{"id":25575,"date":"2025-10-28T22:14:42","date_gmt":"2025-10-28T21:14:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25575"},"modified":"2025-10-28T22:14:53","modified_gmt":"2025-10-28T21:14:53","slug":"gen-8-18-22-und-9-8-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/gen-8-18-22-und-9-8-17\/","title":{"rendered":"Gen 8, 18-22 und 9, 8-17"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Predigt am 20. Sonntag nach Trinitatis | am 2. November 2025, in Staffelbach\/Schweiz | \u00fcber Gen 8, 18-22 und 9, 8-17 | vom \u201eR\u00e4tsel \u00fcber den Bogen am Boden\u201c | D\u00f6rte Gebhard<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Gnade sei mit euch und Frieden, von Gott, unserem Vater und unserem Herrn, Jesus Christus. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein Bogen am Boden?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vor ein paar Tagen lief ich in Sch\u00f6ftland auf der Dorfstrasse, H\u00f6he Schulhaus, und liess mir die Herbstsonne warm auf den R\u00fccken scheinen. Von vorn, vom Jura her, zogen bedrohlich schwarze Wolken auf. Starker Wind riss die Bl\u00e4tter von den B\u00e4umen und sch\u00fcttelte die kahlen \u00c4ste. Unmittelbar vor mir auf dem Gehweg war mein Schatten unterwegs, wie immer bei Sonnenschein von hinten. Aber um den schwarzen Schatten meines Kopfes fiel mir pl\u00f6tzlich ein Regenbogen auf, der in allen Farben leuchtete.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich blieb stehen, der Regenbogen blieb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich ging ein bisschen schneller, der Regenbogen blieb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich lief langsamer und dann vorsichtig r\u00fcckw\u00e4rts, der Regenbogen blieb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich sah mich hektisch um, aber keine Menschenseele war zu entdecken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Niemand, der mir einen Streich spielte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Niemand, der hinter mir ging oder fuhr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich trat in einer Einfahrt zwei Meter zur Seite, der Regenbogen blieb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bildete ich mir den Regenbogen nur ein?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nein!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sehr r\u00e4tselhaft! Ein Regenbogen am Boden!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mir fiel so ein optimistischer Spruch ein:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWer den Kopf h\u00e4ngen l\u00e4sst, sieht die Sterne immerhin noch in der Pf\u00fctze.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber ich sah immer wieder hoch und herum \u2013 vor der dunklen Wolkenwand war weit und breit kein Regenbogen zu sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">II \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein Bogen in den Wolken<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie war das bei Euch fr\u00fcher?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sobald ein Regenbogen am Himmel erschien, wurde bei uns alles stehen und liegen gelassen. Alle Kindernasen klebten an der Fensterscheibe. In der Schule musste sogar die Probe in Mathematik warten. Daheim liessen wir alles sein, was gerade im Gange war: Klavier \u00fcben, W\u00e4sche b\u00fcgeln, Vokabeln lernen, Marmelade einkochen, Fische f\u00fcttern, die Grosstante besuchen &#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Erwachsenen liessen uns immer staunen, denn sie wussten, wie schnell ein Regenbogen kommt und schon wieder vor\u00fcber ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und heute?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sobald ein Regenbogen am Himmel zu sehen ist, wird geschwind das Handy ergriffen und fotografiert und gepostet. Der ganze Rest der Weltgeschichte hat Pause f\u00fcr einen Moment. Zwischen viele d\u00fcstere Bilder mischen sich dann die zahllosen Regenbogenfotos.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die eben geh\u00f6rte, dramatische Geschichte von Noah und den Seinen und den Tieren, die gerade der totalen Katastrophe entgangen waren, kommt dabei sicher nicht allen in den Sinn. Ich kannte sie als Kind noch gar nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott schliesst nach der Sintflut einen Bund mit Noah und allen Menschen und Tieren, die die Erde bev\u00f6lkern wie er.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dabei ist das ein sehr einseitiger Bundesschluss! Noah sagt die ganze Zeit nichts dazu. Niemand bringt ein Wort heraus. Nicht einmal \u201eja\u201c und auch nicht \u201eamen\u201c, nichts.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noah, als \u00dcberlebender des Weltuntergangs, staunte wohl \u00fcber den Regenbogen wie wir als Kinder, wie ich vor ein paar Tagen \u00fcber den Bogen am Boden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vom Regenbogen, den Noah gezeigt bekommt, wird nicht als bestimmtes, l\u00e4ngst vergangenes Ereignis erz\u00e4hlt. Dann k\u00f6nnte es uns v\u00f6llig egal sein. Noah ist schon lange tot. Erz\u00e4hlt wird ein Mythos, also eine Geschichte, die aktuell bleibt f\u00fcr immer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mythen sind jene Geschichten, die <em>alle<\/em> Menschen zu <em>allen<\/em> Zeiten betreffen.<a href=\"applewebdata:\/\/37332B4E-CAE7-43B8-9DCC-4E35BD2C9D01#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sind viel wichtiger als historische Berichte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sind alles andere als M\u00e4rchen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mythen werden \u00fcberliefert, damit wir schlau draus werden, was auf der Welt geschieht. Mythen sind \u00fcberlebenswichtig, damit Menschen, die wie Noah eine Katastrophe \u00fcberleben, Kraft haben, den Kopf nicht h\u00e4ngen zu lassen, damit sie Mut haben, von vorn anzufangen und ihre Hoffnung nicht fahren zu lassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">III \u00a0\u00a0\u00a0 Gottes Bogen als Zeichen seiner Freiheit<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott setzt seinen Bogen in die Wolken, wann und wo er will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott ist frei, seine Zeichen zu setzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im wechselhaften Wetter an der nordskandinavischen Westk\u00fcste sind Regenb\u00f6gen besonders oft zu sehen, in diesem August waren beinahe t\u00e4glich mehrere Regenb\u00f6gen zu entdecken. In der Levante, in den L\u00e4ndern \u00f6stlich des Mittelmeeres, d\u00fcrften sie wesentlich seltener und damit noch beeindruckender sein. Die Sonne scheint dort viel anhaltender vom wolkenlosen Himmel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Egal, wo wir leben: Regenb\u00f6gen liegen nicht in unserem Ermessen. Sie stehen uns nicht zur Verf\u00fcgung. Wir kennen nat\u00fcrlich die g\u00fcnstige Wetterlage, aber ob und wo genau einer erscheint oder sogar zwei auftauchen, kann man nicht wissen. Berechnete es jemand, verpasste er mit Sicherheit die Sch\u00f6nheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Propheten, die so nahe bei Gott leben, betonen, wie gross die Freiheit Gottes uns gegen\u00fcber ist. Im Buch des Propheten Jesaja schreiben seine sp\u00e4teren Sch\u00fcler (Jes 55, 8-9):<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>8 So lautet der Ausspruch des Herrn:<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Meine Pl\u00e4ne sind anders als eure Pl\u00e4ne<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und meine Wege anders als eure Wege.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>9 Wie weit entfernt ist doch der Himmel von der Erde!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>So fern sind meine Wege von euren Wegen<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und meine Pl\u00e4ne von euren Pl\u00e4nen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Regenbogen ist Zeichen von Gottes Freiheit uns gegen\u00fcber \u2013 und zugleich das Zeichen seiner Verbundenheit mit uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noah hatte Gott nicht mit einem Gebet beschwatzt oder zu erpressen versucht, in der Art von: \u201eWenn du mir &#8230;, dann werd\u2018 ich dir &#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noah sagt, wie gesagt, nichts.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">IV \u00a0\u00a0\u00a0 Gottes Bogen als Zeichen seiner \u201egespannten Geduld\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fr\u00e8re Richard, Bruder der Kommunit\u00e4t von Taiz\u00e9 und Theologe, hat sich der Sintflut und dem Regenbogen gewidmet \u2013 staunend und zugleich mit scharfem Verstand.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das B\u00f6se, stellt sich Fr\u00e8re Richard vor, kann Gott auf zweierlei Arten behandeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die erste M\u00f6glichkeit:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott kann dem B\u00f6sen ein Ende setzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er kann das B\u00f6se ausrotten, mit einer Sintflut, mit einer Katastrophe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Damit aber rottet er alles aus, was lebt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch alles Sch\u00f6ne und Gute.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alles, was w\u00e4chst und gedeiht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alles.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nichts bleibt \u00fcbrig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nichts.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die zweite M\u00f6glichkeit:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott kann das B\u00f6se fortan ertragen um der Gerechten willen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Mythos von der Sintflutgeschichte erz\u00e4hlt, dass Gott sich f\u00fcr das Ertragen entschieden hat:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Nie wieder soll eine Sintflut alles Leben ausrotten!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Nie wieder soll eine Sintflut die Erde vernichten! <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nie wieder!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Es gilt f\u00fcr alle k\u00fcnftigen Generationen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gilt bis auf den heutigen Tag!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir erkennen schon bei einem oberfl\u00e4chlichen Blick in die Welt, dass dieser Mythos wahr ist und immer wieder wahr wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn <em>Gott l\u00e4sst seine Sonne aufgehen \u00fcber B\u00f6se und Gute, <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>er l\u00e4sst regnen \u00fcber Gerechte und Ungerechte <\/em>(Mt 5, 45),<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wie es in der Bergpredigt heisst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott setzt seinen Bogen in die Wolken, sichtbar f\u00fcr alle Menschen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">f\u00fcr die einen und die anderen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott bewahrt die Welt und ertr\u00e4gt das B\u00f6se.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott l\u00e4sst seinen Sohn Jesus Christus als Gerechten in die Welt kommen und greift erst zu Ostern ein, nicht schon an Karfreitag, als er der irdischen Macht der Ungerechten ausgeliefert ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Katastrophe, das Kreuz, ertr\u00e4gt Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er greift nicht vernichtend ein. Es w\u00e4re das Ende der Weltgeschichte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es w\u00e4re unser Ende.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gottes Geduld muss unvorstellbar gross sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kein Mensch kann sie ermessen und niemand kann so viel Geduld haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So schreibt Fr\u00e8re Richard, obwohl er selbst einer der geduldigsten Menschen ist, denen ich je begegnet bin. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass er je die Geduld verliert. Ich w\u00fcsste nicht, was daf\u00fcr passieren m\u00fcsste.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fr\u00e8re Richard kann sich offenbar nicht ausdenken, dass Gott einmal seine Geduld verliert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Philosophen haben immer gegen diese g\u00f6ttliche Geduld argumentiert:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kann Gott nichts machen? Ist er etwa schwach?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Will Gott nichts machen? Ist er etwa nicht gut?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Geduld wurde Gott schon oft vorgeworfen, als Desinteresse oder Ohnmacht ausgelegt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und niemand, der leidet, muss Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Gottes grosse Geduld mit dem B\u00f6sen haben. Das w\u00e4re wirklich zu viel verlangt!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das schafft nicht einmal Paulus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Apostel hat Gott sein Leid geklagt, immer wieder, bis hin zu suizidalen Gedanken (Phil 1, 23): <em>Am liebsten w\u00fcrde ich das irdische Leben hinter mir lassen und bei Christus sein \u2013 das w\u00e4re bei weitem das Beste.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So schreibt er an die Philipper.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sogar Jesus Christus hat im Garten Gethsemane inniglich und ernstlich den Vater gebeten, dass ihm das Ertragen von so viel B\u00f6sem doch erspart bleibe: <em>Lass diesen Kelch an mir vor\u00fcbergehen &#8230; (Mt 26, 39). <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber Gott ertr\u00e4gt das B\u00f6se.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er tut es nicht aus Resignation, Schw\u00e4che oder Gleichg\u00fcltigkeit, sondern mit h\u00f6chst gespannter Geduld.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fr\u00e8re Richard stellt sich vor, dass Gott seinen Regenbogen in den Wolken spannt wie wir einen Flitz-\/Pfeilbogen. Weil Gott die Hoffnung nicht aufgibt, dass wir uns an ihn erinnern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weil Gott auf das Gute und Sch\u00f6ne setzt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">weil Gott das Helle, das Leuchtende, das Farbige liebt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">weil er die M\u00f6glichkeiten der Liebe hat,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">weil er die Liebe ist \u2013 und darum so langsam zum Zorn (2. Mose 34, 6).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">V\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Bogen am Boden<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seid Ihr gespannt wie Flitzb\u00f6gen, woher der Regenbogen \u00fcber dem Schatten meines Kopfes kam?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich konzentrierte mich auf meinen Physikunterricht in der 6. Klasse. Da hatten wir das erste Mal Optik. Wir staunten \u00fcber die Brechung des weissen Lichtes in alle Farben. Ich erinnerte mich, dass es manchmal einen Regenbogen gab, wenn man fr\u00fcher eine CD aus der H\u00fclle nahm oder wenn mittags die Sonne im Badezimmer auf das Zahnputzglas scheint.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So kam ich auf meine Brille, die ich mir \u2013 genau wie heute Morgen \u2013 in die Haare gesteckt hatte, um sie griffbereit zu haben, wenn es etwas genauer und sch\u00e4rfer zu sehen gibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Meine alte Brille war zust\u00e4ndig f\u00fcr den herrlichen Regenbogen am Boden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott setzt seine Zeichen, wann und wo und wie es ihm gef\u00e4llt. Er ist frei.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber unsere Optik ist gefragt, unser aufmerksamer Blick. Ein paar Tage sp\u00e4ter hatte ich dann die Brille auf der Nase, als der Regenbogen in den Wolken stand \u2013 als Zeichen f\u00fcr Gottes gespannte Geduld mit uns Menschen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle Vernunft, der st\u00e4rke und bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0&#8212;<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">PD Dr. D\u00f6rte Gebhard, Pfarrerin in Sch\u00f6ftland\/Schweiz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mail: doerte.gebhard@web.de<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/37332B4E-CAE7-43B8-9DCC-4E35BD2C9D01#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00a0Dieser und die folgenden Predigtgedanken sind inspiriert von Fr\u00e8re Richard: Der Regenbogen nach der Sintflut. Gottes gespannte Geduld, in: Hefte aus Taiz\u00e9, Nr. 19, Taiz\u00e9 2012.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt am 20. Sonntag nach Trinitatis | am 2. November 2025, in Staffelbach\/Schweiz | \u00fcber Gen 8, 18-22 und 9, 8-17 | vom \u201eR\u00e4tsel \u00fcber den Bogen am Boden\u201c | D\u00f6rte Gebhard Gnade sei mit euch und Frieden, von Gott, unserem Vater und unserem Herrn, Jesus Christus. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amen. I\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein Bogen am [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":25566,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,541,1,2,157,853,114,475,963,1052,349,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-25575","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-genesis","category-20-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-at","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-doerte-gebhard","category-kapitel-08-chapter-08-genesis","category-kapitel-09-chapter-09-genesis","category-kasus","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25575","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25575"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25575\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25577,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25575\/revisions\/25577"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25566"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25575"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25575"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25575"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=25575"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=25575"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=25575"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=25575"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}