{"id":22503,"date":"2025-04-01T17:50:38","date_gmt":"2025-04-01T15:50:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22503"},"modified":"2025-04-01T20:56:04","modified_gmt":"2025-04-01T18:56:04","slug":"lukas-126-39-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-126-39-2\/","title":{"rendered":"Lukas 1,26-39"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Judika | Lukas 1,26-39 (D\u00e4nische Perikopenordnung<a href=\"applewebdata:\/\/931B6459-49F9-452C-8859-5E57D7B5D8AA#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>) | 06.04.25 | Von Laura Lundager Jensen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u201dEine Zeit \u2013 Ein Ort \u2013 Ein Mensch\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Worte sind der Titel f\u00fcr eine Gedenkst\u00e4tte, die auf dem Kastell von Kopenhagen zum Gedenken an den internationalen Einsatz D\u00e4nemarks seit 1948.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Monument besteht aus drei R\u00e4umen mit granitbekleideten Mauern mit Lichts\u00e4ulen. Im ersten Raum steht ein Licht in Form einer brennenden Fackel \u2013 die Flamme der Zeit, die eine Mauer erleuchtet mit den Namen der Konflikt- und Katastrophengebiete \u2013 die Namen der Orte. Und in dem innersten Raum des Werkes befindet sich ein Wasserbassin, umgeben von Mauern mit Inschriften mit Namen von Gefallelen \u2013 Menschen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Menschen, die an einer Stelle waren zu einem Zeitpunkt \u2013 und ihr Leben verloren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Werk hat eine gewaltige Wirkung, weil es ja von Menschen handelt, die nicht mehr sind. Zugleich aber imponierend, weil es festh\u00e4lt, dass wir Meschen immer gegenw\u00e4rtig sind \u2013 eben dort, wo wir sind \u2013 an dem Ort und zu der Zeit, in der wir gerade leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am Kastell haben diese Worte einen ganz besonderen Sinn, weil sie sich auf die Tatsache beziehen, dass Gegenwart seinen Preis hat \u2013 und zuweilen den h\u00f6chsten Preis.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber diese Worte reichen in ihrer Bedeutung weiter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie halten fest, dass es so mit uns gedacht ist, das ist unser Los \u2013 unsere Verpflichtung f\u00fcr die Welt \u2013 f\u00fcr einander \u2013 an unserem jeweiligen Ort. Wir k\u00f6nnen nicht \u201egenerell\u201c in der Welt leben, wir k\u00f6nnen nicht so ganz allgemein leben. Wir sind nicht nur Teil einer Herde. Wir leben immer als ein Mensch &#8211; der eben <em>wir<\/em> sind, in dem Zusammenhang, in den <em>eben wir<\/em> gestellt sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das kann der falsche Ort sein oder der ganz richtige Ort \u2013 je nach den Umst\u00e4nden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ganz gleich wie sehr wir versuchen zu generalisieren, ganz gleich wie gerne wir uns dar\u00fcber \u00e4u\u00dfern, wie \u201edie Leute nun einmal meistens sind\u201c, so sind sie nie so wie sie nun einmal sind. Gerade deshalb reden wir von Menschrechten, weil niemand einen Menschen kr\u00e4nken darf, alle haben ihr eigenes Recht. Aber wir sprechen auch von Menschenpflichten, wir sind in die Welt gesetzt, um Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Aufgabe haben wir seit der Sch\u00f6pfung, und sie wurde uns in der Taufe eben auf die Schultern und in unsere Herzen gelegt. Gott will uns und will etwas mit uns, nicht allgemein, sondern eben mit uns \u2013 pers\u00f6nlich gegenw\u00e4rtig in der Zeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute feiern wir die Verk\u00fcndigung Mari\u00e4 \u2013 die verst\u00e4ndlichste und in gewisser Weise bedeutendste Feier des Kirchenjahres.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0 &#8211; an diesem Tage neun Monate vor Weihnachten, wo der Engel zu Maria kommt und ihr verk\u00fcndet, dass sie den Sohn Gottes zur Welt bringen wird. Und auch wenn sie die Frage stellt, die jeder Logiker stellen w\u00fcrde: \u201eWie kann das zugehen? Ich war nie zusammen mit einem Mann\u201c \u2013 muss sie sich mit der Antwort abfinden, dass \u201enichts unm\u00f6glich ist f\u00fcr Gott\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute wird es Maria verk\u00fcndet, dass sie ein Kind erwartet \u2013 und das ist nicht zu verstehen, aber die Wahrheit ist, dass das Wunder geschah.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Mirakel, dass Gott Mensch wurde \u2013 an einem Ort \u2013 zu einer Zeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott wollte nicht mehr nur der allm\u00e4chtige Gott sein, der in seiner Allgegenwart Gott f\u00fcr alle und alles war, aber zugleich unpers\u00f6nlich und fern blieb, und eben das ist das ganz Notwendige und Wichtige. Durch diese Verk\u00fcndigung griff Gott ein in die Welt. Ging \u00fcber vom Generellen zur Erw\u00e4hlung. Ging \u00fcber vom guten Sein im brennenden Dornenbusch und lie\u00df sich einwurzeln als Mensch in der Welt der Menschen \u2013 durch ein befruchtetes Ei im Leib der Maria.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So ist der Verk\u00fcndigung der Maria der Beginn des Ganzen \u2013 der Anfang von all dem, was das Christentum ausmacht \u2013 die Verk\u00fcndigung Mari\u00e4 best\u00e4tigt, dass es tats\u00e4chlich geschah \u2013 an einem Ort, in der Zeit geschah.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Heilige Geist pflanzte Gott in die Mutter der Welt, und der Keim wuchs und wurde zum Licht, das am Morgen der Weihnacht die Finsternis durchbrach und am Ostermorgen mit dem Tod brach und den Menschen die Hoffnung gab zu glauben, dass eben wir einen Platz haben in dieser Erz\u00e4hlung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einen Platz dort, wo wir hingestellt sind \u2013 und wo unsere Wurzeln greifen d\u00fcrfen und gest\u00e4rkt werden, so dass wir wachsen k\u00f6nnen als St\u00e4mme und uns entfalten k\u00f6nnen in Taten, die die Welt tragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Erz\u00e4hlung von der Verk\u00fcndigung Mari\u00e4 ist notwendig, weil sie uns eben daran festh\u00e4lt, dass es etwas bedeutet, dass etwas einen Ausgangspunkt hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Geschichte erz\u00e4hlt uns: So wie Gott gegr\u00fcndet ist, sind wir gegr\u00fcndet. Und eben dies gibt einem Bedeutung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und ja, wir wissen es \u2013 denn deshalb nehmen wir ja unsere Ehepartner mit nach Hause an den Ort, wo wir aufgewachsen sind. Und wir ritzen unsere Namen in die Borke von B\u00e4umen und kehren Jahrzehnte sp\u00e4ter zur\u00fcck. Und wir errichten Denkm\u00e4ler f\u00fcr denkw\u00fcrdige Ereignisse, um den Augenblick festzuhalten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Um einen Ort zu haben, an den de rote Faden ankn\u00fcpft. Nicht so sehr um den Ort selbst zu heiligen \u2013 sondern um uns selbst am Konkreten festzuhalten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir feiern Mari\u00e4 Verk\u00fcndigung \u2013 um zu feiern, <em>dass<\/em> Gott wirklich in die Welt kam, dass es wirklich geschah, dass der Gang Gottes wirklich auf unserer Landkarte geschah.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus wurde Mensch im physischen Sinne \u2013 an einem Ort in einer Gemeinschaft \u2013 einer Familie \u2013 und in einer Zeit \u2013 um uns die Gabe zukommen zu lassen, dass wir nie allgemein und ganz generell leben, sondern jeder von uns sind und atmen und bedeuten wir etwas zur Freude und zum Nutzen Gottes. Und das ist menschlich wichtig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Deshalb ist es auch sch\u00f6n, dass der Rahmen des heutigen Gottesdienstes ein neu geschaffenes Werk ist: \u201eDer Klang vom Skjoldjunge-Steg\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/931B6459-49F9-452C-8859-5E57D7B5D8AA#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Ein Werk, dass unseren Gottesdienst zu einem Kantatengottesdienst werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist ein Werk, das sich auf unsere Gegend bezieht. Die beiden Musiker h\u00f6ren auf die Musik des Weges, setzen sie um in ein Werk f\u00fcr Cello und Saxofon, um uns Zuh\u00f6rer die M\u00f6glichkeit zu geben, die Verbundenheit mit diesem Ort wiederzufinden, der eben unser Ort ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Leben kam in die Welt durch einen Menschen. Und die Liebe Gottes breitete sich dadurch aus zu Menschen auf der ganzen Welt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von hier her und hinaus, ganz konkret, wo es hinkam und sich einwurzelte \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und ganz konkret, wie es sich verwandelte in Liebe und Gemeinschaft zwischen Menschen, getragen von Gottes Gnade und gef\u00fcllt von seinem Geist der Vergebung. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastorin Laura Lundager Jensen<br \/>\nLangetoften 1, Osted<br \/>\nDK-4320 Lejre<br \/>\nE-mail: luje(at)kp.dk<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/931B6459-49F9-452C-8859-5E57D7B5D8AA#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Dieser Sonntag wird in D\u00e4nemark als Mari\u00e4 Verk\u00fcndigung begangen)<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/931B6459-49F9-452C-8859-5E57D7B5D8AA#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ein lokaler d\u00e4nischer Wandersteg, benannt nach einem mythischen d\u00e4nischen K\u00f6nigsgeschlecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Judika | Lukas 1,26-39 (D\u00e4nische Perikopenordnung[1]) | 06.04.25 | Von Laura Lundager Jensen | \u201dEine Zeit \u2013 Ein Ort \u2013 Ein Mensch\u201c Diese Worte sind der Titel f\u00fcr eine Gedenkst\u00e4tte, die auf dem Kastell von Kopenhagen zum Gedenken an den internationalen Einsatz D\u00e4nemarks seit 1948. 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