{"id":24142,"date":"2025-05-13T18:43:07","date_gmt":"2025-05-13T16:43:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=24142"},"modified":"2025-05-13T18:43:17","modified_gmt":"2025-05-13T16:43:17","slug":"johannes-165-15-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-165-15-7\/","title":{"rendered":"Johannes 16,5-15"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Kantate | 18.05.25 | Johannes 16,5-15 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Poul Joachim Stender |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Gebet \u2013 Kraft des Geistes und Ein\u00fcbung in Demut<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An einem Sonntag, wo Jesus zu seinen J\u00fcngern sagt: \u201eNiemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?\u201c kann man gut h\u00f6flich dazu auffordern, dass wir nicht vergessen, nach einander zu fragen. Und vielleicht vor allem nach denen, die uns am n\u00e4chsten stehen. Ehepartner, erwachsene Kinder, Kollegen. Wir glauben, dass wir sie kennen. Aber wir vergessen zu fragen, wie es ihnen geht, was sie denken, was in ihnen vorgeht. Und deshalb lasst und beten f\u00fcr die vielen, vielen Menschen um uns, von denen wir nicht wissen, wohin sie unterwegs sind. Sie brauchen unsere Gebete. Wir D\u00e4nen reden lieber von unserem Liebesleben als von unserem Gebetsleben. In Bezug auf Gebete sind wir sehr zur\u00fcckhaltend. Amerikanische Pastoren sind gute Beter. Sie erheben sich und beten dann ein freies Gebet, das von Herzen kommt. Hier bei uns sind wir Vateruser-Fundamentalisten. Wir beten immer das Vaterunser, als g\u00e4be es keine anderen Gebete. Wenn ein d\u00e4nischer Pastor an der Kirchent\u00fcr von einem Kirchg\u00e4nger erf\u00e4hrt, dass der Ehepartner des betreffenden ernsthaft krank geworden ist und auf der Akutabteilung im Krankenhaus zwischen Leben und Tod k\u00e4mpft, sagt der Pastor vielleicht irgendetwas Tr\u00f6stliches, was ein Psychologe auch h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen. Aber so w\u00fcrde sich ein amerikanischer Pastor nicht verhalten. Er w\u00fcrde den betreffenden in die Kirche mitnehmen, sich auch eine Kirchenbank setzen, den betreffenden an die Hand nehmen und ein Gebet f\u00fcr den Kranken sprechen. Meine Erfahrung von Krankenbesuchen ist, dass die Leute viel mehr davon haben, dass ich mit ihnen bete, als dass ich dasitze und mit frommen und intellektuellen Betrachtungen \u00fcber Leben und Tod komme. Es ist nicht unappetitlich, dass man betet. Viele in unserem Bekanntenkreis w\u00fcrden sich freuen, wenn wir ihnen sagten, wenn sie Probleme haben: ich will f\u00fcr dich beten. Dann muss man nat\u00fcrlich auch das halten, was man verspricht. Die F\u00fcrbitte hat eine gro\u00dfe Macht.\u00a0 Es ist leichter, seine Sorgen und Probleme in den Griff zu bekommen, wenn man wei\u00df, dass gute Leute f\u00fcr einen beten. Ich vergesse nie, als zwei Jungen hier aus der Gemeinde bewusstlos und verletzt im Kopenhagener Krankenhaus lagen. Ich besuchte sie und versprach den Eltern, dass ich am Sonntag beim Gottesdienst f\u00fcr ihre Jungen beten w\u00fcrde. Wir sind eine Gemeinde. Wir sollen f\u00fcr einander um das Gl\u00fcck und die Gesundheit beten. Es sind nicht nur die Hungernden und die Sterbenden, die unsere Gebete brauchen. Da sind viele unter uns, die das sehr wohl brauchen, dass f\u00fcr sie gebetet wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Evangelium h\u00e4lt Jesus eine Abschiedsrede f\u00fcr seine J\u00fcnger. Das ist eine andere Sache, die wie das Gebetsleben weniger gepflegt wird. Abschiedsreden und Abschiedsbriefe. Es ist selten, dass wir, wenn der Tod bevorsteht oder wenn wir zu einer l\u00e4ngeren Reise aufbrechen, einige Abschiedsworte an unsere N\u00e4chsten richten. Wir erz\u00e4hlen nicht von unseren Zielen, Visionen, Ideen. Bald werden viele aufbrechen und in den Sommerferien verreisen. Sorge daf\u00fcr, einen Brief unter die pers\u00f6nlichen Papiere mit dem letzten Willen zu legen und einigen Worten dar\u00fcber, was das Leben f\u00fcr einen bedeutet hat und in welchem Geist man w\u00fcnscht, dass die n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen das Dasein fortsetzen. Mit anderen Worten: Schreib ein geistliches Testament. Hans Christian Andersen sagt: Reisen hei\u00dft leben. Reisen kann jedoch auch Sterben bedeuten. Wir verlassen Menschen, die wir lieben und denen wir sagen, dass wir wiederkommen. In der Abschiedsrede Jesu verspricht er uns, dass er uns den Heiligen Geist schickt. Der Heilige Geist bewirkt, dass uns das Leben gelingt. Der fr\u00fchere Pr\u00e4sident Obama verwandte mehr als andere Pr\u00e4sidenten das Gebet. Er war der m\u00e4chtigste Mann der Welt. Er verf\u00fcgte \u00fcber Atomwaffen und milit\u00e4rische und technologische Macht, die hinter seinen Worten standen. Aber mit dem Gebet bekannte er, dass selbst der m\u00e4chtigste Mann der Welt ohne die Hilfe Gottes nichts Gutes und Gro\u00dfes ausrichten konnte. Als Menschen haben wir nicht alles unter Kontrolle. Das haben der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Gebet bedeutet viele Dinge. Es ist unter anderem eine Ein\u00fcbung in Demut. Eine Erkenntnis, dass wir M\u00e4chten und Kr\u00e4ften ausgeliefert sind, die wir nicht beherrschen. Es ist der Geist Gottes, der uns bei dem Abendmahl, das wir gleich feiern, davon \u00fcberzeugt, dass das Brot, das wir essen, der Leib Jesu Christi ist. Es ist der Heilige Geist, der unsere Augen daf\u00fcr \u00f6ffnen will, dass der Wein, den wir trinken, das Blut Jesu Christi ist. Unser Leben ist gepr\u00e4gt von n\u00fcchternen und rationellen Handlungen. Wir tun, was zweckm\u00e4\u00dfig ist f\u00fcr unseren Wohlstand und unsere Lebensziele. Aber wir brauchen die g\u00f6ttliche Kraft, den heiligen Geist, der unser Leben erhebt \u00fcber das N\u00fcchterne und Rationelle. In einem Wohlfahrtsstaat wie D\u00e4nemark gibt es wunderbare Geb\u00e4ude. Es fehlt an nichts. Aber das sind leere H\u00fclsen, wenn dort kein guter Geist herrscht. Was sollen wir mit gro\u00dfen hellen Zimmern f\u00fcr die Alten in den Pflegeheimen, wenn wir, ihre Kinder, so geistlos sind, dass wir unsere Eltern nie besuchen? Was sollen wir mit sch\u00f6nen H\u00e4usern, wenn wir so hart arbeiten m\u00fcssen um sie zu finanzieren, dass keine Zeit bleibt f\u00fcr N\u00e4he und Liebe in den vier W\u00e4nden unserer Wohnung? Was haben wir von all den Markentextilien, die das Leben anderer tyrannisieren? Deshalb m\u00fcssen wir, so wie es die Christen an vielen anderen Orten der Welt, z.B.in den USA, ein Gebetsleben entwickeln, wo wir darum bitten, dass der Heilige Geist zu uns kommt und unser Leben \u00f6ffnet, so dass es nicht die Marken der Unterhosen oder andre leere Dinge sind, die den Inhalt des Lebens ausmachen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In seiner Abschiedsrede verspricht uns Jesus, dass er uns den Heiligen Geist senden wird. K\u00f6nnen wir ein sch\u00f6nes Versprechen empfangen? Geist ist ein altes Wort daf\u00fcr, dass das Leben uns etwas angeht. Und beachtet, dass ich <em>nicht<\/em>sage, dass Geist ein altes Wort daf\u00fcr ist, dass man das Leben versteht. Wer kann das schon? Geist bedeutet, dass das Leben mit Inhalt und Sinn gef\u00fcllt wird. Wenn ich uns Meschen mit den Windm\u00fchlen von Vesta vergleiche, dann werden wir nicht wir die Fl\u00fcgel der Windm\u00fchle durch den Wind in Bewegung gebracht, weil wir mehr verdienen oder mehr Besitz oder Macht bekommen. Es ist der Heilige Geist, der uns in Bewegung setzt, es sind der Glaube, die Hoffnung und die Liebe, die wir von Jesus Christus bekommen haben und noch bekommen, die uns zu lebendigen geistvollen Menschen machen. Es erfordert aber ein Ding, ehe wir entdecken k\u00f6nnen, dass Jesus und den Heiligen Geist gesandt hat. Wir m\u00fcssen Gott bitten, dass er unsere Herzen f\u00fcr seinen Geist \u00f6ffnet. Deshalb schlie\u00dfe ich heute meine Predigt nicht wie sonst mit einem Gott befohlen, sondern mit dem Gebet: Heilger Geist du Tr\u00f6ster mein, hoch vom Himmel uns erschein mit dem Licht der Gnaden dein<a href=\"applewebdata:\/\/2108A148-7A59-45C4-A2DE-DEC11B827D98#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Poul Joachim Stender<br \/>\nDK 4060 Kirke S\u00e5by<br \/>\npjs(at)km.dk<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2108A148-7A59-45C4-A2DE-DEC11B827D98#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ev. Gesangbuch 128 (Veni sancte spiritus)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kantate | 18.05.25 | Johannes 16,5-15 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Poul Joachim Stender | Gebet \u2013 Kraft des Geistes und Ein\u00fcbung in Demut\u00a0 An einem Sonntag, wo Jesus zu seinen J\u00fcngern sagt: \u201eNiemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?\u201c kann man gut h\u00f6flich dazu auffordern, dass wir nicht vergessen, nach einander zu fragen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":24133,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,1,185,157,853,114,357,726,349,3,232,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-24142","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-johannes","category-aktuelle","category-aus-dem-daenischen","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kantate","category-kapitel-16-chapter-16-johannes","category-kasus","category-nt","category-poul-joachim-stender","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24142","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24142"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24142\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24143,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24142\/revisions\/24143"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24133"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24142"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24142"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24142"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=24142"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=24142"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=24142"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=24142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}