{"id":25559,"date":"2025-10-27T08:05:55","date_gmt":"2025-10-27T07:05:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25559"},"modified":"2025-10-26T18:23:57","modified_gmt":"2025-10-26T17:23:57","slug":"5-mose-64-9-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/5-mose-64-9-3\/","title":{"rendered":"5. Mose 6,4-9"},"content":{"rendered":"<h3>Die Tora als Wegweiser f\u00fcr das Leben | Reformationstag | 31.10.2025 | 5. Mose 6,4-9 | Thomas Bautz |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Es ist begr\u00fc\u00dfenswert, dass nach mehreren Reformen der Perikopenordnung das Interesse an Texten der hebr\u00e4ischen Bibel gewachsen ist: Man findet \u201esignifikant mehr alttestamentliche Predigttexte und Erweiterung ihres Gattungsspektrums\u201c, einige blieben. Man darf die zust\u00e4ndigen Gremien bei der EKD und in den Landeskirchen (mit abweichenden Ordnungen)<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> loben. Die Auswahl ist mitunter bemerkenswert; das betrifft besonders die Wahl <em>Dtn 6,4\u20139<\/em> f\u00fcr das Reformationsfest. Schwierig ist es, Bez\u00fcge zwischen dem <em>\u0160<sup>e<\/sup>ma\u201b Ji\u015br\u0101\u2019el<\/em><em> und dem Gedenken der Reformation herzustellen.<\/em><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die Leitgedanken f\u00fcr das Volk Israel und das Judentum finden sich in der Tora und kulminieren in den Worten des Schma Jisrael; die ersten sechs W\u00f6rter im Hebr\u00e4ischen klingen wie eine Pr\u00e4ambel, die durchaus feierlich verk\u00fcndet wird.<\/p>\n<p>\u05e9\u05b0\u05c1\u05de\u05b7\u05e2 \u05d9\u05b4\u05e9\u05b0\u05c2\u05e8\u05b8\u05d0\u05b5\u05dc \u05d9\u05b0\u05d4\u05d5\u05b8\u05d4 \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b5\u05d9\u05e0\u05d5\u05bc \u05d9\u05b0\u05d4\u05d5\u05b8\u05d4 \u05d0\u05b6\u05d7\u05b8\u05d3<\/p>\n<p>\u201eH\u00f6re Israel, der Ewige (JHWH), ist unser Gott, der Ewige (JHWH) ist einzig.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>\u201eIm hebr\u00e4ischen Text sind die Endbuchstaben des ersten und letzten Wortes durch Gro\u00dfschreibung hervorgehoben: Ajin und Dalet, was zusammen das Wort \u201aEd\u2018, Zeuge, ergibt! Dieser Satz legt Zeugnis ab f\u00fcr die unbeirrbare Treue des j\u00fcdischen Volkes zu Gott, durch alle Jahrtausende seiner Existenz hindurch, in friedlichen Zeiten und erst recht in Zeiten der Verfolgung.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Realistischer w\u00e4re: \u2026 f\u00fcr die unbeirrbare <em>gegenseitige<\/em> <em>Treue<\/em> zwischen dem j\u00fcdischen Volk und Gott.<\/p>\n<p>Das <em>\u0160<sup>e<\/sup>ma\u201b Ji\u015br\u0101\u2019el <\/em><em>zielt <\/em>in dieselbe Richtung wie das Erste Gebot \u201eIch bin Jahwe, dein Gott, der ich dich aus dem Land \u00c4gypten gef\u00fchrt habe, aus der Knechtschaft. Du sollst keine anderen G\u00f6tter haben neben mir\u201c (Ex 20,2\u20133\/ Dtn 5,6\u20137).<\/p>\n<p>Das Bekenntnis zur Einzigkeit Jahwes ist daher nur auf das Verh\u00e4ltnis Israels zu seinem Gott Jahwe zu verstehen; Israel wei\u00df sich ausschlie\u00dflich an seinen Gott gebunden. Die Existenz anderer G\u00f6tter wird nicht ausgeschlossen (Monolatrie). Erst sp\u00e4ter wandelte sich das Verst\u00e4ndnis zu dem Gedanken, dass Israels Gott der einzige wahre Gott ist (Monotheismus).<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Israel soll verstehen, dass es eine universelle einzigartige Einheit gibt, die auch alle Gegens\u00e4tze in sich vereinigt \u2013 mit einem Rabbiner gesagt:<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>\u201eDieses ganze gegens\u00e4tzliche All, mit Himmel und Erde, &#8230; mit bauenden und zerst\u00f6renden Kr\u00e4ften und Stoffen, mit all dem daraus sich erzeugenden Wechsel von Tag und Nacht, von Werden und Vergehen, von Bl\u00fchen und Welken, von Leben und Sterben, von Haben und Verlieren, von Genie\u00dfen und Darben, von Steigen und Fallen, von Lieben und Hassen, von Freud und von Leid, mit all den Gegens\u00e4tzen &#8230; aus welchen das Menschenwesen selbst sich gewoben f\u00fchlt \u2013 ein Einziger, Gott, der eine Einzige ist es, der all diese Gegens\u00e4tze geschaffen und h\u00e4lt, alle diese Gegens\u00e4tze geordnet und leitet, der all die Gegens\u00e4tze in uns gebildet.\u201c<\/p>\n<p>Wenn Gegens\u00e4tze auch f\u00fcr uns Menschen eine Einheit bildeten, wenn Polarit\u00e4ten oder Dualismen zwar bestehen blieben, aber nicht unvers\u00f6hnlich neben- oder gar gegeneinander \u2013 dann w\u00e4re es doch m\u00f6glich, Vertreter verschiedener Kulturen und Religionen, mit unterschiedlichem politischem Hintergrund zu Begegnungen und Gespr\u00e4chen zusammenzuf\u00fchren. Wenn man dann nicht nur die bestehenden Unterschiede hervorh\u00f6be, sondern auch Gemeinsamkeiten entdeckte, w\u00e4ren sie auch gewappnet gegen diejenigen, die durch Propaganda, L\u00fcgen und Gewalt einen Keil zwischen sie treiben wollen \u2013 leider meist erfolgreich!<\/p>\n<p>Mose f\u00fcgt seiner ber\u00fchmten Abschiedsrede \u2013 zu dem unverzichtbaren H\u00f6ren und Verstehen der Worte des einzigartigen Gottes, der alle Gegens\u00e4tze in sich vereint \u2013 die Forderung hinzu, diesen Gott auch zu lieben: \u201e<em>Und so sollst du lieben den Ewigen, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verm\u00f6gen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>\u201eLieben mit deinem ganzen Verm\u00f6gen\u201c meint \u201emit aller Kraft\u201c oder \u201emit all deinem Besitz\/ Gut oder Geld\u201c.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> \u201eVerm\u00f6gen\u201c ist auch im Deutschen zweideutig. Diese Ambivalenz wird konkret, wenn wir uns an die Erweiterung des Liebesgebotes erinnern und auf unser Leben anwenden: \u201eDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u201c (Lev 19,18b). Bekannt ist auch die Szene im Markusevangelium, wo Jesus die Frage eines Schriftgelehrten nach dem h\u00f6chsten Gebot souver\u00e4n beantwortet:<\/p>\n<p>Das h\u00f6chste Gebot ist das: \u201eH\u00f6re, Israel, Jahwe, unser Gott, ist Jahwe allein, und du sollst Jahwe, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gem\u00fct und mit all deiner Kraft\u201c. Das andre ist dies: \u201eDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u201c. Es ist kein anderes Gebot gr\u00f6\u00dfer als <em>diese<\/em> (Mk 12,29\u201331).<\/p>\n<p>Das Gebot der Liebe zu Gott, auch wenn es mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzer Kraft geschehen solle, bliebe noch recht abstrakt, wird aber durch die Forderung der Liebe zum N\u00e4chsten und zu sich selbst konkretisiert. Dabei ist \u2013 mit Emmanuel L\u00e9vinas \u2013 ebenfalls die Einzigartigkeit des N\u00e4chsten zu beachten. Der <em>Einzigartigkeit des Anderen<\/em> in Leiden, N\u00f6ten, Entbehrungen l\u00e4sst sich ad\u00e4quat nur durch unvergleichliche Einzigartigkeit einer Selbstaufopferung begegnen. Eine solche Bereitschaft zur Entbehrung, zum pers\u00f6nlichen Verzicht ist kapitalistischen, auf Wohlstand bedachten Gesellschaften \u00e4u\u00dferst fremd. Bestenfalls f\u00fchlt man sich durch karitative und soziale Institutionen entlastet, oder einzelne Menschen haben ein Herz f\u00fcr Arme, Einsame, Kranke und Schwache.<\/p>\n<p>Ein solcher Anspruch zur Aufopferung f\u00fcr den Anderen, f\u00fcr den N\u00e4chsten, bedarf einer Vermittlung, wo das Angesichtig<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> werden, das Sich aussetzen erschwert, verdr\u00e4ngt, verhindert wird; das Selbst muss angeredet werden. Anspruch erw\u00e4chst aus Zuspruch. Folgenreicher, weittragender Diskurs gebiert <em>die<\/em> Rede, ein Gebet, das Religion und Alltag des Judentums bis heute bestimmt: das <em>Schma Jisrael<\/em>. Es hat einen hohen Stellenwert in Israel; es begleitet das Leben eines Juden vom Anfang bis zum Ende. Das <em>\u0160<sup>e<\/sup>ma\u201b Ji\u015br\u0101\u2019el<\/em><em> ist kein Bekenntnis, auch kein Glaubensbekenntnis, sondern Ausdruck einer Liebesbeziehung zwischen Gott und Gottsuchern; Menschen, die auf der Suche sind und die w\u00e4hrenddessen immer wieder erfahren, dass N\u00e4he zum Ewigen, zu Jahwe (JHWH) nur m\u00f6glich ist durch die aufrichtige N\u00e4he zum N\u00e4chsten (modern: zum Mitmenschen).<\/em><\/p>\n<p>Als unsichtbare, aber treibende Kraft setzt die einem An- und Zuspruch folgende Ethik einen Diskurs in Gang, der fortw\u00e4hrend seinen Anfang nimmt in der Gesellschaft, in der Familie, beim Einzelnen. Dem Angesprochensein korrespondiert ein <em>Geh\u00f6rschenken<\/em>. Der Anspruch ist universal, auch wenn er auf die Einzigartigkeit eines Menschen zielt. Tr\u00e4fe er auf Geh\u00f6r, w\u00e4re der Gehorsam (ein unbeliebtes Wort) ebenso einzigartig \u2013 schon deshalb, weil Wegh\u00f6ren, Nichtwahrhaben wollen, Ausblenden eher der \u201eNorm\u201c entspricht. Eine auf die Singularit\u00e4t des Anderen zielende Ethik widerspricht nicht ihrem Anspruch auf Universalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Grundlegend gilt, dass der Andere nicht als \u201eAbbild\u201c oder Spiegelbild des Ich (Ego) konstruiert wird; \u00a0Das Gesicht<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> des Anderen ist \u201eabsolut transzendent\u201c. \u201eEs stellt dadurch meinen Anspruch, die Welt durch Wissen (\u2026) ausleuchten zu k\u00f6nnen, in Frage, und \u00f6ffnet mich so einem Denken, das einen Vorrang des Anderen m\u00f6glich macht und meinen Egoismus durchbricht \u2013 M\u00f6glichkeit von Ethik.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> \u201eSeine Anderheit (\u2026), sein ganzes Wesen spricht mich an mit einer <em>Bedeutung<\/em>, der ich nicht Herr werden kann. Diese Bedeutung kommt dem Anderen nicht von irgendeinem Kontext (System, Geschichte) her zu, sondern entspringt ganz aus ihm <em>selbst<\/em>. Dieses unsichtbare ethische Bedeuten und Sprechen des Anderen macht sein \u201aAntlitz\u2018 aus.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>\u00a0 Genau dazu verm\u00f6gen (j\u00fcdisch) die Tora und die Bibel (christlich) Wege zu ebnen.<\/p>\n<p>H\u00f6ren wir doch einmal hinein in die kulminierenden Worte der Tora, der Weisung schlechthin, die der Pr\u00e4ambel folgen:<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>\u201eUnd du sollst Jahwe, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen bleiben, und du sollst sie deinen Kindern einsch\u00e4rfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du unterwegs bist; wenn du dich niederlegst und wenn du dich erhebst. Du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden und sie als Merkzeichen auf der Stirn tragen, und du sollst sie auf die T\u00fcrpfosten deines Hauses schreiben und an deine Tore.\u201c<\/p>\n<p>Auf der Ebene des Deuteronomiums ist mit \u201elieben\u201c loyale Treue zum Bund<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> gemeint. Man sieht in den Aussagen des Textes ein bemerkenswertes Programm: Die Gesetze des Deuteronomiums \u201esollen auswendig gewusst werden; sie sollen eine zentrale Rolle spielen in der allt\u00e4glichen Erziehung; sie sollen zum \u201aMarkierungszeichen\u2018 (\u2026) werden, sie sollen in privaten wie \u00f6ffentlichen R\u00e4umen sichtbar vor Augen stehen.\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Das H\u00f6ren, Lesen und Verstehen lernen der Tora soll das Leben und das Alltagsleben des Einzelnen wie auch der Gemeinschaft pr\u00e4gen. Dabei ist die \u201eimmer neu anhebende Lesung der Schrift eine nie endende Offenbarung.\u201c \u201eDie <em>Tora<\/em> spricht die Sprache der Menschen\u201c, sagt ein Rabbi; das geschieht, damit die Auslegung nicht hinter jedem Ausdruck der biblischen Sprache \u201eeinen metaphysischen (oder allegorischen) Sinn suchen mu\u00df. Doch diese Begrenzung der Interpretation ist stets relativ, und die Grenzen sind verschiebbar.\u201c Der unabweisbare, aber gro\u00dfartige Gedanke hinter diesem Prinzip ist derjenige, dass sich die Tora derselben Sprache bedient, mit der wir denken, reden, miteinander sprechen.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Dabei h\u00e4lt die Schrift meist einen geheimnisvollen (oder latenten) Sinn\u00fcberschuss bereit. Im Akt des Lesens verbirgt sich mitunter eine \u201eimplizite Exegese \u2013 und Aufforderung zur Exegese\u201c.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Die Tora liegt uns zwar schriftlich vor, hat aber vornehmlich m\u00fcndlichen Charakter \u2013 auch f\u00fcr uns Heutige; diese Anschauung vertritt j\u00fcdische und christliche Bibelauslegung.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> \u201eIn der Thora begegnet ihr dem, der euch als Person anredet.\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Eine Klimax tr\u00f6stlicher Bibellekt\u00fcre erf\u00e4hrt man durch Worte bei Jeremia: <em>\u201eIch gebe meine Tora in ihr Inneres, und auf ihr Herz will ich sie schreiben\u201c<\/em> (Jer 31,33) und im Psalter: \u201eDas ist mein Trost in meinem Elend, dass Dein Wort mich am Leben erh\u00e4lt\u201c (119,50); \u201eMeine Augen schmachten nach Deinem Wort, sie fragen: Wann wirst Du mich tr\u00f6sten?\u201c (119,82); \u201eDein Wort ist eine Leuchte meinem Fu\u00df und ein Licht auf meinem Pfad\u201c (119,105).<\/p>\n<p>Nun mag es doch nicht mehr so schwer erscheinen, einen Bogen zu schlagen zur Reformation, an dieser Stelle vornehmlich zum Reformator Martin Luther. Die enorme Bedeutung, welche die Tora, kulminierend im \u201eH\u00f6re Israel\u201c (Schma Jisrael) f\u00fcr das Judentum hat, lie\u00dfe sich m.E. vergleichen mit der herausragenden Rolle, die das \u201eWort Gottes\u201c, die Heilige Schrift, die Bibel f\u00fcr das Christentum einnimmt. Luther hat seinerseits Prinzipien und Ratschl\u00e4ge f\u00fcr die Bibellese hinterlassen, die nicht nur dogmatischen, theologischen, theoretischen Charakter haben, sondern auch f\u00fcr das Leben der Leser hilfreich, n\u00fctzlich sein sollen z.B.: <em>Die Bibel ist nicht zuerst Lese-, sondern<\/em> Lebewort:<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>\u201eDenn das geschriebene Wort Gottes soll nicht (nur) gelesen, sondern gelebt werden; es will nicht der Spekulation, sondern der Meditation dienen und so der Praxis des Lebens zugutekommen.\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Das Wort Gottes meditieren hei\u00dft: \u201eNicht allein im Herzen, sondern auch \u00e4u\u00dferlich die m\u00fcndliche Rede und Buchstabenwort im Buch immer treiben, lesen und wieder lesen, mit flei\u00dfigem Aufmerken und Nachdenken (\u2026).\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Wer sich vertiefend an die Schriftauslegung begeben will, dem gibt Luther ein Prinzip mit auf den Weg: \u201eDer Ausleger (\u2026) entspricht seiner Aufgabe darin, da\u00df er der Selbstauslegung der Schrift ungehindert Raum gibt.\u201c Das meint die \u201eFormel\u201c: \u201eScriptura (sacra) sui ipsius interpres\u201c. Damit wird freilich keine exegetische oder hermeneutische Anstrengung \u00fcberfl\u00fcssig; es soll aber daran erinnern, \u201esich auf den Vollzug der Selbstauslegung der Schrift nicht nur noetisch (mit dem Verstand), sondern in seiner ganzen Existenz einzulassen.\u201c Dazu geh\u00f6rt auch, jeden Text aus seinem Kontext heraus zu verstehen. Ferner betont Luther die \u201eRegel, die Worte stets in ihrem einfachen, nat\u00fcrlichen Sinn zu verstehen.\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Au\u00dferdem ist es wichtig, den Geist vom Buchstaben, den geistlichen vom w\u00f6rtlichen Sinn zu unterscheiden.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p>Luthers starke Betonung der \u201eSelbstt\u00e4tigkeit der Hl. Schrift\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> gipfelt in der Formel <em>Sola Scriptura<\/em>, die unter den reformatorischen \u201eSolas\u201c die Grundlegendste zu sein scheint, weil sich die anderen, nicht weniger bedeutsamen, von ihr <em>inhaltlich<\/em> ableiten lassen:<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> <em>Sola gratia<\/em> (Allein durch Gnade); <em>Sola fide<\/em> (Allein durch Glauben); <em>Solus Christus<\/em> (Allein Christus); die Betonung Christi als Heilsbringer dr\u00fcckt sich in dem Schriftprinzip <em>Was Christum treibet<\/em> aus, ergo, was in der Bibel auf Christus hinweist.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>Es muss nicht extra betont werden, dass j\u00fcdische Schriftauslegung nur mit dem Schriftverst\u00e4ndnis des Reformators Luther und somit der vermutlich wichtigsten Errungenschaft der Reformation in etwa vergleichbar ist. Das betrifft nicht zuletzt die Treue zur Tora, zur hebr\u00e4ischen Bibel insgesamt, seitens des Judentums, wie auch die Treue zum Wort Gottes, zur Schrift, zur Bibel, von christlicher Seite aus. \u201eDie gottgeschenkte Selbstt\u00e4tigkeit der Bibel ist der Schl\u00fcssel zu Luthers Selbstverst\u00e4ndnis und zum wahren Verstehen der evangelischen Bewegung \u00fcberhaupt.\u201c Dass Luther diese Bewegung verk\u00f6rpert, \u201eist nur von der Erfahrung der Offenbarung Gottes in der Bibel zu begreifen. \u201aDie Kirche kann nicht entstehen noch bestehen in ihrer Natur \u2013 au\u00dfer durch das Wort Gottes\u2018 (\u2026). Diese Worte Luthers in seiner ersten uns erhaltenen Predigt vom Jahre 1512 gelten gerade auch f\u00fcr unsere Zeit, nachdem sie bahnbrechend und wegweisend f\u00fcr das 16. Jh. gegolten haben.\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte kaum schwerfallen, bei sorgf\u00e4ltiger Lekt\u00fcre der hebr\u00e4ischen Bibel, beim Studium der Tora, zu entdecken, wie Worte der Schrift lebendig und wirksam werden, gesprochen durch Propheten, die auf das Wort Gottes h\u00f6rten und es sozialkritisch verk\u00fcndeten. Oder wie Gebete einzelner Menschen oder einer Gemeinschaft ihre N\u00e4he zum Wort, eingebettet in ihre pers\u00f6nliche Lebenssituation, zum Ausdruck bringen. Schlie\u00dflich werden Reflexion \u00fcber das Dasein \u2013 mit allen Zweifeln und \u00c4ngsten vor dem Scheitern \u2013 vom Wort Gottes begleitet, mitunter sogar durchdrungen, und Menschen reifen dadurch, wie es die Weisheitsliteratur in der hebr\u00e4ischen Bibel und im Talmud<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> zu zeigen vermag.<\/p>\n<p>\u201eThe oral Torah speaks \u201ain spirit and in truth\u2018, even when it seems to do violence to the verses and letters of the written Torah. From the Torah it extracts <em>ethical meaning as the ultimate intelligibility<\/em> <em>of the human<\/em> and even of the cosmic.\u201d<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n<p>(Die m\u00fcndliche Tora spricht \u201eim Geist und in der Wahrheit\u201c, auch wenn sie den Versen und Buchstaben der geschriebenen Tora Gewalt anzutun scheint. Aus der Tora extrahiert sie ethische Bedeutung als die ultimative Verst\u00e4ndlichkeit des Menschlichen und sogar des Kosmischen.)<\/p>\n<p>Judentum und Christentum halten in Gestalt ihrer heiligen Schriften kostbare Sch\u00e4tze in H\u00e4nden. W\u00fcrden diese auch Zugang zu den Herzen der Menschen gewinnen, m\u00f6chte man sie verinnerlichen, k\u00e4me man praktisch der Ethik des Anderen, der Liebe des N\u00e4chsten einen enormen Schritt n\u00e4her. \u00a0\u201eDas jesuanische \u201aDoppelgebot\u2018 (Mk 12,29\u201331) ist (auch) jedem Juden eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, (\u2026) in der Praxis des Alltags, nie im Philosophieren (Meditieren) allein \u00e4u\u00dfert sich die Gottesliebe.\u201c<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Pfarrer Thomas Bautz<br \/>\n(\u201eim Unruhestand\u201c)<br \/>\nBonn<br \/>\n<a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fussnoten<\/strong>:<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Perikopenordnung\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Perikopenordnung<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Eine hypothetische Verbindung k\u00f6nnte allzu konstruiert und einseitig sein! Fairerweise m\u00fcssten auch die judenfeindlichen Schriften Martin Luthers erw\u00e4hnt werden, hier nur die wichtigsten: R\u00f6merbriefvorlesung (1515\u20131516), WA 56; Von den Juden und ihren L\u00fcgen (Jan. 1543), WA 53, S. 412\u2013552; Erste Psalmenvorlesung (1513\u20131515), WA 55\/1 und 55\/2. Es ist eine Schande, dass die Theologische Realenzyklop\u00e4die nur auf <em>einer<\/em> \u00a0Seite \u00fcber Martin Luther dessen Judenfeindlichkeit (vorsichtig!) anspricht: TRE 21 (1991), Art. <em>Luther, Martin<\/em> (1483\u20131546), \u00a0513 \u2013567: <em>Luther<\/em> I: Leben, 514\u2013530 (Martin Brecht): (10.) <em>Wirkungsbereiche<\/em>, 522\u2013523: 523; ergo ein winziger Teil aus Luthers Leben und Wirken! <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Luther_und_die_Juden\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Luther_und_die_Juden<\/a>. Wir werden aber Luthers <em>Verdienste<\/em> ebenfalls (in Auswahl) im Weiteren anf\u00fchren.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Biblia Hebraica Stuttgartensia (BHS): Dtn 6,4; cf. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schma_Jisrael\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schma_Jisrael#<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.hagalil.com\/judentum\/torah\/zwi-braun\/5-vaet-02.htm\">https:\/\/www.hagalil.com\/judentum\/torah\/zwi-braun\/5-vaet-02.htm<\/a>. Hervorhebung der beiden Buchstaben findet sich leider nur in wenigen Quellen, wie in der BHS. Die Wortbildung aus ihrer Zusammensetzung zu \u05e2\u05d3 (Ed) erinnert ein wenig an Methoden der Kabbalah, einer mystischen Bewegung innerhalb des Judentums, die\u00a0\u00a0 religi\u00f6se, philosophische und esoterische Gedanken aufnimmt und dazu auch spielerische Deutungen aus dem hebr\u00e4ischen Alphabet ableitet.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Cf. <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/efp\/reihe1\/reformationsfest-5-mose-6\">https:\/\/www.die-bibel.de\/ressourcen\/efp\/reihe1\/reformationsfest-5-mose-6<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.hagalil.com\/judentum\/torah\/zwi-braun\/5-vaet-02.htm\">https:\/\/www.hagalil.com\/judentum\/torah\/zwi-braun\/5-vaet-02.htm<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Roland Gradwohl: Bibelauslegungen aus j\u00fcdischen Quellen 4 (1989): \u201eH\u00f6re, Israel\u201c (Dtn 6,4\u20139), S. 120\u2013135: Leitworte des hebr\u00e4ischen Textes, 121\u2013122: 121; so die sekund\u00e4ren Bedeutungen von \u201eVerm\u00f6gen\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> <em>visage<\/em> (Angesicht\/ <em>Antlitz<\/em>, besser: <em>Gesicht<\/em>, <em>face<\/em>) ist ein zentraler Begriff in L\u00e9vinas\u2018 philosophischer Ethik; L\u00e9vinas: Totalit\u00e4t und Unendlichkeit (<sup>5<\/sup>2014; 4. Aufl. d. Studienausgabe): Register: Antlitz (<em>visage<\/em>), 456; vor allem 267\u2013294; L\u00e9vinas: Jenseits des Seins oder anders als Sein geschieht (<sup>4<\/sup>2011; 3. Aufl. d. Studienausgabe): Register: <em>Gesicht<\/em> (<em>visage<\/em>), 43ff, 199ff; vor allem 43 (A. l): \u201edas Gesicht des Anderen\u201c, wo Thomas Wiemer als \u00dcbersetzer die M\u00f6glichkeiten einer Wiedergabe von <em>visage<\/em> diskutiert und die Wahl: <em>Gesicht<\/em> begr\u00fcndet; cf. L\u00e9vinas: Wenn Gott ins Denken einf\u00e4llt. Diskurse \u00fcber die Betroffenheit von Transzendenz (<sup>4<\/sup>2004; 3. Aufl. d. Studienausgabe): Register: Antlitz (<em>visage<\/em>), vor allem 208 (A. m), wo der \u00dcbersetzer (Th. Wiemer) Gesicht und visage auf eine ethische Forderung bezieht: jemand blickt mich an und damit betrifft er mich ethisch (209; m).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> S. Federico Ignacio Viola: Der Kairos der Liebe. Das Konzept der Gerechtigkeit bei Emmanuel Levinas, Studien zu Judentum und Christentum 27 (2014): Das Verst\u00e4ndnis der Ethik (1.) Unbedingtheit der Ethik (b) Das Gesicht, 29\u201331.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> L\u00e9vinas: Ethik als Erste Philosophie. Mit e. Nachwort v. Gerhard Weinberger (2022): Glossar (81\u201393): Alterit\u00e4t\/ Antlitz, 81\u201382.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Den Andern denken. Philosophisches Fachgespr\u00e4ch mit Emmanuel Levinas, hg.v. Franz Josef Klehr (1991): Den Anderen anders denken. Einf\u00fchrung in die Philosophie von Emmanuel Levinas, 1986 (Ludwig Wenzler), 13\u201315: 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Cf. Z\u00fcrcher Bibel, z.St.; Die f\u00fcnf B\u00fccher der Weisung (Martin Buber\/ Franz Rosenzweig), z.St.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> S. Udo R\u00fctersw\u00f6rden: Bund (AT), (2006), wibilex pdf-Datei, S. 7\u20138: Bundestheologie (u.a. Jer 31<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Karin Finsterbusch: Deuteronomium. Eine Einf\u00fchrung (2012), 85.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Emmanuel L\u00e9vinas: Jenseits des Buchstabens. Band 1: Talmud-Lesungen (1996): Vorwort, 7\u201318: 7; Original: L\u00e9vinas: L\u2019au-del\u00e0 du verset (1982).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> L\u00e9vinas: Jenseits des Buchstabens 1 (1996), 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Logos und Buchstabe. M\u00fcndlichkeit und Schriftlichkeit im Judentum und Christentum der Antike, hg.v. Gerhard Sellin\/ Fran\u00e7ois Vouga TANZ 20 (1997): Das lebendige Wort und der tote Buchstabe. Aspekte von M\u00fcndlichkeit und Schriftlichkeit in christlicher und j\u00fcdischer Theologie (Gerhard Sellin), 11\u201331; Spuren der Unterscheidung von m\u00fcndlichem und schriftlichem Wort im Alten Testament (Ina Willi-Plein), 77\u201389.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> L\u00e9vinas: Jenseits des Buchstabens 1 (1996): Erste Lektion. Das Modell des Westens, 19\u201349: 46.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Zit.n. Albrecht Beutel: In dem Anfang war das Wort. Studien zu Luthers Sprachverst\u00e4ndnis, HUTh 27 (1991): (\u00a7 9) Gottes geschriebenes Wort (1.) Zu Luthers Schriftverst\u00e4ndnis (a) Die Schriftlichkeit der Schrift, 238\u2013243: 242 (A. 200 u. 201); Belege dort nach der Weimarer Ausgabe (WA).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Cf. WA 31,1; 67,24\u201327 (1530); zit.n. Beutel, op.cit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Cf. WA 50; 659,22\u201329 (1539); zit.n. Beutel, op.cit.; von uns sprachlich ans heutige Deutsch angepasst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Beutel: In dem Anfang war das Wort (1991): (\u00a7 9) (1.) Zu Luthers Schriftverst\u00e4ndnis (c) Die Klarheit der Schrift, 246\u2013250: 247 (A. 226 u. 227); zur Kontextabh\u00e4ngigkeit: WA 18; 69,9\u201311 (1525); zit.n. Beutel, op.cit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> \u201eIn Scripturis Sanctis optimum est Spiritum a litera discernere, hoc enim facit vero theologum\u201c, WA 55 I, 4; TRE 30 (1999), Art. <em>Schriftauslegung<\/em> (III) (4.) <em>Reformation<\/em> (4.1.) <em>Luther<\/em>, 481\u2013482: 481.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Ernst-Wilhelm Kohls: Luther oder Erasmus. Luthers Theologie in der Auseinandersetzung mit Erasmus. Band II, ThZS 8 (1978): (III) (2.) Die Unterschiede zwischen Erasmus und Luther (a) (4) Das \u201esola scriptura\u201c bei Luther als Beschreibung der Selbstt\u00e4tigkeit der Hl. Schrift, 32\u201334.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Cf. <a href=\"https:\/\/www.biblisch-reformiert.org\/5-Solas-der-Reformation\">https:\/\/www.biblisch-reformiert.org\/5-Solas-der-Reformation<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Angesichts dieser Formeln verlassen wir die Vergleichbarkeit mit der Rolle der Tora im Judentum.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Kohls: Luther oder Erasmus (1978): Zusammenfassung (1.) Die gottgeschenkte Selbstt\u00e4tigkeit der Bibel, 183\u2013184 (A. 1300; S. 362); WA 1, S. 13, 38\u201339.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Lernen, Torastudium (des Pentateuch, sp\u00e4ter: der Heiligen Schrift); <a href=\"https:\/\/judentum.hagalil.com\/talmud\/\">https:\/\/judentum.hagalil.com\/talmud\/<\/a>; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Talmud\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Talmud<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Emmanuel Levinas: Nine Talmudic Readings. \u00dcbers. u. mit e. Einf. v. Annette Aronowicz (1968 u. 1977; 1990): From the Sacred to the Holy: Five New Talmudic Readings (89\u2013197): Preface, 91\u201393: 92\u201393.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Gradwohl (1989): \u201eH\u00f6re, Israel\u201c (Dtn 6,4\u20139): Wegweisung f\u00fcr unsere Zeit, 135.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tora als Wegweiser f\u00fcr das Leben | Reformationstag | 31.10.2025 | 5. Mose 6,4-9 | Thomas Bautz | Liebe Gemeinde! Es ist begr\u00fc\u00dfenswert, dass nach mehreren Reformen der Perikopenordnung das Interesse an Texten der hebr\u00e4ischen Bibel gewachsen ist: Man findet \u201esignifikant mehr alttestamentliche Predigttexte und Erweiterung ihres Gattungsspektrums\u201c, einige blieben. 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