{"id":24647,"date":"2025-06-12T13:51:20","date_gmt":"2025-06-12T11:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=24647"},"modified":"2025-06-12T13:51:20","modified_gmt":"2025-06-12T11:51:20","slug":"2-korinther-1311-13-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2-korinther-1311-13-2\/","title":{"rendered":"2 Korinther 13,11-13"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Im Namen des G\u00f6ttlichen | Trinitatis | 15.06.2025 | 2Kor 13,11-13 | Nadja Papis |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stolz schaut der Vater sein Kind an. Da steht die Tochter auf dem Stuhl am Herd und r\u00fchrt die Sauce um. Sie hat sie zum ersten Mal ganz selber gemacht. Er, der Vater, war einfach da und beobachtete voller Freude, wie mutig sie die Zwiebeln schnitt, wie gekonnt sie die Zutaten abwog und wie der w\u00fcrzige Duft die K\u00fcche erf\u00fcllt, als sie alles vermengte. Ob sie sich sp\u00e4ter mal daran erinnert, wenn sie kocht? Ob sie sich daran erinnert, wie er ihr geduldig alles zeigte und sie ihren eigenen Weg gehen liess? Ob sie sich an diese \u00fcbersch\u00e4umende Liebe erinnert, die er empfindet, wenn er sie so sieht?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Liebe Gottes\u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe, die ins Leben ruft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe, die zum Leben beruft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe, die das Leben begleitet, erneuert und auch beendet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Liebe wie die eines n\u00e4hrenden Vaters oder einer zugewandten Mutter und doch gr\u00f6sser und umfassender als jede menschliche Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Szenenwechsel<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir klopfen uns gegenseitig auf die Schultern. Da und dort wird eine spontane Umarmung daraus. Es spielt keine Rolle, dass uns allen der Schweiss am Shirt klebt und die Hosen verdreckt sind. Tiefes Einatmen, erleichtertes Ausatmen. Verbunden durch das Erlebte betrachten wir das gemeinsame Werk: Ordentlich mit sch\u00f6nen Holzplanken eingefasste Beete, gef\u00fcllt mit fruchtbarer Erde, die noch dampfte, als wir sie verteilten. Pflanzensetzlinge, die in m\u00fchsam geb\u00fcckter Haltung liebevoll und doch auch fest eingesetzt wurden. Asthaufen, Steine, Wurzelballen und sogar zwei B\u00e4ume erg\u00e4nzen die Biodiversit\u00e4ts-Beete im Park unserer Kirchgemeinde, angelegt mit vielen Freiwilligen, die daf\u00fcr ihren freien Tag hergaben. Nun stehen wir da, am Ende dieses Tages und stellen uns vor, wie es bald summt und brummt, bl\u00fcht und spriesst und geniessen die wohltuende Ersch\u00f6pfung. Keine h\u00e4tte es alleine geschafft. Den einen Brocken Stein mussten wir gar zu dritt mit der Schubkarre transportieren. Diesen Strauch da, den mit den Dornen, den haben wir zwei zusammen gesetzt. Unsere zerkratzten Arme erz\u00e4hlen davon. Ja, es ist ein Gemeinschaftswerk, das verbindet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gemeinschaft des heiligen Geistes, der g\u00f6ttlichen Kraft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gemeinschaft der Begegnungen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gemeinschaft derer, die miteinander unterwegs sind<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gemeinschaft aller, die atmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist diese Verbundenheit zwischen Menschen und allem Lebendigen, die uns auf eine andere Dimension hinweist und uns ahnen l\u00e4sst, dass da noch mehr ist, als wir uns vorstellen und denken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine dritte Szene<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, gut, es war nicht das Schlauste, was ich in meinem Leben je gemacht habe. Also, eigentlich geh\u00f6rt es eher zum Schlimmsten \u2013 oder, na ja, es war einfach schlimm, ich sch\u00e4me mich und f\u00fchl mich schlecht. Warum habe ich mich hinreissen lassen? Was bin ich denn eigentlich f\u00fcr ein Mensch? Wer soll mich jetzt noch m\u00f6gen, ich mag mich ja selber grad nicht mehr. Und dann steht sie da, schaut mich an mit diesem Blick. Ich kenn dich, sagt der, du, ich mag dich trotzdem. Meine Freundin nimmt mich an der Hand und geht mit mir weiter. Pl\u00f6tzlich f\u00e4llt es mir leicht, einfach einen Schritt nach dem anderen. Diese Hand, die mich einfach mitnimmt, die gibt mir Geborgenheit und Hoffnung. Ob ich es ohne sie auch gekonnt h\u00e4tte, das mit dem Weitergehen? Nun kann ich anschauen, was geschehen ist, und \u2013 vielleicht \u2013 verzeihen, mir verzeihen. Oder mich zumindest nicht g\u00e4nzlich verurteilen. Denn sie urteilt nicht, sie ist einfach da. Das hat etwas sehr Befreiendes. Noch nicht erl\u00f6st, aber doch etwas leichter kann ich mir wieder begegnen und auch dem Leben. Dank dieser Hand, die einfach da ist und mich mitnimmt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gnade Jesu Christi<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gnade einer Freundschaft, die h\u00e4lt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gnade einer Freundschaft, die annimmt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gnade einer Freundschaft, die erl\u00f6st.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Angebot, so menschlich, dass es mir nahekommt, und doch zugleich g\u00f6ttlich, so dass es Erde und Himmel verbindet und eine Erl\u00f6sung schafft, die alles \u00fcberdauert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir kennen sie gut, diese Worte. Am Anfang jedes Gottesdienstes machen sie uns bewusst, wozu und worin wir uns versammeln: Im Namen des G\u00f6ttlichen, das eins ist und sich doch in Vielfalt und Beziehung zeigt. Im Namen der Lebendigen, die mitten im Leben wirkt und uns ber\u00fchren will. Im Namen des Ewigen, der das Leben segnet und beh\u00fctet. Und das feiern und bedenken wir gemeinsam.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfrn. Nadja Papis<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Langnau am Albis<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:nadja.papis@refsihltal.ch\">nadja.papis@refsihltal.ch<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nadja Papis, geb. 1975, Pfarrerin in der ev.-reformierten Landeskirche des Kantons Z\u00fcrich\/Schweiz. Seit 2003 t\u00e4tig im Gemeindepfarramt der Kirchgemeinde Sihltal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Namen des G\u00f6ttlichen | Trinitatis | 15.06.2025 | 2Kor 13,11-13 | Nadja Papis | Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! Stolz schaut der Vater sein Kind an. 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