{"id":2349,"date":"2020-03-30T16:43:53","date_gmt":"2020-03-30T14:43:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/static\/wp\/?p=2349"},"modified":"2020-04-02T13:10:00","modified_gmt":"2020-04-02T11:10:00","slug":"predigtbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigtbeitrag\/","title":{"rendered":"Predigtbeitrag"},"content":{"rendered":"<h3>zu Mk 14,(1-2)3-9 | verfasst von Susanna Kschamer |<\/h3>\n<p>Zu meiner Predigt:<\/p>\n<p>Da auch bei uns in Kosel (bei Eckernf\u00f6rde in Schleswig-Holstein) keine gemeinsamen Gottesdienste gefeiert werden k\u00f6nnen, wird diese Predigt zusammen mit zwei Orgelmeditationen unseres Organisten am Sonntag auf unserer Gemeindehomepage (<a href=\"http:\/\/www.kirche-kosel.de\/\">www.kirche-kosel.de<\/a>) eingestellt.<\/p>\n<p>Menschen ohne Internetzugang bekommen die Predigt auf Wunsch zugesandt.<\/p>\n<p>Wer noch ein Lied zur Predigt h\u00f6ren will, dem oder der empfehle ich:<\/p>\n<p>Du bist heilig, du bringst Heil <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Lcmy_pYz79Y\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Lcmy_pYz79Y<\/a><\/p>\n<p>Ich bete an die Macht der Liebe https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iI8bCQxPWmU<\/p>\n<p>und f\u00fcr Kinder<\/p>\n<p>Du bist da, wo Menschen leben https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SgQAA-si1vE<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser<\/p>\n<p>Gemeinsam mit der ganzen Welt sind wir auf einem Weg, den wir uns nicht ausgesucht haben \u2013 auf dem Weg durch eine Seuche. Ein Weg, der mit viel Einschr\u00e4nkungen im Alltag verbunden sind. \u201eSocial distancing\u201c hei\u00dft das Gebot der Stunde. Und das hat viele Folgen. Wirtschaftliche Einbu\u00dfen, verbunden mit der Sorge um die eigene Existenz. Soziale Folgen \u2013 Einsamkeit. Trennung von Menschen, nach denen man sich sehnt. Oder mehr N\u00e4he zu den Menschen, mit denen man zusammenlebt, als einem gut tut. Bis hin zu vermehrter Gewalt an Kindern und Frauen. Besonders hart trifft es wieder die, die ohnehin schon benachteiligt sind, bei uns und weltweit. Die Spitze der Infektion ist hier in Deutschland noch nicht erreicht. Es werden umfangreiche Ma\u00dfnahmen getroffen, um Menschenleben zu retten.\u00a0 Und zugleich wissen wir, dass Menschen daran gestorben sind und auch in Zukunft sterben werden, die sonst noch h\u00e4tten leben k\u00f6nnen. Auch wenn wir &#8211; Gott sei Dank! &#8211; mit lebenswichtigen G\u00fctern versorgt sind, und die meisten von uns unbehelligt in ihren Wohnungen leben k\u00f6nnen, ist es eine f\u00fcr uns alle anstrengende Situation.<\/p>\n<p>In manchem erinnert mich unsere Situation an die von Jesus und seinen J\u00fcnger in der Passionsgeschichte. Es gab zunehmende Auseinandersetzungen mit dem religi\u00f6sen Establishment. Die Lage wurde bedrohlicher.\u00a0 Bald nach dem feierlichen Einzug in Jerusalem, wurde auch dem letzten J\u00fcnger klar, dass sich ihre Hoffnung auf einen glanzvollen politischen Neuanfang so nicht erf\u00fcllen w\u00fcrde und dass sie nicht unbesch\u00e4digt aus dieser Situation herauskommen w\u00fcrden. Auch sie haben sich diesen Weg nicht ausgesucht. Auch sie suchten nun so gut es ging den Alltag zu bew\u00e4ltigen. Dazu geh\u00f6rte auch das gemeinsame Essen.<\/p>\n<p>Ich lese den Predigttext aus Markus 14:<\/p>\n<p>Und als er in Betanien war im Hause Simons des Auss\u00e4tzigen und sa\u00df zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverf\u00e4lschtem und kostbarem Narden\u00f6l, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salb\u00f6ls? Man h\u00e4tte dieses \u00d6l f\u00fcr mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen k\u00f6nnen und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betr\u00fcbt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, k\u00f6nnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im voraus gesalbt f\u00fcr mein Begr\u00e4bnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Ged\u00e4chtnis, was sie jetzt getan hat.<\/p>\n<p>Ich stelle mir vor wie Jesus und seine J\u00fcnger in gem\u00fctlicher Runde zu Tische lagen.\u00a0 Sich \u00fcber die Einladung ihres Gastgebers freuten. Das Brot duftete, auch die anderen Speisen rochen lecker. So gut es ging genossen sie das Essen, das auf dem Tisch stand. Sie f\u00fchrten Alltagsgespr\u00e4che und dachten \u00fcber ihre Lage nach. Hin und wieder tranken sie einen Schluck Wein. Mitten hinein in diese \u00e4u\u00dferlich normale Situation kam eine Frau mit einem Alabastergef\u00e4\u00df in der Hand, gef\u00fcllt mit kostbarem Narden\u00f6l. Sie trat an Jesus heran. Sie zerbrach das Gef\u00e4\u00df. Tat sie es absichtlich, als prophetisches Zeichen? Oder aus Ungeschicklichkeit, weil sie so aufgeregt war? Sie trat von hinten an Jesus heran. Und salbte ihn, den wir den Messias, den Christus, also den Gesalbten nennen mit dem kostbaren \u00d6l. Der Duft verschwenderischer Liebe erf\u00fcllte den Raum. Beruhigend und bet\u00f6rend wie Lavendel.\u00a0 Es roch zugleich nach K\u00f6nigskr\u00f6nung und Totensalbung. Ein Duft, der alle im Raum ganz tief erreicht haben wird. Schlie\u00dflich ist das Riechen in einem sehr alten und urspr\u00fcnglichen Teil des menschlichen Gehirns verortet. Ein Duft, der die Sp\u00e4hre im Raum weitete hin zu Gott und seiner Liebe.<\/p>\n<p>Manche der M\u00e4nner muss das irritiert haben. Und so kamen sie schnell auf die Kosten der Aktion zu sprechen &#8211; wie so oft, wenn man einem nichts einf\u00e4llt. Eine Idee, was besser mit dem Geld h\u00e4tte gemacht werden sollen, war auch sofort zur Hand. Schlie\u00dflich h\u00e4tte das Jahresgehalt eines Arbeiters bekommen, wenn man das \u00d6l verkauft h\u00e4tte. Und die Armen h\u00e4tten das Geld gut gebrauchen k\u00f6nnen. Eine aus ethischen Gr\u00fcnden nicht abwegige Argumentation. Aber ob sie das auch gesagt h\u00e4tten, wenn die Frau sich selbst damit parf\u00fcmiert h\u00e4tten? Oder war es vielleicht eher ein rationaler Versuch sich dieser besonderen Stimmung zu entziehen, die so voller Liebe, voller Trauer, und auch voller Hoffnung auf das Reich Gottes war?<\/p>\n<p>Jesus stellte sich allerdings auf die Seite der Frau. \u201eWas betr\u00fcbt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.\u201c Er verstand ihr Handeln als prophetische Zeichenhandlung und deutete sie entsprechend. \u201eSie hat meinen Leib im voraus gesalbt f\u00fcr mein Begr\u00e4bnis\u201c Und mehr noch: er hat betont, dass das Evangelium nicht ohne solche Liebestaten, die uns den Himmel erschlie\u00dfen, zu haben und zu verstehen ist. \u201eWo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Ged\u00e4chtnis, was sie jetzt getan hat\u201c<\/p>\n<p>Die Erinnerung an diese Tat w\u00fcnsche ich mir nicht nur in der ganzen Welt, sondern auch in den engen W\u00e4nden unserer H\u00e4user und Wohnungen \u2013 m\u00f6ge auch dort der Duft der verschwenderischen g\u00f6ttlichen Liebe einziehen. M\u00f6ge Gott so unseren Blick weiten \u00fcber unseren begrenzten Blick hinaus. Auch die Coronaprobleme sollen und k\u00f6nnen unser Leben nicht bestimmen, denn Gott hat mehr mit uns vor.\u00a0 M\u00f6ge Gott uns so Kraft geben f\u00fcr den Weg der vor uns liegt. Und wenn Sie m\u00f6gen, riechen Sie an einen sch\u00f6nen Parfum oder machen sich eine Duftlampe an, um sich daran zu erinnern.<\/p>\n<p>Der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zu Mk 14,(1-2)3-9 | verfasst von Susanna Kschamer | Zu meiner Predigt: Da auch bei uns in Kosel (bei Eckernf\u00f6rde in Schleswig-Holstein) keine gemeinsamen Gottesdienste gefeiert werden k\u00f6nnen, wird diese Predigt zusammen mit zwei Orgelmeditationen unseres Organisten am Sonntag auf unserer Gemeindehomepage (www.kirche-kosel.de) eingestellt. Menschen ohne Internetzugang bekommen die Predigt auf Wunsch zugesandt. Wer noch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2336,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[37,1,157,114,273,3,109,280],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-2349","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-markus","category-aktuelle","category-beitragende","category-deut","category-kapitel-14-chapter-14","category-nt","category-predigten","category-susanna-kschamer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2349"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2350,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2349\/revisions\/2350"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2336"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2349"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=2349"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=2349"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=2349"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=2349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}