{"id":24557,"date":"2025-05-20T14:44:56","date_gmt":"2025-05-20T12:44:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=24557"},"modified":"2025-05-20T14:44:56","modified_gmt":"2025-05-20T12:44:56","slug":"johannes-1623b-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-1623b-33\/","title":{"rendered":"Johannes 16,23b-33"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">\u201eIhr Narren, wann denkt ihr endlich nach! Er, der den Menschen Ohren gab, sollte selbst nicht h\u00f6ren?\u201c (Ps 94,8b-9a) | Rogate | 25. 5. 2025 | Joh 16,23b-33 | Winfried Klotz |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus Christus spricht:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">23b Amen, ich versichere euch: Der Vater wird euch dann alles geben, worum ihr ihn bittet, weil ihr es in meinem Namen tut und euch auf mich beruft. 15,16S<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">24 Bisher habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet es bekommen, damit eure Freude vollkommen und ungetr\u00fcbt ist.\u00ab 15,11S<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">25 \u00bbIch habe euch dies alles in Andeutungen gesagt, die euch r\u00e4tselhaft erscheinen m\u00fcssen. Die Stunde kommt, dass ich nicht mehr in R\u00e4tseln zu euch rede, sondern offen und unverh\u00fcllt zu euch \u00fcber den Vater spreche. Mt 13,34<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">26 Dann werdet ihr ihn unter Berufung auf mich bitten. Ich sage aber nicht, dass ich dann den Vater f\u00fcr euch bitten werde;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">27 denn der Vater liebt euch. Er liebt euch, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott gekommen bin. 14,21<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">28 Ich bin vom Vater in die Welt gekommen. Jetzt verlasse ich die Welt wieder und gehe zum Vater.\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">29 Da sagten seine J\u00fcnger zu ihm: \u00bbNun sprichst du offen zu uns, nicht mehr in R\u00e4tseln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">30 Jetzt haben wir verstanden, dass du alles wei\u00dft. Du wei\u00dft schon vorher, was man dich fragen m\u00f6chte. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist.\u00ab<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">31 Jesus erwiderte: \u00bbIhr meint, ihr glaubt? Jetzt schon?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">32 Die Stunde kommt, ja, sie ist schon da, dass man euch auseinander treiben wird. Jeder wird nur noch an sich denken, und mich werdet ihr allein lassen. Trotzdem bin ich nicht allein, weil mein Vater bei mir ist. Mk 14,27par; 14,50par; Sach 13,7<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">33 Dies alles habe ich euch gesagt, damit ihr in meinem Frieden geborgen seid. In der Welt wird man euch hart zusetzen, aber verliert nicht den Mut: Ich habe die Welt besiegt!\u00ab 14,27; 1Joh 5,4<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Gute Nachricht Bibel)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rogate \u2013 betet! Das ist der Name des heutigen Sonntags.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beten? Alle Welt betet; ist das etwas Besonderes? Selbst Ungl\u00e4ubige schaffen ein Sto\u00dfgebet in der Not. Brauchen wir eine Aufforderung zum Beten? Wenn unser Beten mehr sein soll als ein Notruf, dann ist eine Erinnerung daran nicht verkehrt. In heutigen s\u00e4kularen Zeiten, unter dem Stress von Arbeit, Familie und manchmal auch der Freizeitgestaltung kann die Aufforderung \u201ebetet\u201c uns helfen, das wir zur Ruhe kommen und im Gebet uns deutlich wird, was wichtig ist und was nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber mit dieser Weise des Betens bewegen wir uns noch im Vorhof des Gebets. Zur Ruhe kommen, stille werden, nachdenken, meditieren, \u201esich neu sortieren\u201c ist noch kein Beten im christlichen Sinn. Das kann und braucht jeder vern\u00fcnftige Mensch, ob Christin, Muslim, Hindu \u2026. Jede, jeder wird es etwas anders gestalten, gepr\u00e4gte, in der Tradition vorgegebene Worte sprechen, oder sich dem Fluss der Gedanken \u00fcberlassen. Das ist religi\u00f6se Praxis, wie sie sich in allen Religionen findet. Das Beten der Christen f\u00e4ngt bei Jesus Christus an.Und das nicht nur im Sinne der Orientierung an seinem Vorbild zum Beispiel im Sprechen des Vaterunser, sondern weil uns durch Jesus Gott gewiss geworden ist. Die Grundlage daf\u00fcr wird uns schon im 1. Kapitel des Johannesevangeliums genannt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eEr (Jesus) kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Die ihn aber aufnahmen, denen gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben\u201c. (Johannes 1,11-12) Johannes redet von der Gemeinde Jesu; das Eingangstor zu dieser Gemeinde ist Jesus selbst, was sie auszeichnet, ist nicht eine neue religi\u00f6se Praxis, sondern die von Jesus gegebene Vollmacht, Gottes Kinder zu werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gottes Kinder sind die, die auf den Namen Jesu vertrauen. Gottes Kinder sind kein Fanclub f\u00fcr den gro\u00dfen Guru und Meister Jesus, sondern sie haben in seinem Namen Zutritt zu Gott. Durch Jesus sind sie Gottes Kinder geworden, denn ER hat sie vers\u00f6hnt mit Gott. ER hat alles, was sie von Gott trennt, weggenommen, denn er ist das \u201eLamm Gottes, das die S\u00fcnde der Welt hinwegnimmt. (Joh 1,29)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kind Gottes \u2013 das ist uns nicht in die Wiege gelegt; das ist keine nat\u00fcrliche religi\u00f6se Begabung, auch nicht vermittelt durch eine \u201ekirchliche Amtshandlung\u201c; es ist aber Ergebnis von \u201eh\u00f6ren\u201c und \u201enachfolgen\u201c. (Joh 1,37) W\u00e4hrend der religi\u00f6se Mensch \u00fcblicherweise aus seinem Gottesbewusstsein auf seine Zugeh\u00f6rigkeit zu Gott schlie\u00dft, wissen die, die durch Jesus zu Gott gekommen sind, dass sie ihn als Br\u00fcckenbauer, Retter und Befreier gebraucht haben. Das eigene Verm\u00f6gen n\u00fctzt nichts; wir klettern nicht die Himmelsleiter hoch! (Joh 3,3 Jesus entgegnete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wer nicht von oben geboren wird, kann das Reich Gottes nicht sehen.) Aber durch Jesus gibt uns Gott die Vollmacht zu IHM zu kommen. Gottes Geist macht uns durch Jesus zu Kindern Gottes. Ob wir \u00fcber unsere Verkehrtheit stolpern, oder die Sinnleere unseres Lebens uns wie in ein schwarzes Loch einsaugen will, ob Angst vor der Zukunft, Krankheit, Streit uns ersch\u00fcttern; ob das Zeugnis eines Menschen uns zu Jesus bewegt, oder ein Wort der Bibel: die Erfahrungen \u00e4hneln sich, Gott zieht die zu sich, die den Namen Jesu anrufen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Damit sind wir bei der Botschaft unsres Abschnittes aus dem Johannesevangelium: \u201eAmen, ich versichere euch: Der Vater wird euch dann alles geben, worum ihr ihn bittet, weil ihr es in meinem Namen tut und euch auf mich beruft. Bisher habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet es bekommen, damit eure Freude vollkommen und ungetr\u00fcbt ist.\u201c (V. 23b-24)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn Jesus Dreh- und Angelpunkt unseres Vertrauens auf Gott ist, wenn wir durch ihn Zugang haben zum Vater, dann gilt das auch f\u00fcr unser Beten. Wir finden Gottes Ohr, Erh\u00f6rung \u2013 Erh\u00f6rung bedeutet nicht unbedingt, dass wir das bekommen, was wir erbitten, aber es bedeutet doch die Gewissheit, dass Gott uns h\u00f6rt! (Psalm 94,9) \u2013 Und das nicht, weil Jesus bittend f\u00fcr uns eintritt, sondern weil der Vater uns lieb hat. \u201eEr liebt euch, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott gekommen bin.\u201c (V. 27) F\u00fcr uns gilt, was Jesus am Ende des ersten Kapitels des Johannesevangeliums sagt: \u201eAmen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf dem Menschensohn.\u201c (1,51)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend oft die Zweifel an der Erh\u00f6rung unserer Gebete kultiviert werden, weil wir nicht einfach unsere Probleme weg beten k\u00f6nnen, und unser Glaube sich dann reduziert auf den Vollzug religi\u00f6ser Rituale zur besseren Ordnung des Lebens, unser Gebet nur noch dazu dient, unser inneres Gleichgewicht zu finden, d\u00fcrfen wir heute zu Herzen nehmen und glauben, dass Gott, dieser unfassbare, heilige Gott Israels und Vater des Messias Jesus, das Gebet seiner Kinder immer erh\u00f6rt! Ich habe in meinem \u00fcber siebzig Jahre w\u00e4hrenden Leben oft nicht bekommen, was ich erbeten habe, aber lebe in der Gewissheit, dass Gott alle meine Gebet h\u00f6rt. Und habe erfahren, dass ER mich durchgebracht hat, gerade in meinen Unm\u00f6glichkeiten. Gott hat mich reich gesegnet, trotz vieler Anfechtungen und Versuchungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIn der Welt wird man euch hart zusetzen, aber verliert nicht den Mut: Ich habe die Welt besiegt!\u201c hei\u00dft es am Ende unsere Abschnittes. Ja, so ist es! Unser Christenweg gleicht oft einem Gehen \u00fcber d\u00fcnnes Eis. Fallstricke von au\u00dfen, Versuchungen von innen. Niemand ist unanfechtbar, und glauben Sie mir, die M\u00e4chte des Teufels sind kein Hirngespinst \u00fcberreizter Fantasien. Wir sind nicht die Siegertypen, leicht kann man uns vom Thron unserer selbstgebastelten Heiligkeit sto\u00dfen. Leicht geraten wir in Fesseln und Abh\u00e4ngigkeiten, aus denen wir uns nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen. Bestehen k\u00f6nnen wir nur im st\u00e4ndigen Regress auf den Sieger \u2013 Jesus! Bestehen k\u00f6nnen wir nur in der Verbindung zu ihm, h\u00f6rend, betend, ER ist uns zugewandt. Das gilt auch, wenn wir es nicht wahrnehmen, wenn unser Weg dem \u00e4hnelt, was ein Beter in den Klageliedern Jeremias sagt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIn tiefster Finsternis hat er mich wohnen lassen, wie jene, die lange schon tot sind. Er hat mich eingemauert, und ich komme nicht heraus, mit bronzenen Ketten hat er mich beschwert. Auch wenn ich schreie und um Hilfe rufe \u2013 er hat sich meinem Gebet verschlossen. Meinen Weg hat er mit Quadersteinen vermauert, meine Pfade hat er verdreht.\u201c (Klagelieder 3,6-9)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mancher schleppt eine Belastung mit sich, aus der kein Gebet zu helfen scheint. Mancher st\u00f6\u00dft sich st\u00e4ndig neu den Kopf blutig. Ich wei\u00df, es gibt Auswege, manchmal braucht es nur den Mut zu einer Entscheidung; es gibt Seelsorge und Beratung, aber das f\u00fchrt nicht immer zur L\u00f6sung. Und mancher Schritt in die Freiheit erweist sich als Scheinl\u00f6sung. (1. Mose 16) Was dann? Viel Last k\u00f6nnen die ablegen, die sagen: Jesus, ich geh\u00f6re Dir, was mich bedr\u00e4ngt, w\u00e4lze ich ab auf Dich. Ich traue Dir Zukunft zu, auch wenn ich sie jetzt nicht sehe. Gehen wir diesen Weg des Vertrauens auf Jesus! Wir kommen nicht zu kurz, wenn wir uns IHM \u00fcberlassen. Beten wir im Namen Jesu am besten in Gemeinschaft, h\u00f6ren, aber auch pr\u00fcfen wir den Rat derer, die mit uns im Glauben verbunden sind. Wir bestehen durch Jesus, der die Welt besiegt hat durch sein Sterben und seine Auferstehung. Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Winfried Klotz, Jg. 1952, Pfr. i. R. Bad K\u00f6nig\/ Odenwald; verh. drei erwachsene Kinder und ein Enkelkind. Theol. gepr\u00e4gt von Otto Michel und Hans J. Iwand, Mitglied Pfarrgebetsbund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIhr Narren, wann denkt ihr endlich nach! 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