{"id":23574,"date":"2025-05-06T15:34:51","date_gmt":"2025-05-06T13:34:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=23574"},"modified":"2025-05-06T15:37:13","modified_gmt":"2025-05-06T13:37:13","slug":"johannes-1616-22-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-1616-22-3\/","title":{"rendered":"Johannes 16,16-22"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Hoffnung ist Realit\u00e4tssinn | Jubilate | 11.05.2025 | Joh 16,16-22 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Elof Westergaard |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus sagt: \u201eIhr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll zur Freude werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der heutige Predigttext ist ein Auszug aus der Abschiedsrede Jesu an seine J\u00fcnger, die wir im Johannesevangelium finden. Es sind Worte \u00fcber Tr\u00e4nen, Klage, Trauer \u2013 und \u00fcber Freude. Er spricht \u00fcber das menschliche Leben \u2013 und \u00fcber die Hoffnung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Szene ist der bevorstehende Abschied Jesu. Jesus wei\u00df, dass er bald sterben wird, und er m\u00f6chte seine J\u00fcnger darauf vorbereiten. Er spricht zu ihnen, um ihnen gute Worte und Wegweisung mitzugeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir h\u00f6ren Jesu Worte heute im Jahr 2025 im Licht von Ostern und seiner Auferstehung \u2013 und damit im Licht der christlichen Hoffnung. Und wir h\u00f6ren sie in einer unruhigen Zeit, in der Kriege toben und Despoten sich st\u00e4rken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was sagt Jesus nun in diesem kleinen Abschnitt seiner Abschiedsrede?<br \/>\nAuf der einen Seite sagt er etwas ganz Banales, aber Wahres: Kein Mensch bleibt im Leben von Trauer, Tr\u00e4nen und Klage verschont. Sie geh\u00f6ren zum Menschsein dazu.<br \/>\nAuf der anderen Seite betont Jesus zugleich, dass Trauer, Weinen und Klage nicht das Letzte sind. Sie werden abgel\u00f6st von der Freude. Die Freude ist das Kommende und das Bleibende.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Um seine Botschaft zu veranschaulichen, benutzt Jesus das Bild der Geburt: Die Erfahrung einer Mutter, die den Schmerz der Geburt durchlebt \u2013 und danach die Freude \u00fcber ihr neugeborenes Kind. Wenn das Kind auf der Welt ist, \u00fcberstrahlt die Freude den Schmerz. Jesus sagt dazu:<br \/>\n\u201eWenn eine Frau geb\u00e4ren soll, so hat sie Angst, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus nimmt den Schmerz des Menschen ernst, aber er weist zugleich auf das Freudige im menschlichen Miteinander hin \u2013 zwischen Mutter und Kind \u2013 und auf das Kommende, das Verhei\u00dfene, das uns durch Gottes Barmherzigkeit geschenkt ist.<br \/>\nIn seiner Abschiedsrede spricht Jesus von seinem eigenen Abschied, seiner bevorstehenden Hinrichtung. Doch seine Worte deuten gleichzeitig auf die Bedeutung der Gegenwart, der Gemeinschaft \u2013 im Hier und Jetzt \u2013 w\u00e4hrend er mit seinen J\u00fcngern spricht und wir seine Worte h\u00f6ren.<br \/>\nEs ist offensichtlich, dass es Jesus nicht gleichg\u00fcltig ist, dass es jemanden gibt, zu dem er sprechen kann. Er spricht ganz direkt in die allgemeine menschliche Erfahrung der Unvermeidbarkeit von Schmerz und Trauer \u2013 und mit allem, was er sagt und tut, verweist er auf die Gegenwart und das Kommen der Hoffnung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus tr\u00e4gt die Hoffnung vor sich her, wenn er sagt: \u201eAuch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.\u201c<br \/>\nDas ist die gro\u00dfe St\u00e4rke der christlichen Botschaft: dass sie mit Jesu Leben und Worten die menschliche Existenz wirklich ernst nimmt.<br \/>\nHier ist Realit\u00e4tssinn. Hier wird der menschlichen Not und dem Leiden nicht ausgewichen. Doch dieser Realismus ist immer auch von einem Gesp\u00fcr f\u00fcr die \u00d6ffnungen, Risse, ja die Wege durchdrungen, die Gottes Liebe und Gnade sichtbar machen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In einer unruhigen Welt ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir das Sonntag f\u00fcr Sonntag h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bischof Elof Westergaard<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Korsbr\u00f8dregade 7, DK-6760 Ribe<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Email: eve(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hoffnung ist Realit\u00e4tssinn | Jubilate | 11.05.2025 | Joh 16,16-22 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Elof Westergaard | Jesus sagt: \u201eIhr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll zur Freude werden.\u201c Der heutige Predigttext ist ein Auszug aus der Abschiedsrede Jesu an seine J\u00fcnger, die wir [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":23576,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,1,727,185,157,853,114,175,350,726,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-23574","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-johannes","category-aktuelle","category-archiv","category-aus-dem-daenischen","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-elof-westergaard","category-jubilate","category-kapitel-16-chapter-16-johannes","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23574","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23574"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23574\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23577,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23574\/revisions\/23577"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23576"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23574"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23574"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23574"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=23574"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=23574"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=23574"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=23574"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}