{"id":25472,"date":"2025-09-25T18:30:20","date_gmt":"2025-09-25T16:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25472"},"modified":"2025-09-25T18:57:47","modified_gmt":"2025-09-25T16:57:47","slug":"matthaeus-624-34-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-624-34-4\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 6,24-34"},"content":{"rendered":"<h3>15.Sonntag nach Trinitatis | 28.09.2025 | Matth\u00e4us 6,24-34 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Marianne Frank Larsen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Bei Gott sein hei\u00dft beim anderen Menschen sein<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In dem amerikanischen Film mit dem Titel <em>Nomadland<\/em> wohnt Fern allein in dem Lieferwagen, den sie umgebaut hat, so dass sie darin essen und schlafen kann. Sie schl\u00e4gt sich durch mit schlecht bezahlten Jobs je nach Saison. Und dann wohnt sie auf verschiedenen Trailer-Parkpl\u00e4tzen drau\u00dfen in der \u00f6den Landschaft in Nevada. Da sehen wir sie allein in dem kleinen geschlossenen Raum des Wagens. Sie ist in Trauer, niedergeschlagen nachdem sie ihren Mann verloren hat und das Leben, das sie hatten. Sie hat keine Kinder, keine nahen Verwandten oder enge Freunde. Sie hat auch kein Geld, wenn ihr Lieferwagen repariert werden muss. Und keine Aussicht auf Ver\u00e4nderung. Sie ist allein sowohl im buchst\u00e4blichen als auch im \u00fcbertragenen Sinn. Bis jemand an ihre T\u00fcr klopft. Da ist jemand, der eine helfende Hand braucht, um seine Sachen zu verkaufen. Sie muss kommen. Und das tut sie, kommt heraus und geht mit hin zu Swankie im n\u00e4chsten Wagen. Und da ist jemand, dem etwas wehtut und der etwas zu trinken braucht. Und da ist jemand, der eine Zigarette braucht und ein Feuerzeug. Und da ist jemand, der krank geworden ist, sie muss Suppe f\u00fcr ihn kochen. Und da ist eine, der Hilfe braucht, um die Rost-Flecken an ihrem Wagen zu mahlen. Und da ist einer, der seine Haare schneiden lassen muss. Und einer, der sie mitnehmen will zu einem Reinigungsjob auf einem Campingplatz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Film ist eine Untersuchung des Elends bei den untersten Klassen in den USA, bei denen, die Arbeit, Haus und Zuhause verloren haben, als die Fabriken zumachten, und die keine Unterst\u00fctzung vom Staat bekommen. Aber das ist auch eine hoffnungsvolle und v\u00f6llig unsentimentale Erz\u00e4hlung dar\u00fcber, dass man gerufen wird \u2013 und sowohl buchst\u00e4blich als auch im \u00fcbertragenen Sinn aus seiner kleinen geschlossenen Welt herauskommt, hinaus zu anderen, die einen wollen und brauchen, jedenfalls bis sie weiterfahren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich denke, dass die Berufung, oder die vielen Berufungen, die Fern veranlassen, zu den anderen zu die Berufung im heutigen Evangelium wiederspegeln: \u201eTrachtet zuerst nach dem Reich Gottes\u201c, sagt Jesus, \u201eso wird euch das alles zufallen\u201c. Diese Worte sind ein Ruf an uns. Mit den Worten und den Bildern von den V\u00f6geln des Himmels und den Lilien auf dem Feld ruft er uns dazu, uns von unseren Sorgen zu befreien. Das k\u00f6nnen wir n\u00e4mlich nicht selbst. Sorgen aller Art bedr\u00e4ngen uns. Sie halten uns wach in der Nacht, sie bremsen unsere Arbeit und hemmen unsere Freude am Tage, wir werden sie nicht los, sagen wir, aber vielleicht ist es wahrer zu sagen, dass wir sie nicht loslassen wollen. Sie bekommen Macht \u00fcber uns. Gefangen in den Sorgen gleichen wir Fern in dem Film, eingeschlossen in dem kleinen dunklen Raum. Und deshalb ist es so befreiend, dass ein kluger Mann gesagt hat, dass das heutige Evangelium nicht nur noch eine weitere Aufforderung ist, sich zu befreien, zu vertrauen und im Jetzt zu leben und <em>carpe diem<\/em> wie die Lilien des Feldes und die V\u00f6gel des Himmels. Denn das ist es ja eben, was wir <em>nicht<\/em> k\u00f6nnen. Aber das heutige Evangelium ist ein Ruf. Es ist Jesus oder der Auferstandene, der uns ruft, um die Verdammung der Sorgen von au\u00dfen zu durchbrechen. Er ruft uns heraus, heraus um das Reich Gottes zu suchen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das Reich Gottes \u2013 das ist ja dort, wo er selbst ist, auch wenn wir ihn nicht sehen k\u00f6nnen. Wo das geschieht, was \u00fcberall geschah, wo er hinkam \u2013 damals als sie ihn sehen konnten. Wo Menschen zueinanderkommen und Barmherzigkeit finden und Aufrichtung, Respekt, Linderung. Wo das Unrecht auf Widerspruch st\u00f6\u00dft. Wo wir f\u00fcr einander die Lasten tragen. Wo einer gesehen wird und geh\u00f6rt wird und Antwort bekommt und eine Zigarette oder einen Haarschnitt oder einen Teller Suppe, so dass die Augen aufleuchten. Das ist dort, wo er ist, wie er damals war. Auch jetzt und hier. \u00dcberall, wo das geschieht, <em>wo die Liebe wohnt<\/em>, da ist Gottes Reich bei uns, w\u00e4hrend wir hier unser Leben auf Erden leben. Und dort sollen wir sein, zusammen mit ihm, drau\u00dfen beim anderen Menschen, k\u00f6nnen wir nicht gleichzeitig dem \u201eMammon dienen\u201c, nicht gleichzeitig von uns selbst eingenommen sein und unserem Status, was wir selbst anhaben sollen, was wir essen sollen oder wo wir Ferien machen sollen. Im Reich Gottes steht immer der andere Mensch im Mittelpunkt und was der braucht. Der andere Mensch, dem wir dienen sollen. Nur so dienen wir Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sucht zuerst das Reich Gottes, sagt der Auferstandene zu uns. Und das sagt er, weil er meint, dass wir da hingeh\u00f6ren zusammen mit ihm. Weil er uns in seiner G\u00fcte als seiner Geschwister sieht und als Kinder desselben himmlischen Vaters wie er selbst. Und deshalb imstande so zu handeln wie er, nicht nur passiv leben in seinem Geist, sondern \u201eim Geist wandeln\u201c, im buchst\u00e4blichen Sinne zu den anderen gehen, einander Barmherzigkeit erweisen, einander aufzurichten, respektieren, lindern, einander die Lasten tragen. Er traut uns zu, d2ass wir das k\u00f6nnen. Und das ist es immer, was er will: Dass der andere die Hand, die Worte, die N\u00e4he bekommt, die bewirken, dass das Leben lebenswert ist. Das erwartet er von uns. F\u00fcr unseren Mitmenschen, f\u00fcr unser gemeinsames Leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir vergessen das ja. Und die Sorgen um uns selbst und unser Eigentum ergreifen uns wieder. Aber an jedem Sonntag, wo wir Gottesdienst feiern, kommt er wieder und ruft uns, um uns aus unserem eigenen engen Raum zu befreien, so wie Fernherausgerufen wurde im Trailer-Park. Verborgen in den Worten, die wir h\u00f6ren und singen, ruft er uns hinaus in das Reich Gottes, in Nevada oder in Aarhus, hinaus zu ihm und einander mit Augen, die hoffentlich sowohl die G\u00fcte sehen k\u00f6nnen, die wir empfangen, als auch die G\u00fcte, die wir so sehr unter uns brauchen. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastorin Marianne Frank Larsen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">DK 8000 Aarhus C<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">mfl(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15.Sonntag nach Trinitatis | 28.09.2025 | Matth\u00e4us 6,24-34 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Marianne Frank Larsen | Bei Gott sein hei\u00dft beim anderen Menschen sein In dem amerikanischen Film mit dem Titel Nomadland wohnt Fern allein in dem Lieferwagen, den sie umgebaut hat, so dass sie darin essen und schlafen kann. 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