{"id":25377,"date":"2025-08-19T18:01:20","date_gmt":"2025-08-19T16:01:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25377"},"modified":"2025-08-19T18:01:20","modified_gmt":"2025-08-19T16:01:20","slug":"markus-1228-34-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-1228-34-3\/","title":{"rendered":"Markus 12,28-34"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">\u201eH\u00f6re, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer\u201c | Israelsonntag am 24.8.2025 | 10. Sonntag nach Trinitatis | Mk 12,28-34 | erarbeitet von Dr. Rainer Stahl |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eDie Gnade unseres Herrn Jesus Christus,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die Liebe Gottes und<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die Gemeinschaft des Heiligen Geistes<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">sei mit Euch allen.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Leserin, lieber Leser!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">An den Anfang stelle ich den Bibeltext, der f\u00fcr die Predigt empfohlen wird: Markus 12, ab Vers 28<a href=\"applewebdata:\/\/E460EFB3-0841-40B5-A51B-E346F19FAD78#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a>:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">28a \u201eUnd es trat zu ihm einer der Schriftgelehrten, der ihnen zugeh\u00f6rt hatte, wie sie<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 miteinander stritten.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">28b Als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn:<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">28c \u00bbWelches ist das h\u00f6chste Gebot von allen?\u00ab<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">29a Jesus antwortete:<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">29b \u00bbDas h\u00f6chste Gebot ist das: \u201aH\u00f6re, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein \/<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer,<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele,<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 von ganzem Gem\u00fct und mit all deiner Kraft\u2018.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">31a Das andre ist dies:<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">31b \u201aDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst.\u2018<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">31c Es ist kein anderes Gebot gr\u00f6\u00dfer als diese.\u00ab<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">32a Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm:<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">32b \u00bbJa, Meister, du hast recht geredet!<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">32c Er ist <em>einer<\/em>, und ist kein anderer au\u00dfer ihm;<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">33 und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gem\u00fct und mit aller Kraft, und<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 seinen N\u00e4chsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schlachtopfer.\u00ab<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">34a Da Jesus sah, dass er verst\u00e4ndig antwortete, sprach er zu ihm:<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">34b \u00bbDu bist nicht fern vom Reich Gottes.\u00ab<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">34c Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gewiss hatte Markus Auseinandersetzungen, die Jesus mit anderen auszufechten hatte, zutreffend erinnert und erfasst. Auf alle F\u00e4lle hatte er die Zeugnisse \u00fcber solche Auseinandersetzungen authentisch dokumentiert \u2013 in unserem Zusammenhang zwei: Zuerst Gespr\u00e4che mit priesterlichen Theologen, mit Sadduz\u00e4ern, also mit M\u00e4nnern, die neben ihrem eigenen Beruf auch am Tempel in Jerusalem Priester waren und jeweils einmal im Jahr eine gewisse Zeit zu Diensten im Zusammenhang der Opferung von Tieren und Pflanzen am Tempel t\u00e4tig zu sein hatten. Sodann mit theologisch gebildeten M\u00e4nnern, mit Schriftgelehrten, die um das richtige Verstehen der Texte der Bibel rangen und vor allem in einer Synagoge diese Texte vortrugen und auslegten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Direkt vor unserer Evangeliums-Lese wurde die Auseinandersetzung um die Frage, ob es eine Auferstehung der Toten g\u00e4be, durchdiskutiert (in den Versen 18-27). Die Einzelheiten dieser Auseinandersetzung f\u00fchrt uns heute Morgen zu weit ab. Festhalten m\u00f6chte ich aber, dass Jesus f\u00fcr den Glauben an die Auferstehung der Toten eingetreten war. Er hatte seinen Gespr\u00e4chspartnern geantwortet: \u201eDenn wenn sie von den Toten auferstehen, so werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel\u201c (Vers 25). Damit hatte er eindr\u00fccklich festgehalten: Ja, es gibt die Auferstehung der Toten, denn Gott ist ein Gott der Lebenden, der auch die Toten in ein neues Leben rufen wird. Ich wiederhole noch einmal die Aussage Jesu Christi in Vers 25: \u201eDenn wenn sie von den Toten auferstehen [\u2026], sind sie wie die Engel im Himmel.\u201c Und ich zitiere seine Aussage in Vers 27: \u201eGott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auf diese Auseinandersetzung bezieht sich Markus ausdr\u00fccklich und betont, dass ein Schriftgelehrter Jesus zugestimmt hatte: \u201eUnd es trat zu ihm einer der Schriftgelehrten, der ihnen zugeh\u00f6rt hatte, wie sie miteinander stritten, [und] sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte\u201c (Vers 28). Auf diesem Gespr\u00e4ch \u2013 dasjenige zwischen dem Schriftgelehrten und Jesus \u2013 liegt f\u00fcr uns heute das Schwergewicht:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zuerst hatte der Schriftgelehrte der Position Jesu Christi, dass es n\u00e4mlich eine Auferstehung der Toten geben wird, zugestimmt. Danach hatte er eine damals v\u00f6llig neue Unterscheidung ins Gespr\u00e4ch gebracht \u2013 n\u00e4mlich diejenige zwischen weniger wichtigen und besonders wichtigen Gesetzen in der Bibel! Er hatte aber nicht einfach gesagt: \u201eIch als Schriftgelehrter und meine Kollegen k\u00f6nnen das h\u00f6chste Gebot, das wichtigste Gesetz identifizieren und klar benennen!\u201c Sondern: Er hatte Jesus aufgefordert, dieses Gebot, dieses Gesetz zu benennen! Das Ringen um die nun kommende Antwort Jesu \u2013 das ist die Problemstellung auch f\u00fcr unsere Predigt heute!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was benennt Jesus als h\u00f6chstes Gebot, als wichtigstes Gesetz? Er zitiert das Glaubensbekenntnis der j\u00fcdischen Gemeinde damals und der j\u00fcdischen Gemeinde heute: \u201eH\u00f6re, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gem\u00fct und mit all deiner Kraft\u201c (Verse 29-30).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">In unserer Lutherbibel ist eine Sache merkw\u00fcrdig: Dieses wichtige Gebot wird n\u00e4mlich an der Originalstelle, im Deuteronomium \/ 5. Buch Mose, Kapitel 6, etwas anders formuliert: \u201eH\u00f6re, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist <u>einer<\/u>. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.\u201c Ich bin der Auffassung, dass auch im griechischen Original des Markusevangeliums eigentlich steht: \u201eH\u00f6re, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist <u>einer<\/u>.\u201c Zu meiner Konfirmation hatte ich mir die Lutherbibel mit Bildern von Schnorr von Carolsfeld aus dem Jahre 1903 schenken lassen. Dort war \u00fcbersetzt worden: \u201eH\u00f6re, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott\u201c. Dort war also der Begriff \u201eeins \/ einer\u201c besser wiedergegeben worden. Allerdings war in dieser Aussage das \u201eHerr\u201c im griechischen Original in der deutschen \u00dcbersetzung mit dem Begriff \u201eGott\u201c wiedergegeben worden.<a href=\"applewebdata:\/\/E460EFB3-0841-40B5-A51B-E346F19FAD78#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a>Markus hatte au\u00dferdem nicht nur geschrieben, dass Israel, dass jede j\u00fcdische Einzelperson Gott \u201evon ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner \/ ihrer Kraft\u201c lieben soll, sondern auch \u201emit dem ganzen Gem\u00fct\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt Belege daf\u00fcr, dass viele Juden in Auschwitz, als sie begriffen, dass sie ermordet werden w\u00fcrden, dieses Glaubensbekenntnis im hebr\u00e4ischen Original hinausgeschrien hatten: \u00ab\u0160<sup>e<\/sup>m<sup>c<\/sup>a Jisra\u2019el \u2019Adonaj \u2019\u00c4lohenu, \u2019Adonaj \u2019\u00e4<u>h<\/u>ad\u00bb \/ \u201eH\u00f6re, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer.\u201c Es ist aber nicht dokumentiert, dass einer der SS-M\u00e4nner dieses Bekenntnis verstanden h\u00e4tte. Aber, so denke ich: Gott hat dieses Bekenntnis geh\u00f6rt und verstanden!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nachdem die Hamas am 7. Oktober 2023 aus Gaza heraus Israel angegriffen, viele Israelis ermordet und viele als Geiseln genommen hatte, wurde in Tel Aviv eine gro\u00dfe Schauwand mit den Fotos aller Geiseln aufgebaut, die in einem Artikel in FOCUS dokumentiert wurde. \u00dcber diesen Fotos war das Glaubensbekenntnis geschrieben worden \u2013 nat\u00fcrlich ausschlie\u00dflich mit den Konsonanten dieser wichtigen Worte und der Gottesname, der als \u201eHerr\u201c zu lesen ist, als K\u00fcrzel geschrieben:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abD<u>H<\/u>\u2019 \u00a0<sup>jj<\/sup> \u00a0WN<sup>j<\/sup>HL\u2018 \u00a0<sup>jj<\/sup> \u00a0L\u2019RSJ <sup>c<\/sup>M\u0160\u00bb [von rechts nach links geschrieben \u2013 Hinweis von mir] \/<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00ab\u0160<sup>e<\/sup>m<sup>c<\/sup>a Jisra\u2019el \u2019Adonaj \u2019\u00c4lohenu, \u2019Adonaj \u00a0\u2019\u00e4<u>h<\/u>ad\u00bb [mit Vokalen von links nach rechts geschrieben \u2013 Hinweis von mir] \/<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eH\u00f6re, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieser zentrale Satz war im FOCUS-Artikel nicht angegeben und nicht \u00fcbersetzt worden. Aber: Wer Hebr\u00e4isch gelernt hatte, konnte das problemlos lesen.<a href=\"applewebdata:\/\/E460EFB3-0841-40B5-A51B-E346F19FAD78#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser Bibelwort f\u00fcr die Predigt macht uns also aufmerksam darauf, wie das Glaubensbekenntnis bei unseren j\u00fcdischen Nachbarn wirklich lebendig ist, immer wieder den eigenen \u00c4ngsten und Hoffnungen Sprache gibt: Dieser Gott, der allein Herr ist \/ der der einzige Herr ist, ruft uns zur Liebe zu ihm in unterschiedlichsten Situationen heraus!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">K\u00f6nnen nicht auch wir als Christen diesen Weg mitgehen: uns darauf verlassen, von daher unseren Alltag bestehen? Ich meine: Ja!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Meine Konfirmation war am 30. Mai 1965 in Meiningen gewesen. Das war die Zeit, in der Jugendliche in der DDR auch herausgefordert wurden, an der staatlichen \u201eJugendweihe\u201c teilzunehmen. In meiner Landeskirche, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Th\u00fcringen, war ein Jahr vorher in der Synode entschieden worden, diese Spannungsherausforderung \u00bbKonfirmation <u>oder<\/u> Jugendweihe\u00ab, beziehungsweise: \u00bbKonfirmation <u>und<\/u> Jugendweihe\u00ab nicht auf den Schultern von uns jungen Leuten auszufechten. So hatte mein Pfarrer nie danach gefragt, wer von uns in der Konfirmandengruppe auch zur Jugendweihe gehen w\u00fcrde. Ich hatte beides gemacht: Zum traditionellen Konfirmationstermin am Palmsonntag, am 6. Sonntag der Passionszeit, am ersten Tag der Karwoche \u2013 wenn ich mich recht erinnere \u2013, die Feier der Jugendweihe im Theater in Meiningen und sieben Wochen sp\u00e4ter, am Sonntag Exaudi, am 6. Sonntag nach Ostern, die Konfirmation. Damit wollte ich nat\u00fcrlich ein St\u00fcck weit einen Kompromiss leben, vor allem aber wollte ich damit zum Ausdruck bringen, in dieser DDR korrekt leben zu wollen \u2013 nicht zu stehlen oder anderes Schlimme zu tun. Aber: Meine Konfirmation sieben Wochen sp\u00e4ter war f\u00fcr mich Ausdruck meines Bekenntnisses zu Jesus Christus und zur Kirche. Mein Pfarrer hatte mir als Konfirmationsspruch ausgesucht: \u201eIch halte mich, Herr, zu deinem Altar, dir zu danken mit lauter Stimme und zu verk\u00fcndigen alle deine Wunder\u201c (Psalm 26,6+7). Dieses Bibelwort wei\u00df ich noch heute auswendig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ab dem Alter von 18 Jahren war ich den Weg des Theologiestudiums in Jena, der Arbeit an der Theologischen Fakult\u00e4t, des Wechsels zur Arbeit mit verschiedensten Aufgaben in der Kirche gegangen \u2013 zuletzt der Arbeit f\u00fcr den Martin-Luther-Bund hier in Erlangen. Mit allen Entscheidungen, mit allen Chancen, die ich genutzt habe, habe ich versucht, auch von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gem\u00fct und aller Kraft Gott zu lieben, wie es in Vers 30 gesagt wird: \u201e[\u2026] du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gem\u00fct und mit all deiner Kraft\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieses Gebot, dieses Gesetz werden wir nur erf\u00fcllen k\u00f6nnen, wenn wir zugleich die Folge ernst nehmen, die Jesus benannt hatte: Hatte er doch noch ein weiteres Gebot, ein zweites Gesetz als gleichwichtiges benannt: \u201eDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u201c (Vers 31).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus hatte hier ganz gro\u00dfartig reagiert. Er hatte sich zu einer Erkenntnis mit Blick auf uns Menschen bekannt: Wer sich selbst ablehnt, wer mit sich selbst nur Probleme hat, bleibt immer daran gebunden, um sich selbst zu kreisen, bei allem immer sich um sich selbst zu k\u00fcmmern. Wer aber sich selbst so annimmt, wie sie oder wie er ist \u2013 sich mit allen \u201eshortcomings\u201c, sich mit allen Unzul\u00e4nglichkeiten annimmt \u2013, eine solche Person kann f\u00fcr die Mitmenschen Liebe aufbringen, kann auch diese mit ihren \u201eshortcomings\u201c, mit ihren Unzul\u00e4nglichkeiten annehmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Versuchen wir, uns in dieser Woche auf diese Einsichten einzulassen. Versuchen wir, unseren Alltag von diesen Einsichten her zu gestalten. Unser Bibelwort bietet uns eine gro\u00dfartige Summe daf\u00fcr an \u2013 der Schriftgelehrte hatte zu Jesus gesagt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eEr ist <em>einer<\/em>, und ist kein anderer au\u00dfer ihm;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gem\u00fct und mit aller Kraft,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und seinen N\u00e4chsten lieben wie sich selbst,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">das ist mehr als alle [\u2026] Opfer\u201c (Verse 32-33),<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer das versucht, wird den eigenen Lebenssinn nicht verfehlen, sondern wird ihn erreichen. Das ist mein Wunsch f\u00fcr uns alle!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eUnd der Friede Gottes,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">der h\u00f6her ist als unsere Vernunft,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Predigtlied:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 420,1-5: \u201eBrich mit den Hungrigen dein Brot\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E460EFB3-0841-40B5-A51B-E346F19FAD78#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a>\u00a0 Den Text gebe ich auf der Grundlage der Luther\u00fcbersetzung, revidiert von 2017, gegengepr\u00fcft mit dem griechischen Original des Novum Testamentum Graece, 28. Auflage. Die beiden \u00dcbersetzungsm\u00f6glichkeiten in Vers 29 werde ich ausdr\u00fccklich diskutieren.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E460EFB3-0841-40B5-A51B-E346F19FAD78#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a>\u00a0 In der Lutherbibel von 1903 sind die letzten Aussagen \u00fcber Gott \/ \u00fcber den Herrn unterschiedlich: Deuteronomium \/ 5. Mose 6,4: \u201eH\u00f6re, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr\u201c. Markus 12,29: \u201eH\u00f6re, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott\u201c. In der Lutherbibel 2017 lauten die Aussagen folgenderma\u00dfen: Deuteronomium \/ 5. Mose 6,4: \u201eH\u00f6re, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer\u201c. Markus 12,29: \u201eH\u00f6re, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein\u201c. Sowohl im hebr\u00e4ischen Original des Glaubensbekenntnisses als auch im Zitat im griechischen Neuen Testament wird derselbe Begriff f\u00fcr \u201eGott\u201c verwendet: \u201eHerr\u201c!<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/E460EFB3-0841-40B5-A51B-E346F19FAD78#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a>\u00a0 Vgl.: Foto von Amit Shabi in: Pierre Heumann und Josef Hufelschulte: Die Schicksalsfrage. Mehr als 220 Menschen hat die Hamas bei ihrem Terrorangriff auf Israel verschleppt. Ihre Angeh\u00f6rigen bitten weltweit um Unterst\u00fctzung. Aber kann die Welt bei der Befreiung der Geiseln helfen?, FOCUS 44\/2023, S. 44-47, Foto auf S. 44-45.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eH\u00f6re, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer\u201c | Israelsonntag am 24.8.2025 | 10. Sonntag nach Trinitatis | Mk 12,28-34 | erarbeitet von Dr. Rainer Stahl | \u201eDie Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen.\u201c Liebe Leserin, lieber Leser! 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