{"id":25631,"date":"2025-11-20T07:55:07","date_gmt":"2025-11-20T06:55:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25631"},"modified":"2025-11-20T07:55:07","modified_gmt":"2025-11-20T06:55:07","slug":"matthaeus-251-13-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-251-13-4\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 25,1-13"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Ewigkeitssonntag | 23.11.25 | Predigt zu Mt 25,1-13 | verfasst von Hansj\u00f6rg Biener<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Predigttext<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manchmal ist es gut, wenn man sich vom Predigttext an die Hand nehmen l\u00e4sst. Und mir scheint: Manchmal ist heute. Deshalb werde ich den Predigttexts in drei Abschnitten lesen. Ein zweites manchmal folgt sogleich: Manchmal ist es gut, dass die Lutherbibel eine \u00e4ltere Sprache spricht als wir. Und auch hier scheint mir: Manchmal ist heute. Unser Predigttext ist das \u201eGleichnis von den klugen und t\u00f6richten Jungfrauen\u201c, die das Empfangskomitee bei einer Hochzeit sein sollten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Mt 25,1-2 &#8211; die \u00dcberschrift <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201e1 Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Br\u00e4utigam entgegen.\u20022 Aber f\u00fcnf von ihnen waren t\u00f6richt und f\u00fcnf waren klug.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist also die Einleitung, und wir wissen sofort: Es geht (1) um eine Hochzeitsstory, aber auch (2) um das Himmelreich. Mit Hochzeiten kennen wir uns aus, mit dem Himmelreich eher nicht so. Deshalb nimmt Jesus uns Bekanntes auf. Wir h\u00f6ren eine Geschichte von Fails bei einer Hochzeit, aber wir m\u00fcssen immer im Hinterkopf behalten: Es geht nicht einfach um eine Geschichte, wo was schief gegangen ist. Die Geschichte wird auch erz\u00e4hlt, damit unser Leben insgesamt nicht schiefgeht. Es geht um Lebensklugheit und Torheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manche Worte gebrauchen wir nicht mehr oder so nicht mehr. Die vorgelesenen Verse haben wir gleich zwei, und deshalb muss ich erst einmal H\u00f6r- und Verstehenshindernisse wegr\u00e4umen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich fange bei dem Wort an, das heute mehr triggert. \u201eJungfrau\u201c. Belassen wir es einfach bei, \u201ejunge Frau, M\u00e4dchen\u201c und streichen alle anderen Nebengedanken. Im antiken Rom, das nur als Beispiel, galten M\u00e4dchen ab 12 als heiratsf\u00e4hig und Jungs ab 14, und Kaiser Augustus erlie\u00df ein Gesetz, dass Frauen bis 20 verheiratet sein mussten und M\u00e4nner sp\u00e4testens mit 25. Und wenn laut Studien heutzutage der vielj\u00e4hrige Durchschnitt f\u00fcr das erste Mal bei 17 Jahren liegt, muss man sich nicht l\u00e4nger bei Nebengedanken aufhalten. Vor Jahrhunderten, als selbstbestimmte Sexualit\u00e4t kein Thema war, war Jungfrauenschaft ein Stolz der Familie. Sie konnte sich und anderen sagen: Wir haben es geschafft, das M\u00e4dchen im Haus und au\u00dfer Haus vor sexueller Gewalt zu sch\u00fctzen. Das muss die deutsche Gesellschaft erst mal hinbekommen, bevor sie sich \u00fcber Jungfrauenideale in den Religionen mokiert. Und damit von mir aus Punkt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mich interessiert das Wort \u201et\u00f6richt\u201c mehr. Von manchen Worten gibt es noch ein Echo. Man wei\u00df noch in etwa, was es bedeutet, aber ein umfassendes Verst\u00e4ndnis hat man nicht mehr. Beim Wort \u201et\u00f6richt\u201c geht es mir so. Ich beginne bei unserer Alltagssprache. Wenn Sie Kreuzwortr\u00e4tsel l\u00f6sen, kennen Sie vielleicht den Ausdruck \u201et\u00f6richtes Verhalten\u201c. Und dann brauchen Sie ein Wort mit sechs Buchstaben oder sieben oder acht. Die R\u00e4tselhilfen geben Ihnen dann Begriffe wie\u00a0 \u201eAlberei\u201c, \u201eDummheit\u201c, \u201eEselei\u201c, \u201eIdiotie\u201c. Eine Dummheit machen, ist f\u00fcr unseren Bibeltext vielleicht noch der hilfreichste Begriff. Kinder nennt man t\u00f6richt, wenn sie zu sehr herumalbern oder Dinge tun, die sie noch nicht \u00fcberrei\u00dfen. Und einen alten Mann nennt man t\u00f6richt, wenn er versucht, Dinge zu tun oder nachzuholen, die im Alter so nicht funktionieren. Man kann als alter Mann noch lieben. Aber: Wenn \u201esie\u201c im Alter deiner Tochter ist oder noch j\u00fcnger, dann reden die Leute von einem erkennbaren Mismatch oder einem alten Esel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber das ist noch nicht die volle Bandbreite des Wortes t\u00f6richt, die man fr\u00fcher mitgeh\u00f6rt hat. Ich habe ein fr\u00fchneuhochdeutsches W\u00f6rterbuch gefunden, das uns in die Sprache der Luther-Zeit mitnimmt. Zum Wort \u201et\u00f6richt\u201c (https:\/\/fwb-online.de\/lemma\/t%C3%B6richt.s.4adj) gibt es sieben Hauptbedeutungen, zum Wort \u201eTor\u201c vier (http:\/\/fwb-online.de\/lemma\/tor.s.0m). Deshalb nehme ich die Worterkl\u00e4rungen zu Tor.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Tor ist (1) ein \u201eDummkopf, Narr; einf\u00e4ltiger Mensch, der dem gesunden Menschenverstand zuwider und unbesonnen handelt&#8230;\u201c, wie also der alte Mann auf Freiersf\u00fc\u00dfen, der eine junge Frau will. Das war \u00fcbrigens ein beliebtes Bildmotiv der Malerei im Mittelalter. Ich habe bei der Recherche nach dem Wort t\u00f6richt ein Bild gesehen, das so erkl\u00e4rt wird. \u201eDas Gem\u00e4lde zeigt das beliebte Motiv des \u201aungleichen Paares\u2018. Die Verbindung eines t\u00f6richten alten Mannes mit einer jugendlichen Sch\u00f6nheit war in der Kunst des 16. Jahrhunderts sehr beliebt [&#8230;]. In dieser Version [\u2026] scheint das Paar eine z\u00e4rtliche Umarmung zu erwidern, doch bei n\u00e4herer Betrachtung ergibt sich eine andere Bedeutung. Der alte Mann richtet seinen Blick auf das junge M\u00e4dchen und bietet ihr eine Goldm\u00fcnze an, w\u00e4hrend sie den Betrachter mit einem wissenden Blick ansieht und ihre Finger in seinem Geldbeutel hat.\u201c\u00a0 (https:\/\/lucascranach.org\/de\/PRIVATE_NONE-P498)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die genannte Einf\u00e4ltigkeit findet man\u00a0 auch in der dritten Bedeutung, bei der ich allerdings geschluckt habe: (3) \u201e \u201a(geistig) Behinderter; psychisch kranker, nicht zurechnungsf\u00e4higer Mensch\u2039; auch: \u203aGeh\u00f6rloser, Tauber\u2039.\u201c Man hat das im Mittelalter alles in einen Topf geworfen. Da bin ich froh, dass wir st\u00e4rker unterscheiden. Man kann freiwillig ein Fastnachtsnarr sein, wie die vierte Bedeutung sagt: (4) \u201eFastnachtsnarr, w\u00e4hrend der Fastnacht als Narr verkleidete Person\u201c. Aber geistige und k\u00f6rperliche Behinderung sind eben nicht einfach \u201efreiwillig\u201c oder \u201eTorheit\u201c in unserem Sinn.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn Sie jetzt die zweite Bedeutung vermisst haben, haben Sie recht. Ein Tor ist (2) \u201ein Glaubensfragen schwacher, irrender Mensch; Ungl\u00e4ubiger, Gottesl\u00e4sterer\u201c. Dieses Wortfeld ist uns abhandengekommen. In der Bibel ist es aber an vielen Stellen da. Nur ein Zitat: \u201eDie Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott.\u201c (Psalm 53,1) Ein Tor ist nach diesem Verst\u00e4ndnis nicht einfach nur ein \u201eDepp\u201c oder \u201eIdiot\u201c. Viel schlimmer: Er hat nicht nur nicht verstanden, wie\u2019s in der Welt l\u00e4uft. Er hat von \u201eGott und der Welt\u201c nichts verstanden. Klug w\u00e4re umgekehrt, sein Leben in dieser Welt bewusst auch mit Gott zu leben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach dieser Worterl\u00e4uterung k\u00f6nnen wir, hoffentlich, das Gleichnis von den klugen und t\u00f6richten Jungfrauen leichter verstehen. Die Klugen wissen, wie\u2019s geht, die T\u00f6richten nicht. Aber zugleich und zuerst erz\u00e4hlt das Gleichnis von religi\u00f6ser Klugheit und Torheit. H\u00f6ren wir also das Gleichnis, das ich an einer Stelle ver\u00e4ndere. Ich ersetze das Wort Jungfrau durch Brautjungfer, also M\u00e4dchen \/ Frauen, die bei Hochzeiten mittragende Rollen spielen. Hier geht es um Lampen, aber nicht kleine \u00d6ll\u00e4mpchen, an die wir vielleicht denken. Es geht um Fackeln, wo in \u00d6l getauchte Lappen in Gef\u00e4\u00dfen auf St\u00f6cken brennen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Mt 25,3-9 &#8211; Katastrophen bei einer Hochzeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">3 Die t\u00f6richten Brautjungfern nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein \u00d6l mit.\u20024 Die klugen Brautjungfern aber nahmen \u00d6l mit in ihren Gef\u00e4\u00dfen, samt ihren Lampen.\u20025 Als nun der Br\u00e4utigam lange ausblieb, wurden sie alle schl\u00e4frig und schliefen ein.\u20026 Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Br\u00e4utigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!\u20027 Da standen diese Brautjungfern alle auf und machten ihre Lampen fertig.\u20028 Die t\u00f6richten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem \u00d6l, denn unsre Lampen verl\u00f6schen.\u20029 Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst w\u00fcrde es f\u00fcr uns und euch nicht genug sein; geht aber zu den H\u00e4ndlern und kauft f\u00fcr euch selbst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jeder der schon einmal ein Fest geplant hat, kann nachvollziehen, dass man es so nicht will. Schon gar nicht als Weddingplaner: Die Limousine mit der Braut hat eine Panne. Der Br\u00e4utigam hat die Eheringe vergessen und muss sie erst holen. Die Braut passt nicht &#8211; mehr &#8211; ins Hochzeitskleid. Die Blumen f\u00fcr den Kirchenschmuck kommen just in time. Die falsche Hochzeitstorte. Das Catering funktioniert nicht.\u00a0 Kurzfristige Absagen, die die sorgf\u00e4ltig geplante Sitzordnung zerst\u00f6ren. Die Band kommt mit drei statt vier und kann nicht alle Wunschlieder spielen. All das k\u00f6nnte man in eine abgedrehte Hochzeitskom\u00f6die packen. Ich pers\u00f6nlich kann solchen Kom\u00f6dien nicht so viel abgewinnen. Mir reichen die Organisationsaufgaben in meinem Leben. Ich kann so etwas nicht entspannt ansehen und lachen, wenn anderen etwas schiefgeht. Dass G\u00e4ste kurzfristig absagen, kannte man schon in der Jesus-Zeit. Deshalb finden wir auch das in Jesus-Gleichnissen aufgenommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir wissen nicht, wie man sich eine Hochzeit im Israel der Jesus-Zeit genau vorzustellen hat. Aber f\u00fcr Jesu Absicht reicht es, zu sagen: In dieser Hochzeit geht einiges schief. (1) Der Br\u00e4utigam kommt nicht. Zuerst nur Aufregung. Was ist passiert. Soll man ihn suchen gehen? Wo k\u00f6nnte man suchen? WhatsApp gibt\u2019s nicht, anrufen kann man nicht. Und wenn der Br\u00e4utigam erst anreist&#8230; Auch wir brauchen f\u00fcr 4 Kilometer Fu\u00dfweg 1 Stunde&#8230; (2) Die Luft ist erst mal raus aus der Hochzeit. Smartphones zur Selbstbesch\u00e4ftigung gibt es nicht. Also: Irgendwann ist m\u00fcde. Man schl\u00e4ft ein. Auch die Brautjungfern, die f\u00fcr eine Prozession mit dem Br\u00e4utigam gebraucht werden, schlafen ein. (3) Einige haben schon vorher gepennt. Als es hei\u00dft: Der Br\u00e4utigam kommt, machen sie alle hektisch fertig. Man richtet die Gew\u00e4nder. Die Brautjungfern richten die Lampen. Einige stellen erst jetzt fest: Ich habe nicht genug \u00d6l f\u00fcr meine Fackel. Man kann sich das Geschnatter vorstellen. \u00d6l f\u00fcr alle Fackeln gibt Funzeln. Das geht offensichtlich nicht. Denn eines ist klar: Wenn jetzt noch was gerettet werden soll, m\u00fcssen wenigstens ein paar Fackeln was hermachen. Und ich h\u00f6re direkt, wie die einen zu den anderen sagen: \u201eDenkt halt mit&#8230; Wie bl\u00f6d kann man nur sein.\u201c Einen Schnelllieferdienst gibt\u2019s nicht. Also m\u00fcssen manche schnell zu Leuten rennen, die \u00d6l verkaufen. Das kann man mal so machen. Laden\u00f6ffnungszeiten gibt\u2019s auch nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Mt 25,10-13 &#8211; Dumm gelaufen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">10 Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Br\u00e4utigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die T\u00fcr wurde verschlossen.\u200211 Sp\u00e4ter kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf!\u200212 Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.\u200213 Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sp\u00e4testens mit dem langen Verziehen des Br\u00e4utigams und der geschlossenen T\u00fcr m\u00fcssen wir in den Himmelreichsmodus \u00fcbergehen. Denn hier denken die ersten Christen sofort die Wiederkehr Jesu mit, die schon viel zu lange ausgeblieben ist. Die Wissenschaft diskutiert, wie gro\u00df das Problem f\u00fcr die ersten Christen wirklich war. Bis in die heutige Zeit gibt es Zeiten erh\u00f6hter Endzeiterwartungen, wo Kriege und Kriegsgeschrei, Katastrophen und letzte Propheten Jesu Wiederkehr und das J\u00fcngste Gericht ank\u00fcndigen, das Ende der bisherigen Welt und den Anfang der Neuen Welt. Aber es gibt auch eine andere Linie, die solch entscheidende Dinge erst in der Zukunft in erwartet. Wer glaubt, in dessen Leben ist Jesus bereits wiedergekommen. Wer an Jesus glaubt, hat schon heute f\u00fcr Zeit und Ewigkeit richtig entschieden. Wer heute nicht glaubt, braucht kein Gericht in der Zukunft, denn er sagt alles N\u00f6tige schon \u00fcber sich aus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Um das Bild des Gleichnisses noch einmal aufzunehmen: Kluge und t\u00f6richte Brautjungfer wissen eigentlich, was sie zu tun haben. Sie sollen der Ankunft des Br\u00e4utigams mit Feuer und Licht den richtigen Rahmen geben. So wie heute in vielen Sportarten kein Spiel beginnen kann, wenn nicht die Akteure durch eine Gasse aufs Spielfeld kommen und ihr Einlauf mit Feuerwerk und Lichtgewitter, mit Namen und Jubelgeschrei begr\u00fc\u00dft worden ist. Und die Brautjungfern haben eigentlich gar nicht so viel zu tun. Sie brauchen diese Gef\u00e4\u00dfe auf einem Stock. Sie brauchen Lappen, die dann brennen sollen. Sie brauchen \u00d6l, das die Lappen am Brennen h\u00e4lt. Das kann man schon an den Tagen vor dem Fest\u00a0 vorbereiten, zur Not auch noch am Vormittag. Aber: Man kann und muss es vorher tun. Die t\u00f6richten Brautjungfern haben das\u00a0 nicht getan. Dass das dumm ist, zeigt der Abend. Aber das sie dumm sind, hat sich schon vorher gezeigt. In dem Moment, als sie zu bl\u00f6d waren, zu \u00fcberlegen, was brauche ich denn. Sie sind wie Sch\u00fcler, die wissen, dass eine angesagte Probe \/ eine Schulaufgabe \/ ein Test\u00a0 kommt. Doch sie ziehen das mit dem Lernen hin. Alle Eltern wissen es, und die Kinder wissen es eigentlich auch: Ins Heft schauen am Vorabend reicht nicht. Irgendwann ist nicht mehr Morgen, sondern Morgen ist jetzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Kluge sorgt vor; wer das nicht tut, ist ein Tor. Das reimt sich, ist aber in religi\u00f6sen Dingen kein Spa\u00df mehr. Ich erinnere an die \u00dcberzeugung der Alten: Wer an Gott glaubt, ist klug, schon jetzt. Nur die Toren sagen: Es gibt keinen Gott. Aber so die Menschen der Bibel: Ungl\u00e4ubig kann das Leben definitiv nicht gelingen. Man kann das in den Psalmen nachlesen, aber vor allem auch im Buch der Spr\u00fcche. Und was hier noch wichtig ist: Damals dachte man noch kein ewiges Leben als Lohn oder irgendwelche jenseitigen Strafen mit. Die Idee eines Nachlebens wurde erst interessant, als Jesus die Grenzen des Todes \u00fcberwunden hat. Da konnte man dann fragen, wie das aussehen k\u00f6nnte und wie man da reinkommt und was alles mit den Dummheiten oder gar Verbrechen des eigenen Lebens ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Klassisch h\u00e4tte die christliche Tradition gesagt: Man muss f\u00fcr seine Seele sorgen, so wie Sie es heute tun. Sie tun das hier im Gottesdienst, und finden hoffentlich auch im Alltag etwas Zeit daf\u00fcr. Wer seinen Glauben pflegt, hilft seinem Lebensmut und Gottvertrauen auf, und wer Lieder und Trostverse kennt, hat etwas f\u00fcr die Stunden, wo von au\u00dfen nichts mehr zu singen und zu sagen ist. Und wo man um Schuld nicht herumkommen kann: Vergebung suchen und auf Jesus vertrauen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und an ein zweites werden wir auch in der s\u00e4kularen Gesellschaft immer wieder erinnert: Man soll f\u00fcr die Stunde des nahenden Todes vorsorgen. Sicher mit einer Patientenverf\u00fcgung, gerne auch in Verbindung mit einem Organspendeausweis. Mit einem Brief: Was ist sofort zu tun? Wer muss benachrichtigt werden? Wie hei\u00dfen die Passw\u00f6rter? Und so weiter und so fort. Vorsorgen mit einem Testament f\u00fcr die Regelung des Nachlasses, wenn da was zu regeln ist. Halt alledem, was uns immer angeraten wird und wof\u00fcr es auch in vielen Gemeinden regelm\u00e4\u00dfige Informationsveranstaltungen gibt. Und wenn ich ehrlich bin, bei den meisten genannten Papieren bin ich t\u00f6richte Jungfrau. In Ewigkeitsdingen m\u00f6chte ich aber auf jeden Fall eine kluge sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Hansj\u00f6rg Biener (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Religionslehrer an der Wilhelm-L\u00f6he-Schule in N\u00fcrnberg t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg. (Hansjoerg.Biener (at) fau.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ewigkeitssonntag | 23.11.25 | Predigt zu Mt 25,1-13 | verfasst von Hansj\u00f6rg Biener Predigttext Manchmal ist es gut, wenn man sich vom Predigttext an die Hand nehmen l\u00e4sst. Und mir scheint: Manchmal ist heute. Deshalb werde ich den Predigttexts in drei Abschnitten lesen. 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