{"id":24594,"date":"2025-05-28T09:16:38","date_gmt":"2025-05-28T07:16:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=24594"},"modified":"2025-05-28T09:30:19","modified_gmt":"2025-05-28T07:30:19","slug":"apg-11-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apg-11-14\/","title":{"rendered":"Apostelgeschichte 1,1-14"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Wirkliche Sicherheit | Exaudi | 01.06.2025 | Apg 1,1-14 | Sarah Bach |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Lesungstext:<\/strong> Epheser 3, 14-21<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich lade euch heute morgen in die Gedanken- und Gef\u00fchlswelt der J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger Jesu ein, wie diese vielleicht in den Tagen nach seiner Himmelfahrt ausgesehen hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir stellen uns f\u00fcr einen Moment in ihre Schuhe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wem es hilft, darf f\u00fcr diesen n\u00e4chsten Teil die Augen schliessen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach der Auferstehung durftet ihr einige wunderbare Tage mit Jesus verbringen. Ihr habt nochmals miteinander gegessen, gelacht, konntet Jesus zuh\u00f6ren, wie er von seinem Vater sprach. Er sprach davon, dass bald der Heilige Geist \u00fcber euch kommen wird. Wann genau, das wisse nur Gott. Und dann wurde Jesus vor euren Augen in den Himmel emporgehoben. Er geht zu Gott und ihr seid immer noch hier auf der Erde. Kurz nachdem dies geschehen ist, erscheinen zwei weiss gekleidete M\u00e4nner pl\u00f6tzlich bei euch; ob es wohl Engel waren? Sie prophezeien euch, dass Jesus eines Tages wiederkommen wird, so pl\u00f6tzlich wie er eben gerade emporgehoben wurde. Ihr kehrt also nach Jerusalem zur\u00fcck und versammelt euch dort. Wie f\u00fchlt ihr euch?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(nach Apostelgeschichte 1, 1-14)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ihr d\u00fcrft die Augen wieder \u00f6ffnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie f\u00fchlte es sich wohl an, als J\u00fcngerin oder J\u00fcnger zu jener Zeit?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(je nach Gemeindekontext: Wortmeldungen einholen aus der Gemeinde)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn ich mich in ihre Position hineinversetze, f\u00fchle ich viel Unsicherheit. Jesus, mit dem die J\u00fcnger:innen eine so lange Zeit intensiv unterwegs waren. Von dem sie f\u00fcrchteten, dass sie ihn verloren hatten, als er starb. Mit dem sie feierten, als er auferstanden war. Dieser Jesus ist nun nicht mehr mitten unter ihnen. Er kann ihnen ihre Fragen nicht mehr beantworten, er ist nicht mehr direkt neben ihnen als Zeichen daf\u00fcr, dass jetzt etwas Neues, etwas M\u00e4chtiges angefangen hat. Das f\u00fchlt sich f\u00fcr mich nach grosser Unsicherheit an und nach grosser Angst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mir w\u00e4re es als J\u00fcngerin nicht so wohl gewesen in diesen Tagen, denn sie haben ja keine Ahnung, was sie jetzt erwarten wird. Wie wird die Geschichte weitergehen, welche Sicherheiten haben sie denn \u00fcberhaupt noch?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich denke, dass die J\u00fcnger:innen hier an einem Scheidepunkt stehen: Sie k\u00f6nnten sich von der Angst und Unsicherheit leiten lassen, k\u00f6nnten sich an etwas \u00abScheinbares\u00bb klammern, das ihnen irgendeine Form von Kontrolle verspricht, eine neue Autorit\u00e4tsperson zum Beispiel, nur um ein Gef\u00fchl der Kontrolle zur\u00fcckzuerlangen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es w\u00e4re eine falsche, nur scheinbare Form der Kontrolle, aber besser als nichts, oder?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Oder sie k\u00f6nnen sich an der Sicherheit orientieren, die ihnen Jesus mitgegeben hat, auch wenn diese etwas wackliger ist und unfassbarer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schauen wir nochmals auf die letzten Worte, die Jesus an den Kreis der versammelten J\u00fcnger:innen richtet:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus gibt den J\u00fcngern sehr klare Anweisungen: sie sollen Jerusalem nicht verlassen. Sie sollen abwarten. Sie sollen warten auf den Heiligen Geist, der ihnen Jesus versprochen hat. Und er gibt ihnen einen klaren Auftrag mit: die J\u00fcnger und J\u00fcngerinnen sollen Zeugen von Jesus sein. Nicht nur in Jerusalem, sondern auch in anderen Teilen Israels und \u00fcber diese Grenzen hinaus in der ganzen Welt. Daneben gibt er ihnen auch eine klare Antwort in Bezug auf, was als n\u00e4chstes geschehen wird: als die J\u00fcnger danach fragen, ob das Reich Israel und damit meinen sie das grosse, versprochene Reich Israel wie es zur Zeit Davids war, von Jesus wieder hergestellt wird, sagt er ihnen klar, das liegt nicht in ihrer Kontrolle. Diesen Zeitpunkt kennt alleine Gott, die J\u00fcnger brauchen nicht zu wissen, was in diesem Bereich Gottes Plan ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(nach Apostelgeschichte 1, 4-8<\/em>)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn wir die letzten Worte von Jesus anschauen, sehen wir n\u00e4mlich, dass Jesus den J\u00fcnger:innen eine Sicherheit nimmt und aber auch zwei Sicherheiten gibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>Jesus nimmt den J\u00fcnger:innen eine Sicherheit:<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus gibt den J\u00fcnger:innen keine Sicherheit, wenn es darum geht, dass sie nun den genauen Fahrplan bis zum Ende aller Zeiten kennen. Sie wissen nicht, wann Jesus wiederkommen wird, und sie wissen nicht, wann das neue Reich Gottes anbrechen wird. Sie sind lange Zeit davon ausgegangen, dass noch in ihrer Lebenszeit Jesus wiederkommen wird. Und jetzt ist es 2&#8217;000 Jahre sp\u00e4ter und diese Sicherheit, diese Kontrolle haben wir noch immer nicht. Es steht nicht in unserer Macht zu wissen, wann Jesus wiederkommen wird. Das weiss Gott und nur Gott. Diese Sicherheit fehlt uns, egal was manche gross behaupten und in den Zeichen dieser Zeit zu deuten versuchen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und trotzdem glaube ich, dass Jesus den J\u00fcngern auch zwei sehr grosse Sicherheiten mitgibt.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Die erste Sicherheit, die Jesus gibt: Begleitung durch den Heiligen Geist<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus verspricht den J\u00fcnger:innen, dass der Heilige Geist \u00fcber sie kommen wird und bei ihnen bleiben wird. Damit wissen sie vielleicht nicht mehr \u00fcber den konkreten Weg, aber sie bekommen eine Sicherheit darin, wer ihr Wegbegleiter sein wird, wie auch immer dieser Weg dann aussehen wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Daneben gibt Jesus aber den J\u00fcngern auch eine zweite Sicherheit und die ist vielleicht ein bisschen schwieriger zu erkennen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Die zweite Sicherheit, die Jesus gibt: der Auftrag Zeugnis zu geben<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus gibt den J\u00fcngern eine klare Aufgabe, er gibt ihnen ein Ziel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00abAber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr Kraft empfangen. Dann werdet ihr meine Zeugen sein \u2013 in Jerusalem, in ganz Jud\u00e4a und Samarien und bis ans Ende der Welt.\u00bb (Apostelgeschichte 1,8)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die J\u00fcnger wissen, was ihre Aufgabe ist, sie wissen, warum sie noch auf der Erde gelassen werden, auch wenn Jesus jetzt bereits in den Himmel vorgegangen ist. Ihre Aufgabe ist es, Zeuge zu sein, das weiterzuerz\u00e4hlen, was Jesus ihnen gesagt hat und nach seinem Vorbild ihr Leben zu gestalten. Deswegen sind sie auf dieser Erde, dazu sind sie berufen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und diese beiden Sicherheiten, die haben wir auch heute noch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn wir haben noch genau den gleichen Auftrag: auch wir sollen heute Zeugen sein, von dem, was Jesus in unserem Leben und im Leben vieler anderer bewirkt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Zeuge heisst nicht unbedingt, irgendwo auf dem Marktplatz mit Megafon zu predigen. Das Bezeugen vom Wirken und Leben von Jesus f\u00e4ngt bei ganz kleinen Handlungen an: wenn du auf deine Mitmenschen achtest, ihnen etwas Gutes tust. Geduldig bist, wertsch\u00e4tzend bist, dankbar bist und dies auch ausdr\u00fcckst. Mit anpackst, wo Hilfe gefragt ist, Solidarit\u00e4t lebst, auch \u00fcber Landesgrenzen hinaus. Es gibt 1000ende M\u00f6glichkeiten, wie du eine Zeugin sein kannst und deine Art Zeuge zu sein wird so einzigartig sein, wie Gott dich geschaffen hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wir haben auch heute noch, in allen anderen Unsicherheiten, eine Sicherheit in unserer Wegbegleitung. Die heilige Geistkraft ist auch heute mit uns unterwegs. Sie begleitet uns auf den sicheren und den unsicheren Wegen und hilft uns, unsere Zeugenschaft zu leben. Die heilige Geistkraft verbindet dich mit Gott und mit deinen Mitmenschen und st\u00e4rkt dich so auf allen Wegen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich w\u00fcnsche dir, dass du diese Sicherheit heute und in dieser Zeit ganz besonders sp\u00fcren kannst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sarah Bach<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bern<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:sarah.bach@methodisten.ch\">sarah.bach@methodisten.ch<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Sarah Bach, geb. 1992, Pfarrerin der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz und Doktorandin der Theologischen Ethik am Institut f\u00fcr Sozialethik der Universit\u00e4t Z\u00fcrich. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirkliche Sicherheit | Exaudi | 01.06.2025 | Apg 1,1-14 | Sarah Bach | Lesungstext: Epheser 3, 14-21 Ich lade euch heute morgen in die Gedanken- und Gef\u00fchlswelt der J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger Jesu ein, wie diese vielleicht in den Tagen nach seiner Himmelfahrt ausgesehen hat. 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