{"id":24555,"date":"2025-05-20T14:42:43","date_gmt":"2025-05-20T12:42:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=24555"},"modified":"2025-05-20T14:52:15","modified_gmt":"2025-05-20T12:52:15","slug":"johannes-1623-33-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-1623-33-2\/","title":{"rendered":"Johannes 16,23-33"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Angst und Frieden | Rogate | 25. Mai 2025 | Joh 16,23-33 | Paul Wellauer |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>| Psalmgebet im Wechsel | <\/strong><strong>Psalm 67,1-8 <\/strong><strong>| Die Bibel nach Martin Luther, 2017*<br \/>\n| Gottes Segen \u00fcber alle Welt | <\/strong>1 Ein Psalmlied, vorzusingen, beim Saitenspiel |<br \/>\nI \u00a02Gott sei uns gn\u00e4dig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten, [Sela]<br \/>\nII 3 dass man auf Erden erkenne deinen Weg, unter allen Heiden dein Heil.<br \/>\nI \u00a04 Es danken dir, Gott, die V\u00f6lker, es danken dir alle V\u00f6lker.<br \/>\nII 5Die V\u00f6lker freuen sich und jauchzen, dass du die Menschen recht richtest und regierst die V\u00f6lker auf Erden. [Sela]<br \/>\nI \u00a06 Es danken dir, Gott, die V\u00f6lker, es danken dir alle V\u00f6lker.<br \/>\nII 7 Das Land gibt sein Gew\u00e4chs; es segne uns Gott, unser Gott!<br \/>\nI\u00a0 8 Es segne uns Gott, und alle Welt f\u00fcrchte ihn!<br \/>\nI&amp;II AMEN<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>| <\/strong><strong>Lesung <\/strong><strong>Predigttext | Johannes 16,23-33 <\/strong><strong>| Abschied und Wiedersehen <\/strong><strong>| Die <\/strong><strong>Z\u00fcrcher Bibel, 2007**<br \/>\n<\/strong>23 An jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen. <strong>Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben. <\/strong>24 <strong>Bis jetzt habt ihr noch nie in meinem Namen um etwas gebeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen sei.<\/strong> 25 Dies habe ich euch in verh\u00fcllter Sprache gesagt. Die Stunde kommt, da ich nicht mehr in verh\u00fcllter Sprache mit euch reden, sondern euch offen \u00fcber den Vater Kunde geben werde. 26 An jenem Tag <strong>werdet ihr in meinem Namen bitten,<\/strong> und ich sage nicht, dass ich den Vater f\u00fcr euch fragen werde. 27 Denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich lieb gewonnen habt und zum Glauben gekommen seid, dass ich von Gott ausgegangen bin. 28 Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater. [29 Da sagen seine J\u00fcnger: Siehst du, jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in verh\u00fcllter Sprache. 30 Jetzt wissen wir, dass du alles weisst und es nicht n\u00f6tig hast, dass jemand seine Fragen \u00fcberhaupt ausspricht. Darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist. 31 Jesus antwortete ihnen<strong>: Jetzt glaubt ihr?<\/strong> 32 Doch die Stunde kommt, ja, sie ist gekommen, da ihr zerstreut werdet \u2013 jeder dorthin, wo er einmal war \u2013 und ihr mich allein lasst. Und doch bin ich nicht allein, denn der Vater ist bei mir.] <strong>33 Das habe ich euch gesagt, damit ihr Frieden habt in mir. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden.<br \/>\n<\/strong><em>Selig ist jeder Mensch, der Gottes Wort h\u00f6rt, in seinem Herzen bewahrt und danach lebt. Amen<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>| Predigt | <\/strong><strong>Angst und Frieden<\/strong><strong> |<\/strong><br \/>\nLiebe Gemeinde, liebe Br\u00fcder und Schwestern durch die Liebe und Gnade Gottes<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>1. \u00abIn Jesu Namen\u00bb: Weshalb und wozu wir in Jesu Namen beten sollten<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch nach gut dreissig Jahren im Pfarramt finde ich: Pfarrer zu sein, ist der beste Beruf, die sch\u00f6nste Berufung! Eines der grossen Privilegien im Pfarrberuf ist in meinen Augen, dass wir immer neu in Lebensgeschichten von Gemeindegliedern eintauchen d\u00fcrfen. Wenn ich \u00e4ltere Gemeindeglieder an ihrem 80., 90. oder gar 100. Geburtstag besuchen darf, um ihnen im Namen der Kirchgemeinde zu gratulieren und Gottes Segen zu w\u00fcnschen, ist dies oft eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Den Geschichtsunterricht in der Schule fand ich nicht immer so interessant: Wer wann welche Schlacht gewonnen hat oder welches Land entdecken durfte, ist \u00abSchnee von gestern.\u00bb Doch wenn mir eine Person \u00abaus Fleisch und Blut\u00bb aus ihrem Leben mit seinen H\u00f6hen und Tiefen erz\u00e4hlt, k\u00f6nnte ich stundenlang zuh\u00f6ren: Da wird Geschichte pl\u00f6tzlich lebendig! So wurde mir u.a. anvertraut, wie sich jemand aus einfachsten Verh\u00e4ltnissen mit viel Fleiss, Ausdauer und Gewissenhaftigkeit bis in die Chefetage einer Firma hochgearbeitet hat. Der Tag, an dem er die Prokura, die Unterschriftsberechtigung f\u00fcr wichtige Vertr\u00e4ge erhielt, war ihm so gel\u00e4ufig, wie sein eigener Geburtstag. Andere h\u00e4tten diese Berechtigung mit Hilfe von \u00abVitamin B\u00bb oder mit anderen Tricks erreicht, er mit viel Einsatz, Entbehrung und Zielstrebigkeit. Ich kann mir nur vage vorstellen, wie dankbar und stolz er war, als er das erste Mal einen Vertrag mit seinem Namen unterschreiben durfte. Er hat dieses Dokument wohl einen l\u00e4ngeren Moment in H\u00e4nden gehalten um sich zu vergewissern<strong>: Ja, dieses wichtige Papier durfte ich mit der Vollmacht und im Namen der Firma unterzeichnen.<br \/>\n<\/strong>In unserem heutigen Predigttext spricht Jesus drei Mal auf unterschiedliche Weise dar\u00fcber, dass wir <strong>in seinem Namen beten<\/strong> d\u00fcrfen und sollen. <strong>Gottes Sohn erteilt uns die Vollmacht, die Prokura, unsere Gebete mit seiner Unterschrift zu unterzeichnen<\/strong><strong>.<\/strong> Wenn wir unsere Gebete in Richtung Himmel senden, tun wir das demnach nicht bloss im Namen von Hans Huber, Margrith Meier oder Paul Wellauer, sondern im Namen von Jesus. Was aber meint:<strong> \u00abIn Jesu Namen beten\u00bb. Weshalb und wozu sollten wir in Jesu Namen beten? <\/strong>Ich sehe drei Hauptgr\u00fcnde: <strong>Als Erstes erm\u00f6glicht uns der Name von Jesus Zugang zum Himmlischen Vater.<\/strong> Wir haben uns in der heutigen Zeit mehrheitlich an die Beschreibung von Gott als liebendem Vater gewohnt, der uns gn\u00e4dig, barmherzig und g\u00fctig annimmt, was auch immer wir ohne und gegen ihn getan haben. Wir haben uns Gott auf Augenh\u00f6he hinuntergeholt. Doch Gott ist und bleibt auch der ganz andere Gott: Gerecht, wahr, heilig, der Sch\u00f6pfer der Welt. Er sprengt unser Vorstellungsverm\u00f6gen und f\u00fcr seine g\u00f6ttliche Allmacht haben wir keine passenden menschlichen Dimensionen. Symbolisch gesagt: Unser Pass f\u00fcr Gnade, Himmel und ewiges Leben muss die Unterschrift von Jesus tragen, sonst kann uns Gott keinen Zugang gew\u00e4hren. Aus eigener Kraft und Anstrengung erreichen wir diese Prokura nicht: Sie wird uns von Jesus geschenkt und verliehen. <strong>Im Namen Jesu beten heisst zweitens, dass wir uns danach ausrichten, im Sinn und Geist von Jesus, nach seinem Wesen und Willen zu beten.<\/strong> Ich spreche mich sehr daf\u00fcr aus, dass wir alles, aber auch alles vor Gott im Gebet aussprechen d\u00fcrfen. Ich glaube zutiefst: Gott hat ein offenes Ohr und ein empfindsames Herz f\u00fcr alle unsere Anliegen. Wenn wir zudem unsere Gebet im Namen von Jesus beginnen und beenden, leuchtet sein himmlisches Licht und seine Klarheit in unsere menschlichen Gedanken und durch unsere irdischen Worte hindurch. Ich kann Sie nur ermutigen: Probieren Sie es aus, \u00fcben Sie sich darin, beim Beten mit den Worten zu beginnen<strong>: \u00abIn deinem Namen, Herr Jesus, will ich nun zum himmlischen Vater beten.\u00bb <\/strong>Und am Ende des Gebets:<strong> \u00ab\u2026 dies alles vertraue ich dir, guter Gott, im Namen Jesu an\u00bb. <\/strong>Unsere Gebete werden wohl etwas \u00abholpriger\u00bb und schwerf\u00e4lliger, aber bestimmt vielschichtiger, tiefer und ernsthafter. Und die Verheissung, die Jesus damit verbindet, ist fast zu sch\u00f6n, um wahr zu sein: \u00ab<strong>Wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben.\u00bb <\/strong>Und der dritte Grund, weshalb und wozu wir in Jesu Namen beten sollen: Wir ahnen mehr und mehr von seiner Vollmacht, von seinen M\u00f6glichkeiten. Wir entdecken mehr und mehr, wie Jesus unser Leben betrachtet. Vereinfacht gesagt: Wenn wir in seinem Namen beten, verlassen wir unsere Froschperspektive und lassen uns von Jesus Fl\u00fcgel schenken, um unser Leben aus der Vogelperspektive zu betrachten. Jesus schenkt uns Auftrieb, Mut und R\u00fcckenwind, wenn er uns versichert: <strong>\u00abBittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen sei.\u00bb<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>2. Jesu Herkunft: Woher Jesus kommt, ist entscheidend f\u00fcr unseren Glauben<\/strong><\/p>\n<p>Der mittlere Teil unseres Predigttextes l\u00f6ste bei mir weit mehr Fragen als \u00abAha!\u00bb-Momente aus. \u00abDenn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich lieb gewonnen habt und zum Glauben gekommen seid, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.\u00bb (Verse 27-28) <strong>Jesus beginnt mit Gottes Liebe, das ist schon einmal wunderbar und legt einen verheissungsvollen Boden f\u00fcr die weiteren Gedanken.<\/strong> \u00abGott liebt euch, weil\u2026\u00bb \u2013 ist Gottes Liebe demnach an Bedingungen gebunden? Liebt er uns nicht \u00abeinfach so\u00bb, ohne Vorbedingungen, eben bedingungslos? M\u00fcssen wir uns seine Liebe verdienen? Jesus f\u00e4hrt fort: \u00ab\u2026weil ihr mich lieb gewonnen habt und zum Glauben gekommen seid, dass ich von Gott ausgegangen bin.\u00bb Ist Gottes Liebe demnach an unsere Liebe zu Jesus gebunden? Das Johannesevangelium ist voll von Formulierungen, in denen deutlich wird: <strong>An Jesus scheiden sich im wahrsten Sinne des Wortes die Geister. <\/strong>Wer Jesus als Gottes Sohn, als Licht der Welt, als Weinstock, guten Hirten u.a.m. wahrnimmt, ihm Glauben schenkt und eine liebevolle Beziehung zu ihm aufbaut, der geh\u00f6rt zu Gottes Kindern. Wer sich von Jesus abwendet, kennt auch Gott nicht. Jesus will immer neu deutlich machen: Es reicht nicht, Jesus als vorbildlichen Menschen zu respektieren oder seine ethischen Werte hochzuhalten. <strong>Entscheidend ist, ob wir seine g\u00f6ttliche Herkunft akzeptieren und respektieren.<\/strong> An Jesus als guten Menschen zu glauben, macht uns vielleicht zu besseren Menschen, aber es schenkt uns keine ewige Erl\u00f6sung. An Jesus zu glauben, der von Gott kommt, um einen g\u00f6ttlichen Auftrag zu vollenden, \u00f6ffnet uns die T\u00fcr zu himmlischen Dimensionen. So stellen uns diese S\u00e4tze von Jesus die Frage: <strong>Wer ist Jesus f\u00fcr dich: Ein himmlischer Gesandter, Gottes Sohn \u2013 oder bloss ein menschlicher Wundert\u00e4ter und guter Redner?<\/strong><br \/>\nEinzelne von uns haben schon die unangenehme Erfahrung von sogenannten Enkeltrickbetr\u00fcgern gemacht. Die meisten von uns kennen Personen, in ihrem Umfeld, die man so zu betr\u00fcgen versuchte. Ein Schockanruf aus heiterem Himmel: Die Stimme auf der anderen Seite erz\u00e4hlt dramatisch von einem Unfall, in welchen ein Enkelkind verwickelt sei. Wenn man nicht sofort einen hohen Betrag bezahle, m\u00fcsse der Enkel ins Gef\u00e4ngnis. In Sekundenbruchteilen und unter psychischem Druck sollte man entscheiden, ob man der Stimme traut und dem vermeintlichen Enkel helfen will. Die Enkeltrickbetr\u00fcger arbeiten mit einer falschen Identit\u00e4t und einer vorgespielten Autorit\u00e4t. Wer ruhig bleibt, kann entweder mit Detailfragen herausfinden, ob es wirklich der betreffende Enkel ist, der in Not ist. Technisch gut organisierte Grosseltern kl\u00e4ren per Handy und WhatsApp beim entsprechenden Enkelkind ab, ob die Geschichte stimmt \u2013 und sind dann doppelt erleichtert, wenn dieses Entwarnung gibt. Und juristisch bewanderte Personen wissen, dass die Polizei niemals einen Geldbetrag verlangen w\u00fcrde, um Unfallverursacher von einer Gef\u00e4ngnisstrafe zu bewahren. So oder so: Wenn ich mit Sicherheit weiss, meinem Enkel geht es gut, kein Unfall weit und breit, so ist dies eine riesige Erleichterung. Und ich freue mich doppelt \u00fcber die n\u00e4chste Begegnung. <strong>Wie viel gr\u00f6sser darf meine Freude sein, wenn ich glauben und vertrauen kann: Jesus ist kein Enkeltrickbetr\u00fcger, kein Scharlatan. Er spielt und keine falsche Identit\u00e4t oder hohle Autorit\u00e4t vor, er ist wirklich im Auftrag Gottes am Werk.<\/strong> Er will das Beste f\u00fcr mich. Ja, er bezahlt selbst den Preis f\u00fcr meine Erl\u00f6sung. Wir d\u00fcrfen darauf vertrauen:<\/p>\n<p><strong>3. \u00a0Der Frieden, den Jesus schenkt, ist st\u00e4rker als unsere Angst<\/strong><\/p>\n<p>Jesus ist gegen\u00fcber seinen J\u00fcngern und J\u00fcngerinnen ganz realistisch<strong>: \u00abIn der Welt habt ihr Angst!\u00bb <\/strong>Wir k\u00f6nnten rasch viele Dinge aufz\u00e4hlen, die uns Angst bereiten: Die Umweltverschmutzung, die Kriege in der N\u00e4he und Ferne, Hungersn\u00f6te und Fl\u00fcchtlingswellen als weltumfassende Probleme. Aber auch kleinere, pers\u00f6nliche Sorgen und N\u00f6te: Die Sorge um Gesundheit und Arbeit, Beziehungen, die kompliziert sind, die vielen Ver\u00e4nderungen, mit denen wir t\u00e4glich konfrontiert werden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der \u00abZweckpessimismus\u00bb tiefer in uns verwurzelt ist als die Freude: Ein gutes Mass an \u00c4ngstlichkeit sichert offenbar unser \u00dcberleben besser als ein zu viel an Freude und Leichtigkeit. Oder vereinfacht: <strong>Angst geschieht uns von selbst, zur Freude m\u00fcssen wir uns immer wieder bewusst entscheiden!<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Ein j\u00fcdisches Sprichwort sagt: \u00ab<strong>Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages\u00bb <\/strong>Ein Tag vergeht \u2013 ein anderer beginnt. Wo die Nacht am <strong>dunkelsten<\/strong> ist, genau da beginnt ein <strong>neuer<\/strong> Tag: Abschied nehmen von diesem Tag \u2013 uns vorbereiten auf den neuen Tag. Jesus sagt sehr offensiv, weshalb wir keine Angst zu haben brauchen: <strong>\u00abIn der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden.\u00bb <\/strong>Nun, das sind grosse Worte: \u00abDie Welt \u00fcberwunden.\u00bb Von James Bond \u2013 und anderen Heldenfilmen sind wir uns gewohnt, dass der Held die Welt rettet \u2013 vor einem Atomanschlag oder einer anderen Katastrophe. Jesus hat die Welt auf andere Weise gerettet, indem er den Tod \u00fcberwunden hat. Er hat dies nicht mit Specialeffects erm\u00f6glicht, sondern mit seinem eigenen qualvollen Tod. So trug er unsere Angst, unsere Schuld, unsere Not und Krankheit ans Kreuz. Dort ist all dies mit ihm gestorben. Am Ostermorgen ist Jesus zu einem neuen Leben auferweckt worden, von dem es heisst: <strong><em>\u00abEs wird keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz mehr geben. \u2013 Gott wird alle ihre Tr\u00e4nen abwischen.\u00bb<\/em><\/strong> Offenbarung 21,4<br \/>\nDas ist unsere zentrale Hoffnung, unser Glaubensfundament als Christen: Die Auferstehungskraft von Jesus ist st\u00e4rker als die Dunkelheit von Tod und S\u00fcnde. Jesus schenkt uns in seiner Auferstehung Vergebung, einen Neuanfang schon hier \u2013 und eine Hoffnung, die auch beim Tod nicht vergeht. Sein bleibender Frieden ist st\u00e4rker als all unsere Angst.<br \/>\nDie J\u00fcnger und J\u00fcngerinnen haben zum Zeitpunkt der Abschiedsreden von Jesus die Ostererfahrung noch nicht gemacht. Deshalb bereitet sie Jesus sehr tr\u00f6stlich und seelsorgerlich auf seinen Tod und seine Auferstehung vor: <strong><em>\u00abSo seid auch ihr jetzt traurig; aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und die Freude, die ihr dann habt, nimmt euch niemand.\u00bb <\/em><\/strong><em>(Johannes 16,22)<br \/>\n<\/em>Jesus erwartet von seinen J\u00fcngern und J\u00fcngerinnen nichts \u00ab\u00dcbermenschliches\u00bb: Er weiss, dass sie bei seinem Tod ersch\u00fcttert, entt\u00e4uscht und traurig sein werden. Und schon die Ank\u00fcndigung seines Todes verunsichert und beunruhigt sie. Umso gr\u00f6sser wird die Freude beim ersten und zweiten Wiedersehen sein: Das erste Wiedersehen an Ostern und in den Tagen danach, wenn sie dem auferstandenen Jesus Christus begegnen. Und das zweite Wiedersehen in der Ewigkeit, im Himmel, im Paradies, wohin Jesus uns vorausgegangen ist. Wenn ich das richtig verstehe, werden wir im Himmel keine \u00abZweckpessimisten\u00bb mehr sein, werden wir uns nicht zur Freude \u00abentscheiden\u00bb m\u00fcssen: <strong>Es wird eine Freude sein, die einfach geschieht, uns erf\u00fcllt, \u00fcberw\u00e4ltigt, durchstr\u00f6mt \u2013 ohne St\u00f6rung durch Angst, Bedenken oder Not. Einfach pure, reine, himmlische Freude.<br \/>\n<\/strong>Ich weiss nicht, wie ihr euch den Himmel vorstellt, aber ich freue mich jetzt schon auf diese <strong>ungetr\u00fcbte Freude<\/strong> ohne Wenn und Aber, ohne Zweifel und Fragen!<br \/>\n<strong>\u00abDas habe ich euch gesagt, damit ihr Frieden habt in mir. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden.\u00bb <\/strong>Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Liedvorschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ERG 168 Hevenu shalom alechem<br \/>\nERG 774 Christus, der ist mein Leben<br \/>\nERG 828 Gib uns Frieden jeden Tag<br \/>\nERG 829 Herr, gib mir Mut zum Br\u00fccken bauen<br \/>\nRW 1 R\u00fcckenwind<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">RW 22 Du bist mein Zufluchtsort<br \/>\nRW 50 Amazinig Grace \/ O Wunder der Barmherzigkeit<br \/>\nRW 72 In Christus ist mein ganzer Halt<br \/>\nRW 89 Wer bittet, dem wird gegeben<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*) Die Bibel nach Martin Luthers \u00dcbersetzung, revidiert 2017, \u00a9 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart<br \/>\n**) Die Z\u00fcrcher Bibel, Ausgabe 2007, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich<br \/>\nERG = Gesangbuch der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich 1998<br \/>\nRW = R\u00fcckenwind, Lieder f\u00fcr den Gottesdienst, Hrsg. Evang Landeskirche des Kantons Thurgau, Theologischer Verlag, Z\u00fcrich 2017<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfr. Paul Wellauer, Bischofszell, Schweiz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: paul.wellauer@internetkirche.ch<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Web: <a href=\"http:\/\/www.internetkirche.ch\/\">www.internetkirche.ch<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.internetkirche.ch\/livestream\">www.internetkirche.ch\/livestream<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.evang-tg.ch\/\">www.evang-tg.ch<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paul Wellauer, geb. 1967, Pfarrer und Mitglied im Kirchenrat der evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, Schweiz. Seit 2009 in Bischofszell-Hauptwil, 1996-2009 in Z\u00fcrich-Altstetten, davor 1993-1996 Seelsorger und Projektleiter in der Stiftung Sozialwerke Pfr. Ernst Sieber, Z\u00fcrich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angst und Frieden | Rogate | 25. 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