{"id":24623,"date":"2025-06-05T19:41:30","date_gmt":"2025-06-05T17:41:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=24623"},"modified":"2025-06-05T19:41:30","modified_gmt":"2025-06-05T17:41:30","slug":"matthaeus-1613-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-1613-16\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 16,13\u201316"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Pfingstmontag | 09. Juni 2025 | Mt 16,13\u201316 | Suse G\u00fcnther |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Mt 16,13-16<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus kam in die Gegend von C\u00e4sarea Philippi und fragte seine J\u00fcnger und sprach: \u201ewer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei? Sie sprachen: Einige sagen, Du seist Johannes der T\u00e4ufer, andere Du seist Elia, wieder andere Du seist Jeremia oder einer der Propheten.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er fragte sie: \u201ewer sagt denn Ihr, dass ich sei?\u201c Da antwortete Simon Petrus und sprach: \u201eDu bist Christus, der Sohn Gottes\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott gib uns ein Herz f\u00fcr Dein Wort und nun ein Wort f\u00fcr unser Herz. AMEN<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Raten Sie mal, wie viele evangelische Christen zu unsrer Gemeinde Mimbach-Webenheim-B\u00f6ckweiler geh\u00f6ren?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun, ich verrate es Ihnen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Insgesamt knapp 1200. Dabei hat den gr\u00f6\u00dften Anteil Webenheim mit gut 500 Mitgliedern. Gefolgt von Mimbach mit knapp 400. Und B\u00f6ckweiler mit 300.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ganz ehrlich: In Webenheim und Mimbach sind das Wenige f\u00fcr so traditionsreiche evangelische Gemeinden. Man erkennt es ja an der Gr\u00f6\u00dfe der Kirchen, die hier gebaut wurden und offensichtlich auch gebraucht wurden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Zahl der Austritte h\u00e4lt sich gl\u00fccklicherweise in Grenzen in allen Orten. Wie kommen dann also die geringen Zahlen? Nun deshalb, weil die Leute erst gar nicht mehr eintreten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend es noch vor einer Generation selbstverst\u00e4ndlich war, seine Kinder taufen zu lassen, ist es das heute nicht mehr. Es ist nicht mehr wichtig. Man macht sich an dieser Stelle keine Gedanken mehr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun k\u00f6nnten Sie mir ja antworten: Dann sind Sie, Frau G\u00fcnther, bei uns aber an der falschen Stelle. Wir machen uns ja Gedanken. Wir sind ja da. Sind sogar ehrenamtlich im Einsatz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber nun ja, so ist das halt. Die anderen kann man nicht fragen. Die, die nicht da sind. So ging es Jesus damals auch. Die anderen konnte er nicht fragen. Also hat er seine Leute gefragt. Die, die immer da sind. Die ehrenamtlich im Einsatz sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er wollte sich Klarheit verschaffen, indem er fragte: Wie steht Ihr zu mir, wie steht Ihr zu unserer gemeinsamen Sache?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun ist es ja so, dass wir uns da auch heute noch gerne etwas herauswinden. Gar zu fromm, wollen wir nicht r\u00fcberkommen. Niemanden abschrecken auch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch die J\u00fcnger wollten sich nicht festlegen. Erst einmal redeten sie sich heraus, indem die berichteten, was die Leute so sagen. Erst einmal blieben sie auf neutralem Boden und nannten Namen, die allen bekannt waren, die also nicht in Frage zu stellen waren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Propheten kannte ja schlie\u00dflich jeder. Jeremia, Elia. Auch Johannes der T\u00e4ufer, der in der W\u00fcste gelebt hatte, dort getauft hatte und schlie\u00dflich gek\u00f6pft worden war, war allen bekannt. Da konnte man ja nichts falsch machen. K\u00f6nnte doch sein, dass sie wiedergeboren worden waren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber Jesus l\u00e4sst nicht locker. Ihn interessiert nicht, was die Leute so sagen, das wei\u00df er selbst. Ihn interessiert, was seine Freunde \u00fcber ihn denken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist Petrus, der, der immer sein Herz auf der Zunge tr\u00e4gt, der sofort antwortet: \u201eDu bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Hammer Antwort!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir kennen Petrus aus der Bibel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er ist der, der auf dem Wasser zu Jesus l\u00e4uft, ohne zu merken, dass er auf dem Wasser geht. Und der dann sofort untergeht, als er dar\u00fcber nachdenkt, was er da tut. Er ist der, der zu Jesus sagt: \u201eich werde Dich niemals verraten.\u201c Und der ihn dann gleich dreimal verr\u00e4t in der Nacht, als Jesus festgenommen wird. Petrus ist der, der dem r\u00f6mischen Soldaten, der Jesus festnehmen will, das Ohr abschl\u00e4gt und sich dann sagen lassen muss: \u201ewer das Schwert zieht, der wird mit dem Schwert umkommen.\u201c Petrus ist der, der sich an Ostern f\u00fcrchtet und erst einmal die Frauen vorgehen l\u00e4sst ans Grab.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er ist aber auch der, der an Pfingsten die gro\u00dfe Rede h\u00e4lt, bei der er sich zum Gesp\u00f6tt macht, weil die Zuh\u00f6rer denken, er sei betrunken. Die Rede, in deren Folge sich laut biblischem Bericht 3000 Leute taufen lie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Petrus ist der, der immer da ist. Wenn er sich auch manchmal versteckt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir kennen solche Leute, die erst einmal handeln. Und dann nachdenken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist das Sch\u00f6ne an den biblischen Berichten. Es ist da von Menschen die Rede, die aus unserem Umfeld stammen k\u00f6nnten. Menschen wie Du und ich. Sie m\u00f6gen damals noch nicht in ihr Smartphone geschaut haben und nicht mit dem Auto gefahren sein. Aber sie hatten \u00e4hnliche Charaktere wie wir heute, wir k\u00f6nnen uns darin wieder finden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was w\u00fcrden wir heute sagen, wenn wir gefragt w\u00fcrden:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201ewas haltet Ihr von Jesus? Wer glaubt Ihr, dass er ist? Was bedeutet er Euch\u201c?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00fcrden Sie in der \u00d6ffentlichkeit das so sagen k\u00f6nnen? Jesus ist der Christus, er ist Gottes Sohn. Er ist mir wichtig in meinem Leben, auch heute noch?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sprechen es im Glaubensbekenntnis ab und zu nach:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn.\u201c Aber dabei kann man sich ja hinter der Menge derer verstecken, die das dann auch sagt. Aber heute? In unsren durch Zuzug immer gr\u00f6\u00dfer werdenden D\u00f6rfern, in denen immer weniger Menschen sich als Christen, als Christinnen bezeichnen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch hierin ist es hilfreich, die biblischen Figuren, die uns vorausgegangen sind, n\u00e4her zu betrachten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Petrus hat das offenbar so gesagt, ganz unverbl\u00fcmt: \u201eJesus, Du bist der Christus, der Gesalbte, der Sohn Gottes.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er hat das offenbar auch so gesagt, gleich dreimal: \u201ediesen Menschen kenn ich gar nicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gab auch im Leben des Petrus, der als M\u00e4rtyrer starb, H\u00f6hen und Tiefen. Zeiten, in denen er Jesus n\u00e4her war und Zeiten, in denen er ihm ferner war.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch bei uns gibt es Zeiten, wo wir uns sehr sicher sind, wo wir uns Jesus nahe f\u00fchlen und das so sagen k\u00f6nnen: \u201eIch glaube an ihn.\u201c Und wieder Zeiten, wo der Glaube an Jesus keine Rolle f\u00fcr uns spielt. Und Zeiten, in denen wir ihn gerne verstecken m\u00f6chten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt viele Momente auf dem Weg unseres Lebens, immer wieder neue Entscheidungen auch. Aber, auch das k\u00f6nnen wir von Petrus lernen: Wir k\u00f6nnen immer wieder umkehren und immer wieder neu anfangen. Wir k\u00f6nnen zu den H\u00f6hen und Tiefen unseres Weges stehen. Wir k\u00f6nnen in unsren Glauben hineinwachsen, Schritt f\u00fcr Schritt. Wie ein Kleid, das uns anfangs noch etwas zu gro\u00df erscheint, aber dann auf einmal passt, wie f\u00fcr uns gemacht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was also w\u00fcrden wir sagen, wenn uns jemand anspricht und solche Fragen stellt: \u201eGlaubst Du an Gott? In unserer Zeit? Ist das nicht zu altmodisch, ist das nicht l\u00e4ngst \u00fcberholt? Haben wir das noch n\u00f6tig? Wie kann man sich nur in so einer alten Institution wie der Kirche noch engagieren und auch noch Geld bezahlen? Was hat man denn davon? Sonntags habe ich doch ganz andere Dinge zu tun. Was bringt Dir das denn? Warum glaubst Du?\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Keine Sorge, Sie m\u00fcssen mir nicht auf diese Fragen antworten. Es geht eher darum, sich ab und zu selbst einmal Gedanken zu machen im Fluss der Zeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn Christus heute vor uns st\u00fcnde und uns fragen w\u00fcrde: \u201eWer glaubst Du, dass ich bin?\u201c H\u00e4tten wir da etwas zu sagen? Oder w\u00fcrden wir vielleicht den Spie\u00df lieber umdrehen und unsere eigenen Fragen stellen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eJesus, wie k\u00f6nnen wir erkennen, dass Du der Christus bist? Wo handelst Du in unserm Leben?\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So viel kann ich hier und heute Ihnen jedenfalls sagen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich glaube an einen Christus, dem ich diese Fragen stellen darf. An einen Christus, der die Verbindung herstellt zwischen Gott und Mensch. An einen, der mich als Menschen ernst nimmt auf den vielen Stationen meines Lebens. An einen, der damit umgehen kann, dass ich mich einmal sicherer f\u00fchle. Und beim n\u00e4chsten Mal wieder Fragen habe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber ist das nicht eine gute Ausgangsbasis, zu glauben, dass ich Jesus diese Fragen stellen kann? Weil er derjenige ist, der die Antwort darauf wei\u00df?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">AMEN<\/p>\n<hr \/>\n<p>Suse G\u00fcnther<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfingstmontag | 09. Juni 2025 | Mt 16,13\u201316 | Suse G\u00fcnther | Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. 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