es so sei, dann m\u00fcsse eben im Falle des Nichteintretens eines Wunders der Glaube nicht gro\u00df genug gewesen sein. Hier gibt es weder so noch so etwas abzulesen oder zu konstruieren. Sich auf Wunsch- oder Gebeteserf\u00fcllungen zu versteifen, tut nie gut, auch sonst im Leben nicht. Es w\u00e4re auch ein irreligi\u00f6ser Akt, insofern damit stets an Gottes Freiheit ger\u00fcttelt wird.<\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen ist f\u00fcr den normalen Zeitgenossen der Gegenwart einfach ein anderes Weltbild und Lebensgef\u00fchl leitend und Voraussetzung als f\u00fcr die neutestamentlichen Schriftsteller. Dar\u00fcber darf man sich nicht hinwegt\u00e4uschen, sondern das mu\u00df man ernst nehmen, alles andere w\u00e4re auch schwerlich seelsorgerlich zu verantworten. Wir k\u00f6nnen, selbst wenn wir es wollen, nicht so einfach wieder in eine Epoche zur\u00fcckspringen, in welcher der durchschnittliche Mensch ein ganz anderes Verh\u00e4ltnis zur Natur hatte, in der er auch den Schickungen seines Lebens ganz anders gegen\u00fcberstand und sich anonymen M\u00e4chten ausgeliefert f\u00fchlte, die wir heute ganz anders herleiten und mit denen wir ganz anders umgehen. Wer wollte das im Zeitalter von Gentechnologie und Pr\u00e4implantationsdiagnostik ernsthaft bestreiten. Der Mensch ist ja heute dabei, in den Proze\u00df der sch\u00f6pferischen Selbstorganisation urs\u00e4chlich einzugreifen. Das mu\u00df -und zwar schon allein die M\u00f6glichkeit dazu- auch unser Gottesverst\u00e4ndnis und Gottesverh\u00e4ltnis notwendig ver\u00e4ndern, selbst wenn wir uns das eine ganze Zeit lang zu verschleiern suchen. Und das ist ja auch in der Vergangenheit schon geschehen. Die Aufrichtung von Tabus macht hier gar keinen Sinn, ja sie ist kontraproduktiv.<\/p>\n<p>Und das bedeutet f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis unseres heutigen Predigttextes, da\u00df f\u00fcr uns ein solcher Wunderglaube, wie er hier vorkommt, -vorsichtig gesagt- eben befremdlich geworden ist. Selbst wenn wir zugestehen, da\u00df es au\u00dfergew\u00f6hnliche Ereignisse gibt, die wir mit den \u00fcblichen uns zur Verf\u00fcgung stehenden rationalen Kategorien nicht zu fassen verm\u00f6gen, und das auch im Bereich von Krankheit und Gesundheit, so wird dies doch nicht unser Weltverh\u00e4ltnis grunds\u00e4tzlich in Frage stellen k\u00f6nnen. Wir d\u00fcrfen und k\u00f6nnen nicht nur nicht mit solchen Ereignissen rechnen, nein, wir haben auch einen nat\u00fcrlichen inneren Abstand zu ihnen, so da\u00df sie unser religi\u00f6ses Verh\u00e4ltnis nicht begr\u00fcnden k\u00f6nnen, und das mit Recht. Jesus als derartiger Wundert\u00e4ter ist uns fernger\u00fcckt, wir verm\u00f6gen ihm, diesem Jesus, f\u00fcr unseren Glauben nichts Grundlegendes mehr abzugewinnen. Und darum ber\u00fchren uns solche Berichte fast etwas peinlich, mindestens machen sie uns ratlos. Und das sollten wir uns auch ehrlich und frei eingestehen.<\/p>\n<p>Leiden und Einschr\u00e4nkungen, sofern sie nicht mit unseren Mittlen behebbar sind, wollen meist ja schlicht ertragen und ausgehalten werden -und das ist ja schon f\u00fcr sich genommen oft eine ungeheure Aufgabe, und zu ihr brauchen wir den eigentlichen Glaubensmut-, auch wenn die Sehnsucht weiter auf ihre \u00dcberwindung tendieren mag. Wir wissen, da\u00df wir die Negativit\u00e4t des Daseins in allen ihren tausend Formen nicht einfach negieren oder wegdr\u00fccken oder leugnen k\u00f6nnen, und wir wissen ebenso, da\u00df dies auch Jesus nicht gekonnt und nicht gewollt hat. Sie ist da, und sie ergreift uns bisweilen ganz tief, ohne da\u00df wir ihr entfliehen k\u00f6nnen. Dann gilt es, ja dann kann es unsere Aufgabe sein, eine wirkliche Glaubensaufgabe, diese Lage innerlich zu akzeptieren, sie anzunehmen und mit ihr umzugehen, und mancher und manche mu\u00df ja sogar das Unertr\u00e4gliche ertragen, und die Frage ist dann, ob und wie wir das k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich meine, hier sollten wir an unserem Predigttext eine Dimension zu entdecken versuchen, die m\u00f6glicherweise sehr verborgen in ihm anwest hinter all dieser \u00e4u\u00dferen Gro\u00dfartigkeit des Wunderhaften und vielleicht auch schon damals seine eigentliche Aussage ausgemacht hat.<\/p>\n<p>Es ist dies die Aufmerksamkeit Jesu, mit welcher er den Kranken ent-deckt, aufdeckt in seiner Situation und sie erkennt, mit welcher er sich ihm zuwendet und mit dieser Zuwendung auch sein Geschick wendet. Denn das ist ja die eigentliche Wende seines Geschickes, da\u00df sich ihm da einer zuwendet, ihm, der von allen verlassen ist und immer zu sp\u00e4t kommt, der von allen \u00fcbersehen wird, dem niemand hilft und zur Seite steht, auf den keiner aufmerkt. Hier wird er erstmals gesehen, und deshalb braucht er nun auch gar nicht mehr in den Teich. Er hat n\u00e4mlich das Wasser in dem Wort der Zuwendung, darin hat er seine Heilung. Dieses Wort ist f\u00fcr ihn das Lebenswasser. Das l\u00e4\u00dft ihn aufleben, weil es ihn aus seiner Vergessenheit und Einsamkeit und Isolation befreit. Darin ist Jesus das Urbild des Menschsein, darin ist er der g\u00f6ttliche Mensch, das Wunder des von Gott her kommenden Daseins, da\u00df er der Wahrnehmende ist, der Achtsame, der Sehende, da\u00df er Gemeinschaft stiftet, und sei es die Gemeinschaft der Leidenden. Und darin ist er als das Urbild zugleich auch Vorbild. Denn das k\u00f6nnen wir immer, in die Gemeinschaft des Leidens eintreten, und oft ist es ja das Einzige, was wir k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mir scheint, das k\u00f6nnen wir aus diesem sonst anscheinend so sperrigen und befremdlichen Text gewinnen und mitnehmen:<\/p>\n<p>In der Mitte des christlichen Glaubens steht der aufmerksame Jesus, der keinen \u00fcbersieht oder vergi\u00dft, der die Einsamkeit dessen, der allein ist und an dem die Chancen des Lebens vorbeigehen, l\u00f6st und ihn dadurch zum Mit-Menschen macht, der nicht dem Nichts des Nichtseins preisgegeben, sondern in der unvollendeten Sehnsucht seines Menschseins erkannt und als solcher integriert wird, und sei es in die Gemeinschaft der Leidenden.<\/p>\n<p>&#8222;Weh dem, der allein ist&#8220;, hei\u00dft es im Buche Kohelet (4,10). Davon wei\u00df der Mann am Teich Bethesda ein Lied zu erz\u00e4hlen, aber die Erfahrung, die er mit dem Nazarener macht, ist die Erfahrung der Communio, und die ist als solche Befreiung von der schrecklichsten Not des Daseins, n\u00e4mlich in seinem Sein als einem notvollen mit sich allein, und d.h. darin unerkannt und so nichtig zu sein. Von der \u00dcberwindung dieser Not handelt die Geschichte dieses Sonntags auf ihrem Grunde, und darin handelt sie von uns. Aber darin ruft sie auch nach uns, nach uns als denen, die in die Achtsamkeit dem Dasein als Mitsein gegen\u00fcber gerufen sind, also in das Aufmerken auf das Alleinsein, welches der Beachtung der Gemeinschaft entbehrt und darin an seinem Sein als einem in die Bedrohung durch das Nichts des \u00dcbersehenwerdens Gestellten leidet. Dieses Leiden als den geheimen Grund allen Leidens zu sehen, wahrnehmen und so wenden zu k\u00f6nnen, ist die Mitteilung des Seins Jesu an die, die er gesehen hat.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Priv.-Doz. Dr. Reinhard Weber, Stud.-Pfr.<\/p>\n<p>Rudolf-Bultmann-Str. 4<\/p>\n<p>35039 MARBURG<\/p>\n<p><a href=\"mailto:weber@esg-marburg.de\">weber@esg-marburg.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19. Sonntag nach Trinitatis | 21. 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