{"id":25343,"date":"2025-08-06T08:02:00","date_gmt":"2025-08-06T06:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25343"},"modified":"2025-08-05T14:47:36","modified_gmt":"2025-08-05T12:47:36","slug":"matthaeus-715-21-jeremias-2316-24-roemer-814-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-715-21-jeremias-2316-24-roemer-814-17\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 7,15-21; Jeremias 23,16-24; R\u00f6mer 8,14-17"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Was aus unserem Herzen kommt und was aus dem Munde Gottes kommt | 8. <\/strong><strong>So. n. Trinitatis <\/strong>| 10.08.2025 | <strong>Mt 7,15-21; Jer 23,16-24; R\u00f6m 8,14-17 <\/strong> | <strong>Elof Westergaard<\/strong> |<\/h3>\n<p><strong>Was aus unserem Herzen kommt und was aus dem Munde Gottes kommt<\/strong><\/p>\n<p>Wann spricht man aus seinem eigenen Herzen \u2013 und wann steht etwas Gr\u00f6\u00dferes auf dem Spiel? Und sind diese beiden \u2013 das eigene Herz und das, was gro\u00df und wahr ist, was von Gott kommt \u2013 nicht vielleicht gar keine Gegens\u00e4tze?<br \/>\nIn der biblischen Welt wird der Kontrast zwischen Gott und Welt, zwischen Licht und Finsternis manchmal scharf gezeichnet. Doch die Wirklichkeit ist oft widerspr\u00fcchlicher, spannungsreicher, komplizierter.<\/p>\n<p>Nehmen wir zum Beispiel den Propheten Jeremia, der in der alttestamentlichen Lesung f\u00fcr diesen Sonntag sagt, dass man nicht auf den Mund der Propheten h\u00f6ren soll \u2013 und zugleich ist er selbst ein Prophet Gottes, der dies sagt.<br \/>\nK\u00f6nnen wir also dem Propheten Jeremia glauben?<br \/>\nWir sollen auf die Stimmen h\u00f6ren, die laut werden. Aber es wird in der menschlichen Welt immer auch ein Bed\u00fcrfnis nach kritischer Unterscheidung geben. Die Stimmen m\u00fcssen gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a4<\/p>\n<p>Der Prophet Jeremia ist ein wahrer Prophet, und er hat viel auf dem Herzen.<br \/>\nJeremia unterscheidet gerade zwischen dem, was aus dem Herzen des Menschen kommt, und dem, was aus dem Mund Gottes kommt.<br \/>\nWas aus dem menschlichen Herzen kommt, wirkt auf uns oft authentisch \u2013 und wir denken meist positiv dar\u00fcber. Aber Jeremia sagt: Es reicht nicht, dass es nur aus dem Herzen kommt. Und er hat Recht.<\/p>\n<p>In einer Zeit, die zugleich sehr empfindsam und sehr hart ist, reicht es nicht aus, nur seinen Gef\u00fchlen zu folgen, auf das zu bauen, was aus dem eigenen Herzen stammt.<br \/>\nEs braucht einen Blick, der gr\u00f6\u00dfer und reicher ist als der eigene \u2013 und nicht zuletzt ein Selbstverst\u00e4ndnis, in dem ich selbst nicht Ausgangspunkt und Mittelpunkt der Welt bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a4<\/p>\n<p>Das ist auch genau das, was der Apostel Paulus an diesem Sonntag in seinem Brief an die R\u00f6mer so fein, kraftvoll und lebensnah formuliert:<br \/>\nPaulus ruft dazu auf, dass wir uns vom Geist Gottes leiten lassen. Vom Geist Gottes gef\u00fchrt, erkennen wir uns als Gottes Kinder; und wenn wir Gottes Kinder sind, dann sind wir auch Erben.<\/p>\n<p>Es ist von gro\u00dfer Bedeutung, dass wir uns als Erben verstehen. Ein Erbe ist jemand, dem etwas geschenkt wurde \u2013 etwas, das beh\u00fctet und bewahrt, weitergebaut und entwickelt werden soll.<br \/>\nEin Kind ist zudem ein Mensch, der in Beziehung mit anderen lebt. Und wenn das Erbe uns von Gott gegeben ist (weil Gott unser Vater ist), dann \u00f6ffnet sich eine gro\u00dfe und reiche Welt dieser Gabe.<br \/>\nHier lernen wir, dass es mehr gibt als das, was nur aus dem eigenen Herzen w\u00e4chst.<br \/>\nGetrieben vom Geist Gottes, als Kind und Erbe Gottes, wird das Leben unter uns Menschen pl\u00f6tzlich zu einem Ort der Begegnung.<br \/>\nHier begegnen sich die Herzen \u2013 Gottes Herz und das menschliche Herz; hier \u00f6ffnen sich unsere Augen daf\u00fcr, dass es auch andere Herzen gibt, die schlagen, andere Seelen und Gedanken, andere Perspektiven und Einsichten in dieser Welt.<br \/>\nHier lernen wir: Schau auf! Schau zur Seite! Schau hinab! Du bist Teil eines lebendigen Universums.<\/p>\n<p>Das Evangelium ist also voller Hoffnung, wirft Licht auf die Gegenwart und auf die kommenden Tage \u2013 und doch gilt auch weiterhin die Warnung, die Jesus heute ausspricht: H\u00fctet euch vor den falschen Propheten!<\/p>\n<p>Einen gesegneten Sonntag!<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bischof Elof Westergaard<br \/>\nKorsbr\u00f8dregade 7, DK-6760 Ribe<br \/>\nEmail: eve(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was aus unserem Herzen kommt und was aus dem Munde Gottes kommt | 8. So. n. 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