{"id":22381,"date":"2002-01-24T12:09:07","date_gmt":"2002-01-24T11:09:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22381"},"modified":"2025-03-24T12:12:22","modified_gmt":"2025-03-24T11:12:22","slug":"psalm-247-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/psalm-247-10\/","title":{"rendered":"Psalm 24,7-10"},"content":{"rendered":"<h3>Lebens-Geschichten: Wunsch-Zettel | Psalm 24,7-10 | Gunther Wenz |<\/h3>\n<p>Markuskirche M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Universit\u00e4tsgottesdienste der Universit\u00e4t M\u00fcnchen im Wintersemester 2001\/2002<\/p>\n<p>LESUNG Psalm 24,7-10<\/p>\n<p>LESUNG Matth\u00e4us 21,1-11<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>der Psalmtext, den wir soeben vernommen haben, geh\u00f6rt wahrscheinlich zur Gattung der Tempeleinla\u00dfliturgie. Die Szene mag folgende sein: Gegen Ende der Nacht, zur Morgend\u00e4mmerung, sammelt sich das Volk von Jerusalem samt den sonstigen Israeliten, die sich dort eingefunden haben, zu einer Prozession. Ziel ist der Tempelberg Zion. Man schreitet vor die Tore des Tempels, die Pforten des Heiligtums. Mitgef\u00fchrt wird, auf einem m\u00e4chtigen Wagen, die heilige Lade, die seit alters als Thronsitz Jahwes, des Gottes Israels, gilt. Wie der irdische K\u00f6nig, etwa bei der Heimkehr aus dem Feldzug, in festlicher Feier seinen Palast betritt, so will der g\u00f6ttliche &#8222;K\u00f6nig der Ehren und Herrlichkeit&#8220; an seine St\u00e4tte ziehen. Vor den Toren des Tempels angekommen, h\u00e4lt der Festzug an. Und nun singt man oder ruft: &#8222;Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der K\u00f6nig der Herrlichkeit.&#8220; Darauf wird aus dem Innenraum des Tempels oder des Heiligen Bezirks die Frage laut: &#8222;Wer ist der K\u00f6nig der Herrlichkeit?&#8220; Und die Antwort der einla\u00dfbegehrenden Prozessionsgruppe erfolgt umgehend: &#8222;Der Herr, stark und gewaltig, der Herr, m\u00e4chtig im Kampf.&#8220; Und noch einmal erfolgt der Aufruf an die Tore, sich zu erheben und weit zu machen, und abermals ert\u00f6nt von innen die Frage, wer denn der K\u00f6nig der Herrlichkeit sei. &#8222;Der Herr der Heerscharen, der Herr Zebaoth, er ist der K\u00f6nig der Herrlichkeit&#8220;, antwortet zusammenfassend die Prozession, worauf sich &#8211; wie wir annehmen d\u00fcrfen &#8211; die Pforten des Heiligtums \u00f6ffnen. So etwa haben wir uns den Sitz im Leben unseres Psalmtextes vorzustellen. Die Frage, zu welchem Fest Israels die Einf\u00fchrung der Lade in das Heiligtum gegebenenfalls geh\u00f6rt, ist umstritten. Einige Exegeten rechneten mit der M\u00f6glichkeit eines allj\u00e4hrlich gefeierten sog. Thronbesteigungsfestes Jahwes, andere haben dies bestritten. Wie auch immer: da\u00df es sich bei unserem Psalmtext um ein altes Traditionsst\u00fcck und um eine Prozessionsliturgie vor dem Jerusalemer Heiligtum handelt, d\u00fcrfte der Fall sein.<\/p>\n<p>Sehen wir theologisch etwas genauer zu, dann werden wir allerdings bemerken, da\u00df wir uns den liturgischen Aufruf zur \u00d6ffnung der Tempelpforten nicht zu vordergr\u00fcndig vorstellen d\u00fcrfen. Der m\u00e4chtige Himmelsk\u00f6nig, der hier Einla\u00df halten will, sprengt nicht nur die Ma\u00dfe eines T\u00fcrrahmens, er reicht in seiner machtvollen Gr\u00f6\u00dfe ins Unendliche und transzendiert alle beschr\u00e4nkenden Grenzen des Raumes wie der Zeit. Gleichwohl will er seine Gegenwart nicht ins schlechthin Ferne und Abwesende entr\u00fccken. Gott will vielmehr in seiner Unendlichkeit dasein im Endlichen und seine Anwesenheit schenken an seinem Ort und zu seiner Zeit. Von daher verwundert es nicht, da\u00df Psalm 24 zu einem adventlichen Leittext des Christentums wurde, zu einem in mannigfachen Variationen aufgegriffenen Ausdruck des Advents, der Ankunft, des Zur-Welt-Kommens Gottes in Jesus Christus. Die fr\u00fche Christenheit hat ihn in diesem Sinne von Anfang an in Gebrauch genommen. Die Erinnerung an Jesu Einzug in Jerusalem, wie sie uns u.a. im 21. Kapitel des Evangeliums nach Matth\u00e4us (1-11) \u00fcberliefert ist, hat dabei zwar nicht sogleich, aber daf\u00fcr sp\u00e4ter um so nachdr\u00fccklicher mitgewirkt. Auch hier haben wir es ja mit einer Art von Prozession zu tun. Indes, wie niedrig und gering nimmt sich bei Jesu Jerusalemer Einzug die adventliche Ankunft aus: &#8222;Geht in das Dorf, das vor euch liegt&#8220;, sagt der Herr zu den Seinen; &#8222;dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er l\u00e4\u00dft sie aber bald zur\u00fcckbringen.&#8220; (Mt 21,2f) Auf dem F\u00fcllen einer Eselin reitet Jesus in der Zionstadt Jerusalem ein. Und doch vermag ein Teil des Volkes in solch d\u00fcrftigem Advent die Erf\u00fcllung alttestamentlicher Verhei\u00dfung zu erblicken. &#8222;Das ist geschehen&#8220;, so hei\u00dft es, &#8222;damit sich erf\u00fclle, was durch den Propheten (sc. Sacharja 9,9) gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: \/ Siehe, dein K\u00f6nig kommt zu dir. \/ Er ist friedfertig, \/ und er reitet auf einer Eselin \/ und auf einem Fohlen, \/ dem Jungen eines Lasttiers.&#8220; (Mt 21,4f) Als Jesus einreitet, breiten daher &#8211; als Geste der Verehrung und des freundlichen Empfangs &#8211; viele Menschen ihre Kleider auf der Stra\u00dfe aus, &#8222;andere schnitten Zweige von den B\u00e4umen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! \/ Gesegnet sei er, der da kommt im Namen des Herrn. \/ Hosanna in der H\u00f6he!&#8220; (Mt 21,8f) Mit den Worten des 118. Psalms haben sie damit zum Ausdruck gebracht, da\u00df die Ankunft Jesu als Kommen des g\u00f6ttlichen Gesandten, ja als Kommen Gottes selbst zu werten ist, womit der sachliche Bezug zu Psalm 24 hergestellt ist: Jesus Christus ist die Ankunft Gottes, der g\u00f6ttliche Advent in Person, in und mit dessen Erscheinen Gott selbst offenbar wird, um unter uns zu wohnen und bei uns zu sein in dieser Welt. Diese an Geschichte und Werk des erwachsenen Jesus von Nazareth gewonnene Einsicht, welche alle auf ihn \u00fcbertragenen Hoheitstitel unterstreichen und hervorheben wollen, wurde in den Weihnachtsgeschichten in grunds\u00e4tzlicher Weise entfaltet, indem gesagt wurde: er, Jesus von Nazareth, ist anf\u00e4nglich, urspr\u00fcnglich und ganz von Gott her &#8211; nichts anderes als dies will etwa die Vorstellung von der jungfr\u00e4ulichen Geburt zum Ausdruck bringen -, in ihm ist Gott selbst zur Welt gekommen. In ihm ist Gott selbst vom Himmel herabgestiegen, hat die Tore der Welt durchschritten, um himmlische Freude, ja den Himmel selbst auf Erden zu erschlie\u00dfen. Kurzum: In der Erscheinungsgestalt Jesu Christi ist Gott selbst gegenw\u00e4rtig, Jesus Christus ist die Realpr\u00e4senz Gottes und in diesem Sinne das g\u00f6ttliche Ursakrament, das wirksame Zeichen der N\u00e4he Gottes schlechthin, in dem das Reich Gottes bereits angebrochen ist.<\/p>\n<p>Auf das Ged\u00e4chtnis solch weihnachtlicher Ankunft Gottes in Jesus Christus bereiten wir uns in der Adventszeit vor. Es ist ein sch\u00f6nes Zeichen, da\u00df sich das Kirchenjahr sein Beginnen nicht vom astronomischen Kreisen der Gestirne vorschreiben l\u00e4\u00dft, sondern mit der geschichtlichen Ankunft des Herrn seinen Anfang macht. Freilich hat auch das S\u00e4kularjahr an diesem Ged\u00e4chtnis teil, indem es sich von der Geburt Jesu Christi her datiert. Anno Domini 2001 schreiben wir mittlerweile, der Geburt des Herrn vor \u00fcber zweitausend Jahren gedenkend. Doch wohnt solchem Ged\u00e4chtnis nicht auch chronische Ambivalenz inne? Mu\u00df nicht, um ein Diktum Hegels zu variieren, gesagt werden, der Herr Jesus sei schon so lange auf die Welt gekommen, da\u00df es bald nicht mehr wahr ist? Nun, wahr jedenfalls ist, da\u00df uns das Ged\u00e4chtnis des weihnachtlichen Advents zu weiteren Gedanken n\u00f6tigt. Zu bedenken gilt es vor allem, da\u00df f\u00fcr den weihnachtlichen Gottessohn der Eintritt in die Tore der Welt zum Eintritt in die Pforten des Todes und der H\u00f6lle wurde, woraufhin ja bereits der Einzug in Jerusalem angelegt ist. Es best\u00e4tigt sich, was im Prolog des Johannesevangeliums gesagt ist: &#8222;Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.&#8220; (Joh 1,9-11) Die Welt, als Sch\u00f6pfung dazu bestimmt, Zeichen des Daseins Gottes zu sein, erweist sich angesichts des g\u00f6ttlichen Advents in Jesus Christus in ihrer Verkehrtheit, als Ort der Finsternis und des Grauens, des Todes und des Teufels. Deshalb erreicht das Kommen Gottes seine \u00e4u\u00dferste Tiefe am Kreuz, das eine gottlose Welt dem g\u00f6ttlichen Gesandten bereitet. Der weihnachtliche Herr der Herrlichkeit erleidet den Schmachtod des S\u00fcnders und verf\u00e4llt der H\u00f6lle gottverlassener Verzweiflung. Man darf dieses \u00c4u\u00dferste und Abgr\u00fcndigste der christlichen Lehre vom g\u00f6ttlichen Advent nicht verschweigen, weil ohne es weder rechte christliche Bu\u00dfe noch rechter christlicher Trost angesichts von Tod und Teufel zu erlangen sind. Jedoch ist beides m\u00f6glich nur, weil wir gewi\u00df sein d\u00fcrfen, da\u00df der g\u00f6ttliche Advent nicht im Grabe und hinter verschlossenen H\u00f6llenpforten endet. &#8222;Doch du lie\u00dfest ihn im Grabe nicht, du wolltest nicht dulden, da\u00df dein Heiliger Verwesung s\u00e4he&#8220;, singt der Tenor, nachdem er den Kreuzestod Jesu rezitiert hat, in H\u00e4ndels Oratorium &#8222;Der Messias&#8220;, woraufhin der Chor in frischpulsierendem F-Dur mit den Worten unseres Psalms einf\u00e4llt: &#8222;Hoch tut euch auf &#8211; und \u00f6ffnet euch weit, ihr Tore der Welt, denn der K\u00f6nig der Ehren ziehet ein. Wer ist der K\u00f6nig der Ehren? Der Herr, stark und m\u00e4chtig im Streite. Wer ist der K\u00f6nig der Ehren? Gott Zebaoth, er ist der K\u00f6nig der Ehren.&#8220; Hier ist &#8211; und auch dies ist alte christliche Tradition &#8211; Psalm 24,7-10 auf Auferstehung und Himmelfahrt Jesus Christi gedeutet, in welchen er durch die Pforten der zuk\u00fcnftigen, himmlischen Welt in die Herrlichkeit seines Vaters eingeht, um von Ewigkeit zu Ewigkeit ihm anzugeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Doch selbst damit endet noch nicht der christliche Advent und die entsprechende Verwendung unseres Psalmmotivs. Denn der erh\u00f6hte Herr will ja mit seinem g\u00f6ttlichen Vater nicht alleine sein, sondern die Pforten des Himmels f\u00fcr all jene \u00f6ffnen, die im Glauben an ihm h\u00e4ngen. Dem dient die Sendung des Geistes als eines Angelds jenes zweiten und letzten Advents, jener Zukunft des Gekommenen, in der das Reich Gottes vollendet und Gott alles in allem sein wird. Dieser zweite und letzte Advent steht uns als Ende unseres Lebens und Ende der Welt noch bevor. Doch wir k\u00f6nnen ihm &#8211; trotz zu erwartenden Gerichts &#8211; getrost, ja nicht nur getrost, sondern voller Zuversicht, Hoffnung und Freude entgegensehen, weil der, welcher kommt, kein anderer sein wird als der, der um uns und unseres Heiles willen schon gekommen ist: Jesus Christus, der auferstandene Gekreuzigte, in welchem der dreieinige Gott offenbar ist, offenbar als Gott f\u00fcr uns &#8211; f\u00fcr uns verkehrte Menschen in einer verkehrten Welt. In diesem Sinne umgreift der g\u00f6ttliche Advent, dessen Inbegriff Jesus Christus ist, Anfang und Ende der Welt und unseres pers\u00f6nlichen Lebens.<\/p>\n<p>&#8222;Macht hoch die T\u00fcr, die Tor macht weit&#8220;: Das A und O des christlichen Advents wird uns in dem ersten Lied unseres Evangelischen Gesangbuchs, das wir gesungen haben und singen werden, auf eindringliche Weise nahegebracht. Die im Halleschen Pietismus beheimatete Melodie erinnert an kindlichen Reigentanz, wie er \u00e4hnlich in vielen Weihnachtsliedern aufklingt. Wenn wir sie singen, werden wir in gewisser Weise zu Kindern. Und das mu\u00df auch so sein: nicht da\u00df wir zur Flucht in infantile Sentimentalit\u00e4t verleitet werden sollten; angeleitet werden sollen wir vielmehr, uns als Kinder Gottes wahrzunehmen und mit Herz und Mund in den Ruf einzustimmen: Abba, unser Vater, dein und deines Sohnes Reich komme, auf da\u00df wir Br\u00fcder und Schwestern seien vor dir. &#8222;Macht hoch die T\u00fcr, die Tor macht weit&#8220;: der Text des Liedes ist \u00e4lter als seine Melodie und stammt von dem 1590 im ostpreu\u00dfischen Domnau geborenen, 1635 in K\u00f6nigsberg gestorbenen Georg Wei\u00dfel. Er ist ein Vorl\u00e4ufer des in den Drei\u00dfiger Jahren des 17. Jahrhunderts gegr\u00fcndeten K\u00f6nigsberger Dichterbunds und in unserem Gesangbuch noch mit zwei weiteren Werken vertreten: &#8222;Such, wer da will, ein ander Ziel&#8220; (EG 346) und &#8222;O Tod, wo ist dein Stachel nun?&#8220; (EG 113). Entscheidend f\u00fcr die inhaltliche Konzeption seines Adventslieds ist die Tatsache, da\u00df die ersten drei Strophen durch die Bezugnahme auf die drei Personen der Trinit\u00e4t bestimmt sind, wie dies besonders in dem zweizeiligen Schlu\u00dfkehrreim deutlich wird: Gelobet sei mein Gott, (1) mein Sch\u00f6pfer reich von Rat, (2) mein Heiland gro\u00df von Tat, (3) mein Tr\u00f6ster fr\u00fch und spat. Zugrunde liegt ein Spruch aus dem Buch des Propheten Jeremia (32,19a), wo von Gott gesagt wird: &#8222;Gro\u00df bist du an Rat und m\u00e4chtig an Tat.&#8220; Der Dichter gestaltet diese Gottesanrede in trinit\u00e4tstheologischer Weise, um in der vierten Strophe auf die erste zur\u00fcckzukommen und mit einem Lobpreis des dreieinigen Gottes zu schlie\u00dfen, der die entscheidenden Aussagen der ersten drei Strophen wiederaufnimmt und die in ihnen aufgez\u00e4hlten Attribute zusammenfa\u00dft: (4) voll Rat, voll Tat, voll Gnad.<\/p>\n<p>Die trinitarische Gestalt des Liedes ist der angemessene Ausdruck seiner wichtigsten Botschaft: Im Advent Jesu Christi kommt Gott selbst zu uns, und zwar als Sch\u00f6pfer, Heiland und Tr\u00f6ster. Unter dieser Voraussetzung wird im Lied sodann das Adventsevangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem nach Mt 21,1-9 im Lichte der Verse 7-10 von Psalm 24 interpretiert. Das &#8222;Gelobet sei, der da kommt &#8230;&#8220; nimmt der Refrain der Strophen 1-4 explizit und in der besagten trinitarischen Weise auf. Auff\u00e4llig ist, da\u00df die geschichtlichen Einzelheiten der Einzugsgeschichte allesamt geistlich-spirituell gedeutet werden: die K\u00f6nigskrone wird mit Heiligkeit, das Zepter mit Barmherzigkeit, der Tempel den Herzen, die Palmzweige schlie\u00dflich der Gottseligkeit gleichgesetzt. Auff\u00e4llig ist ferner, da\u00df der Dichter seinen H\u00f6rern sp\u00e4testens von der zweiten Strophe an die pers\u00f6nliche Teilnahme am Einzug dessen, der noch heute kommt, ans Herz legt. Es geht darum, da\u00df jeder dabei sei und sich mit freudiger Hingabe &#8211; &#8222;mit Andacht, Lust und Freud&#8220; &#8211; auf das Kommen Jesu vorbereite. Mit der Aria der Bach-Kantate (BWV 61: Nun komm, der Heiden Heiland) zu reden, die uns der Markus-Chor M\u00fcnchen unter der Leitung von KMD Holger Boenstedt dankenswerterweise zu Geh\u00f6r bringt: &#8222;\u00d6ffne dich, mein ganzes Herze, \/ Jesus kommt und ziehet ein. \/ Bin ich gleich nur Staub und Erde, \/ Will er mich doch nicht verschm\u00e4hn, \/ Seine Lust an mir zu sehn, \/ Da\u00df ich seine Wohnung werde, \/ O wie selig werd ich sein!&#8220; Dabei gilt der Adventsruf nicht nur und jedenfalls nicht ausschlie\u00dflich dem Einzelnen oder der christlichen Gemeinde, sondern Land und Stadt insgesamt, also der gesamten bewohnten Welt. Alle sollen sich f\u00fcr den kommenden Heiland \u00f6ffnen und mit ihm den &#8222;Weg zur ewgen Seligkeit&#8220; gehen. Wollen wir uns diesem Adventsruf nicht versagen, sondern freudig in ihn einstimmen und ihn aufnehmen in dem Gebet: &#8222;Komm, o mein Heiland Jesu Christ, \/ meins Herzens T\u00fcr dir offen ist. \/ Ach zieh mit deiner Gnade ein; \/ dein Freundlichkeit auch uns erschein. \/ Dein Heilger Geist uns f\u00fchr und leit \/ den Weg zur ewgen Seligkeit. \/ Dem Namen dein, o Herr, \/ sei ewig Preis und Ehr.&#8220; Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Prof. Dr. Gunther Wenz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lebens-Geschichten: Wunsch-Zettel | Psalm 24,7-10 | Gunther Wenz | Markuskirche M\u00fcnchen Universit\u00e4tsgottesdienste der Universit\u00e4t M\u00fcnchen im Wintersemester 2001\/2002 LESUNG Psalm 24,7-10 LESUNG Matth\u00e4us 21,1-11 Liebe Gemeinde, der Psalmtext, den wir soeben vernommen haben, geh\u00f6rt wahrscheinlich zur Gattung der Tempeleinla\u00dfliturgie. 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