{"id":2300,"date":"2020-03-25T09:34:48","date_gmt":"2020-03-25T08:34:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=2300"},"modified":"2020-03-25T09:34:48","modified_gmt":"2020-03-25T08:34:48","slug":"gute-nachricht-fuer-stubenhocker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/gute-nachricht-fuer-stubenhocker\/","title":{"rendered":"Gute Nachricht f\u00fcr Stubenhocker"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">P<span class=\"Absatz-Standardschriftart\">redigt \u00fcber Hebr 13,12-14, verfasst von PD Dr. Wolfgang V\u00f6gele |<\/span><\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Friedensgru\u00df<\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Der Predigttext f\u00fcr den Sonntag Judika steht Hebr 13,12-14:<\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Absatz-Standardschriftart\"><span lang=\"DE\">\u201eDarum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten drau\u00dfen vor dem Tor.\u00a0So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen.\u00a0Denn <\/span><\/span><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zuk\u00fcnftige suchen wir.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"berschrift1\" align=\"center\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">1.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder, <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">hat da jemand in die Armbeuge gehustet? Gl\u00e4nzen blaue Augen pl\u00f6tzlich fiebrig? Fallen ger\u00f6tete Wangen auf? Der Junge im Anorak, zwei Meter weiter, atmet er schwer? Ganz Europa hat sich auf Sicherheitsabstand ins Wohnzimmer zur\u00fcckgezogen. Mit Distanzierung und R\u00fcckzug soll die Ansteckungsgefahr einged\u00e4mmt werden. Auf der gem\u00fctlichen Couch, die Beine zum Abstandhalten ausgestreckt, m\u00f6gen die disziplinierten Home Office Worker vor dem Virus sicher sein, aber in aller Bequemlichkeit drohen Angst und Panik, die sich schnell als unerbetene Nebenfolge von Isolation einstellen. Die Gesellschaft hat sich kollektiv in Quarant\u00e4ne begeben, stets mit zwei Meter Abstand. Wir leben gemeinsam miteinander und auseinander. Gemeinsinn und Solidarit\u00e4t pflegen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger dadurch, da\u00df sie sich abschotten. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">Wir leben getrennt gemeinsam gleichf\u00f6rmig: Home Office, Abstand halten, Brennpunkte im Fernsehen, Briefing durch das Robert Koch Institut, einmal t\u00e4glich zum Supermarkt. Jeder ist auf sein eigenes Leben zur\u00fcckgeworfen, innerhalb der Grenzen der eigenen vier W\u00e4nde, die t\u00e4glich etwas enger zu werden scheinen. Wir leiden gemeinsam einsam, das ist der Reim, auf den solche\u00a0 Epidemiezeiten die Virustr\u00e4ger einstimmen. Selbst wer nicht gef\u00e4hrdet ist oder auf einen milden Verlauf der Infektion hoffen kann, der meidet soziale Kontakte, damit eintritt, was die Statistiker berechnet haben: Die Infektionskurve soll abflachen. Wenn nicht alle mitmachen, drohen sch\u00e4rfere Ma\u00dfnahmen: vollst\u00e4ndige Ausgangssperren, Schlie\u00dfungen und Zwang. Die schrecklichen Bilder von den Sargmassen vor italienischen Krematorien haben alle Betrachter ersch\u00fcttert. Die offene Gesellschaft hat trotzdem M\u00fche, so einfach auf Abschottung, Selbstversorgung und Kontaktsperre umzustellen. Die bisher ergriffenen Ma\u00dfnahmen haben eine Bugwelle von Leichtfertigkeit und Unbek\u00fcmmertheit geschaffen. Der Ausnahmezustand braucht Zeit, bis sich alle daran gew\u00f6hnt haben, auch wenn die Menschen ja durch Schweinepest, Rinderwahnsinn und Vogelgrippe auf die gegenw\u00e4rtige Virusgefahr vorbereitet sind. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder, niemand sollte in Panik verfallen. Und diese Panik zeigt sich beim Kauf von Klopapierrollen, Spaghetti und Fusilli, von Dosen mit gesch\u00e4lten Tomaten. Sie zeigt sich an den Fernsehzuschauern und Home Office Nutzern, die ihre innere Unruhe nicht zugeben wollen und wie gebannt ihre Zeit mit dem Blick auf Fallstatistiken und Sterblichkeitsraten verbringen. Das unsichtbare Virus hinterl\u00e4\u00dft langsam Spuren in Herz und Seele. Ungeduld begleitet stets beginnende Panik als unerw\u00fcnschte Nebenfolge. Es ist nicht leicht, sich einen Weg von der globalen Statistik der Fallzahlen, t\u00e4glich von der Johns Hopkins University aktualisiert, zur schroffen Opfertheologie des Hebr\u00e4erbriefs zu bahnen, verfa\u00dft von einem unbekannten Theologen am Ende des ersten nachchristlichen Jahrhunderts. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"berschrift1\" align=\"center\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">2.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">Mir hat ein kurzer, lakonischer Satz des Turiner Philosophen Maurizio Ferraris geholfen, notiert im besonders virusgesch\u00e4digten Italien.\u00a0 Er publizierte vor ein paar Tagen eine Reihe von Notizen \u00fcber Quarant\u00e4ne, Ausgangssperre und Corona-Viren. Er schrieb lakonisch: <\/span><\/span><span class=\"Absatz-Standardschriftart\"><span lang=\"DE\">\u201eUms Leben geht\u2019s, nicht ums \u00dcberleben.\u201c Ich bin mir gar nicht sicher, ob er das in einem christlichen, theologischen Sinn gemeint hat, aber das scheint auch nicht wichtig. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Leben meint nicht nur blo\u00dfe Existenz, ein Dahinvegetieren, es braucht, um angemessen gestaltet zu werden, Qualit\u00e4ten, Werte, einen bestimmten Sinn. In der Angst vor Ansteckung und in der Isolation gehen solche Werte und Qualit\u00e4ten schnell verloren. Die italienischen B\u00fcrger, keineswegs alle nachdenkliche Philosophen, sind diesem drohenden Verlust in einer wunderbaren Aktion begegnet, die sich \u00fcber die sozialen Medien schnell in aller Welt verbreitet hat. Sie verabredeten sich, zu einer bestimmten Uhrzeit abends auf den Balkon hinauszutreten und gemeinsam f\u00fcreinander Musik zu machen, singend und spielend, mit und ohne Instrument. Von der Opernarie (Nessun dorma aus Puccinis Turandot) \u00fcber Schlager (Azurro von Adriano Celentano)\u00a0 und Italo-Pop (Felicit\u00e0 von Al Bano und Romina Power) bis zur Nationalhymne (Fratelli d\u2019Italia von Michele Novaro) war alles dabei. (Vorsorgliche Warnung: In Krisenzeiten mu\u00df man nicht unbedingt \u00fcber Musikgeschmack streiten.)<\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Absatz-Standardschriftart\"><span lang=\"DE\">Lieder helfen in Wertfragen zur Besinnung. Wer anf\u00e4ngt, so nach Qualit\u00e4ten, Werten und Sinn im Leben zu forschen, kommt von der musikalischen Bekr\u00e4ftigung der Balkon-Solidarit\u00e4t schnell zu tieferen und dr\u00e4ngenderen Fragen. \u00dcber Quarant\u00e4ne und Isolation, die durch das Virus bedingt sind, ist das Bewu\u00dftsein f\u00fcr die Passionszeit beinahe verloren gegangen. Leben geht nicht auf in Shoppingtouren, Torjubel, Restaurantbesuchen und zwei Fernreisen pro Jahr. Leben ist nicht zu haben und zu denken ohne Krankheit, Gewalt, Ungerechtigkeit, Ha\u00df und Dem\u00fctigung. Passionszeit hei\u00dft: Leben ist nicht zu haben und zu glauben ohne ein Kreuz. Nicht ohne <i>das<\/i> Kreuz. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Die sehr kurze Passage des Predigttextes im Hebr\u00e4erbrief sagt etwas \u00fcber den Sinn des Lebens, der nur in Gegens\u00e4tzen werden kann. Drei davon bestimmen seine Theologie: Innen und Au\u00dfen, Gegenwart und Zukunft, Priester und Opfer. Ich will versuchen, liebe Schwestern und Br\u00fcder, Ihnen diese drei Gegens\u00e4tze virologisch und theologisch zu deuten. <\/span><\/p>\n<p class=\"berschrift1\" align=\"center\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">3.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Absatz-Standardschriftart\"><i><span lang=\"DE\">Die Raumperspektive von Innen und Au\u00dfen<\/span><\/i><span lang=\"DE\">: Im Moment m\u00fcssen wir leider alle drinnen bleiben. Grenzen, Gesch\u00e4fte und Gastst\u00e4tten sind geschlossen. Das ist alles richtig so, aber es liegt darin auch die gro\u00dfe Gefahr, andere Menschen auszugrenzen. Was Corona angeht, so machen sich Schuldzuweisungen breit: Die Chinesen haben nicht aufgepa\u00dft. Der Barkeeper in der Diskothek von Ischgl hat nicht aufgepa\u00dft. Wer abgrenzt, erzeugt eine Solidarit\u00e4t nach innen und eine Distanzierung nach au\u00dfen. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Das ist eine alte psychologische Technik, S\u00fcndenb\u00f6cke f\u00fcr die eigenen Fehler verantwortlich zu machen und von den eigenen Fehlern abzulenken. Wer krank wird und leidet, sucht stets nach einem bestimmten Sinn daf\u00fcr. Sie erinnern sich: Leben will bewertet, mit Werten versehen sein. Was die Gegenwart von fr\u00fcheren Gesellschaften unterscheidet, sind die enormen medizinischen Erkenntnisse, die wir nutzen k\u00f6nnen, auch wenn sie noch nicht ausreichen, eine ausbrechende Epidemie im Keim zu ersticken. Fr\u00fcher kam Gott als Verursacher von Krankheiten in den Blick: Das Virus als Strafe Gottes! Oder Fremde, Au\u00dfenseiter und ganze Volksgruppen wurden zur falschen Verantwortung gezogen, und das zog eine Geschichte von Hexen-, Juden- und anderen Verfolgungen nach sich, auf die das Christentum nicht stolz sein kann. Die allzu einfachen Erkl\u00e4rungen verdecken h\u00e4ufig, da\u00df es keine Erkl\u00e4rung gibt. Krankheiten und Epidemien k\u00f6nnen v\u00f6llig sinnlos sein, und das mu\u00df jeder aushalten. <\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Im Hebr\u00e4erbrief scheint dieser alte Gegensatz auf, wir, die drinnen sind, haben es gut, und die da drau\u00dfen sollen auf den Schutz von Stadtmauern, Gemeinsinn und Solidarit\u00e4t gef\u00e4lligst verzichten. Aber dieser gel\u00e4ufige Gegensatz zwischen Innen und Au\u00dfen wird dadurch gebrochen, da\u00df der leidende Christus drau\u00dfen bleibt, im wahren Sinne des Wortes bei den Au\u00dfen-Seitern steht. Nicht bei der schweigenden Mehrheit, nicht bei den happy few, nicht bei der neuen Mitte der Gesellschaft. Jesus steht drau\u00dfen, au\u00dferhalb, bei den Ausgeschlossenen, Ausgegrenzten, bei den abgelehnten Asylbewerbern. Ihm wird Aufenthaltserlaubnis in Stadt und Gesellschaft verweigert. <\/span><\/p>\n<p class=\"berschrift1\" align=\"center\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">4.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Absatz-Standardschriftart\"><i><span lang=\"DE\">Die Zeitperspektive von Gegenwart und Zukunft<\/span><\/i><span lang=\"DE\">: Im Hebr\u00e4erbrief steht daf\u00fcr ein Satz, der Eingang gefunden hat in die Liturgie von Trauergottesdiensten: \u201eWir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zuk\u00fcnftige suchen wir.\u201c Leben ist kein Dauerzustand wohnlicher Gegenwart, kein Mensch besitzt auf dieser Welt dauerndes Bleiberecht. Leben ist statt dessen vom ersten Schrei bis zum letzten Seufzer in Bewegung und Ver\u00e4nderung, ein Proze\u00df des Erwachsen- und Altwerdens bis zum Sterben. Deswegen pa\u00dft zum Leben eher das Bild der Wanderer, der Pilgernden und Reisenden als das Bild der se\u00dfhaften Siedler, die es sich bequem im Rhythmus der Jahreszeiten und des Alltags eingerichtet haben. Leben ist auf Zeit bezogen \u2013 und damit auf Verg\u00e4nglichkeit und Tod. Gerade wegen des Todes, den niemand durchschauen und zu Ende denken kann, bleibt Leben ungewi\u00df, riskant und vor allem r\u00e4tselhaft. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Es gen\u00fcgt nicht, sein Leben in angenehm unterhaltender Gegenwart zu f\u00fchren: Ein Spaziergang in der Abendsonne, der Blick auf die gegenw\u00e4rtig bl\u00fchenden Magnolien, das Glas Riesling am Abend reichen nicht aus. So sch\u00f6n solche Augenblicke sein m\u00f6gen, sie vergehen. Ohne einen glaubenden Blick in die Zukunft, ohne die Frage nach dem Tod und dem Danach kommt kein Leben aus. Und, so der Hebr\u00e4erbrief, das Leben in der Zukunft wird das Leben der Gegenwart \u00fcbertreffen. Ewigkeit \u00fcberbietet Gegenwart. Wer diese Ewigkeit mit dem Fernglas der Vernunft betrachtet, der sieht in der Vergr\u00f6\u00dferung nur Zufall und Zerst\u00f6rung. Hoffnung keimt erst f\u00fcr den auf, der mit den Augen des Glaubens nach vorne schaut. <\/span><\/p>\n<p class=\"berschrift1\" align=\"center\"><span class=\"Fett\"><span lang=\"DE\">5.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Absatz-Standardschriftart\"><i><span lang=\"DE\">Die Perspektive von Priester und Opfer<\/span><\/i><span lang=\"DE\">: Wer Opfer bringt, vollzieht schwierig zu deutendes Ritual. In der Antike bekam ein Priester im Tempel eine Gabe, ein Lamm oder ein paar Gramm Weihrauch, und der opfernde Grieche oder R\u00f6mer erhoffte sich davon, da\u00df der betroffene Gott den Zufall des Lebens in die erw\u00fcnschte Richtung lenkte. Opfer sollten die G\u00f6tter gn\u00e4dig stimmen. Das klappte allerdings nicht immer. Priester waren Vermittlungspersonen: Sie konnten Ratschl\u00e4ge geben, Entt\u00e4uschungen abmildern, durch Opfererfolge Aufmerksamkeit erzielen. Allerdings galt schon f\u00fcr die Antike: viele G\u00f6tter, viele Opfer, gro\u00dfe religi\u00f6se Konkurrenz. So entstanden die entsprechenden Unsicherheiten, den Zufall (sprich: den Willen der G\u00f6tter) entsprechend der eigenen W\u00fcnsche zu kalibrieren. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span class=\"Absatz-Standardschriftart\"><span lang=\"DE\">Im Hebr\u00e4erbrief ist die religi\u00f6se Konkurrenz \u00fcber die Beeinflussung des g\u00f6ttlichen Zufalls aufgehoben. F\u00fcr ihn gilt: Nur Jesus Christus vollzieht einen kosmologischen, universalen Tempeldienst. Jesus Christus ist der <i>eine<\/i> Priester. Er bringt Leiden und Krankheit, Schw\u00e4che und Elend der bed\u00fcrftigen Menschen vor Gott. Jesus Christus ist das <i>eine<\/i>Opfer. Er opfert sich selbst, um zu retten, um den Menschen Erl\u00f6sung und Heil, Gottes Reich zu bringen. Das ist so ungeheuerlich und unbegreiflich, da\u00df es nicht innerhalb der biederen Mauern konventioneller Gesellschaft stattfinden kann. In den Kategorien von Tausch, Vernunft, Solidarit\u00e4t oder gemeinsamem Wachstums l\u00e4\u00dft sich dieses Geschehen und diese Tat nicht verrechnen und unterbringen. Ich bin \u00fcberzeugt, es l\u00e4\u00dft sich im Grunde auch nicht vern\u00fcnftig begreifen. Es braucht daf\u00fcr das Nachdenken in Meditation und Gebet, wie es der Passionschoral vorschl\u00e4gt: \u201eHerr, st\u00e4rke mich, dein Leiden zu bedenken,\/ mich in das Meer der Liebe zu versenken,\/ die dich bewog, von aller Schuld des B\u00f6sen\/ uns zu erl\u00f6sen.\u201c (EG 91,1) Liebe Schwestern und Br\u00fcder, wir haben l\u00e4nger als eine Predigt Zeit, \u00fcber das Passionsgeschehen nachzudenken, es mu\u00df in dieser kurzen Ansprache nicht alles gesagt werden. Entscheidend im Moment ist das Ergebnis: In Jesu Opfer- und Priesterdienst ist alles f\u00fcr den Glauben Notwendige schon getan. Die ganze Welt ist schon erl\u00f6st. Der erw\u00e4hnte italienische Philosoph hat auch dar\u00fcber geschrieben in seinen Notizen: \u201eWenn es ums Leben geht, muss am Ende auch ein Sieg des Lebens stehen \u2013 eine neue Lust, zu leben und zu schaffen.\u201c Glauben und Philosophie vereinen sich darin, da\u00df sie den Sieg des Lebens betonen. Aber der (christliche) Glaube geht \u00fcber die Philosophie hinaus: Im Sieg des Lebens sieht er nicht nur die R\u00fcckkehr zu Normalit\u00e4t, Gemeinschaft, H\u00e4ndesch\u00fctteln, Umarmungen, Theaterauff\u00fchrungen und Fu\u00dfballspielen. In Christi Kreuz und Auferstehung hat sich die ganze Welt grundlegend ver\u00e4ndert. Sie ist f\u00fcr das Reich Gottes ge\u00f6ffnet worden. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">In diesem Reich wird es keine Stubenhocker mehr geben. <\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Amen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"berschrift1\"><span lang=\"DE\">Nachbemerkungen <\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Wer sich Beispiele f\u00fcr die erw\u00e4hnte Balkonmusik in Italien ansehen m\u00f6chte, kann unter diesem Link nachschauen: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2itfieedKys\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2itfieedKys<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Die Corona-Notizen des italienischen Philosophen finden sich unter dieser Angabe: Maurizio Ferraris, Liebe Leute, wollt ihr denn ewig leben?, NZZ 19.3.2020, <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/wir-werden-das-coronavirus-ueberleben-notizen-aus-der-quarantaene-ld.1547125\">https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/wir-werden-das-coronavirus-ueberleben-notizen-aus-der-quarantaene-ld.1547125<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">Theologisch hilfreich fand ich den Artikel: Henrike Frey-Anthes, Art. Krankheit und Heilung (AT), o.O. 2007, <a href=\"https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/24036\/\">https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/24036\/<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><span lang=\"DE\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"Standard\"><em><span lang=\"DE\">PD Dr. Wolfgang V\u00f6gele<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"Standard\"><em><span lang=\"DE\">Karlsruhe<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"Standard\"><em><span lang=\"DE\"><a href=\"mailto:wolfgangvoegele1@googlemail.com\">wolfgangvoegele1@googlemail.com<\/a><\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"Standard\"><em><span lang=\"DE\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"Standard\"><em><span lang=\"DE\">Wolfgang V\u00f6gele, geboren 1962. Privatdozent f\u00fcr Systematische Theologie und Ethik an der Universit\u00e4t Heidelberg. Er bloggt \u00fcber Theologie, Gemeinde und Predigt unter <a href=\"http:\/\/www.wolfgangvoegele.wordpress.com\/\">www.wolfgangvoegele.wordpress.com<\/a>.<\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt \u00fcber Hebr 13,12-14, verfasst von PD Dr. Wolfgang V\u00f6gele | &nbsp; Friedensgru\u00df Der Predigttext f\u00fcr den Sonntag Judika steht Hebr 13,12-14: \u201eDarum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten drau\u00dfen vor dem Tor.\u00a0So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen.\u00a0Denn wir haben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2301,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[59,1,157,114,268,3,109,267],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-2300","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-hebraeer","category-aktuelle","category-beitragende","category-deut","category-kapitel-13-chapter-13","category-nt","category-predigten","category-wolfgang-voegele"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2300"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2300\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2302,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2300\/revisions\/2302"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2301"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2300"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=2300"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=2300"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=2300"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=2300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}