{"id":22496,"date":"2025-04-01T20:41:44","date_gmt":"2025-04-01T18:41:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22496"},"modified":"2025-04-01T20:41:44","modified_gmt":"2025-04-01T18:41:44","slug":"hebraeer-13-12-14-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-13-12-14-7\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 13, 12-14"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Drau\u00dfen vor der T\u00fcr | Predigt zu Hebr. 13, 12-14 | Sonntag 6. April 2025 | Eberhard Busch |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Jesus hat au\u00dferhalb des Tores gelitten, um durch sein eigenes Blut das Volk zu heiligen. So lasst uns nun zu ihm vor das Lager hinausgehen und seine Schmach tragen! Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zuk\u00fcnftige suchen wir.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn Bibeltexte schwerverst\u00e4ndlich sind, helfen uns andre Bibelstellen auf die Spr\u00fcnge. So ist es hilfreich, wenn wir zum Verst\u00e4ndnis des verlesenen Textes den Bericht \u00fcber die Kreuzigung Jesu in den Evangelien daneben legen. Dort h\u00f6ren wir, dass in dieser gef\u00e4hrlichen Stunde alle seine J\u00fcnger das Weite suchen, nur weg von ihm! weg mit dem Kreuz! Wer h\u00f6rt davon schon gerne! Aber man sch\u00fcttle seinen Kopf nicht zu voreilig \u00fcber diese treulosen Kumpanen. Das Sprichwort sagt: \u201eWenn das am gr\u00fcnen Holz geschieht, was wird erst noch am d\u00fcrren Holz geschehen?\u201c Also, wenn selbst die J\u00fcnger Jesu sich so mies verhalten, was ist dann erst von unsereins zu sagen! Sind denn auch wir feige?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber nein!, zun\u00e4chst eine Ausnahme gibt es. Wir kennen seinen Namen: ein Simon von Kyrene, in Libyen beheimatet und, jetzt besch\u00e4ftigt in Jerusalem. Solcher Grenzverkehr war in den friedlicheren Zeiten gang und g\u00e4be. Bevor Simon von der Arbeit heimkommt, will er geschwind noch Zuschauer sein bei dem, was sich auf der Stra\u00dfe drau\u00dfen vor der Stadt soeben abspielt. Da sieht er einen mit Namen Jesus, der aus Nazaret stammt, bald an der Grenze zum Libanon. Der bricht unter der Last eines Kreuzes zusammen, an das er gleich fixiert werden soll. Und ehe sich Simon versieht, ist er hineingezogen in das, was sich vor seinen Augen zutr\u00e4gt. Er wird gen\u00f6tigt, dem Fremden beizustehen, dem. der das bitterschwere Kreuz tr\u00e4gt. Er will nicht, aber er muss. So ist aus dem m\u00fc\u00dfigen Zuschauer ein mittragender Teilnehmer geworden. Er kann sich diesen Lasten-Tr\u00e4ger nicht mehr vom Hals halten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Licht der Erinnerung an diesen Simon \u00f6ffnen sich uns die drei Verse im Hebr\u00e4erbrief. H\u00f6ren wir sie noch einmal: \u201eJesus hat au\u00dferhalb des Tores gelitten, um durch sein eigenes Blut das Volk zu heiligen. So lasst uns nun zu ihm vor das Lager hinausgehen und seine Schmach tragen! Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zuk\u00fcnftige suchen wir.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Finger wird hier vor allem Weiteren darauf gelegt, dass Jesus an eine St\u00e4tte gef\u00fchrt wird \u201e<em>au\u00dferhalb<\/em> des <em>Tores<\/em>\u201c, des Stadttores der Heiligen Stadt. Dorthin gelangt er, wo es unheilig zugeht, gef\u00e4hrlich, weil man da umkommen kann, in einer Nacht der langen Messer. W\u00e4hrend seine J\u00fcnger sich wegducken, schleppt sich ihr Anf\u00fchrer mit letzter Kraft hin zu diesem unheiligen Bezirk. Das ist der Weg Gottes: er f\u00fchrt hin zu denen, die drau\u00dfen sind, \u201eDrau\u00dfen vor der T\u00fcr\u201c, wie der Titel eines erschreckenden Schauspiels hei\u00dft, das 1946 in vieler Munde war. Jesus &#8211; drau\u00dfen, nicht drinnen. Versto\u00dfen, nicht akzeptiert, weggeworfen wie Unrat. Ach, abgewiesen wie ein so genannter iIlegaler Asylant<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wo sind jetzt die Nachfolger Jesu? Es f\u00e4llt auf, dass hier <em>nicht<\/em> von ihrem Versagen die Rede ist. Vielmehr wird das noch Wichtigere gesagt, dass Jesus in seiner Hingabe das Volk geheiligt habe. Das hei\u00dft: Er wei\u00df etwas mit den Versagern anzufangen. Er nimmt sie daher in Schutz, so wie Gott es einst den Israeliten tat, als er sie hie\u00df, ihre Haust\u00fcren mit Blut zu bestreichen. Das galt als Zeichen, um sie vor Unheil und Verderben zu bewahren. Und jetzt gibt sich Jesus mit seinem eigenen Blut und Leben daf\u00fcr her, Versager vor dem Ruin zu sch\u00fctzen\u00a0 Und so hat er all die, die ihn verlassen haben, <em>nicht<\/em> verlassen, hat sich ihnen nicht versagt und hat den vielen, den Zuschauern, die sich f\u00fcr gut halten, aber nicht gut sind, &#8211; er hat ihnen, wei\u00df Gott, <em>nicht<\/em> mitgeteilt, was ein s\u00e4chsischer F\u00fcrst einmal zu den ihm Anbefohlenen sagte \u201eMach euren Dreck alleene!\u201c Nein, Er l\u00e4sst sie nicht los, l\u00e4sst sie nicht links liegen, \u00fcberl\u00e4sst sie nicht sich selbst, auch wenn sie wie jener Simon lieber Zuschauer bleiben wollen.\u00a0 Er sch\u00fctzt sie sogar vor sich selbst. Und so erzieht er sie, zieht sie heran. So werden sie seine Helfer, selbst wenn sie sich als daf\u00fcr ungeeignet einstufen. Sie wollen, aber sie k\u00f6nnen sich nicht dagegen wehren. Er hat sie mit Beschlag belegt. Sie, \u201edas Volk\u201c!\u00a0 Alle will er brauchen in seinem Dienst, bei weitem nicht blo\u00df den Simon. Den zuerst, aber es finden sich Weitere, Viele, die tun, was der tat. Es kommen Junge und Alte, M\u00e4nner und Frauen, die dem Kreuztr\u00e4ger an die Seite treten. Ein jeder, eine jede ist berufen, sich ihm anzuschlie\u00dfen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ihm nach haben sie zu folgen. Wohin? Nach drau\u00dfen. Dahin, wo es mulmig wird. Hinaus aus ihrer guten Stube, hinaus aus der geruhsamen Sesshaftigkeit, hinaus aus maroden Gewohnheiten \u2013 hinaus! und wenn ihnen dabei ein Sturm ins Gesicht weht! Gerade dann ist er ihnen nah und sind sie ihm nah. Dann bekommen sie etwas ab von dem, was ihm auferlegt war. Wie es unser Bibeltext ausdr\u00fcckt: Dann haben sie \u201eseine Schmach zu tragen\u201c. Als seine Nachfolger kommen sie nicht umhin, dass auch ihnen etwas auferlegt und abverlangt wird, einiges, das sie aushalten und ertragen m\u00fcssen, einiges, bei dem sie sich zur\u00fcck sehnen nach der guten Stube. Jedoch ist ihnen das jetzt verwehrt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn da sind so manche, die auch drau\u00dfen sind, abgeschoben, so manche, die nicht hereingelassen werden. Denen die Hand zu reichen, das wird nicht popul\u00e4r sein. Aber uns ist heute gesagt, was seinerzeit ein biblischer Prophet sagte: \u201eDie im Elend ohne Obdach sind, f\u00fchre ins Haus\u201c (Jesaja 58.7) Dabei wird\u2018s manchem hei\u00df, kommt ins Schwitzen, oder manche gelangen in eine K\u00e4lte, in der es ihnen friert. Da geratet ihr in Verbindung mit solchen, die nicht auf Rosen, sondern auf Dornen gebettet sind. Ihr seht hier manche, die \u00fcbersehen sind, vergessen, heimatlos umherirrend. Die sind drau\u00dfen. Aber auch wenn sie es selbst nicht wissen, sind sie die Geschwister des Einen, der sich f\u00fcr die Versto\u00dfenen verausgabt hat, und darum sind sie auch eure und unsere Schwestern und Br\u00fcder.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das bestimmt unser ganzes gegenw\u00e4rtiges Leben. Wir sind unterwegs. Wo immer wir hingehen, wir sind hier nirgendwo echt daheim: \u201eEin Tag, der sagts dem Andern, ein Leben sei ein Wandern.\u201c Noch sind wir in der Zeit, in der wir zu beten und zu arbeiten haben. Wir schmecken und schlucken dabei etwas von dem, was dem widerfuhr, der uns vorangeht. Nicht nur ich: \u201e<em>Wir<\/em> haben hier keine bleibende Stadt &#8230;\u201c. Doch wir taumeln dabei nicht ziellos hin und her. Zusammen suchen wir die zuk\u00fcnftige Bleibe. In dieser Bleibe sind alle nicht mehr drau\u00dfen, sondern drinnen. In dieser Bleibe ist keiner mehr abgewiesen als illegal, sondern angenommen. Da sind wir alle nicht mehr unterwegs, sondern angekommen. Bekommen Bleiberecht. O, gesch\u00e4he es heute schon!.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">H\u00f6ren wir zuletzt einen Liedvers, der gedichtet ist von einem Lehrer, der einst in N\u00fcrnberg lebte, Sebald Heyden. Er fasst zusammen, worauf unser Predigttext uns aufmerksam macht: \u201eLasst uns doch Christus dankbar sein, \/ dass er f\u00fcr uns litt gro\u00dfe Pein \/ und seinem Willen leben.\/ Auch lasst uns sein der Feindschaft Feind, \/ weil Gottes Wort so hell uns scheint, \/ Tag und Nacht darnach streben, \/ die Lieb erzeigen jedermann, \/ die Christus hat an uns getan.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drau\u00dfen vor der T\u00fcr | Predigt zu Hebr. 13, 12-14 | Sonntag 6. April 2025 | Eberhard Busch | Jesus hat au\u00dferhalb des Tores gelitten, um durch sein eigenes Blut das Volk zu heiligen. So lasst uns nun zu ihm vor das Lager hinausgehen und seine Schmach tragen! 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