{"id":23074,"date":"2025-04-22T17:06:15","date_gmt":"2025-04-22T15:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=23074"},"modified":"2025-04-22T09:59:41","modified_gmt":"2025-04-22T07:59:41","slug":"1petrus-13-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1petrus-13-6\/","title":{"rendered":"1Petrus 1,3-6"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Lob aus der Tiefe | Quasimodogeniti | 27. April 2025 | 1Petr 1,3-6 | Eberhard Busch |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner gro\u00dfen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unverg\u00e4nglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel f\u00fcr euch, die ihr aus Gottes Macht aufbewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist und offenbar wird zu der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dies steht ganz am Anfang des 1. Petrus-Briefs: Gelobt sei Gott. Damit f\u00e4llt er gleichsam mit der T\u00fcre ins Haus: Gelobt sei Gott! Gewiss wollen und sollen auch Andere, Mitmenschen gelobt sein. Man d\u00fcrfte auch mal solche loben, die damit sonst kaum erfreut werden. Doch ach, wer will nicht alles ger\u00fchmt sein und wird ger\u00fchmt! Aber nehmen wir es genau: Gott hat den Vortritt. Vielleicht verstummen dann einige Lobhudeleien. Denn so wie kein Anderer ist <em>er<\/em> zu loben: \u201eder Vater unseres Herrn Jesus Christus\u201c. Es gibt sicher auch solche und es sind nicht einmal wenige, wie ich es in der Schweiz aus dem Mund von Alten h\u00f6rte, wenn ich mich nach ihrem Befinden erkundigte: \u201eI cha ned r\u00fceme\u201c.\u201c \u201eIch bin nicht lobenswert dran\u201c. Aber der ist auf alle F\u00e4lle von uns zu r\u00fchmen, auch wenn es einem selbst nicht gut geht: \u201eGelobt sein Gott, der Vaters unseres Herrn Jesus Christus\u201c. Ein Loblied \u2013 nicht so, wie ich es in einem Kirchenschmuck sah: ein pausb\u00e4ckiger Engel, aus dessen Trompete kein Ton zu h\u00f6ren war. Nein, und sei es mit br\u00fcchiger Stimme gebr\u00fcmmelt, mit dem Liedvers von Paul Gerhardt: \u201eAch, ich bin viel zu wenig, \/ zu r\u00fchmen seinen Ruhm. \/ Der Herr allein ist K\u00f6nig, \/ ich eine welke Blum, \/ Jedoch weil ich geh\u00f6re \/ gen Zion in sein Zelt [in die N\u00e4he der Heiligen Stadt Jerusalem], \/ ists passend, dass ich mehre, \/ sein Lob vor aller Welt.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber nimmt hier jetzt jemand seinen Mund nicht allzu voll? W\u00e4re nicht eher ein Klagelied vor aller Welt passend? Oder singen hier gut Betuchte, die blind sind f\u00fcr das Dransein so ma\u00dflos vieler in der N\u00e4he und in der Ferne, Abgehobene, die bei ihrem Singsang wegschauen von den Abgr\u00fcnden in unsrer Zeit? Das w\u00e4re doch so wie jener stumme Engel. Aber schauen wir jetzt genau hin! Die hier diesen Lobgesang anstimmen, die sind samt und sonders nicht gut dran. Es sind Menschen, wie es hei\u00dft: \u201edie jetzt eine kleine Zeit traurig sind, in mancherlei Anfechtungen.\u201c Der Gesang ert\u00f6nt von Zeitgenossen, die \u201edown\u201c sind. Die befinden sich jetzt nicht auf der Sonnenseite des Lebens, sondern auf der Schattenseite. Sie r\u00fchmen Gott, auch wenn sie im Blick auf sich selbst nichts zu r\u00fchmen haben. Sie singen trotz dem. So wie es von Paulus und seinem Gef\u00e4hrten Silas berichtet wird: als sie in einem schaurigen Verlies sa\u00dfen und harte Haftbedingungen zu erleiden hatten. Aber als es am Dunkelsten war, \u201eum Mitternacht lobten sie Gott.\u201c Gesang aus der Tiefe. Lob \u00fcber dem Abgrund. Von dem Kirchenvater Athanasius, der im 4. Jahrhundert lebte, liest man: er musste in Todesgefahr von seiner Heimat in Afrika fliehen und jahrelang weit weg, in Europa, Zuflucht finden. Doch er erkl\u00e4rte zu seiner Drangsal: \u201eEs ist ein W\u00f6lklein. Das vergeht\u201c \u2013 obwohl er lange Zeit in seiner Heimat gleichsam in einem nassen Dauerregen stand und unter einem hitzigen Donnerwetter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gibt es einen guten Grund f\u00fcr solche Hoffnung? Ja, in der Tat! Der Nagel an der Wand, an dem hier alles und jedes h\u00e4ngt, ist der Ostertag, \u201edie Auferstehung Jesu Christi von den Toten\u201c, wie unser Bibeltext sagt, sein Ausbruch aus dem Dunkel der Nacht. Bei Licht besehen zeigt sich, dass er trotz seinem Tod nicht zu beseitigen ist. Wenn Christen in die Zukunft blicken, so schauen sie zuerst dort hin. Nicht in das Morgen oder \u00dcbermorgen, nicht in das R\u00e4tsel kommender Zeiten. Sie schauen auch nicht zur\u00fcck, in eine \u00fcberholte Vergangenheit, nicht auf das, was einmal war und nicht wiederkommt. Sie schauen auf den Einen, der gestern und morgen und heute h\u00f6chst gegenw\u00e4rtig ist. Jesus lebt. Auf diesem festen Boden k\u00f6nnen wir bauen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Haus mit Stockwerk. Kein Flachbau. Das steht derma\u00dfen fest, dass wir sagen d\u00fcrfen: \u201eJesus lebt, mit ihm auch ich.\u201c Mit ihm auch ich! Darum geht es, wenn unser Predigttext sagt, dass \u201eder Vater unseres Herrn Jesus uns nach seiner gro\u00dfen Barmherzigkeit wiedergeboren hat\u201c. Das hei\u00dft: er hat uns einen v\u00f6lligen Neuanfang bereitet, selbst wenn auch in unsrem Leben einiges quer gelaufen ist: der Neubeginn in einem Leben in Anh\u00e4nglichkeit an den Einen, den himmlischen Vater und seinem irdischen Sohn. Beide haben dieselbe Adresse. Und was auch geschieht und was uns widerf\u00e4hrt, wir sind nicht allein, sondern mit ihm, wie Er mit uns. Es ist ein Leben, gest\u00e4rkt durch ihn und unter seinem Geleit, ein Leben, in dem der Mut zum Weiterwandern trotz argen Hindernissen nicht erlischt und nicht die Kraft zum Weitersingen selbst in Bedr\u00e4ngnis. Es ist ein Leben, wie es noch einmal Paul Gerhardt in einem rasanten Liedvers beschrieben hat: \u201eIch hang und bleib auch hangen \/ an Christus als ein Glied, \/ wo sein Haupt ist durchgegangen, \/ da nimmt er mich auch mit. \/ Er rei\u00dfet durch den Tod, \/ durch Welt, durch S\u00fcnd und Not, \/ er rei\u00dfet durch die H\u00f6ll, \/ ich bin stets sein Gsell.\u201c Sein Geselle bei weitem nicht nur ich. Mit ihm auch Andere neben mir, viele, die weitumher auf der Erde leben, die wir nicht kennen, die Er aber kennt, und mit ihm viele, die lange vor uns da waren. Sie sind nicht verloren. Sie sind dort, wo Er ist. Gehalten \u00fcber dem Abgrund.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das wird sich gottlob in aller Zukunft nicht \u00e4ndern. Unsere Hoffnung ist keine Lotterie. Sicher wird sich vieles wandeln und wird so manches anders eintreten als erwartet und prognostiziert. Aber <em>das<\/em> wird sich als best\u00e4ndig erweisen, wie ein Haltegriff in einem schlingernden Bus. Das wird auch \u201emorgen und an jedem neuen Tag\u201c g\u00fcltig bleiben, \u201efestgemauert in der Erden\u201c. Da gilt nicht der Spruch \u201eHoffen und Harren, macht manche zu Narren.\u201c <em>Sein<\/em> Spruch ist von harter W\u00e4hrung. Wir gehen ja dem Einen entgegen, der schon gekommen ist, der schon da ist. Wir sind zwar noch wie von gestern. Seine heutige Gegenwart ist uns noch dunkel. Sie muss uns noch \u201eoffenbar\u201c werden. Unsere Augen m\u00fcssen sich noch \u00f6ffnen. Eben daf\u00fcr: Wir befinden uns in der barmherzigen Hand dessen, der schon nach uns gegriffen hat, aus der er uns auf keinen Fall fallen l\u00e4sst. Wer wei\u00df, was noch alles auf uns zukommt. Aber wir wissen, <em>wer<\/em> von dort uns entgegenkommt am Ende alles Zeitlichen. Nach uns greifen viele H\u00e4nde, und zuletzt greift nach uns der Tod. Doch aus der Hand des Vaters unseres Herrn Jesus Christus wird uns nichts rei\u00dfen k\u00f6nnen. Darum noch einmal mit einem Vers von Paul Gerhardt: \u201eHoff, o du arme Seele, \/ hoff und sei unverzagt, \/ Gott wird dich aus der H\u00f6hle, \/ da dich der Kummer plagt, \/ mit gro\u00dfen Gnaden r\u00fccken, \/ erwarte nur die Zeit, \/ so wirst du schon erblicken \/ die Sonn\u2018 der sch\u00f6nsten Freud.\u201c Danke, dass wir derart hoffen d\u00fcrfen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eberhard Busch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lob aus der Tiefe | Quasimodogeniti | 27. 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