{"id":22423,"date":"2002-12-24T16:14:00","date_gmt":"2002-12-24T15:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22423"},"modified":"2025-03-24T16:27:44","modified_gmt":"2025-03-24T15:27:44","slug":"lukas-29-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-29-14\/","title":{"rendered":"Lukas 2,9\u201314"},"content":{"rendered":"<h3>Von Hirten und Sternguckern | Heiligabend | Lk 2,9\u201314 | Ulrich Braun |<\/h3>\n<p>Ein Spiel f\u00fcr den Heiligabend<\/p>\n<p>Ahmal (1. Hirtenjunge): Nabil (2. Hirtenjunge): Ich kann nicht schlafen. Mir ist so kalt. Du sollst auch nicht schlafen. Du sollst die Schafherde bewachen!<\/p>\n<p>Ahmal: <em>nach einer kurzen Pause<\/em> Ich frage mich, ob die Sterne immer schon so ausgesehen haben. Ich meine: Mein Vater und mein Gro\u00dfvater haben hier auch schon die Schafe geh\u00fctet. Ob sie wohl dieselben Sterne \u00fcber Bethlehem gesehen haben wie wir?<\/p>\n<p>Nabil: Welche sollen sie denn sonst gesehen haben? <em>Sch\u00fcttelt den Kopf \u00fcber seinen seltsamen Gef\u00e4hrten<\/em> Die Sterne waren immer schon da. Blo\u00df, dass dein Vater und Gro\u00dfvater nicht solche Sterngucker waren wie du. Sonst w\u00e4ren ihnen alle Schafe und Ziegen davongelaufen.<\/p>\n<p>Ahmal: Ich meine ja nur, wieviel Sterne es wohl geben mag, und wie weit sie wohl weg sind. <em>Z\u00f6gert kurz und spricht dann weiter:<\/em> Und wenn sie immer dieselben sind, dann ist ihnen wohl ganz egal, wer hier unten sitzt.<\/p>\n<p>Nabil: Genau, ganz egal. Und ich w\u00fcnschte, ich w\u00e4re so weit weg wie sie. Dann m\u00fcsste ich auch nicht deine verr\u00fcckten Gedanken anh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ahmal: Glaubst wirklich, dass wir so unwichtig sind, und dass sich niemand um uns k\u00fcmmert? Meinst du, dass es ganz egal ist, wer wir sind und was wir denken?<\/p>\n<p>Nabil: Wem sollten wir denn etwas bedeuten?<\/p>\n<p>Ahmal: Na, vielleicht &#8211; Gott. Ich meine, der hast uns immerhin gemacht, die Erde und die Menschen, die Pflanzen und Tiere &#8230;<\/p>\n<p>Nabil: &#8230; und die Sterne auch. Die sind viel gr\u00f6\u00dfer als wir und sie leuchten. Wenn es Gott gibt, ist er mit denen bestimmt vollauf besch\u00e4ftigt. Weiter weg von uns als die Sterne ist er allemal. Vergiss es und gib Ruhe.<\/p>\n<p>Ahmal: Jedenfalls werden von Gott alte Geschichten erz\u00e4hlt. In einer hei\u00dft es, dass die Leute, die im Finstern wohnen, ein gro\u00dfes Licht sehen sollen. Finster genug ist es ja, und warum soll es nicht f\u00fcr uns scheinen?<\/p>\n<p>Nabil: Sag mir Bescheid, wenn\u2019s so weit ist.<\/p>\n<p>Ahmal: Dieser Stern da zum Beispiel. Den hab ich noch nie gesehen. Und ich glaube, er wandert. Vorhin hat er noch ganz da dr\u00fcben gestanden. Und er ist so hell, ganz anders als die Sterne, die ich sonst beobachte.<\/p>\n<p><strong>Lied: Brich an du sch\u00f6nes Morgenlicht<\/strong><\/p>\n<p>Ahmal: W\u00fcnscht du dir nicht auch \u2013 wenigstens manchmal -, dass etwas passiert. Irgendetwas Sch\u00f6nes und Freundliches.<\/p>\n<p>Nabil: Nat\u00fcrlich. Aber es passiert eben nie. Und wenn ich es mir zu sehr w\u00fcnsche, werde ich davon nur traurig. <em>denkt einen Moment lang nach<\/em> Aber etwas ist ja immerhin los in Bethlehem.<\/p>\n<p>Ahmal: Du meinst die gro\u00dfe Volksz\u00e4hlung?<\/p>\n<p>Nabil: Genau. Hast du die vielen Fremden gesehen? Die Unterk\u00fcnfte quellen \u00fcber. Mein Onkel hat eine Herberge. Die ist so voll, er musste schon Leute wegschicken. Sogar eine Frau, die schwanger war.<\/p>\n<p>Ahmal: Er hat sie einfach weggeschickt?<\/p>\n<p>Nabil: Was sollte er denn machen? Er hatte keinen Platz mehr.<\/p>\n<p>Ahmal: Na, ich wei\u00df nicht \u2013 irgend was! Er kann sie doch nicht einfach wegschicken. Was ist, wenn sie irgendwo hier drau\u00dfen pl\u00f6tzlich ihr Kind kriegt?<\/p>\n<p>Nabil: Und wenn schon. Sie wird nicht die erste sein, die nicht wusste, wo sie bleiben soll. Wenn du\u2019s genau wissen willst: ich bin auch irgendwo hier drau\u00dfen zur Welt gekommen. Meine Mutter hatte auch nichts. Mein Vater und sie haben in einer von diesen Schutzh\u00fctten hier drau\u00dfen gewohnt. <em>Schweigt einen kurzen Moment<\/em> Mein Onkel hat mir erz\u00e4hlt, die Leute h\u00e4tten ihm so Leid getan. Er hat diesen Stall am Ortsrand von Bethlehem. Dahin hat er die beiden geschickt. <em>Schaut nach oben zum Himmel, wo der Stern weitergewandert ist<\/em> \u00dcbrigens: dein komischer Stern scheint auch dahin zu wandern. Siehst du? Er steht von hier aus gesehen genau in der Richtung.<\/p>\n<p><strong>Lied: Es ist ein Ros entsprungen<\/strong><\/p>\n<p>Ahmal: Du hast Recht. Der Stern steht genau \u00fcber dem Stall. Vielleicht hat das etwas zu bedeuten.<\/p>\n<p>Nabil: Und nat\u00fcrlich bedeutet das deiner Meinung nach etwas&#8230;<\/p>\n<p>Ahmal: Warum nicht? Vielleicht, dass das Kind geboren ist.<\/p>\n<p>Nabil: Wenn das Kind geboren ist, bedeutet das nur eins: Die Eltern haben jetzt jede Menge Probleme!<\/p>\n<p><em>Pl\u00f6tzlich wird es auf einer Seite ganz hell. Eine Figur wird im Gegenlicht sichtbar \u2013 mag sein<\/em><\/p>\n<p><em>ein Engel.<\/em><\/p>\n<p>Stimme: Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie f\u00fcrchteten sich sehr.<\/p>\n<p>Engel: F\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.<\/p>\n<p>Stimme: Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:<\/p>\n<p>Engel: Ehre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.<\/p>\n<p><strong>Lied: Vom Himmel hoch da komm ich her<\/strong><\/p>\n<p>Nabil: Was war das denn?<\/p>\n<p>Ahmal: Engel &#8230;<\/p>\n<p>Nabil: Was f\u00fcr eine Geschichte!<\/p>\n<p>Ahmal: Tats\u00e4chlich im Stall, dr\u00fcben in Bethlehem, dort, wo unser Stern leuchtet.<\/p>\n<p>Nabil: Was f\u00fcr eine verr\u00fcckte Geschichte. Im Stall und das Kind in einer Krippe &#8230; Also jetzt im Ernst, was soll denn das mit Gott zu tun haben?<\/p>\n<p>Ahmal: Wei\u00df nicht&#8230; aber lass uns nachsehen!<\/p>\n<p>Nabil: Du bist verr\u00fcckt. In einem Stall &#8230;, ich bin auch in einer Art Stall &#8230; , ich meine, da k\u00f6nnte doch jeder kommen. Da w\u00e4re ja Gott wie einer von uns &#8230;<\/p>\n<p>Ahmal: Vielleicht ist es genau so. Gott, der die Sterne gemacht hat, ist ist einer von uns.<\/p>\n<p>Nabil: Lass uns gehen.<\/p>\n<p><strong>Lied: Ich steh an deiner Krippen hier<\/strong><\/p>\n<p><em>Nabil und Ahmal z\u00fcnden ihre Kerzen am Friedenslicht bei der Krippe an. Der Stall ist selbst nicht voll einzusehen oder eben nur als kleines Krippenmodell. Von dort kommen die Hirtenjungen schon wieder zur\u00fcck, wenn das Lied beendet ist. Auf dem R\u00fcckweg unterhalten sie sich<\/em><\/p>\n<p>Nabil: Es war tats\u00e4chlich nur ein Kind.<\/p>\n<p>Ahmal: &#8230; und du hattest Recht: Die Eltern haben jetzt jede Menge Probleme.<\/p>\n<p>Nabil: Und trotzdem hatten die Engel auch Recht. Wenn es einen Gott gibt, dann muss er den Menschen ganz nah sein. Dann hat er die Sterne gemacht und den Himmel, und er kann \u00fcberall sein, wo er will, und meinetwegen \u00fcberall zugleich: aber wirklich zu Hause ist er bei den Menschen.<\/p>\n<p>Ahmal: Es sind die selben Sterne wie immer, aber es ist eine besondere Nacht.<\/p>\n<p>Nabil: Eine heilige Nacht.<\/p>\n<p>Ahmal: Das glaubt uns kein Mensch, das mit den Engeln nicht und \u00fcberhaupt &#8230;<\/p>\n<p>Nabil: Untersch\u00e4tze die Menschen nicht. Immerhin ist Gott auch einer geworden, ich mein nur, weil ich doch auch in einem Stall &#8230;<\/p>\n<p>Ahmal: Lass uns von unserm Sternenlicht etwas abgeben. Schlie\u00dflich wird sich jeder dar\u00fcber freuen, wenn er im Dunkeln ein Licht leuchten sieht.<\/p>\n<p><em>Beide fangen an, ihr Licht durch die Reihen zu geben<\/em><\/p>\n<p><strong>Lied: Trag in die Welt nun dein Licht<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Ulrich Braun<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Hirten und Sternguckern | Heiligabend | Lk 2,9\u201314 | Ulrich Braun | Ein Spiel f\u00fcr den Heiligabend Ahmal (1. Hirtenjunge): Nabil (2. Hirtenjunge): Ich kann nicht schlafen. Mir ist so kalt. Du sollst auch nicht schlafen. Du sollst die Schafherde bewachen! 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