{"id":25443,"date":"2025-09-17T17:43:50","date_gmt":"2025-09-17T15:43:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25443"},"modified":"2025-09-17T17:01:24","modified_gmt":"2025-09-17T15:01:24","slug":"lukas-1711-19-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-1711-19-6\/","title":{"rendered":"Lukas 17,11-19"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Dankbarkeit | <\/strong>14. So. n. Trinitatis | 21.09.2025 | Lk 17,11-19 |\u00a0Poul Joachim Stender\u00a0|<\/h3>\n<p><strong>Dankbarkeit<\/strong><\/p>\n<p>Wohin ging Nora? In dem Schauspiel \u2018Ein Puppenheim\u2018 von Henrik Ibsen verl\u00e4sst Nora ihren Mann und ihre Kinder, um sich selbst zu verwirklichen. Man sieht sie verschwinden, und die Zuschauer bleiben zur\u00fcck mit der Frage: Wo ging Nora hin? Heute haben wir die Geschichte von den zehn Auss\u00e4tzigen geh\u00f6rt, die von Jesus geheilt wurden. Wir wissen, dass einer von ihnen hinging und Jesus f\u00fcr die Heilung dankte. Aber wo gingen die neun anderen hin? Das f\u00fchrt zu der Frage: Wo gehen wir hin, wenn etwas Gro\u00dfes und Sch\u00f6nes in unserem Leben geschehen ist? Wie viele von zehn D\u00e4nen danken Gott? Wir haben heute in unserer Kirche ein Elternpaar, das ein gesundes Kind bekommen hat. Wem wollen sie daf\u00fcr danken? Unserer Kommune? Der Ministerpr\u00e4sidentin Mette Frederiksen? Einander? Dem leeren Nichts? Nein, sie sind in die Kirche gekommen, um Gott zu danken f\u00fcr ihren wunderbaren Sohn. Sie haben ihren kleinen Jungen in die Kirche gebracht, um ihn teilhaben zu lassen am Christentum und ihm eine Welt zu geben, die so gro\u00df ist, dass sie Himmel und Erde umfasst. Es mag ja sein, dass viele das Gef\u00fchl haben, dass da nicht viel zu danken ist. Es gab keinen Millionengewinn im Lotto in dieser Woche. Die Karriere wurde nicht das, was sie h\u00e4tte sein sollen. Der K\u00f6rper tut irgendwo weh. Nichts hat man bekommen. F\u00fcr alles hat man gearbeitet. Aber das stimmt nicht. Wir haben so unendlich viel von Gott bekommen und schon nur das. Dass wir heute lebendig in der Kirche sitzen k\u00f6nnen, singen und das Abendmahl empfangen und sp\u00e4ter vielleicht in den Wald gehen und sonnenwarme Brombeeren essen, all das ist eine Gabe der Ewigkeit. Achte auf das, was du f\u00fchlst, sagt man. Aber oft sp\u00fcren wir sehr, was wir f\u00fchlen statt was andere f\u00fchlen. Gef\u00fchle k\u00f6nnen nicht f\u00fcr alles verwendet werden. Wenn die Leute sagen: \u201eMein Bauchgef\u00fchl sagt mir\u201c, meinen sie meist, dass ihre Gef\u00fchle ihnen sagen, dass sie so und so handeln oder so und so meinen sollen. Aber nicht immer sollen wir auf unser Bauchgef\u00fchl h\u00f6ren. Das kann furchtbar in die Irre f\u00fchren. Vielleicht sollten wir versuchen, weniger zu f\u00fchlen und dann mehr zu meinen, in dem Sinne, dass wir uns in die Gegebenheiten versetzen, die sich mit verschiedenen Verh\u00e4ltnissen verbinden, und uns von daher und nicht von unseren Gef\u00fchlen her eine Meinung bilden.<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr unser Verh\u00e4ltnis zum Christentum. Einige f\u00fchlen, dass dies nichts f\u00fcr sie ist mit all dem Reden von Jesus. Aber wenn wir uns in den christlichen Glauben versetzen, Fakten, Tatsachen, kann es sein, dass wir unsere Meinung \u00e4ndern. Die Frage ist, ob das nicht auch in Bezug auf die Dankbarkeit gilt. Wenn wir uns in die Fakten, die Tatsachen in Bezug auf unser Leben, unser Land, unsere Situation versetzten und nicht nur nach unseren Gef\u00fchlen richteten, w\u00e4ren wir dankbarer als wir es sind. Es geht besser zu als wir glauben. Nimm ein Blatt Papier und schreibe alles Gute im Leben auf und alles, was schlecht ist im Leben. Die Liste mit den guten Dingen wird, wenn man es w\u00fcnscht, bemerke, wann man es w\u00fcnscht, die l\u00e4ngste sein. Nicht das Gl\u00fcck macht uns dankbar. Das tut die Dankbarkeit, sie macht uns gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Der Geheilte im Evangelium, der Jesus f\u00fcr seine Heilung dankte, muss das Leben als ein Geschenk gesehen haben, eine Erw\u00e4hlung, und nicht als ein Recht. Er ist eine Person, die als Lebenseinstellung beschlossen hat, dankbar zu sein. Im Matth\u00e4usevangelium hei\u00dft es: \u201eSuchet, so werdet ihr finden\u201c. Wenn wir lange genug nach Fehlern beieinander suchen, werden wir sie sicher finden. Wenn wir lange genug beieinander nach Fehlern suchen, werden wir sie sicher finden. Wenn wir lange genug in unserem Inneren der Angst und Unruhe und dem Stress nachsp\u00fcren, werden wir das sicher finden. Aber wir k\u00f6nnen auch die Worte ins Positive wenden. Wenn wir nach etwas suchen, wof\u00fcr wir dankbar sein k\u00f6nnen, taucht es auf. Wir finden im Evangelium einen Mann, der von Jesus von einer schlimmen Krankheit geheilt worden war und dann den Sohn Gottes aufsuchte, um ihm zu danken. Und er fand ihn und dankte ihm innerlich f\u00fcr seine Heilung.<\/p>\n<p>Dankbarkeit ist modern geworden. Wir werden aufgefordert, daf\u00fcr zu danken, dass wir gesund sind. F\u00fcr die, die wir lieben, f\u00fcr eine gute Ernte, daf\u00fcr zu danken, dass wir gut durch den Tag gekommen sind. Auf der Dankeskarte k\u00f6nnen wir Dinge aufz\u00e4hlen, f\u00fcr die wir dankbar sind. Das Psychologie hat das Erbe der Kirche \u00fcbernommen, aber Christus ausgelassen. Das Problem ist, dass der Dank an ein leeres Nichts geht. Aber da das Wort Dank von dem Wort Denken kommt, geht es darum, dass man dabei an den Geber alles guten Gaben denkt. Und wenn wir in den biblischen Schriften oder in der Kirche danach suchen, wem wir f\u00fcr das Gute in unserem Leben danken sollen, an wen wir dabei denken sollen, k\u00f6nnen wir die Antwort finden: Es ist Jesus Christus.<\/p>\n<p>Ich begann mit der Frage. Wo gehen wir hin und danken f\u00fcr das Gro\u00dfe in unserem Leben? Und ich schlie\u00dfe mit der Frage: Wo geht Jesus Christus hin? Simon Petrus fragt Jesus: Herr, wo gehst du hin? Und die Antwort ist: Christus geht zu uns. Christus geht immer zu uns. Er will uns helfen, uns besch\u00fctzen, uns aufmuntern. Er ist an unserer Seite, und wenn wir es sehen wollen, sind wir nicht im Zweifel dar\u00fcber, wem wir f\u00fcr alle gutem Gaben danken sollen. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Pastor Poul Joachim Stender<br \/>\nDK 4060 Kirke S\u00e5by<br \/>\npjs(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dankbarkeit | 14. So. n. Trinitatis | 21.09.2025 | Lk 17,11-19 |\u00a0Poul Joachim Stender\u00a0| Dankbarkeit Wohin ging Nora? 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