{"id":25722,"date":"2025-12-18T13:01:22","date_gmt":"2025-12-18T12:01:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=25722"},"modified":"2025-12-18T12:16:36","modified_gmt":"2025-12-18T11:16:36","slug":"hesekiel-3724-28-lukas-21-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hesekiel-3724-28-lukas-21-20\/","title":{"rendered":"Hesekiel 37,24\u201328; Lukas 2,1\u201320"},"content":{"rendered":"<h3>Das Licht von Bethlehem strahlt bis zu uns! | Christvesper | 24.12.2025 | Hes 37,24-28 und Lk 2,1-20 | Winfried Klotz |<\/h3>\n<blockquote><p><em>24 Und mein Knecht David soll ihr K\u00f6nig sein und der einzige Hirte f\u00fcr sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun.\u00a0<\/em><em>25 Und sie sollen wieder in dem Lande wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe, in dem eure V\u00e4ter gewohnt haben. Sie und ihre Kinder und Kindeskinder sollen darin wohnen f\u00fcr immer, und mein Knecht David soll f\u00fcr immer ihr F\u00fcrst sein.\u00a0<\/em><em>26 Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schlie\u00dfen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein. Und ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein f\u00fcr immer.\u00a0<\/em><em>27 Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein,\u00a0<\/em><em>28 damit auch die Heiden erfahren, dass ich der HERR bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum f\u00fcr immer unter ihnen sein wird.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Liebe weihnachtliche Gemeinde!<\/p>\n<p>Wir haben die Geschichte von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem aus dem Lukasevangelium geh\u00f6rt. Die Worte sind uns vertraut; Marias \u00e4rmliche schutzlose Geburt des Jesuskindes, da, wo sonst Schafe und Ziegen ihre L\u00e4mmer zur Welt bringen. Die Hirten, denen durch einen Engel angek\u00fcndigt wird: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird;\u00a0denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. (Lk. 2, 10f) Der Lobgesang der Engel: \u201eEhre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens\u201c (V. 14). Die Hirten eilen dann und finden Maria und Josef, dazu das Kind in einer Futterkrippe.<\/p>\n<p>Das alles haben wir geh\u00f6rt, aber ist es uns nahe? Was hat der Bericht des Lukas mit uns und unserer Welt zu tun? Wir leben \u00fcber 2000 Jahre nach der Geburt Jesu unter ganz anderen Verh\u00e4ltnissen! Weihnachten, wie es im Lukasevangelium erz\u00e4hlt wird, ist uns doch v\u00f6llig fremd. Vielleicht haben wir deshalb das Weihnachtsfest \u00fcbermalt und zu einem Familienfest mit gutem Essen und Trinken, mit vielen Geschenken, mit Weihnachtsm\u00e4rkten, Lichterglanz und manchmal auch viel Stress und Streit gemacht.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Predigt habe ich Ihnen auch noch einen Abschnitt aus dem Buch des Propheten Hesekiel, Kap. 37, vorgelesen: ein weitere Verfremdung von Weihnachten!<\/p>\n<p>Kommen Sie, kommst Du in diesem Abschnitt aus dem Buch des Propheten Hesekiel vor? Auf den ersten Blick nicht! Und wenn wir danach fragen, wann dieses Wort vermutlich gesprochen wurde, dann bewegen wir uns weit vor der Zeit der Geburt Jesu: Hesekiel wirkte als Prophet, also als jemand, der im Auftrag Gottes zu den Menschen redet, im 6. Jahrhundert vor Christus in Babylon, wohin die Israeliten aus Jerusalem und Jud\u00e4a vom Heer des K\u00f6nigs Nebukadnezar verschleppt worden waren. Hesekiels Beschreibung eines Neuanfangs in der Heimat unter einem K\u00f6nig in der Nachfolge Davids richtet sich an Zeitgenossen des Propheten. Geht es uns etwas an? Was ist weihnachtlich an diesen Worten? Auf diese Frage hin m\u00fcssten wir erst einmal bestimmen, was \u201eweihnachtlich\u201c meint. Doch gewiss nicht Lichterglanz und G\u00e4nsebraten! Die nach Babylon Verschleppten waren Menschen ohne Zukunft. Jerusalem zerst\u00f6rt, viele nahe Menschen tot, der Tempel als Ort, wo Gott angebetet wurde, verbrannt, was f\u00fcr ein Leben hatten sie noch? Deshalb muten die Worte des Propheten wie die Botschaft von einem anderen Stern an. Wer hat dieser prophetischen Zukunftsschau geglaubt? Wir wissen es nicht; klar ist nur, es gab Menschen, die sie geh\u00f6rt und aufgeschrieben haben. Auff\u00e4llig ist das \u00dcberbordende der Ank\u00fcndigung des Propheten:<\/p>\n<p>F\u00fcr die nach Babylon Verschleppten k\u00fcndigt der Prophet Hesekiel einen K\u00f6nig wie David an, der wie ein guter Hirte regiert. Die Verschleppten sollen wieder zur\u00fcckkehren nach Juda und f\u00fcr immer in ihrem Land wohnen, ein K\u00f6nig wie David soll f\u00fcr immer ihr F\u00fcrst sein. Gott schenkt ihnen einen ewigen Bund des Friedens. Gott wohnt unter ihnen f\u00fcr immer. Gott ist bei seinem Volk, ein gegenw\u00e4rtiger, naher erreichbarer Gott; die Trennung ist \u00fcberwunden. Und das alles strahlt aus auf die V\u00f6lker, die nicht zum Bund Gottes mit Israel geh\u00f6ren. Besonders eindr\u00fccklich ist mir der Satz: \u201eIch will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.\u201c (V. 27) Ist dieses Bild einer heilvollen Zukunft nicht schrecklich \u00fcberzeichnet und damit ganz unrealistisch?!<\/p>\n<p>Hesekiel malt dieses Hoffnungsbild denen, die mit ihm traumatisiert in die Zukunft starren und nur Dunkelheit sehen. Er best\u00e4tigt und best\u00e4rkt darin, dass trotz der \u201eselbstverschuldeten\u201c Katastrophe Gottes Bund mit seinem Volk weiter besteht. Gott schenkt denen, die am Ende sind, Zukunft und Hoffnung! F\u00fcr uns spricht daraus die Botschaft: Bei Gott ist immer Hoffnung f\u00fcr Dich, wie dunkel auch dein Leben ist. Dieser Gedanke ist die Br\u00fccke zum Weihnachtsfest, dessen Beginn wir heute Abend feiern.<\/p>\n<p>In der Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium erinnert einiges an das, was Hesekiel beschreibt. \u201eHeute ist euch der Retter geboren worden, in der Stadt Davids: Christus, der Herr!\u201c sagt Lukas. (Lk. 2, 11) Und im Lobpreis der Engel hei\u00dft es: \u201eGro\u00df ist von jetzt an Gottes Herrlichkeit im Himmel; denn sein Frieden ist herabgekommen auf die Erde zu den Menschen, die er erw\u00e4hlt hat und liebt!\u201c (Lk. 2, 14)<\/p>\n<p>Der Neubeginn, den Hesekiel beschreibt, ist im Zeugnis des Lukas konzentriert auf eine Person: das Kind in der Krippe, Jesus. Hesekiel nennt keine Vorzeichen des Neubeginns; bei Lukas ist es \u00e4hnlich: nichts, au\u00dfer der Botschaft des Engels und ihrem Lobgesang, deutet darauf hin, dass der, der in der Krippe liegt, von Gott gesandt ist als Retter; als Gottes Br\u00fcckenkopf in einer heillosen, gegen Gott stehenden Welt. Hier ist der, der Dich und mich hoffen l\u00e4sst, trotz Verg\u00e4nglichkeit und Verkehrtheit, trotz des heillosen Zustands der Welt und der Gebrochenheit des eigenen Lebens. Mit diesem Kind in der Krippe kommt Gottes Herrschaft in die Welt. Sie beginnt bei allen, die ihm folgen und vertrauen. Gottes Frieden kommt in ihr Leben, denn Gott nimmt durch IHN weg, was uns von ihm trennt. In Jesus ist Gott gegenw\u00e4rtig, erreichbar, f\u00fcr alle, die Gott in seinem Namen anrufen. Im Kommen von Jesus hat sich erf\u00fcllt, was Hesekiel beschreibt: \u201eIch will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein, damit auch die Heiden erfahren, dass ich der HERR bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum f\u00fcr immer unter ihnen sein wird.\u201c Das Licht von Bethlehem strahlt bis zu uns!<\/p>\n<p>Viele streben in diesen dunklen Tagen nach etwas weihnachtlicher Stimmung; etwas Frieden, Freude, Gl\u00fcck; sie m\u00f6chten zur Ruhe kommen und Geborgenheit erfahren. Lasst Euch doch das, was Euer Leben von innen heraus hell macht, schenken. Gott hat Jesus gesandt, damit Euer Leben vom Licht der Hoffnung hell gemacht wird. Bittet ihn darum. Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p>Winfried Klotz, Pfr. i. R., Bad K\u00f6nig\/ Odenwald Email: <a href=\"mailto:Winfried.klotz@web.de\">Winfried.klotz@web.de<\/a><br \/>\nJg. 1952, verh. 3 Kinder, ein Enkelkind, Mitglied im Pfarrgebetsbund<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Licht von Bethlehem strahlt bis zu uns! | Christvesper | 24.12.2025 | Hes 37,24-28 und Lk 2,1-20 | Winfried Klotz | 24 Und mein Knecht David soll ihr K\u00f6nig sein und der einzige Hirte f\u00fcr sie alle. 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