{"id":25460,"date":"2025-09-25T18:46:21","date_gmt":"2025-09-25T16:46:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25460"},"modified":"2025-09-27T11:31:17","modified_gmt":"2025-09-27T09:31:17","slug":"1-petrus-5-5-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-petrus-5-5-11\/","title":{"rendered":"1. Petrus 5, 5-11"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"p1\">Kleider machen Leute | 15. So. n. Trinitatis | 28.09.2025 | 1. Petrus 5, 5-11 | Stephan Lorenz<\/h3>\n<p class=\"p1\">Die Gnade unseres Herrn Jesus Christi und die Liebe Gottes und die\u00a0Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen<\/p>\n<p class=\"p1\">Den Ratschlag des Matth\u00e4us haben wir noch im Ohr: Macht euch\u00a0keine Sorgen um euer Leben (<span class=\"s1\">1) <\/span>\u2026 sucht zuerst das Reich Gottes und\u00a0seine Gerechtigkeit. <span class=\"s2\">(Math 6, 25.33)<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Die ersten H\u00f6rer Jesu geh\u00f6ren sicherlich zu eher zu denen, die sich anstrengen mussten, ihr t\u00e4gliches Leben zu bew\u00e4ltigen: Nahrung, Kleidung, Wohnung nennt der Text. Dennoch gebe es Wichtigeres, sagt Jesu: die Suche nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit.<\/p>\n<p class=\"p1\">Bert Brecht dreht es mit Blick auf die Wirtschaftslage am Ende der Weimarer Republik um: \u201aErst kommt das Fressen und dann die Moral.\u2018 Er scheint Recht zu behalten. Schaut man sich die j\u00fcngsten Umfragen zur Stimmungslage in Deutschland an, treiben die Deutschen viele Sorgen um: 39% nennen die Einwanderung, gefolgt von der Angst vor Inflation (29%), Armut und sozialer Ungleichheit (29%), Kriminalit\u00e4t und Gewalt (28%) und Angst vor Krieg (25%). (<span class=\"s1\">2)<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Aber wir wissen auch: \u201aAngst essen Seele auf\u2018, wie Rainer Werner\u00a0Fassbinder in seinem Film treffend erz\u00e4hlt. (3)<\/p>\n<p class=\"p1\">Wie steht es also um Alternative, die Jesus uns anbietet, der Suche\u00a0nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit Priorit\u00e4t\u00a0einzur\u00e4umen?<\/p>\n<p class=\"p1\">Vielleicht bringt uns ein Text aus dem 1. Petrusbrief weiter. Dort lesen\u00a0wir: <em>Desgleichen, ihr J\u00fcngeren, ordnet euch den \u00c4ltesten unter. Allesamt\u00a0umh\u00fcllt euch untereinander mit dem Gewand der Niedrigkeit. (4) Gott\u00a0stellt sich gegen die, die mehr scheinen wollen, als sie tats\u00e4chlich\u00a0sind, den Erniedrigten aber ist er gn\u00e4dig. (<span class=\"s1\">5)<\/span> Erniedrigt euch nun unter\u00a0die kr\u00e4ftige Hand Gottes, damit er euch erh\u00f6he im rechten\u00a0Augenblick. Alles, was euch durcheinanderbringt, ja zerrei\u00dft, (<span class=\"s1\">6)\u00a0<\/span> werfet\u00a0auf ihn (<span class=\"s1\">7) <\/span>, denn ihm liegt an euch. Behaltet einen klaren Kopf und\u00a0wachet (<span class=\"s1\">8)<\/span>. Euer Ankl\u00e4ger, der Teufel, wie ein br\u00fcllender L\u00f6we geht er\u00a0umher und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widerstehet, fest\u00a0im Glauben; wisst, dass ebendieselben Leiden \u00fcber eure Br\u00fcder in der\u00a0Welt gehen. Der Gott aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner\u00a0ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, wird euch, die ihr eine kleine Zeit\u00a0leidet, vorbereiten, st\u00e4rken, kr\u00e4ftigen, festen Grund verschaffen. Ihm\u00a0sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.<\/em><\/p>\n<p class=\"p1\">Der Petrusbrief ist ein Schreiben an entstehende christliche\u00a0Gemeinden in Kleinasien, geschrieben am Ende des 1. Jahrhunderts.\u00a0Der Verfasser schreibt gutes Griechisch, steht der paulinischen\u00a0Theologie nahe und kennt sich in seiner Bibel, unserem Alten\u00a0Testament, sehr gut aus, wie der Text zeigt. Man vermutet als\u00a0Verfasser einen Judenchristen, der in Rom lebt.<\/p>\n<p class=\"p1\">Als Generalfrage w\u00fcrde ich formulieren: Wie lebt es sich als Christ in\u00a0einer nicht sehr freundlichen Umgebung? Das Schreiben erw\u00e4hnt\u00a0Leiden, allerdings nicht sehr spezifisch. In 4,14 wird das Verleumden\u00a0um Christi Namen willen genannt. Heute w\u00fcrden wir das vielleicht\u00a0einen \u201ashitstorm\u2018 nennen. Paulus hat die Erfahrung gemacht, dass\u00a0Fromme die Predigt vom gekreuzigten Christus gottesl\u00e4sterlich finden\u00a0und Kluge f\u00fcr intellektuellen Bl\u00f6dsinn. (9)<\/p>\n<p class=\"p1\">Was empfiehlt Petrus seinen Gemeinden? Alle zusammen m\u00f6gen sich in das Sklavengewand der Niedrigkeit h\u00fcllen. (<span class=\"s1\">10)<\/span> In eigenartiges Bild,\u00a0dessen Hintergrund m\u00f6glicherweise der Philipperhymnus aufkl\u00e4rt,\u00a0den Paulus zitiert, wo es von Christus hei\u00dft: \u1f10\u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u1f77\u03bd\u03c9\u03c3\u03b5\u03bd \u1f11\u03b1\u03c5\u03c4\u1f78\u03bd, er\u00a0erniedrigte sich selbst. F\u00fcr Paulus beschreibt das \u201aAnziehen der\u00a0Niedrigkeit\u2018 (\u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7) in der Nachfolge Christi eine ethische\u00a0Maxime f\u00fcr die ganze Gemeinde (<span class=\"s1\">11)<\/span> und macht so \u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7 zu\u00a0einem \u201aidentity marker\u2018 der fr\u00fchen Christenheit, die sich vom\u00a0hellenistischen Ideal des\u00a0 \u03ba\u03b1\u03bb\u1f78\u03c2 \u03ba\u1f00\u03b3\u03b1\u03b8\u03cc\u03c2, des Sch\u00f6nen und Guten, absetzt. Bei heutigen, modernen Body-Influencern der Social Media h\u00e4tte Paulus keine Freundinnen und Freunde gefunden.<\/p>\n<p class=\"p1\">Dergestalt, umh\u00fcllt mit dem Gewand der Niedrigkeit, soll sich die\u00a0Gemeinde in die \u201astarke Hand\u2018 Gottes begeben. Damit stellt er sie in\u00a0die Exodustradition, wo die \u201astarke Hand Gottes\u2018 ein immer\u00a0wiederkehrendes Motiv ist. (<span class=\"s1\">12)<\/span> Sie wird kombiniert mit christlicher\u00a0Naherwartung. Die Gemeinde befindet sich auf dem Weg \u2013 zur Zeit\u00a0eher in der W\u00fcste -, dem Weg zur Befreiung und Rettung. Sie kommt,\u00a0wenn der Messias Jesus erscheint. Dann werden sie alle erh\u00f6ht in\u00a0seine Herrlichkeit.<\/p>\n<p class=\"p1\">Auf dem Weg durch die t\u00e4gliche W\u00fcste muss man jedoch aufpassen\u00a0und wachsam sein. In der W\u00fcste lauern wilde Tiere wie der L\u00f6we (<span class=\"s1\">13)<\/span>,\u00a0die einem den Garaus machen k\u00f6nnen. Zuletzt erinnert der Verfasser,\u00a0dass nicht nur die angesprochenen Gemeinden \u201aleiden\u2018, sondern viele\u00a0Christen mit ihnen. Leiden sind ein Zeichen der Endzeit wie Matth\u00e4us\u00a0berichtet: \u201eDenn dann wird eine gro\u00dfe Drangsal sein, wie von Anfang\u00a0der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen\u00a0wird\u201c <span class=\"s2\">(Math 24,21 )<\/span>. Die Wiederkehr Christi wird dramatisch beschrieben\u00a0in der Offenbarung. (<span class=\"s1\">14)<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Zum Schluss wird betont, dass die Zeit der \u201aLeiden\u2018 begrenzt ist, nur\u00a0eine \u201akleine\u2018 Zeit dauert. Denn die Gemeinde ist berufen zur\u00a0Herrlichkeit in Chisto Jesu.<\/p>\n<p class=\"p1\">Die Frage bleibt auch f\u00fcr uns: Wie lebt es sich als Christ in einer nicht\u00a0sehr freundlichen Umgebung?\u00a0Mich \u00fcberzeugen die Gedanken von Leo Baeck (<span class=\"s1\">15)<\/span> \u00fcber die\u00a0\u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7 (Demut). \u201eDas Gef\u00fchl geschaffen zu sein, dieses\u00a0Gef\u00fchl von der g\u00f6ttlichen Liebe, erh\u00e4lt seinen besonderen Ausdruck\u00a0dann noch, \u201ewenn es in die Selbsterkenntnis des Menschen eintritt.\u201c Es sei das Bewusstsein davon, dass wir allein durch Gott sind. Daraus\u00a0folge die Forderung, sich vom B\u00f6sen abzuwenden, anders zu sein.\u00a0Alle Moral sei Widerspruch, Protest, das Gef\u00fchl des Gegensatzes.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7 meint also das Bewusstsein von Gott geschaffen zu\u00a0sein und so, in unserer Begrenztheit, auf Gottes Zuwendung und\u00a0F\u00fcrsorge zu vertrauen. Deshalb k\u00f6nnen wir unsere Zerissenheiten\u00a0getrost Gott \u00fcberlassen. \u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7 hat aber nicht nur diesen\u00a0passivischen Aspekt, sondern regt zu aktivem Handeln ein, wie Leo\u00a0Beack schreibt, als Widerstand gegen das B\u00f6se. Es liegt in unserer\u00a0ethischen Verantwortung, dem B\u00f6sen entgegenzutreten und uns von\u00a0Gottes Wort leiten zu lassen. So f\u00fchrt \u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7\u00a0schlussendlich zu einer Lebensweise, die Gott loben kann, selbst\u00a0wenn das Leben bisweilen einer Wanderung durch die W\u00fcste \u00e4hnelt.<\/p>\n<p class=\"p1\">Es gibt viele Untersuchungen, ob gelebte Religion gl\u00fccklich machen\u00a0kann. Sebastian Murken, ein Religionspsychologe, meint: Prinzipiell\u00a0sei es nicht Aufgabe der Religionen, die Menschen gl\u00fccklich zu\u00a0machen: \u201eEs ist die Aufgabe der Menschen, sich den Religionen\u00a0gem\u00e4\u00df zu verhalten, um damit die Chance zu haben, an einem Heil\u00a0teilzuhaben. Und diese moderne Frage, \u201aIst es hilfreich, religi\u00f6s zu\u00a0sein?\u2018, im Sinne von \u201aMacht Religion ges\u00fcnder? Macht Religion gl\u00fccklicher?\u2018 und so weiter, ist ja eine funktionale Frage, die der\u00a0inneren Logik von Religionen nicht wirklich entspricht.\u201c\u00a0Religionen jedoch k\u00f6nnen dabei helfen, Faktoren zu f\u00f6rdern die Gl\u00fcck\u00a0erlebbar machen k\u00f6nnen. Er zitiert einen amerikanischen\u00a0Klinikdirektor. \u201aSuccess is getting what you want. Happiness is\u00a0wanting what you got.\u2018 Auf Deutsch: \u201aErfolg ist, das zu bekommen,\u00a0was du m\u00f6chtest. Gl\u00fcck ist, das zu wollen, was du hast.\u2018 (<span class=\"s1\">16)<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">In der Sprache des Petrusbriefes. Wir vertrauen einem gn\u00e4digen Gott,\u00a0denn <em>Gott stellt sich gegen die, die mehr scheinen wollen, als sie\u00a0tats\u00e4chlich sind, denen aber, die sich in das Gewand der Niedrigkeit\u00a0h\u00fcllen, ist er gn\u00e4dig.\u00a0<\/em><\/p>\n<p class=\"p1\"><em>Gottes Heiliger Geist befestige diese Worte in euren Herzen, damit ihr\u00a0das nicht nur geh\u00f6rt, sondern auch im Alltag erfahrt, auf dass euer\u00a0Glaube zunehme und ihr endlich selig werdet, durch Jesum Christum\u00a0unseren Herrn. Amen<\/em><\/p>\n<p class=\"p1\">Texte zum Gottesdienst:<br \/>\n<strong>Confiteor<\/strong>:<br \/>\n\u201eWenn Gott das Haus nicht baut, arbeiten die Bauarbeiter vergeblich;\u00a0wenn Gott die Stadt nicht bewacht, vergeblich wacht der W\u00e4chter.\u201c \u2013\u00a0so lesen wir im Psalm des heutigen Sonntages. Und denken vielleicht\u00a0an die bekannte Anekdote, wo ein Pfarrer nach dem Gottesdienst\u00a0einen Mann in seinem Garten schuften sieht und ihn ermahnt, er\u00a0h\u00e4tte mal lieber in die Kirche kommen sollen und Gott arbeiten\u00a0lassen. Worauf der Mann antwortet: Ach Herr Pfarrer wissen Sie, wie\u00a0der Garten aussah als Gott hier noch alleine gearbeitet hat? Wir\u00a0nehmen unsere Sorgen lieber selber in die Hand. Aber ist das\u00a0eigentlich ein Gegensatz? Wir kommen zusammen, um uns darin zu\u00a0best\u00e4rken: da ist ein Gott, der uns sieht und f\u00fcr uns sorgt, f\u00fcr all die\u00a0Dinge, die wir nicht selber besorgen k\u00f6nnen. Wir bitten: <em>Gott, erbarm\u00a0dich, vergib uns weniges Vertrauen in dich, lass uns diesen\u00a0Gottesdienst mit einem unbeschwerten Herzen und fr\u00f6hlichen Lippen\u00a0feiern durch Jesus Christus, unseren Bruder. Und wir erhalten die\u00a0Antwort, die in diesem Gottesdienst erlebbar werde: Gott sorgt f\u00fcr\u00a0uns, ER erbarmt sich, Jesus zeigt das. Durch ihn ist uns alles vergeben.\u00a0Wer auf Gott vertraut, ist Gottes Kind, das der Heilige Geist kennt. So\u00a0werden wir selig. Das verleihe Gott uns allen. Amen<\/em><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Kollektengebet<br \/>\n<\/strong>Gott, der Du uns tr\u00f6stest in unseren \u00c4ngsten, sei uns gn\u00e4dig und\u00a0erh\u00f6re unser Gebet.\u00a0Du bist es, der uns erschaffen hat, dein Wort leite uns, wir bitten\u00a0dich: Hilf uns in deiner Barmherzigkeit alles, was du uns schenkst, so\u00a0zu gebrauchen, dass wir unser eigenes Leben und das Leben der\u00a0anderen Menschen bereichern, so dass auch durch uns Dein Wille\u00a0geschieht, wie wir ihn durch Jesus Christus kennengelernt haben.\u00a0Jesus lebt und st\u00e4rkt uns auf dem Weg zu Dir durch den Heiligen\u00a0Geistes heute und f\u00fcr immer. Amen<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>F\u00fcrbitte<br \/>\n<\/strong>P: Gott, st\u00e4rke uns den Glauben, damit wir deiner Sorgen \u00fcberlassen,\u00a0was uns nicht m\u00f6glich ist. Lass uns nach der Gerechtigkeit deines\u00a0Reiches suchen.<\/p>\n<p class=\"p1\">A: Gott, wir denken an die Menschen in den Kriegsgebieten in Israel,\u00a0Gaza und der Ukraine. Sie leben in gro\u00dfen \u00c4ngsten und Sorgen. Wir denken an die Opfer der Unterdr\u00fcckung von Frauen in Afghanistan und Iran, ihren Mut. Sie alle brauchen unsere Hilfe und unseren Schutz. Vergib uns, wo unsere F\u00fcrsorge zu schwach ist. Wir rufen:\u00a0Kyrie eleison.<\/p>\n<p class=\"p1\">B: Wir denken an die, die Kinder in den zahllosen Lagern als\u00a0Fl\u00fcchtlinge, die Hunger leiden m\u00fcssen, weil notwendige\u00a0Nahrungsmitteltransporte blockiert werden. Ihre Not schreit zum\u00a0Himmel. Vergib uns Gott, wo unser Versagen zu Leid f\u00fchrt. Wir rufen:\u00a0Kyrie eleison.<\/p>\n<p class=\"p1\">C: St\u00e4rke uns Gott, wo wir f\u00fcreinander Verantwortung haben. Wir\u00a0denken an die Menschen, die sich f\u00fcr unser Zusammenleben\u00a0engagieren, an die Jugendlichen, an unsere Kinder und ihre\u00a0Interessen. Sie mahnen Ver\u00e4nderung unseres Lebensstils an. Gib uns\u00a0den Mut, f\u00fcr ihre Zukunft zu sorgen. Vergib uns Gott, wo wir zweifeln\u00a0und schwach sind. Wir rufen: Kyrie eleison.<\/p>\n<p class=\"p1\">P: St\u00e4rke unseren Glauben. Du hast Worte und Wege, die uns\u00a0Lebensraum erm\u00f6glichen. Uns heraustreten lassen aus unserer\u00a0kleinen Welt. Wir beten das im Vertrauen auf Jesus Christus, der\u00a0unsere Hoffnung und unser Friede ist, heute und alle Tage. Amen.\u00a0Laudate omnes gentes<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Lieder<\/strong>:<br \/>\nLied EG 345 Auf meinen lieben Gott<br \/>\nLied EG 369 Wer nur den lieben Gott l\u00e4sst walten<br \/>\nLied EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade<br \/>\nLied EG 321 Nun danket alle Gott<br \/>\nLied EG 410 Christus, das Licht der Welt<br \/>\nLied EG 417 La\u00df die Wurzel unsers Handelns Liebe sein<br \/>\nLied EG 421 Verleih uns Frieden gn\u00e4diglich<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Fussnoten<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s3\">1<\/span> N. Bratsiotis meint, das Wort \u03c8\u03c5\u03c7\u1f75 biete eine erstaunlich gute Entsprechung zum hebr\u00e4ischen n\u01fdfae\u0161 als Sitz des Lebens, der k\u00f6rperlichen Empfindungen, der Gef\u00fchle, des Willens, der Entscheidung, des Denkens und der religi\u00f6sen und moralischen Ideen. (Bratsiotis, Nikolaus Pan.: \u05e0 \u05e9\u05e4 \u2013 \u03a8\u03a5\u03a7\u0397. Ein Beitrag zur Erforschung der Sprache und der Theologie der Septuaginta. In: Volume du congr\u00e8s Gen\u00e8ve 1965.)<\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s3\">2<\/span> Quelle www.ipso.com\/meinungsumfragen von 2025. Den Klimawandel besorgt\u00a0nur etwa 21%.<\/p>\n<p>3 Am Beispiel von Gastarbeitern in den 1970ger Jahren werden deren \u00c4ngste und Erfahrungen geschildert.<\/p>\n<p>4 \u201eJe n\u00e4her man ein Wort ansieht, desto ferner sieht es zur\u00fcck.\u201c (Karl Kraus) Warum \u00fcbersetze ich: \u201aumh\u00fcllt euch untereinander mit Niedrigkeit\u2018? Luther \u00fcbersetzt \u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7 mit \u201aDemut\u2018. In seiner Zeit sicherlich eine geniale Idee, indem sie die vielfachen Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse im Gefolgschaftssystem trifft. Demut als \u201aLust zur Gefolgschaft\u2018. Sp\u00e4ter \u00e4ndert sich die Bedeutung, auch durch die Allianz von Preu\u00dfentum und Pietismus, die den \u201aUntertan\u2018 z\u00fcchtete und z\u00fcchtigte. \u201eDietrich hatte gar keine Meinung. Er war das, was die Macht und der Augenblick aus ihm machten\u201c, beschreibt Heinrich Mann den dem\u00fctigen Staatsb\u00fcrger, und Nietzsche bissig: Der getretene Wurm kr\u00fcmmt sich. So ist es klug. Er verringert damit die Wahrscheinlichkeit, von Neuem getreten zu werden. In der Sprache der Moral: Demut. (in: G\u00f6tzen-D\u00e4mmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert, 1889. Spr\u00fcche.) Wenn es richtig ist, dass der Verfasser des Petrusbriefs von paulinischer Theologie beeinflusst ist und zugleich ein guter Kenner der j\u00fcdischen, dann k\u00f6nnte man \u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7 mit Philipper 2 verstehen f\u00fcr ein kommunit\u00e4res Denken und eine gemeindliche Ethik. \u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7 w\u00e4re dann ein \u201aidentity marker\u2018 der fr\u00fchen Christenheit. Folie, vielleicht auch f\u00fcr unseren Text w\u00e4re der Philipperhymnus, wo es hei\u00dft: \u1f10\u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u1f77\u03bd\u03c9\u03c3\u03b5\u03bd \u1f11\u03b1\u03c5\u03c4\u1f78\u03bd. Demut ist m.E. eher auf das Individuum bezogen und weniger eine Maxime der Gemeindeethik.<\/p>\n<p>5 Spr\u00fcche 3,34, Buber-Rosenzweig \u00fcbersetzen: Gilts den Dreisten, ist ers, der \u00fcberdreistet, aber Gunst gibt er den Gebeugten<\/p>\n<p>6 \u03bc\u1f73\u03c1\u03b9\u03bc\u03bd\u03b1\u03bd oft \u00fcbersetzt mit \u201asorgen\u2018 stammt von \u03bc\u03b5\u03c1\u03af\u03b6\u03c9 und meint in verschiedene Richtungen gezerrt werden, in St\u00fccke zerfallen\u2018 also in Ambivalenzen stecken bleiben.<\/p>\n<p>7 Ich sehe das als eine Anspielung auf de Brauch des Taschlich an Rosh ha-schana. Die S\u00fcnden werden symbolisch ins Wasser geworfen, begr\u00fcndet in Miacha 7,19: \u201aEr wird sich unser wieder erbarmen, unsere Missetaten d\u00e4mpfen und alle unsre S\u00fcnden in die Tiefen des Meeres werfen.\u2018 Luther schreibt: Wer ein Christ sein will, der lerne doch solches glauben, dass er sein Herz mit seinen Sorgen Gott auf seinen R\u00fccken werfe; denn er hat einen starken Hals und Schultern, dass er es wohl tragen kann\u2026\u201c<\/p>\n<p>8 \u039d\u1f75\u03c8\u03b1\u03c4\u03b5 von \u03bd\u03ae\u03c6\u03c9 bedeutet im \u00fcbertragenen Sinn auch \u201asensibel sein\u2018<\/p>\n<p>9 1. Kor.1,22.23<\/p>\n<p>10 \u1f10\u03b3\u03ba\u03bf\u03bc\u03b2\u1f7d\u03c3\u03b1\u03c3\u03b8\u03b5 l\u00e4sst sich von \u2019engkomboma\u2018 \u201aSklavengewand\u2018 ableiten<\/p>\n<p>11 Und das w\u00e4re die inhaltliche F\u00fcllung von \u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u03b7: \u201eIst nun bei euch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so erf\u00fcllet meine Freude, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einm\u00fctig und einhellig seid. Nichts tut durch Zank oder eitle Ehre; sondern durch Demut (\u1f00\u03bb\u03bb\u1f70 \u03c4\u1fc7 \u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03b9\u03bd\u03bf\u03c6\u03c1\u03bf\u03c3\u1f7b\u03bd\u1fc3) achte einer den andern h\u00f6her denn sich selbst, und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was des andern ist. Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war\u201c \u2026 Phil 2<\/p>\n<p>12 Als Besispiel Exodus 13,3 Da sprach Mose zum Volk: Gedenket an diesen Tag, an dem ihr aus \u00c4gypten, aus dem Diensthause, gegangen seid, dass der Ewige euch mit m\u00e4chtiger Hand von hinnen hat ausgef\u00fchrt; darum sollst du nicht Sauerteig<br \/>\nessen.<\/p>\n<p>13 Der L\u00f6we ist ein wiederkehrendes Motiv im Judentum. Genesis 49,9 segnet Jakob seinen Sohn Juda und nennt ihn einen L\u00f6wen. Er ist Wappentier der davidischen K\u00f6nige. Daniel, der Traumdeuter und Apokalyptiker wird in eine L\u00f6wengrube geworfen (Daniel 6,17) Im Talmud hei\u00dft es, wenn man an einer L\u00f6wenh\u00f6hle vor\u00fcbergehe, (solle man) eine Bracha (Segen und Lobpreis) sprechen und an Daniel erinnern, der in eine L\u00f6wenh\u00f6hle gesto\u00dfen wurde (Berachot 57b).<\/p>\n<p>14 Z.Bsp Ofb 19, 11-21<\/p>\n<p>15 Das Wesen des Judentums, 1923<\/p>\n<p>16 Quelle https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/spirituelle-selbstfindung-machtreligion-gluecklicher-100.html<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"p1\">Pastor i.R. J.-Stephan Lorenz<br \/>\nCarvoeiro, Portugal<br \/>\nstephan.lorenz@evlka.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kleider machen Leute | 15. So. n. Trinitatis | 28.09.2025 | 1. Petrus 5, 5-11 | Stephan Lorenz Die Gnade unseres Herrn Jesus Christi und die Liebe Gottes und die\u00a0Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. 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