{"id":25406,"date":"2025-08-28T08:07:17","date_gmt":"2025-08-28T06:07:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25406"},"modified":"2025-08-27T16:28:16","modified_gmt":"2025-08-27T14:28:16","slug":"hiob-23-1-7-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hiob-23-1-7-2\/","title":{"rendered":"Hiob 23, 1-7"},"content":{"rendered":"<h3>11. So. n. Trinitatis | 31.08.2025 | Hiob 23, 1-7 | Thomas Bautz |<\/h3>\n<p>\u201eICH bins und keiner sonst: der das Licht bildet und die Finsternis schafft, der den Frieden macht und\u00a0 das B\u00f6se schafft, ICH bins, der all dies macht \u2026\u201c<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Ijob \u2013 welch ein Werk der Weltliteratur,<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> wo der Protagonist Hiob, der leidende Gerechte, Gott, besser: einem weit verbreiteten Gottesbild mutig und deutlich entgegentritt, und zwar mit einer Vehemenz, die Bibellesern schockierend erscheint oder ihnen Bewunderung f\u00fcr die Gestalt des Hiob abringt. Die Erz\u00e4hlung beginnt mit einer \u201eWette\u201c, auf die sich JHWH mit Satan (dem h\u00f6chsten Engel des himmlischen Hofstaates)<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> einl\u00e4sst, nachdem der Ewige den Hiob\u00a0 als \u00fcberaus gottesf\u00fcrchtig und fromm vor Augen gef\u00fchrt hatte. Nun d\u00fcrfe Satan aber Hiobs Glaubw\u00fcrdigkeit austesten,<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> mit dem Argument, wohl gemerkt, im Auftrag JHWHs, denn der Ewige schafft Finsternis und das B\u00f6se:<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>\u201eGeschieht es ohne Grund, dass Hiob Gott f\u00fcrchtet? Bist du es nicht, der ihn, sein Haus und all das Seine ringsum besch\u00fctzt? Das Tun seiner H\u00e4nde hast du gesegnet; sein Besitz hat sich weit im Land ausgebreitet. Aber streck nur deine Hand gegen ihn aus und r\u00fchr an all das, was sein ist; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen\u201c (Ijob 1,9\u201311). Dann geschieht die Ungerechtigkeit: Hiob wird durch den Satan (als Exekutive JHWHs) zweimal hart und unmenschlich gepr\u00fcft; er verliert seinen Besitz und die Kinder und wird von einer furchtbaren Krankheit befallen,<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> obwohl er sich nie etwas hat zu Schulden kommen lassen. Darauf reagiert Hiob heftig, verteidigt seine Unschuld und vermag es sogar, JHWH herauszufordern und anzuklagen, bis hin zu den \u201emassiven Vorw\u00fcrfen\u201c, die Hiob in Ijob 6\u20137 u. \u00a09\u201310 \u00a0\u201eGott entgegen schleudert\u201c.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Die Klage, die wir heute vernehmen, ist im Vergleich harmlos:<\/p>\n<p>\u201eAuch heute ist meine Klage Widerspruch; \/ schwer lastet seine Hand auf meinem Seufzen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMein Fu\u00df hielt fest an seiner Spur, \/ seinen Weg hielt ich ein und bog nicht ab. \/ Das Gebot seiner Lippen gab ich nicht auf; \/ seines Mundes Worte barg ich im Herzen. \/ Doch er bleibt sich gleich. Wer stimmt ihn um? \/ Wonach ihn gel\u00fcstet, das f\u00fchrt er aus. Ja, er vollendet, was er mir bestimmt hat, \/ und \u00c4hnliches hat er noch viel im Sinn.\u201c (Ijob 23,11\u201314)<\/p>\n<p>\u201eDarum erschrecke ich vor seinem Angesicht; \/ denk ich daran, gerate ich in Angst vor ihm. \/ Gott macht mein Herz verzagt, \/ der Allm\u00e4chtige versetzt mich in Schrecken. \/ Denn bin ich nicht von Finsternis umschlossen, \/ bedeckt nicht Dunkel mein Angesicht?\u201c (Ijob 23,15\u201317)<\/p>\n<p>Es geht wesentlich um sechs Gedankeng\u00e4nge im Buch Ijob: Erstens: Warum muss der Gerechte leiden? Zweitens: Gibt es einen gerechten Gott? Drittens: Darf man vom Ungl\u00fcck wie Verlust des Eigentums, Wegsterben der Kinder und schwerer, uns\u00e4glicher Krankheit, die einen Menschen befallen, auf dessen Fr\u00f6mmigkeit oder Gottvertrauen schlie\u00dfen? Leiden als eine zeitlich befristete Strafe Gottes f\u00fcr eigene Schuld, ungerechtes Verhalten behandeln (Tun-Ergehen-Zusammenhang)? Viertens: Gott schafft jederzeit gerechten Ausgleich. F\u00fcnftens: Im Leiden bedarf es der Umkehr (Bu\u00dfe) und des Vertrauens auf Gottes erneute Zuwendung.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Sechstens: Der billige oder auch geistreiche Trost, den Besserwisser, mitunter sogar Freunde, meinen spenden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es sind meist tradierte Floskeln, die einem Leidenden wie Hiob oder auch Todkranken, Sterbenden mitten im Leben, unverhofft begegnen; dann ergeht es Menschen wie der Figur des Hiob.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Er leidet schuldlos, verliert Haus und Hof, seine zehn Kinder sterben, er wird von einer schrecklichen, sehr schmerzhaften Krankheit befallen. Seine \u201eFreunde\u201c wollen ihn tr\u00f6sten<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> \u2013 als Leser mag man deren Glaubw\u00fcrdigkeit bezweifeln \u2013, bedienen sich aber eines typischen Gedankenspiels, n\u00e4mlich der Vorstellung eines scheinbar fromm konstruierten \u201eTun-Ergehen-Zusammenhangs\u201c.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p><em>Leiden<\/em>, Krankheit, Verlust des Eigentums werden in der hebr\u00e4ischen Bibel, im Alten Orient<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> und z.T. noch im Neuen Testament \u201e\u00fcberwiegend als <em>Strafe f\u00fcr S\u00fcnde<\/em> gesehen\u201c.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Ein ber\u00fchmtes Beispiel ist die Erz\u00e4hlung im JohEv \u00fcber die Begegnung mit einem Blindgeborenen (Joh 9,1\u20132), wobei nicht nur die Ausgangsfrage vergleichbar<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> ist: \u201eUnterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine J\u00fcnger: Rabbi, wer hat ges\u00fcndigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern ges\u00fcndigt, so dass er blind geboren wurde?\u201c Der Nazarener durchbricht das verbreitete Denken: \u201eJesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben ges\u00fcndigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden\u201c (Joh 9,3). Dann <em>l\u00e4sst<\/em> er den Blinden <em>sehen<\/em> (er war nicht krank!!).<\/p>\n<p>Dieses Verhalten der J\u00fcnger ist besonders infam, weil doch niemand seine Geburt beeinflussen kann, und von den M\u00f6glichkeiten einer pr\u00e4natalen Diagnostik und den provozierenden, bangen Fragen wusste man damals nat\u00fcrlich nichts: \u201eM\u00f6chten wir ein behindertes Kind zur Welt bringen?\u201c Wie gut, dass heutzutage behinderte Kinder relativ chancengerecht aufwachsen k\u00f6nnen und entsprechend f\u00fcr eine Ausbildung gef\u00f6rdert werden. Behinderte Menschen sind in der Gesellschaft meist akzeptiert.<\/p>\n<p>Der Tun-Ergehen-Zusammenhang wird im Hiobbuch insofern \u00e4hnlich konstruiert (wie in Joh 9,1\u20132 ) als dort die sog. Freunde Hiobs permanent \u201eargumentieren\u201c, Hiob k\u00f6nne keinesfalls gerecht oder ohne S\u00fcnde sein; in Joh 9 (es lohnt sich, die ganze Geschichte zu lesen) sind es die Pharis\u00e4er, die \u201edarauf herumreiten\u201c, sowohl der Blindgeborene wie (vor allem) auch Jesus m\u00fcssten S\u00fcnder sein: \u201eWir wissen, dass Gott einen S\u00fcnder nicht erh\u00f6rt; wer aber Gott f\u00fcrchtet und seinen Willen tut, den erh\u00f6rt er \u2026; (der Blinde:) Wenn dieser Mensch nicht von Gott w\u00e4re, dann h\u00e4tte er gewiss nichts ausrichten k\u00f6nnen.\u201c \u201eSie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in S\u00fcnden geboren und du willst uns belehren? Und sie stie\u00dfen ihn hinaus\u201c (Joh 9,31.33\u201334).<\/p>\n<p>Ich finde diese Qualifizierung eines Menschen als \u201ein S\u00fcnden geboren\u201c Menschen verachtend; sie fu\u00dft auf fragw\u00fcrdiger Dogmatik, die lieblos Kategorien schafft, Schubladen \u00f6ffnet und Menschen mit Wertmarken versieht und entsprechend einteilt: s\u00fcndig vs. gerecht, gottlos vs. fromm. Dabei werden \u00a0Begriffe selten reflektiert. \u201eKategorie\u201c hei\u00dft altgriech. u.a. Anklage; \u201eS\u00fcnde\u201c meint hebr. u. griech. Zielverfehlung (wie der Pfeil eines Bogensch\u00fctzen); \u201egottlos\u201c \u2013 dazu humorvoll: \u201eSo schnell wird man Ihn nicht los!\u201c Es zeugt auch von einem falschen Gottesbild, es sei denn, man unterstellt, dass Gott den Menschen bewusst fehlerhaft, unzureichend, unvollkommen, sozusagen behindert schuf. Damit w\u00fcrde auch die imago-Dei-Vorstellung, der Mensch als \u201eEbenbild\u201c Gottes, kollidieren.<\/p>\n<p>Ich denke, eines der Hauptmotive daf\u00fcr, dass man mit dem (frommen oder moralischen) Finger auf Mitmenschen zeigt, ist schlicht der <em>Neid<\/em>. Ausgehend von der Geschichte Hiobs, wo der Satan Gott dazu verleitet, Hiobs Glaubw\u00fcrdigkeit auf das \u00c4u\u00dferste herauszufordern, zu pr\u00fcfen, zu testen \u2013 bis ins Unertr\u00e4gliche und Unzumutbare \u2013, frage ich zum ersten Mal nach dem Motiv Satans. Aus purem Neid ersinnt er diese Intrige gegen Hiob, denn dessen Leben war bislang mit Reichtum, Nachkommen und Gesundheit gesegnet. Hingegen hat er, der im G\u00f6tterrat einst sa\u00df und dann versto\u00dfen wurde, alles verloren. Ausgehend von zwei prophetischen Aussagen: eine \u00fcber den K\u00f6nig von Tyrus (Ez 28), eine andere \u00fcber den K\u00f6nig von Babel (Jes 14,12\u201315), m\u00f6chte ich diese These untermauern:<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>\u201eSo spricht Adonai JHWH: Dein Herz war stolz und du sagtest: Ich bin ein Gott, einen Wohnsitz f\u00fcr G\u00f6tter bewohne ich mitten im Meer. Doch du bist nur ein Mensch und kein Gott, obwohl du im Herzen geglaubt hast, dass du wie Gott bist. Durch deine gewaltige Weisheit, durch deinen Handel \/ hast du deinen Reichtum vermehrt. Doch dein Herz wurde stolz \/ wegen all deines Reichtums. Weil du im Herzen geglaubt hast, \/ dass du wie Gott bist, darum schicke ich Fremde gegen dich, \/ &#8230; Sie z\u00fccken das Schwert gegen all deine pr\u00e4chtige Weisheit, \/ entweihen deinen strahlenden Glanz.\u201c<\/p>\n<p>So spricht Adonai JHWH: Du warst ein vollendet gestaltetes Siegel, \/ voll Weisheit und vollkommener Sch\u00f6nheit. Im Garten Gottes, in Eden, bist du gewesen. \/ Allerlei kostbare Steine umgaben dich \u2026 Einem Cherub mit ausgebreiteten, sch\u00fctzenden Fl\u00fcgeln gesellte ich dich bei. \/ Auf dem heiligen Berg der G\u00f6tter bist du gewesen. \/ Zwischen den feurigen Steinen gingst du umher. Ohne Tadel war dein Verhalten \/ seit dem Tag, an dem man dich schuf, \/ bis zu dem Tag, an dem du B\u00f6ses getan hast. Durch deinen ausgedehnten Handel \/ warst du erf\u00fcllt von Gewalttat, \/ in S\u00fcnde bist du gefallen. Darum habe ich dich vom Berg der G\u00f6tter versto\u00dfen, \/ aus der Mitte der feurigen Steine \/ hat dich der sch\u00fctzende Cherub verjagt.\u00a0 Hochm\u00fctig warst du geworden, \/ weil du so sch\u00f6n warst. Du hast deine Weisheit vernichtet, \/ verblendet vom strahlenden Glanz. Ich stie\u00df dich auf die Erde hinab.<\/p>\n<p>Ach, du bist vom Himmel gefallen, \/ du strahlender Sohn der Morgenr\u00f6te. Zu Boden bist du geschmettert, \/ Du aber hattest in deinem Herzen gedacht: \/ Ich ersteige den Himmel; dort oben stelle ich meinen Thron auf, \/ \u00fcber den Sternen Gottes; auf den Berg der (G\u00f6tter-)versammlung setze ich mich, \/ im \u00e4u\u00dfersten Norden. Ich steige weit \u00fcber die Wolken hinauf, \/ um dem H\u00f6chsten zu gleichen. Doch in die Unterwelt wirst du hinab geworfen, \/ in die \u00e4u\u00dferste Tiefe.<\/p>\n<p>Der Satan konnte den Verlust seines Reichtums und der Macht nicht ertragen, ebenso wenig den buchst\u00e4blichen Abstieg, den Fall ins Bodenlose, der Grube gleich, die auf den Menschen wartet. Er, mit Kompetenz und W\u00fcrde, mit Glanz und Weisheit ausgestattet, wird zum Verachteten und zum Bedeutungslosen. Daher wird er neidisch auf ein Menschenwesen, ein Menschlein, auf Hiob, der einfach ein gesegnetes Leben in F\u00fclle leben darf, weil JHWH es ihm schenkt. Satans \u00fcberhebliche Sichtweise sagt ihm, dass man Hiob nur wegnehmen m\u00fcsse, was er hat; dann w\u00fcrde er sich schon von seinem Glauben und seiner Gottesfurcht verabschieden!<\/p>\n<p>Die Rechnung Satans geht aber nicht auf: Hiob sieht sich zun\u00e4chst gezwungen, Gott weiterhin zu vertrauen und sich seiner Macht oder Majest\u00e4t unterzuordnen: \u201eBei alldem s\u00fcndigte Hiob nicht und \u00e4u\u00dferte nichts Ungeh\u00f6riges gegen Gott\u201c (Ijob 1,22). \u201eNehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das B\u00f6se annehmen? Bei all dem s\u00fcndigte Ijob nicht mit seinen Lippen\u201c (Ijob 2,10).<\/p>\n<p>Dabei blieb es nat\u00fcrlich nicht. Es wurde bereits angedeutet, dass es Hiob nicht versteht, dass sich der Gott, der ihn erschaffen und im Leben so reich beschenkt hat, pl\u00f6tzlich gegen ihn stellt, ihn entbl\u00f6\u00dft, ihn qu\u00e4lt, ihm alles nimmt, was ihm lieb und wert gewesen ist. So <em>fragt er sich<\/em> auch: \u201eIst es umsonst, \u00a0\u05d7\u05e0\u05de, dass ich gottesf\u00fcrchtig bin?\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> F\u00fcr das Wort \u05d7\u05e0\u05de bietet sich eine F\u00fclle von Vorkommen mit zum Teil verschiedenen Bedeutungen.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Im Munde Satans hat das Wort eher einen gesch\u00e4ftlichen Aspekt, etwa im Sinne von \u201eohne Lohn\u201c, \u201eohne Entsch\u00e4digung\u201c. Bei Hiob hingegen meint es etwa \u201e ohne Grund\u201c, \u201eunverdient\u201c, aber auch \u201evergeblich\u201c oder \u201esinnlos\u201c. Wegen der Zweideutigkeit des Wortes im Hebr\u00e4ischen beh\u00e4lt man die \u00dcbersetzung meist mit \u201eumsonst\u201c bei.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Wenn ich Hiobs Mark ersch\u00fctterndes Schreien h\u00f6re, nachdem er seinen Besitz verloren, vor allem aber seine Kinder dahin gerafft waren, er mit einer denkbar schlimmsten Krankheit befallen\u00a0 wurde, empfinde ich sein verbliebenes Leben als sinnlos. Das best\u00e4tigt Hiobs Empfinden (Ijob 3,1.3.11.13.26):<\/p>\n<p>Danach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte den Tag seiner Geburt: Ausgel\u00f6scht sei der Tag, an dem ich geboren bin \u2026 Warum starb ich nicht vom Mutterscho\u00df weg, \/ kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich? Still l\u00e4ge ich jetzt und k\u00f6nnte rasten, \/ entschlafen w\u00e4re ich und h\u00e4tte Ruhe \u2026 Noch hatte ich nicht Frieden, nicht Rast, nicht Ruhe, \/ fiel neues Ungemach mich an.<\/p>\n<p>Hiob sieht sich dann angesichts der Anklagen seiner Freunde (in Wahrheit: Besserwisser) gen\u00f6tigt, mit Vehemenz seine Klagen, auch gegen\u00fcber JHWH, laut und konsequent herausschreien. Seinem Wortlaut l\u00e4sst sich entnehmen, dass er nicht einfach sein \u201eSchicksal\u201c bejammert, sondern dass ihm mit vollen Recht sein Aufbegehren geb\u00fchrt. Ich f\u00fcrchte, dass wir heute das Klagen verlernt haben; stattdessen beteuern wir: \u00a0\u201eAch, ich will nicht klagen!\u201c \u201eIch will nicht jammern, es hilft doch ohnehin nichts!\u201c Wir m\u00f6chten meist noch als stark, robust, mindestens als tapfer gelten, angepasst an eine nur scheinbar widerstandsf\u00e4hige Mitwelt, die uns mit Floskeln abspeist. Hiob aber klagt \u2013 und wir?<\/p>\n<p>Ach, w\u00fcrde doch mein Gram gewogen, \/ legte man auf die Waage auch mein Leid! Die Pfeile des Allm\u00e4chtigen stecken in mir, \/ mein Geist hat ihr Gift getrunken, \/ Gottes Schrecken stellen sich gegen mich. Und wollte Gott mich doch zermalmen \u2026 Was ist meine Kraft, dass ich aushalten k\u00f6nnte, \/ wann kommt mein Ende, dass ich mich gedulde? Ist meine Kraft denn Felsenkraft, \/ ist mein Fleisch denn aus Erz? Gibt es keine Hilfe mehr f\u00fcr mich, \/ ist mir jede Rettung entschwunden? (Ich selbst vermag mir nicht zu helfen und Rettung ist fern von mir!) (Ijob 6,2.4.9.11\u201313)<\/p>\n<p>Mein Leib ist gekleidet in Maden und Schorf \u2013 Satan schlug Hiob mit b\u00f6sen Geschw\u00fcren von der Sohle bis zum Scheitel, und Hiob nahm sich eine Scherbe, um sich damit zu schaben; Ijob 2,7 \u2013, meine Haut schrumpft und eitert. Bedenke, mein Leben ist ein Hauch, nie wieder wird mein Auge Gutes sehen. So wehre ich nicht meinem Mund, \/ mit bedr\u00e4ngtem Geist will ich reden, \/ mit betr\u00fcbter Seele will ich klagen. (Darum will auch ich meinen Mund nicht z\u00fcgeln, will reden in der Not meines Herzens, will klagen im bitteren Leid meiner Seele.) Ich mag nicht mehr. Ich will nicht ewig leben. \/ Lass ab von mir; denn nur ein Hauch sind meine Tage. Was ist der Mensch, dass du gro\u00df ihn achtest \/ und deinen Sinn auf ihn richtest, dass du ihn musterst jeden Morgen, \/ jeden Augenblick ihn pr\u00fcfst? Hab ich gefehlt? \/ Was tat ich dir, du Menschenw\u00e4chter? \/ Warum stellst du mich vor dich als Zielscheibe hin? \/ Bin ich dir denn zur Last geworden? (Ijob 7,5.7.11.16\u201318.20).<\/p>\n<p>In Folge erkennt Hiob, wie er JHWH gegen\u00fcber in eine Zwickm\u00fchle ger\u00e4t: Er wei\u00df, dass er unschuldig ist; andererseits ist ihm klar, dass er sich vor Gott nicht rechtfertigen kann, weil dieser \u00fcberm\u00e4chtig ist und im Grunde willk\u00fcrlich handelt (Ijob 9,2.12.14\u201315.20.22; 10,6\u20137):<\/p>\n<p>Wahrhaftig wei\u00df ich, dass es so ist: \/ Wie w\u00e4re ein Mensch bei Gott im Recht! Rafft er hinweg, wer h\u00e4lt ihn zur\u00fcck? \/ Wer darf zu ihm sagen: Was tust du da? Wie sollte denn ich ihm entgegnen, \/ wie meine Worte gegen ihn w\u00e4hlen? <em>Auch wenn ich im Recht bin<\/em>, meine Worte setzen mich ins Unrecht. <em>Schuldlos bin ich<\/em>, er aber hat mich schuldig gesprochen. Es ist alles eins! Den Schuldlosen wie den\u00a0 Schuldigen bringt er um. \u2026 Du suchst nach meiner Schuld und forschst nach meiner S\u00fcnde. <em>Doch du wei\u00dft, dass ich nicht schuldig bin<\/em>, dass aber niemand retten kann aus deiner Hand.<\/p>\n<p>Das Hiobbuch z\u00e4hlt zu den Weisheitsschriften; der gr\u00f6\u00dfte Teil enth\u00e4lt hebr\u00e4ische Poesie, Sprache des Menschengeschlechts (Herder; W. v. Humboldt). Der Prolog erz\u00e4hlt vom uns\u00e4glichen, vielf\u00e4ltigen Leiden Hiobs, das von Verlust, schwerer Krankheit und Tod gezeichnet ist. Hiob versucht dann, seine Unschuld zu beweisen und verstrickt sich dabei in Streitgespr\u00e4chen mit sog. Freunden, Besserwissern, die um die Fragen kreisen, ob Hiob unschuldig leidet, ob JHWH gerecht sei. Das scheinbar gl\u00fcckliche Ende: Hiob wird gerechtfertigt und reichlich belohnt, vermag die erlittenen Qualen des Leids nicht zu schm\u00e4lern oder gar zu nivellieren.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Das mag bedr\u00fcckend sein, aber das Leiden und damit auch die Klage haben sogar eine eigene, poetische Sprache entwickelt, m\u00fcssen zu ihrem Recht kommen.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Die R\u00fcckerstattung der Verluste und die Entsch\u00e4digung f\u00fcr das Erlittene wirken wie ein \u201eKalk\u00fcl berechnender Religiosit\u00e4t\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> oder Moral. Mitf\u00fchlende Leser vergessen nicht die berechtigte Klage Hiobs (Ijob 16,6): \u201eRede ich, h\u00f6rt doch mein Schmerz nicht auf, schweige ich, so weicht er nicht von mir.\u201c Das Hiobbuch ist ein gro\u00dfartiges literarisches Zeugnis f\u00fcr die Ohnmacht eines unschuldig Leidenden im Angesicht einer willk\u00fcrlich waltenden Gottheit (cf. Ijob 9).<\/p>\n<p>Als literarisches Gegenst\u00fcck m\u00f6chte ich an eine Erz\u00e4hlung aus dem Buch Genesis (Gen 32) erinnern, die in der j\u00fcdischen wie auch christlichen Tradition sehr wichtig geworden ist: Jakobs Kampf am Fluss Jabbok: da rang einer (ein Mann?) mit ihm, bis die Morgenr\u00f6te heraufzog. Und er sah, dass er ihn nicht bezwingen konnte. Der Mann sagte: Lass mich los; denn die Morgenr\u00f6te ist aufgestiegen. Jakob aber entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest. Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel (Gottesstreiter); denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gesiegt. Nun fragte Jakob: Nenne mir doch deinen Namen! Jener entgegnete: Was fragst du mich nach meinem Namen? Dann segnete er ihn. Jakob nannte den Ort Peniel (Gottes Angesicht) und sagte: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und habe doch \u00fcberlebt<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> (32,25\u201331).<\/p>\n<p>Beide Erz\u00e4hlungen, das Leiden des Gerechten und der k\u00e4mpfende, siegende Jakob (Israel),<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> sind sicher keine Biographien, aber sehr lehrreich f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Im Hiobbuch wird uns gezeigt, dass Fragen nach f\u00fcr uns unerkl\u00e4rlichem Leid nicht auf (einen) Gott zur\u00fcckzuf\u00fchren sind; Diskussionen und Gr\u00fcbeleien dar\u00fcber sind letztlich sinnlos, vergeblich. Vor Versuchen, geschehenes Ungl\u00fcck, plagende Krankheit, schmerzlichen Verlust im Leben einer Frau oder eines Mannes auf deren oder dessen Verhalten zu beziehen, ist zu\u00a0 warnen.<\/p>\n<p>Es ist gut, wenn solche Vorstellungen bei uns Wut und Zorn ausl\u00f6sen, weil wir weder unseren Schmerz als Strafe (wof\u00fcr \u00fcberhaupt?) noch \u201eGott\u201c als Urheber betrachten wollen oder k\u00f6nnen! Ich habe aber Menschen kennengelernt, die noch unter solchen Gedanken leiden und entsprechend schnell ein schlechtes Gewissen bekommen. Wenn wir ihnen begegnen, lasst uns ihnen behutsam, einf\u00fchlsam helfen, wo wir es verm\u00f6gen!<\/p>\n<p>Aber mit \u201eGott\u201c ringen, Ihn gar bezwingen? Wie soll das m\u00f6glich sein? Mir f\u00e4llt auf, dass wir fast immer nur von \u201eGott\u201c reden und gar nicht merken, dass wir von <em>Gottesbildern<\/em>, von Vorstellungen \u00fcber Gott sprechen. Erziehung in der Familie (eher fr\u00fcher als heute noch), kirchlicher Unterricht, Bibellekt\u00fcre, liturgische Texte usw. haben unsere Phantasie gen\u00e4hrt; Gottesbilder haben wir ohne nachzudenken einfach \u00fcbernommen. Es kann befreiend sein, manche zu entlarven und sie durch gr\u00fcndliche Reflexion zu \u00fcberwinden. M\u00f6gen wir diese G\u00f6tter besiegen und offen werden f\u00fcr den Ewigen, den Unaussprechlichen, JHWH \u2013 gelobt sei Sein Name. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Pfarrer Thomas Bautz<br \/>\n(\u201eim Unruhestand\u201c)<br \/>\nBonn<br \/>\n<a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a><\/p>\n<p>Fussnoten:<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ijob\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ijob<\/a>. Bereits ein Artikel der TRE bietet eine enorme Bibliographie: TRE 15 (1986), Art. Hiob\/ Hiobbuch (J\u00fcrgen Ebach), 360\u2013380: Literatur, 373\u2013380.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> G\u00f6tter- oder Gottess\u00f6hne; <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/goettersoehne\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/goettersoehne<\/a> Satan (Teil des Hofrates unter den G\u00f6tters\u00f6hnen) als mythologische Figur, bezogen auf den historischen K\u00f6nig von Tyrus, beide mit Reichtum, Macht, Weisheit gesegnet (Ez 28), aber \u00fcberaus hochm\u00fctig und narzistisch, so dass JHWH sie verstie\u00df und buchst\u00e4blich fallen lie\u00df; cf. Jes 14,12\u201315.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Man kann es auch als eine Intrige gegen Hiob\u00a0 betrachten!<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00dcbersetzung aus der BHS: <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/bibel\/BHS\/ISA.45\">https:\/\/www.die-bibel.de\/bibel\/BHS\/ISA.45<\/a> (V. 7).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Ijob 1,12\u20132,8 (die zweite Pr\u00fcfung Hiobs hat den gleichen Vorspann wie die erste).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Z\u00fcrcher Bibel (2007): Das Buch Hiob, 669ff: 670; Hiob 6\u20137 (S. 676\u2013678); 9\u201310 \u00a0(S. 679\u2013681); dies ist nur eine Auswahl; Vergleiche finden sich in etwa bei Klagepsalmen, Krankengebeten (z.T. z.B. Ps 13; 38) und bei Kohelet (Koh 9,1\u20133).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Cf. Markus Witte: Hiob \/Hiobbuch, wibilex (2007), pdf-Datei, S. 4.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> S. <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/hiob-hiobbuch\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/hiob-hiobbuch<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> S. TRE 15 (1986), Art. Hiob\/ Hiobbuch (J\u00fcrgen Ebach), 361\u2013362.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Horst Dietrich Preu\u00df\/ Klaus Berger: Bibelkunde des Alten und Neuen Testaments. 1. Teil: AT (1980): Das Buch Hiob (123\u2013129): (E.) Themen (1.) Leiden, 127\u2013128 (<em>Tun-Ergehen-Zusammenhang<\/em>); im AT sehr verbreitet; s. <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/tun-ergehen-zusammenhang\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/wibilex\/altes-testament\/tun-ergehen-zusammenhang<\/a>. Bibelkunde des Alten Testaments (1980): Das Buch der Spr\u00fcche (138\u2013146): (C.) Inhalt, 140\u2013143: <em>Tun-Ergehen-Zusammenhang<\/em> als \u201eweisheitliche Grund\u00fcberzeugung\u201c (S. 141).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> S. Meik Gerhards: Gott und das Leiden. Antworten der babylonischen Dichtung Ludlul b\u0113l n\u0113meqi und des biblischen Hiobbuches, BEAT 60 (2017).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Bibelkunde des Alten Testaments (1980), 127.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Anders: Bibelkunde des Alten Testaments (1980), 128.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Zur modernen Anwendung des Sujets, s. Charles Baudelaire: Les Fleurs du Mal\/ Die Blumen des B\u00f6sen. GA mit s\u00e4mtlichen Gedichten u. einem Anhang (1975; 1980): R\u00e9volte (350\u2013363): Die Satans-Litaneien, 358\u2013363; franz\u00f6sisch u. deutsch mit Endreimen. Relevant sind die ersten drei Zweizeiler (jeweils unterbrochen von einem Einzeiler als Refrain): \u201eDu, der du aller Engel sch\u00f6nster, kl\u00fcgster Geist, \/ Gott, den das Los verriet und welchen niemand preist, \/\/ O Satan, sei mir gn\u00e4dig in meiner Not! \/\/ O F\u00fcrst in der Verbannung, dem man Unrecht tat, \/ Und der, besiegt, sich st\u00e4rker noch erhoben hat, \/\/ Allwissender, der alles Verborgene durchschaut, Du gro\u00dfer K\u00f6nig, Heiler, dem Menschenangst vertraut, \u2026\u201c. Man m\u00f6chte meinen: eine <em>Umkehrung des Prologs bei Ijob<\/em>!<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> J\u00fcrgen Ebach: \u201eIst es \u201aumsonst\u2019, da\u00df Hiob gottesf\u00fcrchtig ist?\u201c Lexikographische und methodologische Marginalien zu \u05d7\u05e0\u05de in Hi 1,9 \u2013 J. Ebach: Hiobs Post. Gesammelte Aufs\u00e4tze zum Hiobbuch, zu Themen biblischer Theologie und zur Methodik der Exegese (1995), 15\u201331.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> S. die Liste bei J. Ebach (1995), 31.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Infrage kommt aber ein weites Bedeutungsspektrum, das Ebach jeweils mit griechischen und lateinischen Begriffen wiedergibt; s. wiederum die Liste bei Ebach (1995), 31: frustra \u2013 vergeblich, vergebens, umsonst, nutzlos; gratuito \u2013 unentgeltlich, ohne Bezahlung, kostenlos, umsonst;\u00a0 holocausta \u2013 als Opfer (!); innoxium \u2013 unschuldig, schuldlos; absque culpa \u2013 frei von Schuld; in der LXX meist mit \u03b4\u03c9\u03c1\u03b5\u1f71\u03bd (gratis, umsonst) \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Der Epilog wurde dem Ganzen des Hiobbuches sp\u00e4ter hinzugef\u00fcgt; er nimmt auch der Erz\u00e4hlung inhaltlich ihre Brisanz und Sch\u00e4rfe; cf. Witte: Hiob \/Hiobbuch, wibilex (2007), pdf-Datei, S. 10; Witte sieht allerdings auch den Prolog als sekund\u00e4r an.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Zur \u201epoetischen Produktivit\u00e4t des Leidens\u201c, Wolfgang Braungart: Das Schweigen der Engel und der Hinweg des Subjekts. Sprachsuche, Selbstsuche, Gottsuche in Rilkes \u201aDuineser Elegien\u2018, in: Norbert Fischer (Hg.): \u201aGott\u2018 in der Dichtung Rainer Maria Rilkes (2014), 257\u2013296: \u201eLeiden und Not fordern unseren Selbstbezug und unsere Selbstreflexion heraus, nicht Gl\u00fcck und Gelingen\u201c, 277 (mit Verweis auf Hiob).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Gerd Theobald: Hiobs Botschaft: Die Abl\u00f6sung der metaphysischen durch die poetische Theodizee (1993), 83f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Manche Bibelausgaben betiteln das Kap. Gen 32 vorwegnehmend \u201e<strong>Jakobs Kampf mit Gott\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Herkunft und Bedeutung des Namens sind umstritten: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Israel_(Name)\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Israel_(Name)<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11. So. n. Trinitatis | 31.08.2025 | Hiob 23, 1-7 | Thomas Bautz | \u201eICH bins und keiner sonst: der das Licht bildet und die Finsternis schafft, der den Frieden macht und\u00a0 das B\u00f6se schafft, ICH bins, der all dies macht \u2026\u201c Liebe Gemeinde! 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