{"id":22909,"date":"2025-04-17T12:48:30","date_gmt":"2025-04-17T10:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=22909"},"modified":"2025-04-17T12:48:30","modified_gmt":"2025-04-17T10:48:30","slug":"lukas-2413-35-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-2413-35-5\/","title":{"rendered":"Lukas 24,13-35"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Ostermontag | 21.04.25 | Lukas 24,13-35 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Rasmus N\u00f8jgaard |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Wenn die Wand am d\u00fcnnsten ist<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt zwei Gelegenheiten, wo die Trennung zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen verschwindet. In der Taufe und im Abendmahl ist da kein Abstand, hier ist die Wand zwischen Gott und Mensch so d\u00fcnn, dass der Mensch eins wird mit Christus. Unsichtbar, aber nicht symbolisch oder scheinbar, das ist ganz konkret.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der auferstandene Jesus mit den beiden J\u00fcngern, die wir gar nicht kennen, und sie geh\u00f6ren nicht zu den zw\u00f6lf. Sie sind auf dem Weg nach Emmaus, eine Tagesreise von Jerusalem. Sie erkennen ihn zun\u00e4chst nicht wieder, und erst als sie ihn mit zum Abendessen einladen und Jesus das Brot nimmt, segnet und es bricht, \u00f6ffnen sich ihre Augen, und sie sehen, wer er ist. Sogleich f\u00e4llt das Licht des Wiedererkennens \u00fcber all das, was er ihnen w\u00e4hrend der Wanderung gesagt hatte, und jetzt sp\u00fcren sie, wie ihre Herzen brannten, als er ihnen Moses und die Propheten im Lichte seines eigenen Leidens und Todes und seiner Auferstehung auslegte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist ein merkw\u00fcrdiger Bericht, den nur Lukas erz\u00e4hlt. Einerseits ist es Lukas in seiner Erz\u00e4hlung wichtig, dass Christus konkret auferstanden ist, aber dennoch kann das Ereignis nicht lokalisiert werden. Genauso erleben Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter Jakobs, das leere Grab, wo zwei leuchtende Gestalten sie daran erinnerten, dass Jesus gesagt hatte, dass er gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen w\u00fcrde. Sie sehen nicht ihn selbst, werden aber dennoch die ersten Apostel, die die Auferstehung Jesu verk\u00fcndigen. Die desillusionierten und skeptischen J\u00fcnger finden auch das Grab leer, sehen ihn aber einen kurzen Augenblick, erst Simon, dann sie alle.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kleopas erlebt zuerst, dass sich Jesus offenbart, als er das Brot segnet und bricht, aber so wie er sich offenbart hat, verschwindet er wieder. Jesus ist nicht mehr konkret festzuhalten. Der auferstandene Christus soll nicht in Jerusalem oder Israel lokalisiert werden, sondern tauscht die lokale mit einer universalen Perspektive. Kleopas eilt zur\u00fcck nach Jerusalem, um den anderen J\u00fcngern zu erz\u00e4hlen, dass Jesus sich ihnen gezeigt hat. Und w\u00e4hrend sie versammelt sind, steht Jesus pl\u00f6tzlich mitten unter ihnen. Jesus legt wieder Moses, die Propheten und die Psalmen aus. Keiner soll daran zweifeln, was die Schriften stets vorausgesagt haben, dass das Leiden, der Tod und die Auferstehung als eine Botschaft von der Vergebung der S\u00fcnden f\u00fcr Jerusalem wie auch alle V\u00f6lker zu verstehen ist. Als er seine J\u00fcnger gesegnet hat, trennt er sich wieder von ihnen und wird in den Himmel erhoben, denn als Erl\u00f6ser aller Menschen kann er nicht mehr nur an einem Ort sein. Er ist nun \u00fcberall gegenw\u00e4rtig, wo Gott verk\u00fcndigt wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Abwesenheit Jesu wird abgel\u00f6st von der Botschaft von seinem Tod und seiner Auferstehung. Das ist die Botschaft an uns. Das ist auch die Botschaft, die Jesus f\u00fcr Kleopas auf dem Wege nach Emmaus verk\u00fcndigt. Die Verk\u00fcndigung von Christus als dem Erl\u00f6ser. Das bedeutet, dass Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung die Menschen frei macht und zum Leben erweckt. Was uns hier im Leben beschwert, hat keine Macht \u00fcber uns mehr. Jesus erz\u00e4hlt, dass diese Botschaft das Zentrum der ganzen Schrift ist, sie hat stets dieselbe universale Perspektive, uns in Freiheit zu bringen und uns zu sagen, dass keiner Recht und Macht \u00fcber uns hat. Allen ist im Glauben an Christus vergeben, sie sind mit ihm auferstanden. Wir sind letztlich nur Christus verantwortlich. F\u00fcr ihn sind wir nicht mehr Gefangene, sondern frei, nicht gefallen, sondern auferstanden, nicht ungleich, sondern gleich, nicht verurteilt, sondern gesegnet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend der Wanderung nach Emmaus h\u00f6rt Kleopas die Auslegung Jesu und sp\u00fcrt dann das Feuer in den Worten, aber er wird nicht allein durch die Worte \u00fcberzeugt. Die Verk\u00fcndigung Jesu ist dennoch nicht in sich \u00fcberzeugend, ganz gleich wie weise und m\u00fcndig sie ist. Kleopas wird vielleicht getr\u00f6stet, aber das weckt nicht seinen Glauben, dass er sieht, mit wem er zusammen ist. Erst als Jesus das Brot nimmt, es segnet und bricht, da kommt der Glaube sogleich, und er sieht, wer Christus ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Wort wird leibhaftig und verk\u00fcndet, dass wir alle teilhaben an der Auferstehung Christi. Nicht dass das Wort nicht auch anderswo verk\u00fcndigt wird als bei der Taufe und im Abendmahl, z.B. in der Liebe und der Barmherzigkeit zu unserem N\u00e4chsten oder in der Demut und F\u00fcrsorge f\u00fcr die Sch\u00f6pfung im \u00dcbrigen, aber gerade hier beim Abendmahl versichert uns Christus, dass die Wand so d\u00fcnn ist, dass wir mit dem G\u00f6ttlichen in Kontakt gekommen sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In einer Welt, wo Verwirrung, L\u00fcge und Betrug herrscht, k\u00f6nnen wir Sicherheit finden in der Sicherheit finden in der Schicksalsgemeinschaft mit dem Tod und der Auferstehung Christi. Hier im Abendmahl wird jeglicher Abstand \u00fcberwunden, und wir werden vereint mit Christus. Ganz konkret, f\u00fcr einen Augenblick;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eUnd er nahm das Brot, dankte und brach\u2019s und gab\u2019s ihnen und sprach. Das ist mein Leib, der f\u00fcr euch gegeben wird; das tut zu meinem Ged\u00e4chtnis!\u201c\u00a0 (Lukas 22,19).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sind das nicht auch die Augenblicke des Gl\u00fccks, der Gemeinschaft und der Liebe, die ganz unsere Existenz durchdringen und die die ganze Perspektive auf das Leben und uns selbst verwandeln k\u00f6nnen? Die wahren erfahrungsnahen Augenblicke, von denen wir ein ganzes Leben leben k\u00f6nnen? Die konkreten Augenblicke, die allem Sinn geben, trotz all dem Zweifel, dem Widerstand und der Furcht, die ein Menschenleben qu\u00e4len k\u00f6nnen? Das Wort bietet so viel an Bedeutung, dass wir merken, wie ein Feuer in unseren Herzen brennt, so dass wir Mut und Hoffnung fassen, f\u00fcr dieses Leben zu k\u00e4mpfen, f\u00fcr den n\u00e4chst en wie uns selbst, f\u00fcr die Barmherzigkeit, die Jesus uns gelehrt hat, dass wir mit ihr der Welt begegnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es kann nicht bei Worten bleiben. Das gilt auch unser eigenes Leben. Wenn kein konkretes Handeln folgt, dann bleibt es bei den Worten, und sie werden hohl und ohne Bedeutung. So lebt die Liebe nicht nur von Worten, sondern davon, dass wir Liebe erweisen. Wenn wir uns mit einander vers\u00f6hnen, wenn wir einander vergeben und selbst erleben, dass sie, mit denen wir Schreibtisch, Esstisch und Bett teilen, unsere Dummheit mit einem gn\u00e4digen Blick ertragen k\u00f6nnen. Vertrauen entsteht durch N\u00e4he und Gegenwart, wenn wir Zusammengeh\u00f6rigkeit und Gemeinschaft erleben und wenn wir diese gro\u00dfz\u00fcgige Vergebung annehmen und gew\u00e4hren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dies ist es, was das Abendmahl kann:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es macht den Abstand abwesend, wenn wir Christus mit an den Tisch laden, so dass er wieder das Brot segnen kann und uns teilhaben l\u00e4sst an ihm und erf\u00fcllt werden von dem ganzen Licht der Auferstehung mit Vergebung und Erhebung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann gibt es keine Grenzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nur Hoffnung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Rasmus N\u00f8jgaard<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00d8sterbrogade 59<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">DK-2100 K\u00f8benhavn \u00d8<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">+45 2617 0583<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EmaiI: <a href=\"mailto:RN@km.dk\">RN(at)km.dk<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostermontag | 21.04.25 | Lukas 24,13-35 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Rasmus N\u00f8jgaard | Wenn die Wand am d\u00fcnnsten ist Es gibt zwei Gelegenheiten, wo die Trennung zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen verschwindet. 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