{"id":22403,"date":"2001-03-24T15:43:12","date_gmt":"2001-03-24T14:43:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22403"},"modified":"2025-03-24T15:46:20","modified_gmt":"2025-03-24T14:46:20","slug":"eg-98-korn-das-in-die-erde-in-den-tod-versinkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/eg-98-korn-das-in-die-erde-in-den-tod-versinkt\/","title":{"rendered":"EG 98 &#8222;Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3>Predigtreihe &#8222;Passion im Lied&#8220; | Laetare | 25.3.2001 | EG 98 &#8222;Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt&#8220; | Stefan Knobloch |<\/h3>\n<p><em><strong>F\u00fcr euch dahingegeben<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcr euch dahingegeben&#8220; &#8211; die Formel ist irgendwie abgedroschen. Sie ist leer geworden im Laufe ihrer Weitergabe durch die christlichen Jahrhunderte: Jesus Christus, f\u00fcr uns, f\u00fcr euch dahingegeben. Als liturgisch gef\u00fcgte Sprache mag eine solche Formel noch hingehen. Liturgische Sprache sei eben so; denn nur so bewahre sie sich, in immer gleicher Form. Aber einzudringen in ihren Inhalt, in den Inhalt ihrer Aussage eben davon h\u00e4lt uns diese Sprachform eher ab: F\u00fcr euch dahingegeben.<\/p>\n<p>Ich komme irgendwie ins Schleudern, sollte ich jemandem, der mich fragt, in wenigen S\u00e4tzen erkl\u00e4ren, wie das mit dem &#8222;f\u00fcr euch dahingegeben&#8220; gemeint sei. In einer Weise wom\u00f6glich, da\u00df der andere nicht von mir denkt: &#8222;Hat der komische Gedanken im Kopf! Das ist nicht meine Sache.&#8220; Wenn ich also das &#8222;f\u00fcr euch dahingegeben&#8220; in einer Weise erkl\u00e4ren sollte, der der andere nicht nur aus Mitleid mit mir seine \u00e4u\u00dfere Zustimmung g\u00e4be, ohne da\u00df ich auch nur im geringsten sein Inneres getroffen h\u00e4tte, auch nur im geringsten so etwas wie ein nachdenkliches anfanghaftes Begreifen bei ihm ausgel\u00f6st h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Das &#8222;f\u00fcr euch dahingegeben&#8220; bringt mich ins Schleudern, nicht weil ihm kein erschlie\u00dfbarer Sinn zugrunde l\u00e4ge, sondern weil der Weg zu solcher Erschlie\u00dfung durch einschie\u00dfende Erkl\u00e4rungsmuster blockiert zu werden scheint, die sich spontan einstellen, aber mein Gegen\u00fcber in keiner Weise \u00fcberzeugen, so da\u00df das Ganze doch wieder nur an dem Punkt endet, mit dem &#8222;f\u00fcr euch dahingegeben&#8220; habe es nichts auf sich, was heute plausibel zu machen sei und die Menschen \u00fcberzeugen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die St\u00f6rung, die hier im Spiel ist &#8211; bei meinem Gespr\u00e4chspartner und zugegebenerma\u00dfen auch bei mir &#8211; hat eine lange Vorgeschichte und ist geradezu biblischen Ursprungs. Sehr fr\u00fch flie\u00dft in die biblischen &#8222;Einsetzungsworte&#8220; des Abendmahls und von da aus in das Verst\u00e4ndnis des Todes Jesu das &#8222;f\u00fcr euch&#8220;, &#8222;f\u00fcr euch dahingegeben&#8220;, &#8222;f\u00fcr euch vergossen&#8220; ein. So hei\u00dft es im \u00e4ltesten uns dazu \u00fcberlieferten Text, in 1 Kor 11: &#8222;Jesus&#8230; sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib\u00a0<em>f\u00fcr euch<\/em>&#8220; (1 Kor 11,24). Beim Kelchwort allerdings fehlt das &#8222;f\u00fcr uns vergossen&#8220;. &#8222;Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut&#8220; (1 Kor 11,25). Bei Lukas lauten die entsprechenden S\u00e4tze: &#8222;Und er (Jesus) nahm das Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der\u00a0<em>f\u00fcr euch hingegeben wird<\/em>. Tut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blute, das\u00a0<em>f\u00fcr euch vergossen wird<\/em>&#8220; (Lk 22,19-20).<\/p>\n<p>Und sogleich l\u00f6sen diese &#8222;f\u00fcr euch-Formeln&#8220;, ganz egal, aus welchen Glaubensmotiven sie in die biblischen Schriften Eingang gefunden haben, bei uns heute die Frage aus: Ja,\u00a0<em>vor wem<\/em>\u00a0war diese Hingabe Jesu f\u00fcr uns zu erbringen?\u00a0<em>Wer<\/em>\u00a0erwartete diese unmenschliche Hingabe in einem qualvollen Tod eines viel zu jungen Lebens? Die g\u00e4ngige Antwort macht in\u00a0<em>Gott, dem Vater<\/em>, den Schuldigen aus. Er habe das erwartet. Er habe erwartet, vielleicht sogar\u00a0<em>gewollt<\/em>, da\u00df sein Sohn\u00a0<em>f\u00fcr uns<\/em>\u00a0hingegeben werde, sterbe.<\/p>\n<p>Ich habe alles Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Menschen, auch f\u00fcr Gl\u00e4ubige, die mit dieser Antwort nicht leben k\u00f6nnen. Ich kann es n\u00e4mlich auch nicht. Und wir d\u00fcrften dabei Jesus ganz auf unserer Seite haben. Denn es f\u00e4llt auf, da\u00df Jesu erste, zweite und dritte Leidensank\u00fcndigungen, die uns bei den Synoptikern begegnen (Mt 16,21; 17,22-23; 20,17-19; Mk 8,31; 9,31; 10,32-34; Lk 9,22; 9,44; 18,31-33) stereotyp\u00a0<em>ohne<\/em>\u00a0eine Deutung seines Leidens und Todes,\u00a0<em>ohne<\/em>\u00a0das &#8222;f\u00fcr uns&#8220; auskommen. Eine solche Deutung kam ihm offensichtlich nicht in den Sinn. Stellvertretend f\u00fcr alle anderen Leidensank\u00fcndigungen, die in dem totalen Ausfall des &#8222;f\u00fcr uns&#8220; alle \u00fcbereinstimmen, sei hier lediglich die dritte Leidensank\u00fcndigung nach Mt angef\u00fchrt: &#8222;Als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zw\u00f6lf J\u00fcnger beiseite und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden \u00fcbergeben, damit er verspottet, gegei\u00dfelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen&#8220; (Mt 20,17-19).<\/p>\n<p>Nichts von &#8222;f\u00fcr uns&#8220; also. Was bleibt dann von dem &#8222;f\u00fcr euch dahingegeben&#8220;? Handelt es sich in dieser Formel um eine nachjesuanische, gegen Jesu eigene Absichten gerichtete Deutung seines Lebens und Todes? Nein, so radikal mu\u00df man es und darf man es nicht sehen. Es \u00f6ffnen sich n\u00e4mlich Interpretationsm\u00f6glichkeiten des &#8222;f\u00fcr uns&#8220;, mit denen wir leben k\u00f6nnen, die uns plausibel erscheinen.<\/p>\n<p>Ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen wir dabei noch einmal beim sogenannten Abendmahl. Wir m\u00fcssen dabei nicht auf den Streitpunkt kommen, ob Jesu Abendmahl ein\u00a0<em>Paschamahl<\/em>\u00a0war (wie es die Synoptiker sehen; vgl. Mt 26,17; Mk 14,12; Lk 22,15), oder ob es sich um ein\u00a0<em>Abschiedsmahl Jesu<\/em>\u00a0von seinen J\u00fcngern handelte, wie es sich nach dem Johannes-Evangelium nahelegt:\u00a0<em>Vor<\/em>\u00a0dem Paschafest (Joh 13,1) fand\u00a0<em>ein<\/em>\u00a0Mahl statt (Joh 13,2). Feststehen d\u00fcrfte, da\u00df die unmittelbare N\u00e4he des Termins des Paschamahles auch das Jesusmahl pr\u00e4gte. Jesus, der sich an allen zehn Fingern abz\u00e4hlen konnte, da\u00df sein Leben menschlich verwirkt war &#8211; und in den Leidensank\u00fcndigungen hatte er seine J\u00fcnger auf diese Tatsache vorzubereiten versucht &#8211; Jesus konnte sich angesichts der konkreten Gef\u00e4hrdung seines Lebens gut einklinken in den Sinn des Paschafestes, n\u00e4mlich in die Feier des verl\u00e4\u00dflichen Gottes durch Dick und D\u00fcnn, der mit seinem Volke geht, was immer geschieht. Diese Erfahrung konnte, ja mu\u00dfte in Jesus in der Situation h\u00f6chster pers\u00f6nlicher Gefahr einen starkten Widerhall finden. Es gab f\u00fcr ihn &#8211; das konnte ihm in der Feier zur Gewi\u00dfheit werden &#8211; einen Weg, eine Zukunft in Gott, seinem Vater, auch wenn es mit ihm zum \u00c4u\u00dfersten, zum gewaltsamen Ende seines Leben kommen sollte. So feierte er sein Abschiedsmahl eben auch als\u00a0<em>Bundesmahl<\/em>, im Sinn der Gewi\u00dfheit, da\u00df Gottes Bund steht, komme, was da wolle, komme, was da wolle, auch wenn es sein pers\u00f6nliches Leben betreffe. In diesem Sinn konnte sich f\u00fcr die J\u00fcnger, die dabei insgesamt wohl wenig verstanden, wenigstens anfanghaft zeigen, da\u00df Gottes &#8222;f\u00fcr uns&#8220; in seinem Bund Bestand hat.<\/p>\n<p>Nur war damit noch nicht der Tod Jesu als &#8222;Hingabe f\u00fcr uns&#8220; begr\u00fcndet. Wie steht und stand es nun damit? Die Antwort mu\u00df noch einmal den Bundesgedanken aufgreifen, sonst wird sie nicht verst\u00e4ndlich. Indem Jesus die Kraft hatte, in das Unabwendbare einzuwilligen, eher sein Leben dranzugeben, als sich selbst untreu zu werden, indem er etwa h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen (um Kopf und Kragen zu retten): &#8222;Ich habe mich mit meiner Gottesbotschaft get\u00e4uscht. An ihr ist nichts. Ich nehme sie zur\u00fcck. Es bleibt alles beim alten, wie es euch die Hohenpriester und Schriftgelehrten beigebracht haben&#8220; &#8211; indem Jesus sich treu blieb und damit seinem Vater treu blieb,\u00a0<em>gab er sich f\u00fcr uns hin<\/em>. Nur noch einmal, wie? In welchem Sinn &#8222;f\u00fcr uns&#8220;? In dem Sinn, da\u00df er lebend und sterbend ein un\u00fcberbietbarer Vertrauensbeweis in die Wahrheit des Bundes Gottes zu seinem Volk war. Aber auch in dem Sinn, als uns im Licht seiner Auferweckung durch Gott, seinen Vater, die Gewi\u00dfheit und Verl\u00e4\u00dflichkeit des Bestandes des Bundes Gottes mit uns aufgehen konnte. So gesehen, starb Jesus &#8222;f\u00fcr uns&#8220;, weil sich &#8222;f\u00fcr uns&#8220; aus seinem Tod und seiner Auferstehung Gottes Bund, Gottes N\u00e4he zu uns Menschen neu bewahrheitete und als endg\u00fcltig herausstellte.<\/p>\n<p>Schwierig genug bleibt das f\u00fcr uns allemal, weil wir mit dem alttestamentlich zentralen Gedanken des &#8222;Bundes&#8220; Gottes wohl zun\u00e4chst nicht viel anfangen k\u00f6nnen. Er trifft unser Herz nicht. Bei &#8222;Bund&#8220; denken heute die einen eher an die Bundeswehr und ihre Zukunft, die anderen an die \u00f6kologische Zukunft der Welt, jene also, die sich im BUND zusammengetan haben. Nicht um das Wort aber mu\u00df es uns gehen, sondern um das mit ihm Gemeinte: darum, da\u00df Gott uns in Liebe und Zuneigung v\u00e4terlich-m\u00fctterlich zugetan ist, in einer Weise der Zuneigung und Liebe, f\u00fcr die die menschliche Liebe unter zwei Verliebten nur ein schwacher Abklatsch ist.<\/p>\n<p>Dem, worum es in seiner Komplexit\u00e4t im Tode Jesu geht, n\u00e4hern sich gerne neuere Lieder, wie zum Beispiel das Lied Nr. 98 aus dem Evangelischen Gesangbuch, das Bilder und Metaphern gebraucht, um das ann\u00e4hernd auszuloten, was der Glaube vom Tod und der Auferstehung Jesu wei\u00df, bewahren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><em>Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Das, was wie Tod aussieht, das in die Erde ges\u00e4te Korn, ist in Wahrheit der Keim zu neuem Leben. Darin schwingt das &#8222;f\u00fcr&#8220; mit, das Sich-f\u00fcr-etwas-anderes-Hingeben. Es ist ein Bild, holpriger gesagt, eine Eselsbr\u00fccke, um die Bedeutung der Hingabe Jesu zu ermessen.<\/p>\n<p><em>Liebe lebt auf, die l\u00e4ngst erstorben schien.Liebe w\u00e4chst wie Weizen, und ihr Halm ist gr\u00fcn&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Vom Korn kann man nat\u00fcrlich nicht sagen, da\u00df da Liebe im Spiel sei. Auch nicht, da\u00df seine Liebe in der Erde erstorben sei. Aber als Bild f\u00fcr eine andere Sache vermag es uns anzusprechen. Zun\u00e4chst als Bild der Liebe Jesu zu uns, der nicht zur\u00fcckwich in die Rettung seiner Haut, sondern sich in der Geradlinigkeit seines Stehens zum Vater hingab, &#8222;f\u00fcr uns&#8220;, damit wir sehen und glauben konnten, da\u00df an der Wirklichkeit dieses Vaters nicht zu zweifeln ist, da\u00df auf ihn Verla\u00df ist, auch wenn es ganz anders kommt, als man es sich menschlich w\u00fcnschen und erwarten w\u00fcrde. Dann aber ist die Rede von der Liebe, die auflebt, ein Bild unserer eigenen Erfahrungen, es ist die Rede davon, da\u00df Liebe, die durch manche Passion, durch manche Entt\u00e4uschung gegangen ist oder einfach erstorben schien, wie durch ein Wunder wieder aufbl\u00fchen kann, wie Weizen auf seinem Halm.<\/p>\n<p>Das Lied erfa\u00dft noch mehr.<\/p>\n<p><em>\u00dcber Gottes Liebe brach die Welt den Stab&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Auch hier klingen wieder mehrere Ebenen an. Zun\u00e4chst die Erinnerung daran, da\u00df damals \u00fcber Jesus, den Vermittler der Liebe Gottes, der Stab gebrochen wurde, paradoxerweise &#8211; so paradox verl\u00e4uft Gottes Geschichte mit den Menschen &#8211; &#8222;im Namen Gottes&#8220;. Denn den Umbau des Gottesbildes, den Jesus in seiner Botschaft von Gott vornahm, wollte und konnte das religi\u00f6se Establishment der Hohenpriester und Schriftgelehrten damals nicht mitmachen. Dann klingt in dieser Liedzeile noch die zweite Ebene an, da\u00df die Welt mit Gottes Liebe nicht viel anfangen k\u00f6nne. Gerade heute kann man den Eindruck haben, es gehe um ganz andere Dinge, als um die feste Verankerung des Lebens in so etwas wie der Liebe Gottes. Aber noch eine dritte Ebene klingt an. Hat nicht nur die &#8222;Welt&#8220; \u00fcber Gottes Liebe den Stab gebrochen, sondern auch die Kirche? Indem sie es nicht durchhielt, von Gottes unbedingter, und das hei\u00dft, bedingungsloser Liebe zu sprechen? Indem sie Gottes Liebe ins Gegenteil pervertierte und sagte, Gott w\u00fcrde uns nur so lange lieben, solange wir ihn liebten? In einer Abwandlung einer Frage Jesu (vgl. Lk 6,32) k\u00f6nnte man fragen: Wenn die Kirche so von Gottes Liebe d\u00e4chte, was t\u00e4te sie da Besonderes? K\u00f6nnten so nicht auch die &#8222;Heiden&#8220; von Gottes Liebe denken? Um daraus gewisserma\u00dfen mit Recht die Schlu\u00dffolgerung zu ziehen, da\u00df wenn es so um die Liebe Gottes stehe, wie die Kirche h\u00e4ufig verk\u00fcnde, dann an ihr nicht viel sei, dann an Gott nicht viel sei.<\/p>\n<p>Unser Lied versagt es sich nicht, am Ende auch noch eine moralische Spitze loszuwerden.<\/p>\n<p><em>Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,unser Herz gefangen in Gestr\u00fcpp und Dorn&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Damit sind wir l\u00e4ngst nicht mehr bei Jesu &#8222;Hingabe f\u00fcr uns&#8220;. Oder doch? Insofern seine Gottesn\u00e4he, seine Gottesbeziehung uns als M\u00f6glichkeit auch unseres Lebens nicht \u00fcberzeugt? Bei uns nicht ankommt? Weil wir zu sehr um uns kreisen? Weil wir meinen, das Gelingen unseres Lebens hinge allein von uns ab? Geschenkt werde uns da nichts, schon gar nicht von der Liebe Gottes?<\/p>\n<p><em>&#8222;F\u00fcr euch dahingegeben&#8220;<\/em>\u00a0&#8211; wir m\u00f6gen mit Recht den Tod Jesu heute anders sehen, weniger als vom Vater &#8222;geforderte&#8220; Hingabe, denn als Ausdruck der sich selbst treubleibenden Identit\u00e4t Jesu mit sich selbst. Darin ist er uns ein unerreichtes Vorbild. Und er hat Gott sei Dank zusammen mit seinem Vater auch f\u00fcr unser Nicht-Identischsein, f\u00fcr unsere Lebensfragmente, f\u00fcr das Auf und Ab unseres Lebens noch einmal\u00a0<em>eine<\/em>\u00a0L\u00f6sung: die L\u00f6sung seiner uns vorbehaltlos umarmenden Liebe.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Stefan Knobloch<\/strong><\/p>\n<p><strong>Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz, Fachbereich Katholische Theologie<\/strong><\/p>\n<p><strong>Saarstra\u00dfe 21 D-55099 Mainz<\/strong><\/p>\n<p><strong>Tel.\/Fax: 0 61 31 \/ 39 22 743<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"mailto:pastoralunimz@hotmail.com\"><strong>e-mail: pastoralunimz@hotmail.com<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtreihe &#8222;Passion im Lied&#8220; | Laetare | 25.3.2001 | EG 98 &#8222;Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt&#8220; | Stefan Knobloch | F\u00fcr euch dahingegeben &#8222;F\u00fcr euch dahingegeben&#8220; &#8211; die Formel ist irgendwie abgedroschen. 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