{"id":25362,"date":"2025-08-12T21:37:41","date_gmt":"2025-08-12T19:37:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25362"},"modified":"2025-08-12T21:38:06","modified_gmt":"2025-08-12T19:38:06","slug":"philipper-310-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/philipper-310-14\/","title":{"rendered":"Philipper 3,10-14"},"content":{"rendered":"<h3>9. So. n. Trinitatis | 17.08.2025 | \u201eJesus in allem gleich werden\u201c &#8211; Predigt zu Phil 3,10-14 | verfasst von Dr. Hansj\u00f6rg Biener |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus-Briefe gelten nicht als leichte Kost, und der heutige Predigttext scheint das zu best\u00e4tigen. Deshalb lese ich den Predigttext nicht aus der Luther-Bibel vor, sondern aus der Basis-Bibel. Die ist eine neue \u00dcbersetzung der Deutschen Bibelgesellschaft, die vor allem verst\u00e4ndlich sein sollte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus schreibt in seinem Brief an die Philipper unter anderem Folgendes:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">10 Ich m\u00f6chte Christus erkennen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und die Kraft seiner Auferstehung erfahren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An seinem Leiden m\u00f6chte ich teilhaben \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">bis dahin, dass ich ihm im Tod gleich werde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">11 Das alles geschieht in der Hoffnung,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">12 Ich m\u00f6chte nicht behaupten,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dass ich das alles schon erreicht habe<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">oder bereits am Ziel bin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber ich laufe auf das Ziel zu, um es zu ergreifen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn ich bin ja auch von Christus Jesus ergriffen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">13 Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ich bilde mir wirklich nicht ein,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dass ich es schon geschafft habe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber ich tue eines:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich vergesse, was hinter mir liegt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und ich strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">14 Ich laufe auf das Ziel zu,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">um den Siegespreis zu gewinnen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die Teilhabe an der himmlischen Welt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">zu der Gott uns durch Christus Jesus berufen hat. (Phil 3,10-14 Basis-Bibel)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Sprache der Basis-Bibel ist leichter als die Luther-\u00dcbersetzung, aber die Gedanken des Paulus sind immer noch schwer. Ich lasse deshalb das Bild vom Sportler weg, der hart trainiert, um in Olympia f\u00fcr seine Stadt zu siegen und sich dadurch eine Rente zu sichern. Ich nehme die drei anspruchsvollsten S\u00e4tze aus dem Bibeltext heraus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(1) Ich m\u00f6chte Christus erkennen und die Kraft seiner Auferstehung erfahren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(2) An seinem Leiden m\u00f6chte ich teilhaben \u2013 bis dahin, dass ich ihm im Tod gleich werde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(3) Ich vergesse, was hinter mir liegt. Und ich strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus sagt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ich m\u00f6chte Christus erkennen und die Kraft seiner Auferstehung erfahren.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich formuliere es noch mal einfacher: Paulus m\u00f6chte Jesus \u201eerkennen\u201c und \u201eerleben\u201c [auch im Folgenden die Anf\u00fchrungsstriche mitsprechen \/ anzeigen]. Das ist ein Wunsch, der Christenmenschen an vielen Orten der Welt bewegt, und bestimmt auch in diesem Gottesdienst. Ich muss jedoch noch ein Wort hinzuf\u00fcgen: \u201ewissen\u201c. Nur von Jesus \u201ewei\u00df\u201c, kann auch mehr von Jesus \u201eerkennen\u201c und \u201eerleben\u201c wollen. Etwas \u00fcber Jesus \u201ewissen\u201c ist in Deutschland \/ der Schweiz \/ \u00d6sterreich nicht schwer. Man lese in der Bibel, die \u00fcberall zu kaufen ist oder wie die Basis-Bibel extra f\u00fcr die Smartphone-Welt erarbeitet wurde. Man lese ein vern\u00fcnftiges Buch. Man frage Leute, die sich mit Jesus auskennen. Man h\u00f6re im Religionsunterricht oder auch im Gottesdienst zu. Das sind alles Privilegien, die nicht jeder in der Welt hat, der Jesus \u201eerkennen\u201c und \u201eerleben\u201c will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich m\u00f6chte noch ein paar Momente beim \u201eWissen\u201c bleiben. Zum einen brauchen wir f\u00fcr das Folgende einen gemeinsamen Wissensstand; zum anderen m\u00fcssen wir wissen, was Paulus f\u00fcr sich \u201ewei\u00df\u201c. Wir erinnern uns: Paulus war ein schriftgelehrter Mann. Er kannte sich in der hebr\u00e4ischen Bibel bestens aus. Und noch mehr: Er hielt sich auch bestens an Gottes Weisungen. Das war mehr als bei den meisten seiner Zeitgenossen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Trotzdem ver\u00e4nderte sich \u201ealles\u201c durch eine Begegnung mit Jesus. Er selbst erw\u00e4hnt sie nur, erz\u00e4hlt sie aber nicht. Die Apostelgeschichte schon. Laut Lukas hat Paulus eine Erscheinung Jesu gehabt. Nach dieser war er allerdings einige Zeit blind. Zeit genug f\u00fcr einen Komplettumbau aller Gewissheiten. Wir kennen das ja auch sonst von Menschen, die einen echten Schicksalsschlag erlitten haben. Zu seinem Gl\u00fcck wurde Paulus von seiner Blindheit geheilt. Das war f\u00fcr ihn eine Auferstehung in ein neues Leben, wie sie in anderer Weise von Jesus erz\u00e4hlt wird. Dass es diese andere Auferstehung Jesu gegeben hat, ist f\u00fcr Paulus Fakt. Nicht nur wegen seiner Vision. In einem anderen Brief schreibt Paulus von den ersten Zeugen in der Urgemeinde. Viele Auferstehungszeugen waren noch am Leben (1. Kor 15,6). Und das hei\u00dft auch: Jeder Zweifler in seiner Gemeinde h\u00e4tte eine Reise nach Jerusalem machen k\u00f6nnen und die ersten Zeugen befragen. Wir haben damit zwei Beispiele f\u00fcr die \u201eKraft der Auferstehung\u201c, von der Paulus \u201ewei\u00df\u201c: Das erste Beispiel ist aus seinem eigenen Leben, das zweite aus dem Erleben vieler historischer Zeugen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wissen ist das eine. Zu erkennen, \u201ewas hat das jetzt mit mir zu tun\u201c, ist etwas anderes. Und so ist es auch etwas anderes, von Jesu Auferstehung nur zu h\u00f6ren oder \u201edie Kraft seiner Auferstehung\u201c zu \u201eerfahren\u201c. In manchen Teilen der Christenheit werden dazu besondere Erfahrungen gesucht: Visionen und prophetische Voraussagen, Gebetserh\u00f6rungen, Heilungen und andere Wunder. In den gro\u00dfen Kirchen hat man sich mit diesen \u201eBeweisen des Geistes und der Kraft\u201c \u00a0in der Regel schwer getan. Nicht nur, weil unbezweifelbare Wunder so selten sind und manche besondere Erfahrungen auch wegerkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Und auch nicht nur, weil private Erlebnisse eines Menschen nichts f\u00fcr das Leben eines anderen beweisen. Der eigentliche Grund f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung der Gro\u00dfkirchen ist ein anderer: Schon Paulus hat festgehalten, dass ein Christenleben keine Kette von Siegen im Namen Jesu ist. Vielmehr sei die Kraft der Auferstehung in den Schwachen m\u00e4chtig. (Vgl. 2. Kor 12,9) Das steht in starkem Gegensatz zum sogenannten Wohlstandsevangelium mancher Kirchen in Nord- und S\u00fcdamerika. Der sogenannte Prosperity Gospel sieht in materiellem Wohlstand, pers\u00f6nlichem Erfolg und in Gesundheit sichtbare Beweise f\u00fcr Gottes Gunst. Man m\u00fcsse sich daf\u00fcr nur Gott und seiner Gemeinde ganz hingeben. Wenig ist ferner von Paulus. Paulus hat, wie er an anderer Stelle antippt, durchaus besondere religi\u00f6se Erfahrungen (Vgl. 2 Kor 12,2-4), aber die eigentliche Erkenntnis Jesu kommt f\u00fcr ihn nicht in religi\u00f6ser Ekstase oder in Erfolgserlebnissen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und damit sind wir beim zweiten Kernsatz aus dem Predigttext. Paulus sagt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>An seinem Leiden m\u00f6chte ich teilhaben \u2013 bis dahin, dass ich ihm im Tod gleich werde.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u00a0<\/strong>Auch hier formuliere ich es noch einmal einfacher: Paulus m\u00f6chte auch in seinem Leiden Jesus \u201eerkennen\u201c und \u201eerleben\u201c. An diesem Punkt ist es f\u00fcr uns nicht mehr leicht. Kann man sich Leiden, welcher Art auch immer, \u201ew\u00fcnschen\u201c? Mindestens eine Weltreligion sagt dazu \u201eNein\u201c. Ich denke da an die vier edlen Wahrheiten des Buddhismus: (1) Alles Leben ist Leiden. (2) Die Ursache des Leidens ist die Gier. (3) Die Gier und damit das Leiden k\u00f6nnen \u00fcberwunden werden. (4) Der Weg dazu ist der edle achtfache Pfad\u201c in den drei Aspekten Wissen, ethisches Leben und Schulung in Achtsamkeit. Muss ich also spezieller formulieren: Soll man sich als Christ, Christin Leiden w\u00fcnschen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch hier zun\u00e4chst etwas zum Wissen \u00fcber Paulus und dann ein bisschen mehr Anwendung. Paulus musste sich das \u201eLeiden\u201c nicht erst suchen. Er war ein vielfach leidgepr\u00fcfter Mensch. An mehreren Stellen deutet Paulus eine dauerhafte Einschr\u00e4nkung an, ohne diesen \u201eStachel im Fleisch\u201c (2. Kor 12,7) n\u00e4her zu erkl\u00e4ren. Den Empf\u00e4ngern seiner Briefe musste er offensichtlich nichts erkl\u00e4ren. Sie kannten ihn von Angesicht zu Angesicht und sahen, was mit ihm los war. Anderes Leiden hat einfach mit den Lebensumst\u00e4nden seiner Zeit zu tun. In Mitteleuropa betrachten wir Hunger und K\u00e4lte, Beh\u00f6rdenwillk\u00fcr und Gewalt b\u00f6ser Menschen gegen uns, Unf\u00e4lle und Behinderungen als Ausnahmen. Zur Zeit des Paulus waren sie eher die Regel. Im 2. Brief an die Korinther schreibt Paulus: \u201eIch rede wider alle Vernunft[ weil ich mich gerade in Rage rede] \u201eIch habe mehr [als alle anderen] gearbeitet, ich bin \u00f6fter gefangen gewesen, ich habe mehr Schl\u00e4ge erlitten, ich bin oft in Todesn\u00f6ten gewesen. Von Juden habe ich f\u00fcnfmal erhalten vierzig Gei\u00dfelhiebe weniger einen; ich bin dreimal mit St\u00f6cken geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, einen Tag und eine Nacht trieb ich auf dem tiefen Meer. Ich bin oft gereist, ich bin in Gefahr gewesen durch Fl\u00fcsse, in Gefahr unter R\u00e4ubern, in Gefahr von meinem Volk, in Gefahr von Heiden, in Gefahr in St\u00e4dten, in Gefahr in W\u00fcsten, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter falschen Br\u00fcdern; in M\u00fche und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Bl\u00f6\u00dfe; und au\u00dfer all dem noch das, was t\u00e4glich auf mich einst\u00fcrmt, die Sorge f\u00fcr alle Gemeinden.\u201c (2. Kor 11,23-28 Luther-\u00dcbersetzung)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus hat sich das alles nicht gesucht. Das einzige, was er sich \u201eaussuchen\u201c konnte: Wie damit umgehen? Paulus hat sich entschieden, Leiden als Teil seines Weges mit Jesus anzunehmen. Er sieht es nicht wie andere als Strafe Gottes, sondern als Weg, Jesus zu \u201eerkennen\u201c und zu \u201eerleben\u201c. Denn auch Jesus erlebte Hunger und K\u00e4lte, Heimatlosigkeit und Ablehnung, Verrat durch Freunde und Gewalt durch Feinde bis hin zum Kreuzestod, einer der barbarischsten Weisen, Menschen zum Tod zu bringen. Wahrscheinlich ist sogar das Wort \u201ePaulus hat sich entschieden\u2026\u201c noch zu stark. Er hat \u201eirgendwie\u201c immer wieder Kraft gefunden, aufzustehen und weiterzumachen. Er h\u00e4tte jedoch gesagt, die Kraft der Auferstehung, die in den Schwachen m\u00e4chtig wird, habe ihn gefunden. Am Ende hat ihn wohl auch das Martyrium in Rom gefunden, so jedenfalls die au\u00dferbiblische \u00dcberlieferung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">All das sieht Paulus aus der Perspektive einer Hoffnung: Bin ich im Guten und Schlechten dieses Lebens mit Jesus eins, dann doch hoffentlich auch in der Auferstehung ins ewige Leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und damit komme ich zum letzten Kernsatz des Predigttextes und letzten Abschnitt der Predigt. Paulus sagt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ich vergesse, was hinter mir liegt. Und ich strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn man wei\u00df, was Paulus alles erlebt und erlitten hat, dann ist er das, was man neudeutsch einen Survivor nennt. Er ist ein \u201e\u00dcberlebender\u201c vieler traumatischer Erfahrungen. Er hat K\u00e4lte, Hunger und Schiffbruch \u00fcberlebt. Er hat vielfache Gewalt \u00fcberlebt und d\u00fcrfte ihre Spuren zeitlebens am K\u00f6rper getragen haben. Sein \u201e\u00dcberleben\u201c hat zentral mit seiner Deutung des Erlittenen zu tun und dem zweiten Aspekt des Nach-vorne-sehens. Wir erinnern uns: Paulus sieht sich bei seinem Leiden mit dem Leiden Christi verbunden und hofft, am Ende auch in der Auferstehung mit Jesus verbunden zu sein. Es ist seine Weise, Jesus zu \u201eerkennen\u201c und zu \u201eerleben\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich werde mich h\u00fcten, Paulus als Vorbild hinzustellen. Es mag wohl sein, dass \u201ewir\u201c die \u201eKraft der Auferstehung\u201c erfahren wollen, aber sollen wir daf\u00fcr auch leiden \u201ewollen\u201c? Nat\u00fcrlich nicht. Bei Paulus geht es ja nicht um Leiden, das wir suchen. Bei ihm geht es um Leid, das uns findet. Aber wer bin ich, leidenden Menschen zu sagen: Mach\u2019s wie Paulus. Vielleicht k\u00f6nnte das ein Survivor einem anderen Menschen sagen. Ich bin dankbar, dass es Survivor gibt, die anderen Menschen mit \u00e4hnlichem oder gleichem Schicksal Beistand leisten. [Im christlichen Bereich oft genannt: Joni Eareckson Tada https:\/\/joniandfriends.org und Samuel Koch https:\/\/www.samuel-koch-und-freunde.de] Aber auch dann bleibt es ein langer innerer Kampf um \u201eposttraumatisches Wachstum\u201c, wie man neudeutsch sagt. Ich werde deshalb auch keine Survivor-Geschichten erz\u00e4hlen. Ich will abschlie\u00dfend nur noch den Versuch machen, das Wort \u201eVergessen\u201c in diesem Kernsatz zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich sagte schon, dass mindestens die k\u00f6rperlichen Folgen des Erlebten Paulus immer begleitet haben. In diesem Sinn gab es kein \u201eVergessen\u201c f\u00fcr ihn. Ich glaube auch nicht, dass Paulus \u201eVerdr\u00e4ngen\u201c meint. Ich glaube aber wohl, dass es um die traumatische Bindung geht. Also um die Hilflosigkeit und das Ausgeliefertsein, um die Wut und den Zorn gegen die T\u00e4ter, gegen Gott und die Welt. Das muss irgendwie verarbeitet werden. Paulus h\u00e4lt sich an Jesus, der am Kreuz genau das erlebte, seine Gottverlassenheit aussprach und die Kraft fand zur Vergebung. Wie aber gesagt: Das ist im Erleben des Paulus keine eigene Kraft, sondern \u201eKraft, die in den Schwachen m\u00e4chtig ist\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Hansj\u00f6rg Biener (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Religionslehrer an der Wilhelm-L\u00f6he-Schule in N\u00fcrnberg t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg. (Hansjoerg.Biener (at) fau.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>9. So. n. Trinitatis | 17.08.2025 | \u201eJesus in allem gleich werden\u201c &#8211; Predigt zu Phil 3,10-14 | verfasst von Dr. Hansj\u00f6rg Biener | Paulus-Briefe gelten nicht als leichte Kost, und der heutige Predigttext scheint das zu best\u00e4tigen. 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